[Hefte zur Agrikultur. Heft 3. 1868]

[Veröffentlicht in: MEGA IV/18. S. 585–736.] |

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Aus:
[Heinrich Joachim Gehlsen:] Das kleine Buch vom grossen Bismarck. 2. rev. Aufl. Bern 1877.
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Das Kleine Buch vom Grossen Bismarck. 2. Ausg. Bern. (bei F. E. Magron.) 1877 (1ste Aufl. July 1877[)] (Erste Ausg. in Deutschland (?) wurde confiscirt.)

⦗Der Verfasser sagt im „Vorwort zur 1st Auflage“ u. a. dass »bis heute der Fürst Bismarck sein Gewicht in der öffentlichen Meinung stets selbst bestimmte u. nach den flüssigen Millionen des Welfenfonds  #e* Welfenfonds°] Die Einkünfte aus dem beschlagnahmten Vermögen des ehemaligen Königs Georg V. von Hannover (Adelsgeschlecht der Welfen seit etwa dem 9. Jahrhundert) wurde als Welfen- bzw. dann Reptilienfonds bezeichnet, nachdem Otto von Bismarck am 30. Januar 1869 die Agenten des durch die Annexion 1866 beseitigten Königshauses von Hannover „bösartige Reptilien“ genannt hatte, für deren Bekämpfung der Fonds laut Verordnung benutzt werden sollte. Reptilienfonds gilt seitdem als allgemeine Bezeichnung für einen geheimen Fonds der Regierung zur Beeinflussung von Presse und Publizisten.
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u. andrer disponiblen Kapitalien regulirt hat, u. dass Diejenigen, welche sich unterfingen, nachzuwiegen, unverweigerlich in jene festen, aber kleinen Cabinets à part verschwanden etc« (p. IV)

Meine Botschafter,“ sagte Bismarck einem Mitglied der Pariser Gesandtschaft, „müssen einschwenken auf Commando wie die Unterofficiere, ohne zu fragen: warum?“ (p. 2, Note)

Im Erfurter Parlament   #e*Erfurter Parlament°] Im März und April 1850 hielt in der Kirche des Augustinerklosters zu Erfurt das deutsche Unionsparlament mit seinen beiden Kammern Volkshaus und Staatenhaus seine Sitzungen zur Erarbeitung einer Verfassung ab.
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war er der heftigste Gegner der v. Radowitz erstrebten Einigung Deutschlands. (11) Plädirte f. den Gang nach Olmütz  #e* Gang nach Olmütz°] Vereinbarung zwischen Österreich und Preußen vom 29. November 1850 in Olmütz. Preußen mußte auf Verlangen Rußlands und Österreichs seine Unionspolitik aufgeben, die Mobilmachung zur Abwehr der von Österreich gegen Kurhessen geplanten Intervention, die Preußens strategische Positionen in Kurhessen bedrohte, rückgängig machen und einer Regelung der deutschen Frage auf Ministerialkonferenzen zustimmen. Der Deutsche Bund wurde wiederhergestellt.
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; darüber hocherfreut der russische Gesandte Baron v. Budberg ; durch dessen Hülfe ward er preussischer Bundestagsgesandter in Frankfurt; wurde durch persönlichen Krakehl mit Graf Leo Thun , damals östreichischer Geschäftsträger in Frankfurt – (der empfing ihn mit brennender Cigarre) Antiöstreicher. (11)

Frühjahr 1815 1859 (wo pr. auswärtig. Minister v. Schleinitz die in Hof- u. Militairkreisen vorwaltende Neigung zu Bündniss mit Oestreich bekämpfte) verlangte Bismarck Bündniss mit Frankreich gegen Oestreich. (11) In Brief vom 16 Mai 1859 v. Petersburg (wo er damals pr. Gesandter) tritt Bismarck [»]f. sein eignes, dem Minister entgegengesetztes polit. Programm auf« so anmasslich, etc (12)

Im »Militär-Etat« wurzelt das was Bism. „deutsch-nationale“ Politik heisst. (15)

