Heft XI (1880/1881) aufrufen
Heft XI (1876/1877) aufrufen
Inhaltsbeschreibung
1Das „Heft XI“ besteht dem Inhalt nach aus mehreren verschiedenen Teilen. Marx und Engels benutzten es zunächst 1871 für Abschriften von Briefen und für Notizen im Zusammenhang mit der Londoner Konferenz der Internationalen Arbeiterassoziation. Mitte Februar 1876 notierte Marx dann auf der neunten Seite Überlegungen zur Differentialrente.Sie sind veröffentlicht in: MEGA II/14. S. 151/152. (Siehe ebenda. S. 689.) Schließen [1] Er gab dieser Seite die Nummer „I“ und paginierte dann – mit arabischen Ziffern – auch die weiteren Seiten. Offenbar gedachte er das Heft jetzt bei seiner Arbeit am „Kapital“ als Exzerptheft zu verwenden. Jedenfalls betitelte er es wenig später auf der vorderen Innenseite des Umschlags, an die Nummerierung der seit dem Herbst 1875 angelegten Hefte anknüpfend, mit „Heft XI“, wobei er ausdrücklich vermerkte „Beginnt p. I“.Bei der Nummerierung jener Hefte war Marx nicht besonders sorgfältig verfahren. So hatte er damals die Nummer „IV“ zwei Heften gegeben (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 127 und B 129), die Nummer „VIII“, so scheint es, übersprungen und die Nummer „XI“ schon für ein anderes Heft benutzt (ebenda, B 132). Schließen [2] Darunter begann er ein Inhaltsverzeichnis, in dem er bei „1)“ die „Note über Differentialrente (I)“ aufführte und bei „2)“ noch nichts. Die Angabe zur Datierung des Hefts – „(1876)“ – präzisierte er durch den Vermerk „(ausser I Mitte Mai begonnen)“. Engels schrieb die Nummer später auf dem von ihm angefertigten Etikett über den dort angegebenen Inhalt, womit sie sich auf das gesamte Heft bezog. Auf den Seiten 2 bis 5 oben exzerpierte Marx ein Werk von Aleksandr Ivanovič Čuprov über das Eisenbahnwesen. Den Rest von S. 5/6 frei lassend, benutzte er im Frühjahr 1877 die Seiten 7 bis 21 für eine Übersicht über die in den Jahren 1865–1870 entstandenen Entwürfe zum zweiten Buch des „Kapital“Sie sind veröffentlicht in: MEGA II/11. S. 525–548. (Siehe ebenda. S. 1323–1347. Die Angabe dort, S. 1326 „ab S. 7 Paginierung von Marx“ beruht auf einem Versehen.) Schließen [3] und die Seiten 22 bis 25 wieder für Exzerpte, nämlich Auszüge aus einem Buch von Johannes Rudolf Wagner über die Metallverarbeitung. Für die letzteren bediente er sich derselben – sich von der sonst in diesem Heft verwandten deutlich unterscheidenden – schwarzen Tinte wie für die Übersicht zum zweiten Buch des „Kapital“, ein Indiz dafür, dass sie kurz nach dieser entstanden. Die Exzerpte aus Čuprov und Wagner werden entsprechend ihrer Entstehungszeit mit dem Band MEGA IV/23 veröffentlicht.
2Danach vergingen etwa zweieinhalb Jahre, bis Marx das Heft – ab S. 26 – erneut für Exzerpte und Notizen benutzte. Aber diese standen jetzt in keinem direkten Zusammenhang mehr mit der Arbeit am „Kapital“. Nur sie werden mit dem Band IV/27 veröffentlicht. Es handelt sich um chronologische Notizen zur russischen Geschichte (S. 26) sowie Auszüge aus Arbeiten von Mykola Kostomarov über den Aufstand des Sten’ka Razin (S. 27–40) und über das Hetmanat von Ivan Vyhovs’kyj (S. 40–46), aus einem Artikel von Serhij Podolyns’kyj in der „Revue internationale des sciences biologiques“ (1880) (S. 47–[49]), aus dem Buch „Early man in Britain and his place in the Tertiary period“ von William Boyd Dawkins (London 1880) (S. 50–92), aus einem Artikel von Petr Egorovič Pudovikov in den „Otečestvennyja Zapiski“ (S. 93–100) und aus dem Buch „Prehistoric Europe“ von James Geikie (1881) (S. 101–126 u. 5/6).
3Zwar gab Marx nicht an, ab wann er das Heft für diese Exzerpte und Notizen nutzte. Doch lässt sich dies ziemlich genau feststellen.
Chronologische Notizen zur russischen Geschichte
4Die chronologischen Notizen zur russischen Geschichte gehören zu den Exzerpten aus den Arbeiten von Kostomarov wie in Heft „A“ die Exzerpte aus dem Buch von Sewell zu denen aus dem Werk von Kovalevskij (siehe Entstehung und Überlieferung zu Heft „A“). Sie beginnen wie die zunächst exzerpierte Arbeit über den Razin’schen Aufstand mit dem Ende der „Tatarenherrschaft“Eigentlich Mongolenherrschaft. Diese begann mit der mongolischen Eroberung Russlands in den Jahren 1237–1240 und bestand in einer Oberhoheit der mongolischen Herrscher über die russischen Fürsten, die sich von ihnen bestätigen lassen mussten und ihnen tributpflichtig waren. Sie lockerte sich mit dem Niedergang des Reichs der Goldenen Horde seit der Mitte des 14. Jahrhunderts und endete mit ihrer faktischen Aufgabe nach einem letzten, kampflos abgebrochenen Versuch ihrer Erneuerung 1480 bzw. mit dem Ende der Goldenen Horde 1502. (Siehe Karénina Kollmar-Paulenz: Die Mongolen. Von Dschingis Khan bis heute. München 2011.) Die als „Tataren“ bezeichneten islamischen Turkvölker waren selbst von den Mongolen unterworfen worden, in deren Armeen sie danach kämpften. Später absorbierten sie im Reich der Goldenen Horde ihrerseits die dort relativ kleine Gruppe der Mongolen, und es setzten sich dort sowohl ihre Sprache als auch ihre (islamische) Religion durch. Schon seit dem 13. Jahrhundert wurde in Europa der Name „Tataren“ fälschlicherweise auf die Gesamtheit der mongolischen Armeen und danach auch auf die Goldene Horde übertragen, wobei häufig die verballhornte Form „Tartaren“ benutzt wurde, die den Namen mit dem griechischen Wort τάρταρος (Hölle) in Verbindung brachte. Schließen [4] und sollten, wie sich aus der Überschrift (S. 26) ergibt, ursprünglich mit dem Regierungsantritt von Petr I. (1682) – kurz nach dem Ende des Aufstands – enden. Erst nachträglich entschied sich Marx, sie bis zum Regierungsantritt von Nikolaj I. (1825) fortzuführen. Offenbar fertigte er die Notizen an, nachdem er begonnen hatte, die Arbeiten Kostomarovs zu exzerpieren. Auf den in ihnen verwendeten Audruck „самозванецъ“ war er, scheint es, erstmals dort gestoßen (S. 27 u. S. 30); sich der Bedeutung nicht sicher, hatte er ihn in dem „Russisch-Deutschen Wörterbuch“ von Ivan Pavlovskij aufgesucht (siehe Erl. auf S. 27).
5Wie bei den Exzerpten aus dem Buch von Sewell orientierte sich Marx bei den chronologischen Notizen zur Geschichte Russlands an den Herrschern, ja er beschränkte sich hier weitgehend auf eine Auflistung derselben mit Angabe der Regierungszeit. In der Überschrift datierte er das Ende der Mongolenherrschaft auf das Jahr des Regierungsantritts von Ivan III. (1462); in der ersten Zeile seiner Chronologie gab er dagegen das Jahr 1481 an. Diesen Zeitraum hatte er bereits 1857 in seiner Artikelserie „Revelations of the diplomatic history of the 18th century“ so bestimmt.In einem Artikel der „Revelations“ von Anfang Februar 1857 heißt es: „The Tartar yoke lasted from 1273 to 1462, more than two centuries […]“. In einem späteren Artikel: „Iwan rescued Muscovy from the Tartar yoke, not by one bold stroke, but by the patient labour of about twenty years.“ (The Free Press. London. Vol. IV. Nr. 26, 4. Februar 1857. S. 203; Nr. 28, 18. Februar 1857. S. 218; erscheint in MEGA I/15; siehe auch MECW 15. S. 77 und S. 80.) Schließen [5]
6Die für die Chronologie benutzten Quellen gab Marx nicht an. Doch gibt es Anhaltspunkte dafür, dass er sich vornehmlich für die Zeit bis zu den „Wirren“Смутное время, die Zeit zwischen dem Ende der Rurikiden-Dynastie mit dem Tod Fjodors I. 1598 und dem Beginn der Romanow-Dynastie mit Michael I. 1613. Schließen [6] auf das Werk über die Geschichte des russischen Reichs von Nikolaj Michailovič Karamzin stützte, wobei er eine russische, französische oder deutsche Ausgabe benutzt haben könnte. [Николай Карамзинъ:] Исторія государства россійскаго. T. 1–12. Изданіе второе, исправленное. Санктпетербургъ 1818–1829; [N.] (de) Karamsin: Histoire de l’empire russe. Trad. par St.-Thomas et Jauffret [T. 9 par St.-Thomas, T.10–11 par de Divoff]. T. 1–11. Paris 1819– 1826; [N. M.] Karamsin: Geschichte des russischen Reiches. [Bd. 11: Nach des Verfassers Tode hrsg. vom Minister des Innern Bludow.] Nach der zweiten Original-Ausg. übers. [von Fr. v. Hauenschild, ab Bd. 7 von Oertel, Bd. 11: Nach der Original-Ausgabe übers. von Karl Goldhammer.] Bd. 1–11. Riga [ab Bd. 9 Leipzig] 1820–1833; Geschichte Rußlands, nach Karamsin. Aus der Urschrift deutsch bearb., und mit vielen Anmerkungen, als Erläuterungen und Zusätzen, begleitet, von August Wilhelm Tappe [Th. 2: Nach dessen Tode vollendet von C. v. Goldbach]. Th. 1.2. Dresden, Leipzig 1828–1831. Die Ausgabe brach bei Ivan IV ab (1530–1584). Schließen [7] Wie bereits bemerkt, deutet die Verwendung des russischen Wortes „самозванецъ“ also nicht darauf hin, dass Marx eine russische Quelle benutzte, sondern dass er es von Kostomarov gelernt hatte. Marx kannte seit den 1850er Jahren, wahrscheinlich aus zweiter Hand, die Maxime des „Muscovite“So bezeichnete er Karamzin im „Draft for a speech at the Polish Meeting in London“ (MEGA I/20. S. 245). Schließen [8] Historikers Karamzin, wonach die russische Außenpolitik unveränderlich sei. David Urquhart zitierte diese Aussage auf dem Titelblatt seines Pamphlets „Le Sultan et le Pacha d’Egypte“ (Paris 1839): „Rien ne changea dans le caractere et les vues de notre politique exterieure.“ Marx zitierte sie mehrmals: in seinen Artikeln für die NYDT vom 13. März 1854 (MEGA I/13. S. 83.28–29) und vom 10. Oktober 1860 (MEGA I/18. S. 553.9–10) sowie 1860 in „Herr Vogt“ (MEGA I/18. S. 164.29–30). Schließen [9] In einem Brief an Marx vom 22. Mai 1873, wo auch von dem Historiker Kostomarov die Rede ist (siehe unten), erwähnte Nikolaj Francevič Daniel’son das Buch von Karamzin unter den Büchern über russische Geschichte, von denen Daniel’son wusste, dass sie sich im British Museum befinden.„Man hat mir gesagt, dass in Britisch Museum eine sehr vollständige Sammlung der russ. historischen Werke zu finden ist. Nur deshalb schicke ich nicht Ihnen weder dieses Werk, noch Kostomarows. Wenn es nicht der Fall ist, so bitte ich Sie mir zu schreiben, damit ich Ihnen dieselben zu schicken kann.