| 27. Juli. 1871

Lieber Kugelmann,

Sei so gut,  Der Brief von Marx an Wilhelm Liebknecht, geschrieben am 27. Juli 1871, ist nicht überliefert, jedoch bezeugt durch Marx’ Notiz im Exzerptheft XI (RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d 2940. Bl. 67v): „27 Juli. Letters to Outine (Genève), Central Committee (New York), Liebknecht (through Kugelmann) all these on the London Conference to be held on 17 Sept. ’71.“
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einliegendes Billet
sofort an Liebknecht zu schicken.

Ich finde Dein Schweigen höchst befremdlich. Ich kann nicht annehmen, daß die verschiednen Zusendungen von Gedrucktem nicht bei Dir angekommen sind.

Andrerseits wäre es sehr thöricht, wenn Du – nach dem alten Aug’ für Aug’, Zahn für Zahn – mich in dieser Weise für mein Nichtschreiben züchtigen wolltest. Bedenke, mon cher, daß, wenn der Tag 48 Stunden hätte, ich seit Monaten immer noch nicht mit meinem Tagwerk fertig geworden wäre.

Die Arbeit für die Internationale ist immens, dazu das Ueberlaufen Londons mit refugees. Außerdem refugees, für die wir | zu sorgen haben. Ausserdem überlaufen mich andre Personen, Zeitungskerls u. Andre aller Art, um das „monster“ mit eigenen Augen zu sehn.

Man hat bisher die geglaubt, die christliche Mythenbildung unter dem römischen Kaiserreich sei nur möglich gewesen, weil die Druckerei noch nicht erfunden war. Grade umgekehrt. Die Tagespresse u. der Telegraph, der ihre Erfindungen im Nu über den ganzen Erdboden ausstreut, fabriciren mehr Mythen (u. d. bourgeois mind glaubt u. verbreitet sie) in einem Tag, als früher in einem Jahrhundert fertiggebracht werden konnten.

Meine Töchter sind seit Monaten in den Pyren(?)äen Pyrenäen. Jennychen, die immer noch an den Nachwehen der Pleuresie litt, erholt sich zusehends,  Nicht überlieferter Brief von J. Marx (Tochter) an Marx, vor 27. Juli 1871.
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wie sie mir schreibt
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| Besten Dank für Deine germanischen Zusendungen.

Ich hoffe, daß Du, wie Deine liebe Frau u. Fränzchen – die ich herzlich zu grüssen bitte – sich wohlbefinden.

A Propos. Du warst wahrscheinlich erstaunt, daß ich in  Karl Marx: Haverstock-hill, N.W., June 30, 1871. Sir, — I have ... [Letter to the Editor of the “Pall Mall Gazette”, Frederick Greenwood]. In: The Pall Mall Gazette. London. Vol. 14 Nr. 1992, 3. Juli 1871. S. 5, Sp. 2 (MEGA I/22. S. 243).
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meiner Missive an die „Pall Mall“
Duellandeutungen machte. Die Sache war ganz einfach die. Hätte ich dem Editor nicht diese Handhabe gegeben, ein paar wohlfeile Witze zu machen, so hätte er einfach die ganze Sache unterdrückt. So aber ging er [in] die Falle u. erfüllte meinen eigentlichen Zweck –  Siehe hierzu MEGA2 I/22. S. 1064.
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er druckte wörtlich aus der Adresse die Anklagen gegen Jules Favre et Co ab
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Salut.

Dein
K M

Zeugenbeschreibung und Überlieferung

Absender

Briefkontext

Zeugenbeschreibung

Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen bläulichem Papier. Der Bogen wurde an der oberen und unteren Kante beschnitten. Marx hat die ersten drei Seiten vollständig (davon die dritte Seite quer) beschrieben, die letzte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.

Von unbekannter Hand: Nummerierung oben auf der ersten Seite mit Bleistift: „133“.

 

Zitiervorschlag

Karl Marx an Louis Kugelmann in Hannover. London, Donnerstag, 27. Juli 1871. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M2820419. Abgerufen am 24.09.2026.

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