Nach 1848 machte die liberale Partei u. das liberale Ministerium die Einigung Deutschlands zu ihrem Programm. Bismarck Opposition dagegen; noch im Erfurter Parlament gehörte er zu der deutschfeindlichen Partei, der die schwarzrothgoldnen Farben als Symbol der verächtlichsten politischen Gesinnung galten. (16)

Um die liberale deutschgesonnene Regierung zu stürzen, verbanden sich Bismarck u. Genossen mit dem Ausland u. zwangen Preussen nach Olmütz; in Folge dessen ( Manteuffel unterstützte ihn dabei) avancirte Bismarck von Deichhauptmann zu Bundestagsgesandter in Frankfurt. Nach dem Sturz ManteuffelsMinisterium der neuen Aera; liberale Partei u. Deutschthum wieder obenauf; Grundlage des Nationalvereins   #e*Nationalvereins°] Der Deutsche Nationalverein war eine politische Vereinigung, ein Verband des liberalen Bürgertums, der für die Einigung Deutschlands zu einem starken, zentralisierten Staat ohne Österreich unter Führung eines monarchischen Preußens (für ein sog. Kleindeutschland) eintrat. Er wurde auf einem Kongreß in Frankfurt a. M. im September 1859 gegründet. Den wesentlichen Kern des Nationalvereins bildete die propreußische liberale Gothaer Partei, die im Juni 1849 von aus der Frankfurter Nationalversammlung ausgeschiedenen Vertretern des gegenrevolutionären Großbürgertums und von rechten Liberalen in Gotha gegründet worden war. Ihm schlossen sich Nationalliberale und Linksliberale an. Nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 und der Bildung des Norddeutschen Bundes erklärte sich der Nationalverein im November 1867 für aufgelöst.
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gelegt ([16,] 17) Conflict zwischen Kammer u. liberal. Ministerium wegen der Militairfrage unlöslich geworden. Bismarck, der vom Augenblick wo geworden Bundestagsgesandter in Frankfurt die Taktik befolgt hatte die Politik eines jeden Ministeriums zu tadeln – Gesandter in Paris geworden – wurde jezt Ministerpräsident. In Berlin suchte er zunächst Compromiss zu Stande zu bringen; Wilhelm I antwortet: „In diesem Falle hätte er auch mit seinen früheren Ministern regiren können.“ Seine weiteren Versuche mit der Opposition Frieden zu machen scheiterten; darauf geht Bismarck gegen sie; verfolgt den Nationalverein aufs heftigste; zum |153 zweitenmahl wird er aus Privatrücksichten der heftigste Gegner deutsch-nationaler Bestrebungen. ([18,] 19) Dieser deutsch nationale Liberalismus diente ihm »als Waffe«, sobald er sie seinen Gegnern aus der Hand entwunden. Ueberbot sie in liberalen Forderungen, indem er 1865 deutsches Parlament auf Grund allgemeiner directer Wahlen verlangte. (19)