“ (RGASPI, Sign. f. 1, op. 5, d. 3248.) Schließen [10] Das Buch von Karamzin bildete zudem die Hauptquelle für Marx’ chronologische Übersichten und synchronoptische Tabellen zur Weltgeschichte, die wahrscheinlich zwischen Ende 1881 und Ende 1882 entstanden sind (siehe IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 157–160). Dort benutzte er auch die „History of Russia“ von Walter Keating Kelly und die „Weltgeschichte für das deutsche Volk“ von Friedrich Christoph Schlosser,Marx besaß die 19 Bände selbst. Sie gehörten zu den Büchern, die ihm Wilhelm Wolff bei seinem Tod 1864 hinterlassen hatte. (Siehe MEGA IV/18. S. 11.3; MEGA III/13. Br. 30.67.) Sie bildeten die Hauptquelle für seine 1881/82 angefertigten „chronologischen Auszüge“ (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 157–160). Es ist jedoch fraglich, ob die in MEGA IV/32 unter Nr. 1194 aufgeführten Bände 1–6 aus dem Besitz von Marx stammen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich bei den sechs ersten der von Wolff hinterlassenen 19 Bände um deren 2., unveränd. Abdr. (Frankfurt a. M. 1846–1848) gehandelt hätte, und es ist auch nicht ersichtlich, warum nur diese sechs Bände aus Marx’ Besitz überliefert sein sollten. Schließen [11] die auch als Quellen für die vorliegenden chronologischen Notizen dienen sollten (siehe die Erläuterungen auf S. 26). Auch in den Exzerpten aus Kostomarov im vorliegenden Heft fügte Marx eine Erklärung aus Karamzin über das „Уложеніе“Gemeint ist das sog. Sobornoe uloženie von 1649 − das von einer fünfköpfigen Kommission erarbeitete, einem zum 1. September 1648 einberufenen Zemskij sobor zur Beratung vorgelegte Gesetzbuch des Zaren Aleksej I. Es entsprach dem dringenden Bedürfnis nach einer neuen Kodifizierung des russischen Rechts (seit der letzten unter Ivan IV waren fast hundert Jahre vergangen) und war das erste russische Gesetzbuch, das in gedruckter Form veröffentlicht wurde (1649 zwei Ausgaben, 1737 eine – danach mehrfach nachgedruckte – dritte). Das von den Teilnehmern des Zemskij sobor unterzeichnete handschriftliche Original sowie die beiden gedruckten Ausgaben von 1649 hatten noch keinen Titel; erst ab der dritten war die Sammlung „Uloženie“ betitelt, ihre Bezeichnung als „Sobornoe uloženie“ kam erst im 19. Jahrhundert auf. Mit diesem in 25 Kapitel gegliederten, insgesamt 867 Paragraphen umfassenden Gesetzbuch kam in Russland die Verwandlung der Bauern in Leibeigene, ihre unlösbare Bindung an den von ihnen bestellten Boden rechtlich zu einem gewissen Abschluss. Durch die Eliminierung der Verjährungsfrist für den Anspruch des Herrn auf Rückgabe entlaufener Bauern und das Verbot der Aufnahme von fremden Bauern wurde der letzte Rest von bäuerlicher Freizügigkeit beseitigt. Das Uloženie von 1649 behielt seine Geltung im Prinzip bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts und eröffnete die damals veröffentlichte neue Sammlung der russischen Gesetze. (Полное собраніе законовъ Россійской имперіи, повелѣніемъ государя императора Николая Павловича составленное. Т. 1: Съ 1649 по 1675. Санктпетербургъ 1830.S. 1–161. Siehe auch: Соборное уложение 1649 года. Текст. Комментарии. [Hrsg.:] Академия наук СССР. Институт истории СССР. Ленинградское отделение и Московский государственный университет М.В. Ломоносова. Юридический факультет. Кафедра истории государства и права. Подготовка текста Л.И. Ивиной. Комментарии Г.В. Абрамовича, А.Г. Манькова, Б.Н. Миронова, В.М. Панеяха. Руководитель авторского коллектива А.Г. Маньков. (Законодательные памятники русского централизованного государства XV–XVII веков.) Ленинград 1987; Соборное уложение 1649 года. Законодательство царя Алексея Михайловича. Составитель, автор предисловия и вступительных статей В.А. Томсинов. Москва 2011. Schließen [12] als das „Gesetzbuch des Zaren Alexei Michailowitsch“ ein (siehe S. 27 und Erl. dazu).
7Möglicherweise benutzte Marx für die chronologischen Notizen auch das „Dictionnaire universel d’histoire et de géographie“ von Bouillet . Jedenfalls entnahm er diesem dann die Angaben über die Kosaken sowie über deren Hetman Bohdan Chmel’nyc’kyj und dessen Sohn Yurii, die er den Exzerpten aus der Arbeit von Kostomarov über den Hetman Ivan Vyhovs’kyj vorausschickte (siehe den Auszug S. 40 u. Erl. dazu). Da er auf besagtes „Dictionnaire“ anscheinend erst bei der Lektüre des Buchs von Sewell aufmerksam wurde (siehe Heft „A“, S. 46/47), kann davon ausgegangen werden, dass die Exzerpte aus den Arbeiten von Kostomarov sowie die dazugehörigen Notizen nach denen aus jenem Buch entstanden sind, wahrscheinlich, nachdem er letztere im Dezember 1879 abgebrochen hatte, um zunächst das Buch von Loria über die Grundrente zu lesen (siehe Entstehung und Überlieferung zu Heft „A“), also in den ersten Monaten des Jahres 1880.Auf die kurzen Auszüge aus dem Buch von Loria folgen in Heft „B“ Exzerpte aus der Vorrede zu Tl. 3 eines Werks von V. Kel’siev (В[асилій] I[ванович] Кельсіевъ: Сборникъ правительственныхъ свѣденій о раскольникахъ. В 4 вып. Лондонъ 1860–1862), die Marx wohl erst im Sommer 1880, jedenfalls aber nach denen aus den Arbeiten von Kostomarov anfertigte. Zu diesem Werk siehe auch Entstehung und Überlieferung zu Heft „A“. Schließen [13] Kein Zweifel besteht daran, dass sie vor den Auszügen aus dem Artikel von Podolyns’kyj entstanden, also vor Anfang April 1880 (siehe unten).
8Für die chronologischen Notizen nutzte Marx die zunächst frei gelassene Seite 26 seines Hefts. Die Arbeiten von Kostomarov exzerpierte er auf den Seiten 27 bis 46.
Mykola Kostomarov: Istoričeskіja monografіi
9 Николай Ивановичъ Костомаровъ:
- Бунтъ Стеньки Разина. In: Историческія монографіи и изслѣдованія Николая Костомарова. Изд. 2. Д. Е. Кожанчикова. Т. 2. Санктпетербургъ 1872. S. 195–356. (S. 27–40.)
- Гетманство Выговскаго. In: Историческія монографіи и изслѣдованія Николая Костомарова. Изд. 2. Д. Е. Кожанчикова. Т. 2. Санктпетербургъ 1872. S. 35–194. (S. 40–46.)
10Mykola Kostomarov (russ. Nikolaj Ivanovič Kostomarov) (1817–1885) gehörte zu den bedeutendsten ukrainischen und russischen Historikern des 19. Jahrhunderts. Er wurde als Sohn eines russischen Gutsbesitzers und einer ukrainischen Leibeigenen im Gouvernement Voronež geboren. Nachdem er das Gymnasium in Voronež beendet hatte, studierte er in Char’kov (Charkiv) Geschichte. Sich zunehmend für die Geschichte des ukrainischen Volks interessierend, legte er zunächst eine Dissertation über die Union von Brest von 1596 vor, die das Ministerium jedoch zurückwies, woraufhin er 1844 mit einer Arbeit über die historische Bedeutung der russischen Volkspoesie promovierte. 1846 wurde er Professor für russische Geschichte an der Universität Kiev (Kyjiw). Dort bildete er mit Freunden, die wie er eine ukrainische Identität kultivierten, eine Gesellschaft, die nach der Vereinigung aller slawischer Völker in einer freien Föderation, der Aufhebung der Leibeigenschaft, der Beseitigung der Stände und einer Förderung der Volksbildung strebte. Doch wurde diese „Bruderschaft“ von den Behörden bereits 1847 aufgelöst und Kostomarov, nach einem Jahr Haft in der Peter-und-Paul-Festung in St. Petersburg, nach Saratov verbannt. 1856 begnadigt, erhielt er 1859 eine Professur an der Petersburger Universität. Aber nach neuerlichen Konflikten mit den Behörden verließ er diese 1862 und widmete sich seitdem ganz seinen historischen Studien.Siehe: Н[иколай] И[ванович] Костомаров: Автобіографія. Под редакцией В. Котельникова. Москва 1922; Thomas M. Prymak: Mykola Kostomarov: a biography. Toronto, Buffalo, London 1996; Юрій Пінчук: Історічні студії Миколи Костомарова як фактор формування самоусвідомлення української нації. Київ 2009. Schließen [14]
11Kostomarov war einer der Protagonisten der föderalistischen Schule, die die Auffassung vertrat, dass die Slawen ursprünglich in locker verbundenen freien Gemeinschaften gelebt hätten, die durch die Moskauer Zaren einer zentralen und autokratischen Staatsmacht unterworfen wurden. Sein besonderes Interesse galt schon seit den 1840er Jahren den Kosakenkämpfen des 17. Jahrhunderts. 1856 hatte er ein bereits in Kiev begonnenes Werk über Chmel’nyc’kyj beendet.Die erste Ausgabe erschien 1857 mit zensurbedingten Lücken, die zweite 1859 ungekürzt: Николай Костомаровъ: Богданъ Хмельницкій. Т. 1.2. Изданіе второе, дополненное. С.–Петербургъ 1859 Schließen [15] 1858 hatte er, noch in Saratov, die Arbeit über den Aufstand des Sten’ka Razin verfasst; 1860 war die über den Hetman Ivan Vyhovs’kyj und die Bemühungen der Saporoger Kosaken in der Ukraine um eine politische Unabhängigkeit von Polen und Russland entstanden.
12Marx kannte Kostomarov seit 1873, als Daniel’son ihn in seinem Brief vom 22. Mai erwähnte. Daniel’son war für Marx auf der Suche nach Quellen über die Geschichte der Bauern in Russland und schrieb ihm: „Nicht zufrieden mit der Literatur dieser Frage, die ich kannte […], bat ich unser Historiker Kostomarow mir die Quellen zu nennen.“ (RGASPI, Sign. f. 1, op. 5, d. 3248.) In diesem langen Brief, in dem Daniel’son die Lage der russischen Bauern sowie die Grund- und Bodenverhältnisse im Kontext der Geschichte Russlands „vor- und nach den Mongolen“ behandelt, erwähnte er u. a. Kostomarovs Artikel über den Aufstand von Sten’ka Razin. Daniel’son teilte in dem Brief weitere Aussagen mit, die Kostomarov im Gespräch ihm gegenüber getätigt hatte. So soll Kostomarov geäußert haben, dass die Entwicklung der Dorfgemeinde im 17. und 18. Jahrhundert bislang nicht untersucht worden sei und „die Frage über die Grundgemeinde“ generell noch „ihres Historikers“ bedürfe. Außerdem befand er: „Das ist unzweifelhaft das russische Staatsrecht ist mongolischen Ursprungs.“ Daniel’son verwies in diesem Zusammenhang auch auf Kostomarovs Arbeit über Ivan IV., nicht jedoch auf die über das Hetmanat Ivan Vyhovs’kyjs.
13Daniel’son sandte Marx allerdings keine Bücher von Kostomarov zu, da sich diese auch in der Bibliothek des British Museum befanden (siehe oben). (Zu den Büchern, die Marx von Daniel’son erhalten hat, siehe das Notizbuch aus den Jahren 1880/1881 und die entsprechende Entstehung und Überlieferung.)
14Marx exzerpierte zunächst die Arbeit über Sten’ka Razin, dann die im gleichen Band der „Istoričeskija monografii i izledovanija“ vor jener abgedruckte über Vyhovs’kyj. Vor den Auszügen aus dieser schob er die erwähnten Auszüge aus dem „Dictionnaire universel d’histoire et de géographie“ von Bouillet über die Kosaken sowie über Bogdan Chmel’nyc’kyj und dessen Sohn Yurii ein.
15Seinen Auszügen fügte Marx auch andere kleine Zusätze aus den Werken anderer Autoren hinzu: neben der schon erwähnten Erklärung aus Karamzin auf S. 27 findet sich dort eine Definition von „казачить“ aus Pavel Aleksandrovič Sokolovskijs Abriss einer Geschichte der Landgemeinde im Norden Russlands. Das Buch befand sich in Marx’ Besitz und wird unter Nr. 67 in seinem Verzeichnis „Russisches in my bookstall“ im Notizbuch aus den Jahren 1880/1881 (dort, S. 57) gelistet.
