| 12 Sptbr.71.

Lieber Engels!

Sei doch so gut und sorge dafür, daß die Franzosen mir die während der Belagrung und der Commune erschienenen Nummern irgend eines Blatts zuschicken. Vaillant hat seine Zeitungen alle verloren, und wir haben hier nur ein paar stray numbers.

Ich bin jetzt mit Ausarbeitung meines, leider nicht stenographirten Vortrags über die Commune beschäftigt, der laut Beschluß gedruckt werden soll. Und wenn ich damit fertig bin, möchte ich gleich an die Geschichte der Commune gehn; d. h. zunächst an die nöthigen Vorstudien. Das beste wäre freilich, Ihr veranstaltetet die Herausgabe einer ordentlichen Geschichte, die dann in die verschiedenen Sprachen übersetzt würde.

Ich habe nur den Kölner Kommunisten Prozeß & den Ritter vom Edelm. Bewußtsein[.] Das Übrige, das auf meinen Wanderungen, Fluchten, Haussuchungen etc. abhanden gekommen ist, habe die Güte mir zu liefern, resp. zu pumpen.

 Die Beilage ist überliefert (RGASPI, f. 1 op. 5 d. 2518): Vollmacht für Engels, unterz. v. Bebel u. Liebknecht.
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Anbei die Vollmacht
. Im Spätherbst hoffe ich, Euch sehn zu können. Jetzt ist’s leider absolut unmöglich.

|  Das kommunistische Manifest. Neue Ausgabe mit einem Vorwort der Verfasser. Verlag der Expedition des "Volksstaat". Leipzig 1872.
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Die Vorrede zum Manifest besorgt ja bald
!

Ist Jenny wieder ganz wohl? Ihre Krankheit ist doch nicht seriös?

Nächsten Sonntag werdet Ihr per proxy  Siehe W. Liebknecht an Engels und Marx, 28.8.1871 und Erl.
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Eure Pathenmission
zu erfüllen haben. Stumpf hat zu kommen versprochen.

Apropos Max Hirsch wirft Euch in Gewerkverein vor, daß Ihr den Newcastler Strike nicht rechtzeitig angezeigt. Und er hat nicht unrecht. Habt Ihr bei solchen Gelegenheiten keine Zeit, so schickt nur eine Zeile nebst betreffendem Zeitungsausschnitt und die Sache wird besorgt. Ich bin zu überarbeitet, um die Englischen Vorgänge gehörig verfolgen zu können. Vom nächsten Quartal an werde ich wieder Eccarius zum „bezahlten Correspondent“ machen können; als Sekretär der Internationalen hätte er allerdings dann und wann einen Bericht schicken dürfen – schließlich, d. i. | sobald wir im Stand sind, d. i. sobald wir auf dem paying point sind, d. i. im nächsten Quartal, wäre er doch honorirt worden. Au fond hat er also schlecht kalkulirt. –

Mit unsrem Prozeß wird es Ernst – man will uns absolut an den Kragen.

Grüße an Dich, Deine Frau und die Familie Mohr.

Dein
W. L.

Lass  Nicht überliefert.
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beiliegenden Brief
Lessner zukommen.

Deine Aufträge werden dieser Tage besorgt. Früher konnte es nicht geschehen, weil von dem 1. Bogen der Adresse bloß 1000 Ex. abgezogen worden, die sofort vergriffen war, und der Neudruck nahm, weil die Druckerei gerade sehr beschäftigt, über Gebühr lange Zeit in Anspruch. Wir müssen uns unbedingt eine eigene Druckerei anschaffen.

|[Umschlag] | F. Engels Esq.
122 Regents Park Road
N. W.
London.
Ppd.

Zeugenbeschreibung und Überlieferung

Absender

Zeugenbeschreibung

Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen weißem Papier. Liebknecht hat drei Seiten vollständig beschrieben, die vierte Seite ist vermutlich leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.

Aufdruck oben links auf der ersten Seite: „Redaction / des / ‚Volksstaat‘ / Leipzig.“.

Der Briefumschlag ist überliefert; darauf handschriftliche Adressierung („F. Engels Esq. / 122 Regent's Park Road / N.W. / London. /Ppd.“), drei Ein-Groschen-Briefmarken („Norddeutscher Postbezirk“) und mehrere schwer lesbare Poststempel: „London 12 [und 14?]/ SPT. / 71“, „Leipzig / 12 / SPT. / 71 / 6–7½[?].

Anmerkungen zum Brief

Der Brief hatte zwei Beilagen: Die „Vollmacht“ ist auf einem separaten Blatt überliefert; der Brief an Lessner ist nicht überliefert. Siehe Erl.

 

Zitiervorschlag

Wilhelm Liebknecht an Friedrich Engels in London. Leipzig, Dienstag, 12. September 1871. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M4082411. Abgerufen am 13.08.2026.

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