Sobald Moltke bei Sadowa die Oestreicher geschlagen, proclamirte Bismarck das von ihm im Erfurter Parlament u. später so brutal bekämpfte national-deutsche Programm als das seinige. ([19,] 20) Er benützte stets den rechten Augenblick um die Erfolge andrer f. sich nutzbar zu machen. (21) Im Jahr 1870 gab er Frankreichs Forderung zu (es machte einen Kriegsfall daraus) auf die hohenzollernsche Candidatur für den spanischen Thron zu verzichten. Suchte also den Krieg mit Frankreich zu vermeiden. (23) Hatte das schon durch seine Nachgiebigkeit in der Luxemburgschen Frage  #e*Luxemburgischen Frage°] Auf dem Wiener Kongreß 1815 war Luxemburg zum Großherzogtum erhoben und in dynastischer Personalunion mit dem Königreich der Niederlande (mit Belgien) verbunden worden. Da die Stadt Luxemburg zur Festung des Deutschen Bundes erklärt wurde und eine preußische Besatzung erhielt, war Wilhelm I. von Holland als luxemburgischer Großherzog auch Bundesmitglied. Durch die Auswirkungen der belgischen Revolution von 1830 wurde 1839 der größte (wallonische) Teil Luxemburgs Belgien angegliedert. Der verbliebene Teil (nach wie vor in Personalunion mit Holland) erhielt 1841 eine Verfassung. Die Entwicklung der luxemburgischen Wirtschaft wurde beschleunigt; seit 1842 gehörte sie dem deutschen Zollverein an. Nach Auflösung des Deutschen Bundes suchte Napoleon III. 1866/1867 das Großherzogtum Luxemburg von den Niederlanden käuflich zu erwerben, das aber auf Anraten Bismarcks ablehnte. Daraufhin wurde es durch den Londoner Vertrag von 1867 für neutral erklärt und die preußische Besatzung zurückgezogen. 1868 erhielt es eine neue Verfassung.
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gethan. (24)

Als  #e2 Am 13. Juli 1870 sandte der preußische König Wilhelm I. aus Bad Ems eine Depesche über seine Ablehnung der französischen Forderung, nie wieder einer hohenzollernschen Thronkandidatur in Spanien zuzustimmen. Die Emser Depesche wurde von Bismarck gekürzt, in ihrem Sinn geändert und veröffentlicht. Sie wurde zum äußeren Anlaß für die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen.
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Krieg mit Frankreich dennoch einbrach schob er ihm als sittliches Motiv die Fabel v. der Beleidigung des Königs Wilhelm zu Ems durch Benedetti unter. Wilhelm selbst erklärte: „A Ems, il n’y a eu ni insulté ni insulteur.“ (25)

9 Februar, 1876. Bismarcks Rede im Reichstag, bei Gelegenheit der Berathung der Strafgesetznovelle, energisch f. festere Knebelung der Presse, die Schuld nicht nur am allgemeinen polit. Misstrauen, sondern an der materiellen Noth des Landes sei. (26) ⦗Hat v. Wagener nichts gelernt; seine nach mancher Hinsicht so gefährliche Unwissenheit. p. 27.⦘ Nicht seine Reptilienpresse; sondern namentlich die ultramontane u. die socialistische ⦗in fact alle Presse, die nicht Reptil war⦘, die öffentliches Misstrauenten Misstrauen weckte gegen die wirthschaftlichen Recepte der väterlichen Regierung, u. namentlich auch auch gegen die „besitzende Klasse“, d. h. die „armen Gründer“ des Parlaments u. der Judenbörse.