16Als Kostomarov auf die Zustände auf dem Land eingeht, verweist Marx einmal auf den russischen Publizisten Aleksander Herzen und dessen ähnliche Beschreibung der Zustände der Bauern unter Zar Nikolaus I. (S. 32.) Marx hatte Herzens Buch „Тюрьма и ссылка“ Anfang Januar 1870 gelesen. Für die Übersetzung seiner Auszüge benutzte Marx dieselben Wörterbücher wie bei seinen Exzerpten aus Kovalevskij in Heft „A“. В[ладимир] И[ванович] Даль: Толковый словарь живаго великорускаго языка. Изданіе Общества любителей російской словесности, учрежденаго при Императорскомъ Московскомъ Университетѣ. Ч. 1–4. Москва 1863–1866; И[ванъ] Я[ковлевичъ] Павловский: Русско-нѣмецкий словарь. 2. изд., исправленное изначительно дополненное И. Николичемъ и Н. Асмусомъ. / I[wan] Pawlowsky: Russisch-deutsches Wörterbuch. 2. Aufl. Vollst. Umgearb. u. wesentlich verm. von I. Nikolitsch und N. Asmuß. Рига / Riga, Leipzig 1879. Schließen [16]
Serhij Podolyns’kyj: Le travail humain et la conservation de l’énergie
17 S[erge] Podolinsky: Le travail humain et la conservation de l’énergie. In: Revue internationale des sciences biologiques. Paris. 3. année. 1880. No. 1. 15 janvier. S. 57–70. (S. 47–[49].)
18Auf den Seiten 47 bis [49] trug Marx Auszüge aus dem Artikel „Le travail humain et la conservation de l’énergie“ von Serhij Podolyns’kyj in das Heft ein. Thematisch hatte der Artikel, den ihm Podolyns’kyj selbst geschickt hatte,Serhij Podolyns’kyj an Marx, 30. März 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3701.) Schließen [17] mit den Arbeiten von Kostomarov nichts zu tun. Möglicherweise exzerpierte ihn Marx hier, weil der Verfasser ebenfalls aus der Ukraine stammte.
19Der ukrainische Sozialist Serhij Podolyns’kyj (russ. Sergej Andreevič Podolinskij, frz. Serge Podolinsky; 1850–1891) kam aus einer begüterten Familie im Gouvernement Kiev. Nach dem Abitur studierte er an der physikalisch-mathematischen Fakultät der Universität Kiev. 1871 erwarb er den Grad eines Kandidaten der Naturwissenschaften. Danach studierte er Medizin, zunächst in Paris und Zürich, dann in Breslau, wo er 1876 promovierte. Seit 1879 war er Professor an der medizinischen Fakultät der Universität Montpellier.Siehe В[ячеслав] С[тепанович] Чесноков: Сергей Андреевич Подолинский, 1850–1891. (Серия «Научно-биографическая литература» Российской Академии Наук.) Изд. 2., дополненное. Москва 2006. Schließen [18]
20Noch in Kiev hatte Podolyns’kyj einen Kreis des Ökonomen Mykola Ziber (Nikolaj Sieber) besucht, in dem besonders auch Marx’ „Kapital“ gelesen wurde. Als er 1872 ins Ausland ging, war er dort auch mit anderen Sozialisten aus dem Russischen Reich in Kontakt gekommen. Besonders eng war seine Beziehung zu Petr Lavrovič Lavrov, der ihn bei Engels einführte, bei dem er schon im Sommer 1872 auch Marx kennenlernte.Podolyns’kyj an Marx, 30. März 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3701.) Schließen [19]
21Der Artikel war die überarbeitete Fassung eines Referats, das Podolyns’kyj im Sommer 1879 unter dem Titel „Le travail humain et la conservation des forces“ in der agronomischen Sektion des in Montpellier abgehaltenen 8. Kongresses der „Association française pour l’avancement des sciences“ gehalten hatte. Der gedruckte Kongressbericht enthält ein knappes Résumé: „M. Podolinsky, s’inspirant des théories actuelles sur l’identité de la chaleur et du mouvement, montre que la satisfaction des besoins considérés à présent comme indispensables à l’homme exige de sa part un déploiement de force musculaire dix fois plus considérable que celui dont il peut disposer. Cette disproportion entre les forces de l’homme et celles qu’il doit mettre en œuvre pour assurer son existence s’accroît même à mesure que la civilisation s’avance. Son industrie tend heureusement à augmenter l’application de ce que l’auteur appelle la quantité d’énergie accumulée sur la surface de la terre; c’est ainsi que les forces artificielles suppléent de plus en plus à l’insuffisance de celles de l’homme. L’orateur le prouve par de nombreuses recherches de statistique.“Association française pour l’avancement des sciences. 8. session. Montpellier 1879. [Comte-rendu.] [Paris 1880.] S. 1007. Schließen [20]
22Wohl noch bevor der Kongressbericht vorlag, erschien der Artikel Mitte Januar 1880 in der „Revue internationale des sciences biologiques“. Am 24. März sandte Podolyns’kyj die Arbeit, die er „jetzt gerade“ (только теперъ) beendet habe, an Lavrov und bat zugleich um Marx’ Adresse; er wolle den Artikel auch diesem schicken, denn derselbe gehe ihn, da ohne Zweifel durch die Theorie von der Mehrarbeit inspiriert, direkt an.Podolyns’kyj an Petr Lavrovič Lavrov, 24. März 1880. Abgedruckt in: Русские современники о К. Марксе и Ф. Энгельсе … S. 168/169. Schließen [21] Er tat das am 30. März, und auch in seinem Brief an Marx erklärte er, dass ihm dessen „Kapital“ die „erste Anregung“ zu dieser Arbeit gegeben habe.Podolyns’kyj an Marx, 30. März 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3701.) Schließen [22]
23Marx’ Antwort, für die Podolyns’kyj am 18. April dankte,Podolyns’kyj an Marx, 18. April 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3702.) Schließen [23] ist nicht überliefert. Aber die beiden Briefe Podolyns’kyjs erlauben, die Exzerpte auf die erste Hälfte April 1880 zu datieren. Die empirischen Befunde übergehend, beschränkte sich Marx in seinen Exzerpten darauf, Podolyns’kyjs Thesen festzuhalten, wobei er hier und da auch einige Unstimmigkeiten notierte. Aber es ist nicht ersichtlich, was er von der Sache hielt. Auch in seinem (nicht überlieferten) Brief an Podolyns’kyj wich er einer Stellungnahme anscheinend aus. Jedenfalls verhehlte Podolyns’kyj nicht, dass ihn Marx’ – wenn auch freundliche – Reaktion nicht recht befriedigt hatte. Marx hatte seine Besorgtheit um Podolyns’kyjs Gesundheit bekundet. Aber das mit „besonderer Ungeduld“ erwartete Urteil über den Artikel – über den „Versuch die Mehrarbeit mit den herrschenden physikalischen Theorien in Einklang zu bringen“ – war er schuldig geblieben.Ebenda. – Podolyns’kyj publizierte danach noch mehrere Versionen seines Artikels (Трудъ человѣка и его отношеніе къ распредѣленію энергіи. In: Слово. Санктпетербургъ. Г. 3. 1880. Апрѣль–Май. S. 135–211; Le socialisme et l’unité des forces physiques. In: La Revue socialiste. Paris. 1880. No. 8, 20 Juin. S. 353–365; Der Sozialismus und die Einheit der physischen Kräfte. In: Arbeiter-Wochen-Chronik. Sozial-ökonomisches Volksblatt. Zentralorgan der Ungarländischen Allgemeinen Arbeiterpartei. 1881. Nr. 32, 33, 37; Il socialismo e l’unità delle forze fisiche. In: La Plebe: rivista socialista. Milano. Anno XIV. 1881. Nuova serie. N. 3. S. 13–16; N. 4. S. 5–15; Menschliche Arbeit und Einheit der Kraft. In: Die neue Zeit. Stuttgart. 1883. H. 9, S. 413–424; H. 10, S. 449–457). Schließen [24] Der Grund dafür war nicht ein Mangel an Interesse, sondern wohl eher, dass er sich darüber nicht so recht im Klaren war.
24Wahrscheinlich im Hinblick auf die dritte deutsche Auflage des ersten Bandes des „Kapital“, die er damals in Angriff nehmen wollte,Siehe Engels’ Briefe an Eduard Bernstein vom 27. Oktober 1882 und an Friedrich Adolph Sorge vom 9. November 1882 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819). Schließen [25] scheint Marx über zweieinhalb Jahre später, im Dezember 1882, Engels zu dem Artikel befragt zu haben, der dem „Ding“ aber nur wenig abgewinnen konnte. „Die Podolinski-Geschichte“, antwortete Engels am 19. Dezember 1882, „stelle ich mir so vor. Seine wirkliche Entdeckung ist die, daß menschliche Arbeit im Stande ist, Sonnen-Energie länger auf der Oberfläche der Erde festzuhalten und wirken zu lassen, als ohne sie der Fall sein würde. Alle seine daraus gezognen ökonomischen Folgerungen sind falsch […] Ökonomische Verhältnisse in physikalischen Maßen ausdrücken zu wollen, ist meiner Ansicht nach rein unmöglich. Was Pod. total vergessen hat, ist, daß der arbeitende Mensch nicht nur ein Fixirer gegenwärtiger, sondern ein noch viel größerer Verschwender vergangner Sonnenwärme ist. Was wir in Verschleuderung von Energievorräthen, Kohlen, Erze, Wälder usw. leisten, kennst Du besser als ich.“ Drei Tage danach, am 22. Dezember, berichtigte er sich insofern, als „Energieaufspeicherung durch Arbeit eigentlich nur im Feldbau vor sich geht; in der Viehzucht wird im ganzen die in Pflanzen aufgespeicherte Energie nur in das Thier umgelagert, von Aufspeicherung kann da nur insofern die Rede sein, als ohne Viehzucht Nährpflanzen sonst nutzlos verwelken, so aber verwandt werden. Dagegen in allen Industriezweigen wird Energie bloß ausgegeben. Höchstens kommt in Betracht, daß Pflanzenprodukte, Holz, Stroh, Flachs etc. und Thierprodukte, in denen Pflanzenenergie aufgespeichert, durch die Bearbeitung nutzbar gemacht also länger erhalten werden, als wenn sie der natürlichen Zersetzung überlassen. Die alte ökonomische Thatsache also, daß alle Industrieproduzenten leben müssen von den Produkten des Landbaus, der Viehzucht, Jagd und Fischerei, kann man also wenn’s beliebt auch ins Physikalische übersetzen, wobei aber kaum viel herauskommt.“Siehe Engels’ Briefe an Marx vom 19. und 22. Dezember 1882 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 1878 und 1879). – Siehe hierzu: Franck-Dominique Vivien: Marxisme et écologie politique, le rendez-vous manqué de Sergueï Podolinsky. In: Actualiser l’économie de Marx. (Actuel Marx Confrontation.) Paris 1996. S. 127–141; Valerij Formičev: Marx’ Exzerpt von S. A. Podolinsky: Le travail humain et la conservation de l’énergie (Revue internationale des sciences biologiques, 1880). In: Marx und Rußland. (Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. N. F. 2012.) Hamburg 2014. S. 112–122; John Bellamy Foster, Paul Burkett: Marx and the earth: an anti-critique. Chicago 2016. S. 89–136. Schließen [26]
25Auch die Ausführlichkeit von Engels’ Antwort spricht für die Annahme, dass sich Marx bei seiner Frage auf die geplante dritte deutsche Auflage des „Kapital“ bezog, die druckfertig zu machen ihm nicht mehr vergönnt war.
William Boyd Dawkins: Early Man in Britain
26 W[illiam] Boyd Dawkins: Early man in Britain and his place in the Tertiary period. London 1880. (S. 50–92.)
27(Seit 1919: Sir) William Boyd Dawkins (1837–1929) wurde als Sohn eines anglikanischen Geistlichen in dem walisischen Ort Buttington bei Welshpool geboren, besuchte eine anglikanische public school und studierte von 1854 bis 1860 in Oxford. Er entschied sich zunächst für die klassischen Sprachen, wandte sich dann aber den Naturwissenschaften zu, namentlich Geologie, Anatomie und Paläontologie. Von 1861 bis 1869 war er Mitarbeiter des 1835 gegründeten Geological Survey of Great Britain, dessen primäre Aufgabe in der geologischen Kartierung des Landes bestand. 1869 übersiedelte er nach Manchester, wo er sein gesamtes weiteres berufliches Leben verbrachte, zunächst als Kurator der naturhistorischen Sammlungen des Museums der Stadt, dann als erster Dozent für Geologie der Universität und, ab 1874 bis zu seiner Emeritierung 1908, als Professor. Von seinen zahlreichen Publikationen sind besonders zu erwähnen das gemeinsam mit W. Ayshford Sandford bearbeitete Werk über „British Pleistocene Mammalia“ und seine Bücher „Cave hunting“ und „Early man in Britain“. Das letztere war als Ergänzung zu der „Short history of the English people“ von John Richard Green gedacht, mit dem Dawkins eng befreundet war.Geoffrey Tweedale: Dawkins, William Boyd (1837–1929). In: ODNB. Vol. 15. S. 540–542; Mark J. White: William Boyd Dawkins and the Victorian science of cave hunting: three men in a cavern. Barnsley 2017. Schließen [27]
28„Early man in Britain“ erschien in der ersten Hälfte April 1880.New works published from April 1 to 14. In: The publishers’ circular […] Vol. 43. No. 1022. April 15, 1880. S. 293. Schließen [28] Der Titel war insofern ungenau, als Dawkins auch die Ergebnisse der kontinentalen Forschung einbezog, so dass er sein Werk, wie ein Rezensent bemerkte, ebensogut „Early man in Europe“ hätte betiteln können.The Athenaeum. London. No. 2739. April 24, 1880. S. 539. Schließen [29] Das Tertiär, das Dawkins mit dem Eozän beginnen ließ, umfasste bei ihm die gesamte weitere Erdgeschichte bis zur Gegenwart. Das gegenwärtige Wissen war, wie er in seiner Einleitung erklärte, die Frucht der „joint labours of the geologist, the student of prehistoric archaeology, and the historian.“ Der Geologe „tells of continents submerged, and of ocean bottoms lifted up to become mountains; and he points out to us that side by side with the ever-changing conditions of life there were corresponding changes in living forms. Group after group of animals and plants pass over the field of vision, […] each becoming more and more highly organised, until man appears […] / The archaeologists in the meanwhile have raised the study of antiquities to the rank of science by the use of a purely inductive method, and have accumulated materials which enable us to establish a tolerably complete sequence of events from the remote past […] down to the borders of history. To them we owe the knowledge of the steps by which man slowly freed himself from the bondage of the natural conditions under which all other creatures live; of the successive discoveries of the use of polished stone, bronze, and iron; of the domestication of animals; of the cultivation of the fruits of the earth; of the introduction of the arts; in a word, of all those things by which man has become what the historian finds him.“ (Dawkins, S. 1/2.) Seinerseits fand Dawkins Anhaltspunkte für die Existenz des Menschen erst im Pleistozän.
29Marx las das Buch wohl bald nach seinem Erscheinen. Seine bibliographischen Notizen machte er dabei, anders als im Fall des Buchs von Kovalevskij, nicht in dem Heft, in dem er es dann exzerpierte, sondern in seinem Notizbuch aus den Jahren 1880 bis 1881. Wie aus diesen Notizen ersichtlich ist, begann er seine Lektüre mit „Chapter VIII. The arrival of the prehistoric farmer […]“ (siehe dort, S. [4]). Doch exzerpierte er das Buch danach von Anfang an, wobei er einige bibliographische Notizen, die er den Kapiteln II bis VII entnahm, auf der vorderen Innenseite des Umschlags seines Notizbuchs (dort S. [0]) nachtrug. Dabei übersprang er eine bibliographische Notiz, die möglicherweise von John Swinton stammte, der das betreffende Buch – „Progress and poverty“ von Henry George – Marx im Dezember 1880 schickte. Wie sich Engels im März 1881 erinnerte, hatte Swinton Marx und ihn im „vorigen Sommer“ besucht (siehe Notizbuch 1880/1881, S. [0] und Erl.; siehe auch Entstehung und Überlieferung). Das könnte Ende Mai oder im Juni 1880 gewesen sein. Jedenfalls notierte Marx das Buch selbst danach noch einmal auf S. 6 seines Notizbuchs (siehe auch Erl. dazu) – nach seinen bibliographischen Notizen aus dem Buch von Dawkins, und bevor er dort ein Buch – „Le fer et la houille“ von Louis Reybaud – notierte, dessen Titel er vermutlich dem Entwurf eines „Manifeste du parti ouvrier français“ von Paul Lafargue entnahm, den er von diesem, wenn nicht noch im Mai, so im Juni 1880 erhalten haben dürfte (siehe S. 6 und Erl. dazu).
30Damit lassen sich die bibliographischen Notizen aus dem Buch von Dawkins auf den Seiten [4] bis 6 von Marx’ Notizbuch 1880/1881 auf die Zeit zwischen Mitte April und Mitte Juni 1880 – vermutlich die erste Hälfte Mai – datieren. Die Exzerpte in „Heft XI“ fertigte Marx wahrscheinlich gleich danach an. Entweder hatte er mit ihnen und seinen ergänzenden bibliographischen Notizen gerade begonnen, als wer immer Autor und Titel des Buchs von George in sein Notizbuch schrieb, oder er begann mit ihnen danach und nutzte für die letzteren zunächst den noch freien Raum oberhalb jener Notiz. Jedenfalls beendete er die Exzerpte wohl bis Mitte Juni oder Anfang Juli. Danach – also wohl in der zweiten Hälfte Juni – exzerpierte er nämlich auf den Seiten 93 bis 100 von „Heft XI“ den Artikel von Pudovikov über die Verschuldung privater Grundbesitzer in Russland (siehe unten).
31Unter den Titeln, auf die Marx mehrmal in den Exzerpten verweist, kreuzt er am Rand in seinem Notizbuch das Buch von Worsaae „La colonisation de la Russie et du Nord Scandinave“ an (siehe S. [4] des Notizbuchs und S. 63, 73, 76, 78, 80 von „Heft XI“). Bei der Lektüre von Dawkins Buch stieß er mehrmals auf den Namen von John Lubbock, dessen Werk „The Origin of Civilisation and the Primitive Condition of Man“ er 1882 exzerpierte, obwohl Marx die Stelle nicht notierte, an der Dawkins dieses Buch erwahnt (siehe S. 72 und Erl. dazu). Stattdessen trug er in den bibliographischen Notizen aus Dawkins zweimal den Titel von Lubbocks „Pre-historic times“ ein (siehe Notizbuch aus den Jahren 1880/1881, S. [0] u. [4]). In den Exzerpten aus Dawkins zitiert Marx nur einmal den Namen von Lubbock mit einer Angabe zu einem Artikel über die Geschichte des Geldes (siehe S. 85).In der dort „In Mudie’s Library“ betitelten Liste fügt er die Notiz „Lubbock (Sir John) see Catalogue“ an und kreuzt die (S. 8). Siehe auch Entstehung und Überlieferung zu Heft 1882 Schließen [30] Dagegen notiert er den Namen Lubbock nochmals in seinen Exzerpten aus Geikie (siehe S. 113 und Erl. dazu ). Auch der Name Worsaae wird bei Geikie genannt (siehe S. 110). Weitere gemeinsame Quellen zwischen Dawkins und Geikie sind Evans, Hamy, Fraas und Wurmbrand, die Marx, offensichtlich nach Dawkins, in seinem Notizbuch aus den Jahren 1880/1881 auf S. [0] zitiert (siehe unten).
32Andere Quellen, die Marx im vorliegenden Exzerpt vermerkt, tauchen auch in anderen Exzerptheften bzw. bibliographischen Notizen zur Frühgeschichte und Ethnologie auf, die Marx zwischen 1879 und 1881 führte. Der Titel „Primitive Culture“ von E. B. Tylor, den Marx in den bibliographischen Notizen zu Dawkins übernimmt (siehe Notizbuch aus den Jahren 1880/1881, S. [5]; bei Dawkins auf S. 378, die Marx auf S. 72 exzerpiert), findet sich auch in Marx’ Exzerpten aus Maines „Lectures on the Early history of Insitutions“ (Heft 1880/1881, S. 180); Bancroft zitierte Marx auch 1879 in den Exzerpten aus Kovalevskijs Buch über den Gemeindelandbesitz (Heft „A“, S. 19, 20 u. 22) sowie in den Exzerpten aus Morgans „Ancient Society“ (Heft 1880/1881, S. 59); „The native races of the Pacific states of North America“ werden in „Heft XI“ auf S. 76 zitiert (siehe auch Erl. dazu). Bei dieser Stelle verweist Dawkins auch auf „Prescott, Conquest of Mexico“ (Early man in Britain, S. 411). Marx hatte dieses Buch von Prescott 1851 in Heft XIV seiner Londoner Hefte 1850–1853 exzerpiert (siehe MEGA IV/9. S. 403–434). Schließen [31] Spencer, den Marx sowohl in den bibliographischen Notizen (siehe Heft 1880/1881, S. [0] und Erl. dazu) als auch mehrmals in den Exzerpten aus Maine zitierte, notiert er schon im Exzerpt aus Dawkins („Heft XI“, S. 70). An dieser Stelle kreuzte Marx am Rand auch den durch Spencer vermittelten Bericht über die irischen Bauern an, die noch zur Zeit der Königin Elisabeth ihre aus der Bronzezeit herrührenden Wandergewohnheiten beibehielten.Es wird hier auch auf William Robert Wilde verwiesen. Schließen [32] In den vorliegenden Exzerpten ist auch eine weitere Marginalie neben einer Passage erwähnenswert, in der Dawkins einen Unterschied zwischen neolithischen Gemeinden in der Schweiz und mexikanischen Pueblos herausstellt. Marx notiert und markiert das folgende: „Scheint daher, dass jede hut bewohnt by a family who had its own arrangements for preparing victuals u. making clothes u. dass the whole settlement nicht a community with a common store house like a Mexican pueblo.“ (S. 61/62.) Von der Grund- u. Bodengemeinde in Mexiko hatte Marx 1879 bei der Lektüre von Kovalevksij erfahren (siehe seine Exzerpte in Heft „A“, S. 19–27).
33Am Ende seiner Exzerpte (S. 92) klebt Marx eine Karte „showing the principal Trade-routes (I. II. III. IV.) from the Mediterranean, and the Distribution of (T) Tin and (A) Amber“ in das Heft, die zum Abschnittt „Etruscan Trade Routes to the Amber Coasts“ gehört (siehe zu diesem Abschnitt bei Dawkins, S. 467). Marx hat diese Karte aus dem Buch von Dawkins in sein Heft übertragen. Aus dem Abschnitt „Downfall of the Etruskan Trade“ hat auch Engels 1882 in seinem Entwurf zur Urgeschichte der Deutschen eine Passage benutzt, die Marx in seinem Heft festhielt, die sich auf die Unterbrechung des römischen Handels in der Lombardei nach der Eroberung durch die Gallier bezieht (siehe „Heft XI“, S. 84 und MEGA I/25. S. 331Am Anfang des Entwurfs erklärt Engels dass er „vorwiegend Boyd Dawkins. Early Man in Britain“ in der These folgt, dass die Deutschen „keineswegs die ersten Bewohner des jetzt von ihnen eingenommenen Landes“ (MEGA I/25. S. 308). Siehe auch Entstehung und Überlieferung (MEGA I/25. S. 988–991). Schließen [33] ). Engels exzerpierte das Buch von Dawkins in seinem „Heft XI“ (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. J 26).
Otecestvennie Zapiskij
34 [Пудовиковъ, Пetrъ Егоровичъ:] Задолженность частнаго землевладѣнія. In: Отечественныя записки. Санктпетербургъ. 1880. T. 248. № 2. Фебраль. Отд. 2: Современное обозрѣніе. S. 141–160. (S. 93–100.)