U. a. sagte der  Bismarck.
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Deichhauptmann
:

„Einstweilen leiden unter diesen Gerüchten (der sensationsbedürftigen Presse) nur die Geschäfte; die Geschäfte leiden aber auch unter einer andern Art von Presse, ich möchte sie diejenige nennen, die im Dunkeln wirkt, nur bei dem Lichte einer Blendlanterne. Diese Presse hat ihre Verbreitung vorzugsweise unter Leuten v. wenig Mitteln u. wenig Bildung, die nicht im Stande sind die Irrthümer u. dreisten Lügen, welche man ihnen aufbindet, zu kontroliren. Diese Art der Presse hat bei dem gemeinen Mann, der mit Recht glaubt, dass er in üblen Verhältnissen lebt, ein leichtes Spiel, indem sie ihn glauben macht, dass er durch weniger Arbeit u. durch eine Anweisung auf das Vermögen seiner Mitbürger dieser Lage dauernd abhelfen könnte. Diese Art der Presse, diese demokrat. socialistischen Umtriebe haben wesentlich mit dazu beigetragen, den geschäftlichen Druck, in dem wir uns befinden, hervorzurufen. Sie haben sicher die deutsche Arbeit vertheuert und vermindert. Der deutsche Arbeiter bei gleichem Lohn leistet weniger als der französische u. englische Arbeiter; der ausländische Arbeiter arbeitet mehr u. geschickter als der deutsche u. dadurch sind wir konkurrenzunfähig geworden. Die socialistischen Umtriebe haben die Leute auf unrealisirbare Hoffnungen verwiesen, die sie v. regelmässiger fleissiger Arbeit abhalten u. desshalb klage ich die Führer an, dass sie an der Noth des Arbeiterstandes wesentlich mit Schuld sind. Wenn diese Zustände fortdauern, so gehen wir der Verarmung entgegen, das wird die Zuchtruthe   #e5Zuchtruthe BIS verhängt.°] Die Bibel. Das Alte Testament. Die Sprüche Salomons 13,24: „Wer seine Rute schont, der haßt seinen Sohn; wer ihn aber liebhat, der züchtigt ihn bald.”
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sein, welche Gott über diese Excesse verhängt.“ (28, 29) Er giebt in derselben Rede zu, dass weder er noch der grösste Theil der Mitglieder des Reichstags den |154 Socialismus u. seine Forderungen in der ihm dienenden Literatur studirt haben … Entschuldigung für seine Unwissenheit (30) „Nicht alle“, sagt er, [„]sind auf socialem Gebiet so gelehrt als der Abgeordnete Bamberger.“ (31) ⦗Graf Eulenburg hatte damals gleichzeitig sich die zu einem socialen speech nöthige Gelehrsamkeit verschafft aus der unbedeutenden Brochüre  #e6 Brochüre BISSchuster°] Bei Gehlsen, S. 31/32: aus der sehr einseitigen und unbedeutenden Schuster’schen Broschüre – Die 1. Aufl. der Schrift von Richard Schuster „Die Social-Demokratie …“ erschien 1875 und umfaßte XII/236 Seiten; die 2. Aufl. erschien bereits 1876.
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des Reisepredigers Schuster , von einem seiner Räthe zusammengeschnitten. Im übrigen: „Die Flinte schiesst, der Säbel haut.“ (31, 32[)]

Hesekiel ,  Zusatz von Marx.
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in seiner Apotheose Bismarcks
, weiss nichts in der Vergangenheit Bismarcks nachzuweisen, das dass er jemals irgendeinem Studium obgelegen; [»]nur einmal erzählt er wie Herr v. Bismarck-Schönhausen mit dem Herrn v. Arnim-Kröchlendorff, seinem Schwager, am 7 März 1846 einer Sitzung des „Vereins für das Wohl der arbeitenden Klassen“ in Potsdam beiwohnen wollte.« (30, 31)⦘

Actiengesetz – auf Miquel’s Betreiben. (37)

1867–68 entdeckte Bismarck, dass etwas für den Grundbesitzerstand gethan werden müsse, namentlich für die Hypothekenverhältnisse. Durch Lothar Bucher bewog er Rodbertus, ein Werk über das Rentenprincip zu schreiben. Das Buch lag einige Wochen auf des Fürsten Tisch u. Miquel erhielt die Unterschrift unter die »Concession der Preussischen Central Boden Credit Actiengesellschaft.« (38) ⦗Bismarck bei der Gründung des genannten Instituts materiell betheiligt, dieses anrüchigen, mit ungesetzlichen Privilegien ausgerüsteten Instituts⦘

Aus:
Otto Glagau: Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Deutschland. (Zweiter Theil von „Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin“.) Leipzig 1877. S. 5–9.
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Actiengesetz vom 11 Juni 1870; (sieh über die Debatte im Norddeutschen Reichstag Glagau [)] (Sitzung vom 20 Mai 1870, p. 5 sq.; gelangte an den Reichstag 12 Mai, Commission überwiesen, die sich schnell schlüssig machte; 20 Mai erste u. 2te Berathung! 24 Mai, am späten Nachmittag 3t Debatte[)]⦘ (Simson (Präsident) ging essen; statt ihm präsidirt Herzog v. Ujest , beseitigte die Formalität der Lesung in wenig Minuten.)

Aus:
Otto Glagau: Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Deutschland. (Zweiter Theil von „Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin“.) Leipzig 1877. S. 524.
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⦗Die [„]Pr. Central-Bodencredit-Actiengesellschaft“ so zu sagen eine parlamentarische Gründung. Gründer Rothschild (Frankfurt a/M), Abraham v. Oppenheim (Köln), Geh. Commercienräthe Gerson Bleichröder u. Adolph Hansemann , Miquel ; als erste Verwaltungsräthe v. Arnim Boytzenburg, v. Bernuth etc sieh Glagau p. 524; mit ausserordentlichen gradezu ungesetzlichen Privilegien ausgestattet; auf Grund dieser Privilegien mit diesen Actien sofort Agiotage der schlimmsten Art getrieben (sieh p. 524 sq.)[⦘]

Aus:
Otto Glagau: Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Deutschland. (Zweiter Theil von „Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin“.) Leipzig 1877. S. 525.
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Bamberger gründete Februar 1870 mit Adabert Adalbert Delbrück etc (p. 525 sq.) die Deutsche Bank.[⦘]

Bismarck hatte  Bei Gehlsen, S. 39: vermuthlich in Frankreich
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v. Louis Bonaparte
gelernt, dass Geldmacht f. Staatsmann nöthig; daran bitter erinnert durch schmähliches Fiasco, bei Ausbruch des fzs. Kriegs, des Kriegsanlehns im Norddeutschen Bund. (p. 39)

Aus:
Otto Glagau: Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Deutschland. (Zweiter Theil von „Der Börsen- und Gründungs-Schwindel in Berlin“.) Leipzig 1877. S. 285/286.
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⦗Um Wagener zu stürzen, der als Rath im Staatsministerium den Vortrag beim König erhalten sollte, führte Lasker am 7 Feb. 1873 die dreiste Komödie der Enthüllungen auf  Zusatz von Marx. – Im Anschluss exzerpierte Marx zwei Schriften von Otto von Diest in Heft IX.
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(Diest-Daber)
(p. 285 sq), indem er ein paar Gründerdilettanten der Conservativen Partei an den Pranger stellte. Wagener als Gründer der Pommerschen Centralbahn musste den Abschied nehmen, erschien |155 aber im nächsten Jahr mit seinem Adlatus, Rudolph Meyer , auf dem socialpolit.  #e12 socialpolit. Congress zu Eisenach°] Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik am 11. und 12. Oktober 1874 in Eisenach.
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Congress zu Eisenach, wo er in ziemlich durchsichtiger Weise als Abgesandter v. Bismarck auftrat.⦘

Bismarck u. die Milliarden traten ihre wirthschaftliche Herrschaft in Deutschland an. Mit dem Goldregen  #e* Goldregen°] Im Friedensvertrag zu Frankfurt am Main vom 10. Mai 1871 wurde Frankreich dazu verpflichtet, an das Deutsche Reich im Zeitraum von drei Jahren eine Kontribution von 5 Milliarden (Gold-)Francs zu zahlen.
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sollte die wirthschaftliche Blüthe forcirt werden.   #e* Bismarck-Colbert°] Bei Gehlsen, S. 40:Bismarck zierte sich mit der Genialität eines neuen Colbert. – Gemeint war Otto von Camphausen.
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Bismarck-Colbert überlieferte das Vermögen des Staats den Gründerjuden  #e* Gründerjuden°] Siehe S. 000-000.
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u. ihren Genossen im Parlament u. an der Börse. „Discontoring“ u. „Rothschild-Bleichröder-Ring“. Die Minister a. D. v. Bernuth u. v. Bonin; die vortragenden Räthe im Cabinet des Kaisers, z. B. die wirkl. Geh. Räthe Wehrmann, Schumann etc (40, 41)

Actiengesetz; Reichsbankgesetz; Hypotheken- u. Subhastationsgesetze; Pr. Centralbodenkreditgesellschaft, Abschaffung der Wuchergesetze. ([41,] 42)