35Nach den Exzerpten aus Dawkins – also wohl in der zweiten Hälfte Juni 1880 – exzerpierte Marx auf den Seiten 93 bis 100 einen Artikel von Petr Egorovič Pudovikov, der eine Thematik betraf, die ihn seit Jahren besonders interessierte: die Entwicklung der Agrarverhältnisse in Russland nach den Reformen. Der Artikel erschien Januar 1880 anonym mit dem Titel „Задолженность частнаго землевладѣнія“ in „Отечественныя записки“.Die Zeitschrift erschien monatlich; ein Band umfasste jeweils zwei Nummern, Bd. 248 die Januar- und Februar-Nummer, Nr. 1 und 2, des Jahres 1880. Schließen [34]
36Der Statistiker Petr Egorovič Pudovikov (?–1883) arbeitete im Statistischen Dienst der Landschaftsvertretung (zemstvo) des Gouvernements St. Petersburg, den er ab 1881 leitete. Auf dessen in den „Otečestvennyja zapiski“ anonym veröffentlichten Artikel über die Verschuldung des russischen privaten Grundbesitzes wurde Marx wahrscheinlich durch Kovalevskij aufmerksam gemacht. Dieser schickte ihm damals eine Nummer – Nr. 9 vom 1. [13.] Mai 1880 – der von ihm zusammen mit Vsevolod Miller herausgegebenen Zeitschrift „Kritičeskoe obozrenie“, die die Besprechung eines Buchs von W. Stanley Jevons enthielt, in der gewisse Ideen von Jevons in Beziehung zu Ausführungen von Marx in der französischen Ausgabe des „Kapital“ gesetzt wurden (siehe Erl. auf S. 100 von „Heft XI“). Die Nummer enthielt auch einen Beitrag, in dem auf den Artikel von Pudovikov eingegangen wurde. Б. Н. М.: Поземельный вопросъ въ русской журналистикѣ. In: Критическое oбозрѣніе. Москва. 2. г.1880. № 9, 1 [13] май. S. 450–459. Schließen [35] Am 5. Mai und dann noch einmal am 28. Mai übermittelte Lev Nikolaevič Hartmann, der damals häufig bei Marx zu Gast war, Lavrov dessen dringende Bitte, ihm den Band mit diesem Artikel, den er lesen müsse, zu schicken.Siehe die Briefe von Lev Nikolaevič Hartmann an Lavrov vom 5. und 28. Mai 1880. Abgedruckt in: Русские современники о К. Марксе и Ф. Энгельсе […] S. 175 u. 182. Schließen [36] Lavrov hatte schon vorher Nummern der „Otečestvennyja zapiski“ für Marx gesandt und kam jetzt offenbar auch dieser Bitte nach.Über ein Jahr später teilte Hartmann Lavrov mit, er werde den Band sowie ein anderes Buch, das letzterer anscheinend ebenfalls zurückerbeten hatte, bei Marx holen und ihm schicken. Hartmann an Lavrov, 22. Oktober 1881. Ebenda. S. 194. Bei dem anderen Buch handelte es sich um „einen Band von Kel’siev“ (1 том Кельсіева), wobei Band 3 des „Сборникъ правительственныхъ свѣденій о раскольникахъ“, dessen Vorrede Marx in seinem Heft „B“ exzerpiert hatte (siehe oben und Entstheung und Überlieferung zu Heft „A“ ), gemeint gewesen sein dürfte. Schließen [37] Die Nr. 10 vom Oktober 1877 der Zeitschrift hatte Marx stattdessen von Daniel’son erhalten, wie aus dem Brief von Marx an Daniel’son vom 15. November 1878 hervorgeht (British Library, Sign. f18–19). In der Nummer erschien ein Artikel von H. M. [Nikolaj Konstantinovič Michajlovskij] „Карлъ Марксъ передъ судомъ г. Ю. Жуковскаго“ und das November-Heft enthielt einen Artikel von Nikolaj Ivanovič Ziber (Mykola Ziber) „Несколько замѣчаній по поводу статьи г. Ю. Жуковскаго ‚Карлъ Марксъ и его книга о капиталѣ‘“, auf den Marx einen Entwurf zu einer Antwort schrieb (MEGA I/25. S. 112–117. Siehe auch die Erl. auf S. [57] des Notizbuchs aus den Jahren 1880/1881, wo sich unter Nr. 70 die Angabe „Отечественныя записки Pet. für 1877 3 vls (Nov., Dec., October)“ befindet).Aus diesem Grund vermuten die Herausgeber von MEGA II/11 (S. 1582), dass Marx auch die Nummer mit dem Artikel von Pudovikov von Daniel’son bekommen hat. Schließen [38]
37Marx exzerpierte den Artikel auf den Seiten 93 bis 100 des vorliegenden Hefts und anschließend auf S. 100 auch noch eine sich darauf beziehende Bemerkung aus dem Beitrag in „Kritičeskoe obozrenie“.
38Möglicherweise hatte sich Marx schon vorher erneut mit seinem im Juli 1878 begonnenen und dann abgebrochenen, von Engels als „Manuskript VII“ bezeichneten Entwurf zum zweiten Buch des „Kapital“ befasst und hing sein besonderes Interesse für den Artikel in den „Otečestvennyja zapiski“ auch damit zusammen. Jedenfalls knüpfte er, jenen Entwurf fortführend, mit den Passagen über die „russischen Grundeigenthümer“ nach der „s. g. Bauernemanzipation“MEGA II/11. S. 695. Schließen [39] offenbar an diesen Artikel bzw. seine Exzerpte daraus in „Heft XI“ – der Verweis „Sieh an betreffendem Ort“ dürfte sich auf letztere beziehen – an. Im Manuskript beschreibt Marx die Klagen der russischen Gründeigenthümer über Zahlungsschwierigkeiten vor dem Verkauf der Ernte. Insbesondere auf S. 96 in Marx’ Exzerpten aus Pudovikov geht es um die „schwierigste Zeit“ der Getreideernte im Süden Russlands. Der letzte Teil des Manuskripts VII wäre somit im Sommer 1880 entstanden. Auch die von Marx im letzten Abschnitt von Manuskript VII benutzte Tinte von einer helleren Tönung würde eine spätere Arbeitsphase bestätigen.MEGA II/11. S. 684–697. Siehe auch Entstehung und Überlieferung, S. 1582. Schließen [40]
James Geikie: Prehistoric
Europe
39 James Geikie: Prehistoric Europe. A geological sketch. London 1881. (S. 101–126 u. 5/6.)
40Marx benutzte das Heft erneut, nach längerer Zeit, für Exzerpte aus dem Werk „Prehistoric Europe“ von James Geikie, dessen Vorwort mit Oktober 1880 datiert ist. Auf der Titelseite ist als Erscheinungsjahr 1881 angegeben. Es erschien jedoch schon in der ersten Hälfte Dezember 1880.New works published from December 1 to 15. In: The publishers’ circular … Vol. 43. No. 1038. December 15, 1880. S. 1317. Schließen [41]
41James Murdoch Geikie (1839–1915) wurde als Sohn eines Parfumhändlers, der sich auch als Musiker und Musikkritiker betätigte, in Edinburgh geboren. Sein ältester Bruder war der Geologe Archibald Geikie. Nach dem Abschluss der Edinburgh High School und einer abgebrochenen Druckerlehre studierte er, seinem Bruder nacheifernd, in Edinburgh Naturwissenschaften. 1861 fand er eine Stelle im Geological Survey, in dem er 1869 zum district surveyor avancierte. Zugleich machte er sich einen Namen als Spezialist für das Qartär und durch sein Werk „The great ice age“. Von 1882 bis 1914 hatte er den Lehrstuhl für Geologie an der Universität Edinburgh inne.Gordon L. Herries Daves: Geikie, James Murdoch (1839–1915). In: ODNB. Vol. 21. S. 723/724. Schließen [42]
42Bei seiner ersten Lektüre von Dawkins’ „Early man in Britain“ war Marx auch auf „The great ice age“ und ein anderes früheres Werk von Geikie („On the buried forests and peat mosses of Scotland, and the changes of climate which they indicate“) gestoßen. Marx hatte sich deren Titel nicht notiert, aber exzerpiert, was Dawkins daraus zitierte (siehe S. 58: „Nach James Geikie“ und Erl. dazu).
43Dagegen lassen die bibliographischen Notizen, die Marx im Herbst in seinem Notizbuch aus den Jahren 1880/1881 machte, ein mit der Lektüre jenes Buchs gewachsenes Interesse an Geologie und Paläontologie erkennen. So vermerkte er dort u. a. „The geology of England and Wales“ von Horace B. Woodward (S. 6), „Fossil men“ und „The chain of life in geological time“ von John Dawson, „Outlines of field geology“ von Archibald Geikie „Brother des James“ schreibt Marx in den vorliegenden Exzerpten auf S. 109, wo James auf den 1863 Artikel „On the Phenomena of the Glacial Drift of Scotland“ von Archibald („my brother, Professor A. Geikie" auf S. 253 von „Prehistoric Europe“) verweist. Schließen [43] und „Chapters from the physical history of the earth: an introduction to geology and palæontology“ von Arthur Nicols (S. 7), wobei er alle diese Titel – mit Ausnahme des ersten – ankreuzte, die „Outlines of field geology“ selbst doppelt. Das Buch von James Geikie trug jenem Interesse in hohem Maß Rechnung. Wie Geikie selbst in seinem Vorwort schrieb, war sein Ziel, „to describe in a more systematic manner than has hitherto been attempted that succession of changes, climatic and geographical, which, taken together, constitute the Historical Geology of Pleistocene, Postglacial, and Recent times.“ (Geikie, S. V.) Zu dem Ausdruck „Prehistoric“ erklärte Geikie (S. VII), er benutze diesen „in the same extended sense as Professor D. Wilson, by whom ‘it was purposely coined to express the whole period disclosed to us by means of archeological evidence, as distinguished from what is known through written records.’“
44Marx’ Exzerpte aus Geikie beginnen mit einem Verweis auf seine Kritik an Dawkins’ Theorie, „dass die cave Bewohner Eskimos“ (S. 101) gewesen seien, die Dawkins in „Cave hunting“ (1874) und „Early man in Britain“ (1880) darlegte. Marx informierte sich über diese Theorie in seinen Auszügen aus „Early Man in Britain“ im vorliegenden Heft (S. 50–58).Zur Kritik von Geikie siehe in Ch. XXII, S. 546–551. Dort, S. 550: „I do not think […] that the identification of the Eskimo with the reindeer-hunters of Périgord can be sustained by such considerations as those advanced by Professor Dawkins. The resemblances pointed out by him appear to be only coincidences, which, either singly or combined, have no such special significance as he supposes. I do not of course deny that the Eskimo may be related by descent to Palæolithic man. But we cannot be expected to accept the evidence relied upon by Professor Dawkins unless it be supported by the testimony of the human skull itself. When anthropologists produce from the caves occupied by the reindeer-hunters a cranium resembling that of the living Eskimo, it will be time enough to admit that the latter has descended from the former. But, unfortunately for the view here referred to, none of the skulls hitherto found affords it any support. […] I have here to do not with anthropological but geological evidence, and certainly this latter seems to furnish strong grounds for setting aside the conclusion that Palæolithic man retreated northward to the Arctic regions.“ Schließen [44] Bei Geikie finden sich auch verschiedene gemeinsame Quellen mit Dawkins, die Marx in seinen Exzerpten und in seinem Notizbuch aus den Jahren 1880/1881 festhielt (siehe oben).
45Es ist möglich, dass Marx das Buch von Geikie gleich nach dessen Erscheinen, d. h. noch im Dezember 1880 exzerpierte, also bevor er sich der „Ancient society“ von Morgan zuwandte (siehe Entstehung und Überlieferung zu Heft 1880/1881). Aber es ist fraglich, ob das Buch ihm damals sofort zu Gebote stand. Wenn er es – wahrscheinlich – erst später exzerpierte, dann wohl nicht früher als im Sommer 1881, also, nachdem er nach dem Werk von Morgan – in demselben Heft – auch die Bücher von Money, Phear, Sohm und Maine exzerpiert hatte. Marx’ Auszüge aus dem Buch von Geikie füllen in dem vorliegenden Heft die Seiten 101 bis 126. Da er die nächsten beiden Seiten bereits vorher benutzt hatte, führte er sie auf dem freien Raum der Seite 5 und der noch freien S. 6 zu Ende.
46Die Auseinandersetzung von Marx mit der Geologie Anfang 1881 spiegelt sich in der Analogie zwischen geologischen und historischen Formationen in dem „Premier projet de la lettre à Vera lvanovna Zassoulitch“ wider. Dort schreibt er: „L’histoire de la décadence des communautés primitives (on commettrait une erreur en les mettant toutes sur la même ligne; comme dans les formations géologiques, il y a dans ces formations historiques toute une série de types primaires, secondaires, tertiaires, etc) est encore à faire.“ (MEGA I/25. S. 229.) Am Ende seiner Auszüge aus Dawkins kopiert Marx die „Table of Sedimentary Formations“ von dem Appendix des Buches (S. 5/6), wo verschiedene Schichten innerhalb jede Formation („Primary or Palaeozoic“; „Secondary or Mesozoic; „Terziary or Cainozoic“) gezeigt werden (siehe auch die Einfügung von Marx aus der Tabelle auf S. 116). Allerdings war die Parallele für Marx nicht neu. Im Ökonomischen Manuskript 1861–1863 heißt es: „Wie man bei der Reihenfolge der verschiednen geologischen Formationen nicht an plötzliche, scharf getrennte Perioden glauben muß, so nicht bei der Bildung der verschiednen ökonomischen Gesellschaftsformationen.“ (MEGA II/3.6. S. 1972.)Schon in den „Grundrissen“ sprach Marx über „Secundäres und tertiäres, überhaupt abgeleitete, übertragne, nicht ursprüngliche Productionsverhältnisse“ und über „eine sekundäre Form“ des Gemeineigenthums (MEGA II/1. S. 43 u. 394). Siehe auch den Brief von Marx an Engels vom 25. März 1868: „Wie die Geologen gewisse faits, selbst die besten, wie Cuvier, ganz verkehrt ausgelegt, so übersetzten Philologen, v. der force eines Grimm, die einfachsten lateinischen Sätze falsch […]“. Dort stellt Marx auch eine Analogie zwischen Menschengeschichte und Paläontologie her (siehe dazu Entstehung und Überlieferung zu Heft 1880/1881). Schließen [45] Marx’ Interesse an der Erdgeschichte ist ein anhaltendes und wachsendes Motiv, wie seine Exzerpte und Notizen zur Geologie, Mineralogie und Agrikulturchemie von März bis September 1878 verdeutlichen (MEGA IV/26).
Aleksandr Ivanovič Čuprov: Železnodorožnoe
chozjajstvo
47 А[лександръ] Чупровъ: Желѣзнодорожное хозяйство. Москва 1875. (S. 2–5.)
48Wie oben erwähnt, hat Marx an dem vorliegenden Heft nicht nur in den Jahren 1880/1881 gearbeitet, als der Hauptteil des Hefts entstanden ist. Er benutzte es auch Mitte Februar 1876 für die Überlegungen zur Differentialrente (veröffentlicht in MEGA II/14. S. 151/152), ab Mitte Mai des Jahres für die Čuprov-Exzerpte, dann ab Ende März 1877 für eine Übersicht über die in den Jahren 1865–1870 entstandenen Entwürfe zum zweiten Buch des „Kapital“ (veröffentlicht in MEGA II/11. S. 525–548) und anschließend für die Wagner-Exzerpte.
49Wahrscheinlich nach Abschluss seiner zwischen März und Mai 1876 in den drei Heften A, B und C erstellten Exzerpte aus Johannes Rankes „Grundzüge der Physiologie des Menschen“ (siehe MEGA IV/23) exzerpierte Marx den ersten Band des zweibändigen Werks über das Eisenbahnwesen von dem russischen Ökonomen und Statistiker Aleksandr Ivanovič Čuprov.Die Exzerpte wurden in russischer Sprache veröffentlicht in: АМЭ XII. S. 164–170. Schließen [46] Čuprov hatte seine Abschlussarbeit zu dem Thema geschrieben und galt in der Folge als einer der besten Kenner des Eisenbahnwesens im Russischen Reich. Später wurde er korrespondierendes Mitglied der St. Petersburger Akademie der Wissenschaften.
50Marx besaß beide Bände von Čuprovs „Eisenbahnwirtschaft“,Siehe sein Notizbuch aus den Jahren 1880/1881, wo er in einer Aufstellung der russischsprachigen Bücher in seinem Besitz den Titel auf S. [57] notierte. Schließen [47] er hatte das Werk von Daniel’son erhalten;Siehe Nikolaj Francevič Daniel’son an Marx, 28. Oktober (9. November) 1878 und 5. (17.) Februar 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 5, d. 3965 und f. 1, op. 5, d. 3938). Schließen [48] wahrscheinlich sind die Exemplare überliefert (siehe MEGA IV/32. Nr. 264). Unmittelbar aus dem ersten Band zitierte er einen Passus in Manuskript V zum zweiten Buch des „Kapital“ (MEGA II/11. S. 588/589), das nach den vorliegenden Exzerpten entstand. Von dort übernahm Engels den zitierten Passus in seine Ausgabe des zweiten Bands (MEGA II/13. S. 52. Siehe auch Engelsʼ Redaktionsmanuskript vom zweiten Band, in MEGA II/12. S. 30).
51Im vorliegenden Heft exzerpiert Marx kurz einen Vergleich der Eisenbahnen mit anderen Transportmöglichkeiten hinsichtlich Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und Kosten und dann über den „Tauschwerth des Eisenbahntransports“. In eigenen Worten bemerkt er dabei: „Die Schwierigkeit besteht darin einheitlichen Massstab f. den Gebrauchswerth zu finden – u. dieser der verschiedensten Art – auf den Transportindustrie angewandt wird. Die gemeinschaftliche Einheit Gewicht, das auch das wesentlichste f. die Transportindustrie selbst.“ (S. 4.) Mit diesen Fragen hatte er sich zuvor bereits in den Manuskripten zum zweiten Buch des „Kapital“ (siehe z. B. MEGA II/11. S. 70) und in weiteren Exzerpten zum Eisenbahnwesen befasst (siehe z. B. MEGA IV/18. S. 679–698).
Johann Rudolf Wagner: Die Metalle und ihre
Verarbeitung
52 Joh[ann] Rudolf Wagner: Die Metalle und ihre Verarbeitung. Brennmaterialien, Heizung und Feuerung. Für den Selbstunterricht und zum Gebrauche an Universitäten und technischen Lehranstalten. 2., verm. und verb. Aufl. Leipzig 1866. (S. 22–25.)
53 Johann Rudolf von Wagner war seit 1856 außerordentlicher Professor der Agriculturchemie und Technologie an der Universität Würzburg und Verfasser mehrerer Hand- und Lehrbücher zur chemischen Technologie.Siehe Egbert Ritter von Hoyer: Wagner, Rudolf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie 40 (1896), S. 574/575 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101353723.html#adbcontent. Schließen [49] Sein Lehrbuch über die „Metalle und ihre Verarbeitung“ erschien eigenständig 1863 in erster Auflage und vorher bereits innerhalb des ersten Bandes eines anderen Werks.Siehe Johannes Rudolf Wagner: Theorie und Praxis der Gewerbe. Hand- und Lehrbuch der Technologie. Bd. 1. Leipzig 1858. Schließen [50] Marx besaß die zweite Auflage des Lehrbuchs von 1866 (siehe MEGA IV/32. Nr. 1391) und exzerpierte es zwei Mal: das erste Mal wahrscheinlich 1875 (die Exzerpte werden veröffentlicht in MEGA IV/22) und das zweite Mal im vorliegenden Heft. Die Exzerpte entstanden ungefähr im Frühjahr 1877. Sie folgen im Heft auf die Übersicht zu den Manuskripten zum zweiten Buch des „Kapital“ (S. 7–21), die Marx Ende März 1877 begonnen hat. Für die Exzerpte bediente er sich derselben – sich von der sonst in diesem Heft verwandten deutlich unterscheidenden – schwarzen Tinte wie für die Übersicht zum zweiten Buch des „Kapital“, ein Indiz dafür, dass sie kurz nach dieser entstanden.
54Im vorliegenden Exzerpt notiert sich Marx einige Informationen über den Abbau und die Aufbereitung von Erzen, insbesondere über Eisen und Stahlproduktion. Eine Besonderheit des Exzerpts sind die vielen Überschriften, die Marx allesamt nicht der Quelle entnommen, sondern selbst gesetzt hat. Einige seiner Zusätze zu diesen Überschriften deuten auf eine Absicht hin, die Materialien für das zweite Buch des „Kapital“ zu verwenden. Zum Schmiedeeisen fügt Marx hinzu: „Gefahr bei Eisenbahnen“ (S. 23); und zur Überschrift Verwitterung: „Beispiel eines der Naturwirkung ausgesetzten Kapitaltheils“ (S. 23). Wie die voranstehenden Exzerpte aus Čuprov dokumentieren sie Marxʼ anhaltendes Interesse für das Eisenbahnwesen, das im zweiten Buch des „Kapital“ ausführlich thematisiert wird (siehe MEGA II/11).
Anmerkungen
- [1]Sie sind veröffentlicht in: MEGA II/14. S. 151/152. (Siehe ebenda. S. 689.)
- [2]Bei der Nummerierung jener Hefte war Marx nicht besonders sorgfältig verfahren. So hatte er damals die Nummer „IV“ zwei Heften gegeben (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 127 und B 129), die Nummer „VIII“, so scheint es, übersprungen und die Nummer „XI“ schon für ein anderes Heft benutzt (ebenda, B 132).
- [3]Sie sind veröffentlicht in: MEGA II/11. S. 525–548. (Siehe ebenda. S. 1323–1347. Die Angabe dort, S. 1326 „ab S. 7 Paginierung von Marx“ beruht auf einem Versehen.)
- [4]Eigentlich Mongolenherrschaft. Diese begann mit der mongolischen Eroberung Russlands in den Jahren 1237–1240 und bestand in einer Oberhoheit der mongolischen Herrscher über die russischen Fürsten, die sich von ihnen bestätigen lassen mussten und ihnen tributpflichtig waren. Sie lockerte sich mit dem Niedergang des Reichs der Goldenen Horde seit der Mitte des 14. Jahrhunderts und endete mit ihrer faktischen Aufgabe nach einem letzten, kampflos abgebrochenen Versuch ihrer Erneuerung 1480 bzw. mit dem Ende der Goldenen Horde 1502. (Siehe Karénina Kollmar-Paulenz: Die Mongolen. Von Dschingis Khan bis heute. München 2011.) Die als „Tataren“ bezeichneten islamischen Turkvölker waren selbst von den Mongolen unterworfen worden, in deren Armeen sie danach kämpften. Später absorbierten sie im Reich der Goldenen Horde ihrerseits die dort relativ kleine Gruppe der Mongolen, und es setzten sich dort sowohl ihre Sprache als auch ihre (islamische) Religion durch. Schon seit dem 13. Jahrhundert wurde in Europa der Name „Tataren“ fälschlicherweise auf die Gesamtheit der mongolischen Armeen und danach auch auf die Goldene Horde übertragen, wobei häufig die verballhornte Form „Tartaren“ benutzt wurde, die den Namen mit dem griechischen Wort τάρταρος (Hölle) in Verbindung brachte.
- [5]In einem Artikel der „Revelations“ von Anfang Februar 1857 heißt es: „The Tartar yoke lasted from 1273 to 1462, more than two centuries […]“. In einem späteren Artikel: „Iwan rescued Muscovy from the Tartar yoke, not by one bold stroke, but by the patient labour of about twenty years.“ (The Free Press. London. Vol. IV. Nr. 26, 4. Februar 1857. S. 203; Nr. 28, 18. Februar 1857. S. 218; erscheint in MEGA I/15; siehe auch MECW 15. S. 77 und S. 80.)
- [6]Смутное время, die Zeit zwischen dem Ende der Rurikiden-Dynastie mit dem Tod Fjodors I. 1598 und dem Beginn der Romanow-Dynastie mit Michael I. 1613.
- [7] [Николай Карамзинъ:] Исторія государства россійскаго. T. 1–12. Изданіе второе, исправленное. Санктпетербургъ 1818–1829; [N.] (de) Karamsin: Histoire de l’empire russe. Trad. par St.-Thomas et Jauffret [T. 9 par St.-Thomas, T.10–11 par de Divoff]. T. 1–11. Paris 1819– 1826; [N. M.] Karamsin: Geschichte des russischen Reiches. [Bd. 11: Nach des Verfassers Tode hrsg. vom Minister des Innern Bludow.] Nach der zweiten Original-Ausg. übers. [von Fr. v. Hauenschild, ab Bd. 7 von Oertel, Bd. 11: Nach der Original-Ausgabe übers. von Karl Goldhammer.] Bd. 1–11. Riga [ab Bd. 9 Leipzig] 1820–1833; Geschichte Rußlands, nach Karamsin. Aus der Urschrift deutsch bearb., und mit vielen Anmerkungen, als Erläuterungen und Zusätzen, begleitet, von August Wilhelm Tappe [Th. 2: Nach dessen Tode vollendet von C. v. Goldbach]. Th. 1.2. Dresden, Leipzig 1828–1831. Die Ausgabe brach bei Ivan IV ab (1530–1584).
- [8]So bezeichnete er Karamzin im „Draft for a speech at the Polish Meeting in London“ (MEGA I/20. S. 245).
- [9] David Urquhart zitierte diese Aussage auf dem Titelblatt seines Pamphlets „Le Sultan et le Pacha d’Egypte“ (Paris 1839): „Rien ne changea dans le caractere et les vues de notre politique exterieure.“ Marx zitierte sie mehrmals: in seinen Artikeln für die NYDT vom 13. März 1854 (MEGA I/13. S. 83.28–29) und vom 10. Oktober 1860 (MEGA I/18. S. 553.9–10) sowie 1860 in „Herr Vogt“ (MEGA I/18. S. 164.29–30).
- [10]„Man hat mir gesagt, dass in Britisch Museum eine sehr vollständige Sammlung der russ. historischen Werke zu finden ist. Nur deshalb schicke ich nicht Ihnen weder dieses Werk, noch Kostomarows. Wenn es nicht der Fall ist, so bitte ich Sie mir zu schreiben, damit ich Ihnen dieselben zu schicken kann.“ (RGASPI, Sign. f. 1, op. 5, d. 3248.)
- [11]Marx besaß die 19 Bände selbst. Sie gehörten zu den Büchern, die ihm Wilhelm Wolff bei seinem Tod 1864 hinterlassen hatte. (Siehe MEGA IV/18. S. 11.3; MEGA III/13. Br. 30.67.) Sie bildeten die Hauptquelle für seine 1881/82 angefertigten „chronologischen Auszüge“ (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 157–160). Es ist jedoch fraglich, ob die in MEGA IV/32 unter Nr. 1194 aufgeführten Bände 1–6 aus dem Besitz von Marx stammen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass es sich bei den sechs ersten der von Wolff hinterlassenen 19 Bände um deren 2., unveränd. Abdr. (Frankfurt a. M. 1846–1848) gehandelt hätte, und es ist auch nicht ersichtlich, warum nur diese sechs Bände aus Marx’ Besitz überliefert sein sollten.
- [12]Gemeint ist das sog. Sobornoe uloženie von 1649 − das von einer fünfköpfigen Kommission erarbeitete, einem zum 1. September 1648 einberufenen Zemskij sobor zur Beratung vorgelegte Gesetzbuch des Zaren Aleksej I. Es entsprach dem dringenden Bedürfnis nach einer neuen Kodifizierung des russischen Rechts (seit der letzten unter Ivan IV waren fast hundert Jahre vergangen) und war das erste russische Gesetzbuch, das in gedruckter Form veröffentlicht wurde (1649 zwei Ausgaben, 1737 eine – danach mehrfach nachgedruckte – dritte). Das von den Teilnehmern des Zemskij sobor unterzeichnete handschriftliche Original sowie die beiden gedruckten Ausgaben von 1649 hatten noch keinen Titel; erst ab der dritten war die Sammlung „Uloženie“ betitelt, ihre Bezeichnung als „Sobornoe uloženie“ kam erst im 19. Jahrhundert auf. Mit diesem in 25 Kapitel gegliederten, insgesamt 867 Paragraphen umfassenden Gesetzbuch kam in Russland die Verwandlung der Bauern in Leibeigene, ihre unlösbare Bindung an den von ihnen bestellten Boden rechtlich zu einem gewissen Abschluss. Durch die Eliminierung der Verjährungsfrist für den Anspruch des Herrn auf Rückgabe entlaufener Bauern und das Verbot der Aufnahme von fremden Bauern wurde der letzte Rest von bäuerlicher Freizügigkeit beseitigt. Das Uloženie von 1649 behielt seine Geltung im Prinzip bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts und eröffnete die damals veröffentlichte neue Sammlung der russischen Gesetze. (Полное собраніе законовъ Россійской имперіи, повелѣніемъ государя императора Николая Павловича составленное. Т. 1: Съ 1649 по 1675. Санктпетербургъ 1830.S. 1–161. Siehe auch: Соборное уложение 1649 года. Текст. Комментарии. [Hrsg.:] Академия наук СССР. Институт истории СССР. Ленинградское отделение и Московский государственный университет М.В. Ломоносова. Юридический факультет. Кафедра истории государства и права. Подготовка текста Л.И. Ивиной. Комментарии Г.В. Абрамовича, А.Г. Манькова, Б.Н. Миронова, В.М. Панеяха. Руководитель авторского коллектива А.Г. Маньков. (Законодательные памятники русского централизованного государства XV–XVII веков.) Ленинград 1987; Соборное уложение 1649 года. Законодательство царя Алексея Михайловича. Составитель, автор предисловия и вступительных статей В.А. Томсинов. Москва 2011.
- [13]Auf die kurzen Auszüge aus dem Buch von Loria folgen in Heft „B“ Exzerpte aus der Vorrede zu Tl. 3 eines Werks von V. Kel’siev (В[асилій] I[ванович] Кельсіевъ: Сборникъ правительственныхъ свѣденій о раскольникахъ. В 4 вып. Лондонъ 1860–1862), die Marx wohl erst im Sommer 1880, jedenfalls aber nach denen aus den Arbeiten von Kostomarov anfertigte. Zu diesem Werk siehe auch Entstehung und Überlieferung zu Heft „A“.
- [14]Siehe: Н[иколай] И[ванович] Костомаров: Автобіографія. Под редакцией В. Котельникова. Москва 1922; Thomas M. Prymak: Mykola Kostomarov: a biography. Toronto, Buffalo, London 1996; Юрій Пінчук: Історічні студії Миколи Костомарова як фактор формування самоусвідомлення української нації. Київ 2009.
- [15]Die erste Ausgabe erschien 1857 mit zensurbedingten Lücken, die zweite 1859 ungekürzt: Николай Костомаровъ: Богданъ Хмельницкій. Т. 1.2. Изданіе второе, дополненное. С.–Петербургъ 1859
- [16] В[ладимир] И[ванович] Даль: Толковый словарь живаго великорускаго языка. Изданіе Общества любителей російской словесности, учрежденаго при Императорскомъ Московскомъ Университетѣ. Ч. 1–4. Москва 1863–1866; И[ванъ] Я[ковлевичъ] Павловский: Русско-нѣмецкий словарь. 2. изд., исправленное изначительно дополненное И. Николичемъ и Н. Асмусомъ. / I[wan] Pawlowsky: Russisch-deutsches Wörterbuch. 2. Aufl. Vollst. Umgearb. u. wesentlich verm. von I. Nikolitsch und N. Asmuß. Рига / Riga, Leipzig 1879.
- [17]Serhij Podolyns’kyj an Marx, 30. März 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3701.)
- [18]Siehe В[ячеслав] С[тепанович] Чесноков: Сергей Андреевич Подолинский, 1850–1891. (Серия «Научно-биографическая литература» Российской Академии Наук.) Изд. 2., дополненное. Москва 2006.
- [19]Podolyns’kyj an Marx, 30. März 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3701.)
- [20]Association française pour l’avancement des sciences. 8. session. Montpellier 1879. [Comte-rendu.] [Paris 1880.] S. 1007.
- [21]Podolyns’kyj an Petr Lavrovič Lavrov, 24. März 1880. Abgedruckt in: Русские современники о К. Марксе и Ф. Энгельсе … S. 168/169.
- [22]Podolyns’kyj an Marx, 30. März 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3701.)
- [23]Podolyns’kyj an Marx, 18. April 1880. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3702.)
- [24]Ebenda. – Podolyns’kyj publizierte danach noch mehrere Versionen seines Artikels (Трудъ человѣка и его отношеніе къ распредѣленію энергіи. In: Слово. Санктпетербургъ. Г. 3. 1880. Апрѣль–Май. S. 135–211; Le socialisme et l’unité des forces physiques. In: La Revue socialiste. Paris. 1880. No. 8, 20 Juin. S. 353–365; Der Sozialismus und die Einheit der physischen Kräfte. In: Arbeiter-Wochen-Chronik. Sozial-ökonomisches Volksblatt. Zentralorgan der Ungarländischen Allgemeinen Arbeiterpartei. 1881. Nr. 32, 33, 37; Il socialismo e l’unità delle forze fisiche. In: La Plebe: rivista socialista. Milano. Anno XIV. 1881. Nuova serie. N. 3. S. 13–16; N. 4. S. 5–15; Menschliche Arbeit und Einheit der Kraft. In: Die neue Zeit. Stuttgart. 1883. H. 9, S. 413–424; H. 10, S. 449–457).
- [25]Siehe Engels’ Briefe an Eduard Bernstein vom 27. Oktober 1882 und an Friedrich Adolph Sorge vom 9. November 1882 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819).
- [26]Siehe Engels’ Briefe an Marx vom 19. und 22. Dezember 1882 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 1878 und 1879). – Siehe hierzu: Franck-Dominique Vivien: Marxisme et écologie politique, le rendez-vous manqué de Sergueï Podolinsky. In: Actualiser l’économie de Marx. (Actuel Marx Confrontation.) Paris 1996. S. 127–141; Valerij Formičev: Marx’ Exzerpt von S. A. Podolinsky: Le travail humain et la conservation de l’énergie (Revue internationale des sciences biologiques, 1880). In: Marx und Rußland. (Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. N. F. 2012.) Hamburg 2014. S. 112–122; John Bellamy Foster, Paul Burkett: Marx and the earth: an anti-critique. Chicago 2016. S. 89–136.
- [27]Geoffrey Tweedale: Dawkins, William Boyd (1837–1929). In: ODNB. Vol. 15. S. 540–542; Mark J. White: William Boyd Dawkins and the Victorian science of cave hunting: three men in a cavern. Barnsley 2017.
- [28]New works published from April 1 to 14. In: The publishers’ circular […] Vol. 43. No. 1022. April 15, 1880. S. 293.
- [29]The Athenaeum. London. No. 2739. April 24, 1880. S. 539.
- [30]In der dort „In Mudie’s Library“ betitelten Liste fügt er die Notiz „Lubbock (Sir John) see Catalogue“ an und kreuzt die (S. 8). Siehe auch Entstehung und Überlieferung zu Heft 1882
- [31] „The native races of the Pacific states of North America“ werden in „Heft XI“ auf S. 76 zitiert (siehe auch Erl. dazu). Bei dieser Stelle verweist Dawkins auch auf „Prescott, Conquest of Mexico“ (Early man in Britain, S. 411). Marx hatte dieses Buch von Prescott 1851 in Heft XIV seiner Londoner Hefte 1850–1853 exzerpiert (siehe MEGA IV/9. S. 403–434).
- [32]Es wird hier auch auf William Robert Wilde verwiesen.
- [33]Am Anfang des Entwurfs erklärt Engels dass er „vorwiegend Boyd Dawkins. Early Man in Britain“ in der These folgt, dass die Deutschen „keineswegs die ersten Bewohner des jetzt von ihnen eingenommenen Landes“ (MEGA I/25. S. 308). Siehe auch Entstehung und Überlieferung (MEGA I/25. S. 988–991).
- [34]Die Zeitschrift erschien monatlich; ein Band umfasste jeweils zwei Nummern, Bd. 248 die Januar- und Februar-Nummer, Nr. 1 und 2, des Jahres 1880.
- [35] Б. Н. М.: Поземельный вопросъ въ русской журналистикѣ. In: Критическое oбозрѣніе. Москва. 2. г.1880. № 9, 1 [13] май. S. 450–459.
- [36]Siehe die Briefe von Lev Nikolaevič Hartmann an Lavrov vom 5. und 28. Mai 1880. Abgedruckt in: Русские современники о К. Марксе и Ф. Энгельсе […] S. 175 u. 182.
- [37]Über ein Jahr später teilte Hartmann Lavrov mit, er werde den Band sowie ein anderes Buch, das letzterer anscheinend ebenfalls zurückerbeten hatte, bei Marx holen und ihm schicken. Hartmann an Lavrov, 22. Oktober 1881. Ebenda. S. 194. Bei dem anderen Buch handelte es sich um „einen Band von Kel’siev“ (1 том Кельсіева), wobei Band 3 des „Сборникъ правительственныхъ свѣденій о раскольникахъ“, dessen Vorrede Marx in seinem Heft „B“ exzerpiert hatte (siehe oben und Entstheung und Überlieferung zu Heft „A“ ), gemeint gewesen sein dürfte.
- [38]Aus diesem Grund vermuten die Herausgeber von MEGA II/11 (S. 1582), dass Marx auch die Nummer mit dem Artikel von Pudovikov von Daniel’son bekommen hat.
- [39]MEGA II/11. S. 695.
- [40]MEGA II/11. S. 684–697. Siehe auch Entstehung und Überlieferung, S. 1582.
- [41]New works published from December 1 to 15. In: The publishers’ circular … Vol. 43. No. 1038. December 15, 1880. S. 1317.
- [42]Gordon L. Herries Daves: Geikie, James Murdoch (1839–1915). In: ODNB. Vol. 21. S. 723/724.
- [43]„Brother des James“ schreibt Marx in den vorliegenden Exzerpten auf S. 109, wo James auf den 1863 Artikel „On the Phenomena of the Glacial Drift of Scotland“ von Archibald („my brother, Professor A. Geikie" auf S. 253 von „Prehistoric Europe“) verweist.
- [44]Zur Kritik von Geikie siehe in Ch. XXII, S. 546–551. Dort, S. 550: „I do not think […] that the identification of the Eskimo with the reindeer-hunters of Périgord can be sustained by such considerations as those advanced by Professor Dawkins. The resemblances pointed out by him appear to be only coincidences, which, either singly or combined, have no such special significance as he supposes. I do not of course deny that the Eskimo may be related by descent to Palæolithic man. But we cannot be expected to accept the evidence relied upon by Professor Dawkins unless it be supported by the testimony of the human skull itself. When anthropologists produce from the caves occupied by the reindeer-hunters a cranium resembling that of the living Eskimo, it will be time enough to admit that the latter has descended from the former. But, unfortunately for the view here referred to, none of the skulls hitherto found affords it any support. […] I have here to do not with anthropological but geological evidence, and certainly this latter seems to furnish strong grounds for setting aside the conclusion that Palæolithic man retreated northward to the Arctic regions.“
- [45]Schon in den „Grundrissen“ sprach Marx über „Secundäres und tertiäres, überhaupt abgeleitete, übertragne, nicht ursprüngliche Productionsverhältnisse“ und über „eine sekundäre Form“ des Gemeineigenthums (MEGA II/1. S. 43 u. 394). Siehe auch den Brief von Marx an Engels vom 25. März 1868: „Wie die Geologen gewisse faits, selbst die besten, wie Cuvier, ganz verkehrt ausgelegt, so übersetzten Philologen, v. der force eines Grimm, die einfachsten lateinischen Sätze falsch […]“. Dort stellt Marx auch eine Analogie zwischen Menschengeschichte und Paläontologie her (siehe dazu Entstehung und Überlieferung zu Heft 1880/1881).
- [46]Die Exzerpte wurden in russischer Sprache veröffentlicht in: АМЭ XII. S. 164–170.
- [47]Siehe sein Notizbuch aus den Jahren 1880/1881, wo er in einer Aufstellung der russischsprachigen Bücher in seinem Besitz den Titel auf S. [57] notierte.
- [48]Siehe Nikolaj Francevič Daniel’son an Marx, 28. Oktober (9. November) 1878 und 5. (17.) Februar 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 5, d. 3965 und f. 1, op. 5, d. 3938).
- [49]Siehe Egbert Ritter von Hoyer: Wagner, Rudolf von. In: Allgemeine Deutsche Biographie 40 (1896), S. 574/575 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101353723.html#adbcontent.
- [50]Siehe Johannes Rudolf Wagner: Theorie und Praxis der Gewerbe. Hand- und Lehrbuch der Technologie. Bd. 1. Leipzig 1858.
Zeugenbeschreibung
- H Originalhandschrift: RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 2940.
- Beschreibstoff: Notizheft, kartoniert. Außenseite des Einbands mit lila, grün-gelb marmoriertem Papier bezogen, Innenseiten mit grünem Papier. Format: 200 × 336 mm. Schwarzer Rücken. Auf vorderem Einbanddeckel Etikett von vergilbtem weißem Papier im Format 179 × 113 mm aufgeklebt. Keine Vorsatzblätter. Ursprünglich eingeheftet 33 Bogen (= 66 Blatt, 132 Seiten) festen weißen linierten Papiers im Format 206 × 315 bis 330 mm (von innen nach außen), gefaltet zu 206 × 157,5 bis 165 mm.
- Zustand: Bogen jetzt lose ineinanderliegend. Einige Bogen im Falz und an den Rändern leicht beschädigt, mit Seidenpapier restauriert; keine Textverluste. Papier leicht vergilbt.
- Schreiber: Karl Marx, Etikett und 1. bis 3. Seite Friedrich Engels.
- Schreibmaterial: Schwarze Tinte, Braun-, Rot-, Gelb-, Blau- und Bleistift.
- Beschriftung: Außen- und Innenseite des vorderen Einbanddeckels, 1. bis 132. Seite. Die 1. bis 8. Seite, das obere Fünftel der 128. Seite und die 130. bis 132. Seite von Marx und Engels im Zusammenhang mit der Londoner Konferenz der Internationalen Arbeiterassoziation 1871 für Abschriften von Briefen und Notizen benutzt, die 9. bis 33. Seite (die ersten 25 der von Marx I, 2‒126 numerierten Seiten) von Marx 1876/1877 für Exzerpte und Notizen im Zusammenhang mit seiner Arbeit am „Kapital“ (siehe hierzu die Zeugenbeschreibung in MEGA II/11, S. 1325/1326).
- Die 34. bis 129. Seite, d.h. die von ihm 26‒126 numerierten Seiten, von Marx 1880/1881 für Exzerpte und Notizen benutzt, die nicht mehr mit der Arbeit am „Kapital“ zusammenhingen: S. 26 für chronologische Notizen zur Geschichte Russlands, S. 27‒46 für Exzerpte aus dem zweiten Band der 2. Aufl. der u.d.T. „Istoričeskija monografii“ veröffentlichten Werke von N.I. Kostomarov, S. 47‒[49] für Exzerpte aus dem Artikel „Le travail humain et la conservation de l’énergie“ von S. Podolinskij, S. 50‒92 für Exzerpte aus dem Buch „Early man in Britain and his place in the Tertiary period“ von William Boyd Dawkins, S. 93‒100 für Exzerpte aus einem von P.E. Pudovikov anonym in den „Otečestvennyja zapiski“ veröffentlichten Artikel „Zadolžennost’ častnago zemlevladenija“, S. 101‒126 sowie den freien Raum von S. 5 und die noch freie S. 6 für Exzerpte aus dem Buch „Prehistoric Europe“ von James Geikie.
- Sämtliche Seiten dieses im vorliegenden Band publizierten dritten Teils des Hefts von Marx mit schwarzer Tinte beschrieben, S. 6 zu einem Viertel, S. [49] und S. 100 zur Hälfte, S. 92 zu drei Vierteln mit schwarzer Tinte, Blau- und Bleistift (Zeichnung); auf S. 47 Randvermerk mit Blaustift,.
- Lateinische Schrift. Einzelne Passagen und Wörter in kyrillischer Schrift.
- Paginierung: Die 1. und 4. bis 8. Seite nicht numeriert; 2. und 3. Seite von Engels 2 und 3 numeriert; ab der 9. Seite Paginierung von Marx: I, 2–47, 50, 57–126 (S. [48] und [49] versehentlich nicht numeriert, die Nummern 51‒56 bei der Paginierung versehentlich übersprungen, die Nummer 89 irrtümlicherweise zweimal benutzt); die 130. bis 132. Seite nicht numeriert.
- Vermerke fremder Hand: Verwischte Fotosign. auf beschriebenen Seiten: vordere Außenseite des Einbands bis S. 15 (insgesamt 25 Seiten): Exz 2a–z (q weggelassen); S. 16–40: Exz 2a1−p1, r1–z1; S. 41–50, 57−71: Exz 2a2−p2, r2–z2; S. 72–89, 89[a]−95: Exz 2a3−p3, r3–z3; S. 96–120: Exz 2a4−p4, r4–z4; S. 121 bis zur letzten Seite (insgesamt neun Seiten): Exz 2a5–i5; sowie: vordere Außenseite des Einbands bis zur letzten Seite: 173/1–134. Archivstempel des IMEL mit Zählung.
Zeugenbeschreibung
- H Originalhandschrift: RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 2940.
- Beschreibstoff: Notizheft, kartoniert. Außenseite des Einbands mit lila, grün-gelb marmoriertem Papier bezogen, Innenseiten mit grünem Papier. Format: 200 × 336 mm. Schwarzer Rücken. Auf vorderem Einbanddeckel Etikett von vergilbtem weißem Papier im Format 179 × 113 mm aufgeklebt. Keine Vorsatzblätter. Ursprünglich eingeheftet 33 Bogen (= 66 Blatt, 132 Seiten) festen weißen linierten Papiers im Format 206 × 315 bis 330 mm (von innen nach außen), gefaltet zu 206 × 157,5 bis 165 mm.
- Zustand: Bogen jetzt lose ineinanderliegend. Einige Bogen im Falz und an den Rändern leicht beschädigt, mit Seidenpapier restauriert; keine Textverluste. Papier leicht vergilbt.
- Schreiber: Karl Marx, Etikett und 1. bis 3. Seite Friedrich Engels.
- Schreibmaterial: Schwarze Tinte, Braun-, Rot-, Gelb-, Blau- und Bleistift.
- Beschriftung: Außen- und Innenseite des vorderen Einbanddeckels, 1. bis 132. Seite. Die 1. bis 8. Seite, das obere Fünftel der 128. Seite und die 130. bis 132. Seite von Marx und Engels im Zusammenhang mit der Londoner Konferenz der Internationalen Arbeiterassoziation 1871 für Abschriften von Briefen und Notizen benutzt, die 9. bis 33. Seite (die ersten 25 der von Marx I, 2‒126 numerierten Seiten) von Marx 1876/1877 für Exzerpte und Notizen im Zusammenhang mit seiner Arbeit am „Kapital“ (siehe hierzu die Zeugenbeschreibung in MEGA2 II/11, S. 1325/1326).
- Die 34. bis 129. Seite, d.h. die von ihm 26‒126 numerierten Seiten, von Marx 1880/1881 für Exzerpte und Notizen benutzt, die nicht mehr mit der Arbeit am „Kapital“ zusammenhingen: S. 26 für chronologische Notizen zur Geschichte Russlands, S. 27‒46 für Exzerpte aus dem zweiten Band der 2. Aufl. der u.d.T. „Istoričeskija monografii“ veröffentlichten Werke von N.I. Kostomarov, S. 47‒[49] für Exzerpte aus dem Artikel „Le travail humain et la conservation de l’énergie“ von S. Podolinskij, S. 50‒92 für Exzerpte aus dem Buch „Early man in Britain and his place in the Tertiary period“ von William Boyd Dawkins, S. 93‒100 für Exzerpte aus einem von P.E. Pudovikov anonym in den „Otečestvennyja zapiski“ veröffentlichten Artikel „Zadolžennost’ častnago zemlevladenija“, S. 101‒126 sowie den freien Raum von S. 5 und die noch freie S. 6 für Exzerpte aus dem Buch „Prehistoric Europe“ von James Geikie.
- Sämtliche Seiten dieses im vorliegenden Band publizierten dritten Teils des Hefts von Marx mit schwarzer Tinte beschrieben, S. 6 zu einem Viertel, S. [49] und S. 100 zur Hälfte, S. 92 zu drei Vierteln mit schwarzer Tinte, Blau- und Bleistift (Zeichnung); auf S. 47 Randvermerk mit Blaustift,.
- Lateinische Schrift. Einzelne Passagen und Wörter in kyrillischer Schrift.
- Paginierung: Die 1. und 4. bis 8. Seite nicht numeriert; 2. und 3. Seite von Engels 2 und 3 numeriert; ab der 9. Seite Paginierung von Marx: I, 2–47, 50, 57–126 (S. [48] und [49] versehentlich nicht numeriert, die Nummern 51‒56 bei der Paginierung versehentlich übersprungen, die Nummer 89 irrtümlicherweise zweimal benutzt); die 130. bis 132. Seite nicht numeriert.
- Vermerke fremder Hand: Verwischte Fotosign. auf beschriebenen Seiten: vordere Außenseite des Einbands bis S. 15 (insgesamt 25 Seiten): Exz 2a–z (q weggelassen); S. 16–40: Exz 2a1−p1, r1–z1; S. 41–50, 57−71: Exz 2a2−p2, r2–z2; S. 72–89, 89[a]−95: Exz 2a3−p3, r3–z3; S. 96–120: Exz 2a4−p4, r4–z4; S. 121 bis zur letzten Seite (insgesamt neun Seiten): Exz 2a5–i5; sowie: vordere Außenseite des Einbands bis zur letzten Seite: 173/1–134. Archivstempel des IMEL mit Zählung.
Zitiervorschlag
Jürgen Rojahn unter Mitarbeit von Emanuela Conversano: Entstehung und Überlieferung zu „Heft XI“ (1876–1881). In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, Bd. IV/27, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M3601189. Abgerufen am 08.08.2026.
Inhaltsverzeichnis
- Inhaltsbeschreibung
- Chronologische Notizen zur russischen Geschichte
- Mykola Kostomarov: Istoričeskіja monografіi
- Serhij Podolyns’kyj: Le travail humain et la conservation de l’énergie
- William Boyd Dawkins: Early Man in Britain
- Otecestvennie Zapiskij
- James Geikie: Prehistoric Europe
- Aleksandr Ivanovič Čuprov: Železnodorožnoe chozjajstvo
- Johann Rudolf Wagner: Die Metalle und ihre Verarbeitung
- Zeugenbeschreibung