Bismarcks Trio – Camphausen-Delbrück-Michaelis (42)

Der internationale Schwindel der Gotthardbahnunternehmung  #e*Gotthardbahnunternehmung°] Am 6. Dezember 1871 konstituierte sich die Gotthardbahngesellschaft mit Sitz in Luzern (Schweiz), um durch das Alpengebirge am Gotthardpaß eine Eisenbahn mit einem 15 km langen Tunnel zu bauen, wo es bis dahin nur eine Poststraße gab. Das Baukapital wurde außer durch Subventionen durch die Emission von Aktien in Höhe von 34 Mill. Frs. und von Obligationen in Höhe von 68 Mill. Frs. beschafft. Am 1. Oktober 1872 begannen die Bauarbeiten. 1876 erwiesen sich die Berechnungen als unzuverlässig und das Kapital als unzulänglich. Am 12. März 1878 wurde ein Nachtragsvertrag der beteiligten Staaten Italien, Schweiz und Deutsches Reich unterzeichnet. Ende 1882 erfolgte die Fertigstellung.
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in Scene gesetzt unter Aegide Bismarcks, ausgeführt v. dem semitischen Gründerring Disconto-Gesellschaft Bleichröder-Oppenheim . Dann der kolossale rumänische Eisenbahnschwindel, entrirt von Strousberg , den Herzögen Ratibor , Ujest u. Graf Lehndorff-Steinort. Dies Consortium schädigte schwer das deutsche Publicum; gerettet durch Intervention Bismarck (legte die diplomat. Verhandlungsakten zwischen dem Reichskanzleramt u. der rumän. Regierung dem Juden Bleichröder vor); an ihre Stelle trat Disconto-gesellschaft – u. Bleichröder, um das deutsche Kapital zu „retten“; dafür Hansemann u. Bleichröder geadelt. Die Frucht ihrer Bemühungen der vollständige Verlust des deutschen Kapitals zu Gunsten der Gründer. (44, 45)  Zusatz von Marx.
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⦗Sieh Glagau, p. 530, 31⦘

Bleichröder „fructificirt“ Bismarcks Vermögen. (46)

15 Juni 1847, in der Juden-Emancipationsdebatte – als Abgeordneter in der s. g. Curie der 3 Stände griff Bismarck Juden an, sollten kein obrigkeitliches Amt in christlichen Staat bekleiden können etc[.] Aber sagte: „Ich bin kein Feind der Juden, u. wenn sie meine Feinde sein sollten, so vergebe ich ihnen. Ich liebe sie sogar unter Umständen.“ (p. 46)  Bemerkung von Marx.
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Of course! Unter Umständen!
»Es ist bekannt, dass Bismarck bei seinem selbst v. Hesekiel geschilderten wüsten Leben stets bis über die Ohren in Schulden steckte u. dabei vollständig in die Hände der Juden gerathen war.« (46, Note)

Juden waren es, die dem Justizminister Bismarcks, dem Leonhardt im Reichstag (1876) die gesetzliche Befugniss ertheilten, an Richter Gratificationen zu ertheilen  Bemerkung von Marx.
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⦗d. h. sie zu corrumpiren, u. so dem Disciplinargesetz, utili das dulce zuzufügen⦘
(p. 48) Bismarck gestattete seinen Geheimräthen speciell die Betheiligung an Gründungen (49)

Bestechlichkeit der Richter – Klage welche v. Seite aller Geschäfte wiederkehrt. Auszeichnung v. Staatsanwälten u. Richtern, auffällig harmonirend mit deren Wirksamkeit in politischen Processen der Nation Neuzeit. Jetzt noch directe Geldgratificationen vom Minister. Leonhardt behauptete im Reichstag, Gratificationen würden nur in Unglücksfällen bewilligt. Reichensperger u. Haenel wiesen das Gegentheil nach. Wie corrumpirt muss ein Parlament sein, das den Richter der Laune u. dem Willen des Justizministers u. damit dem Bismarck überliefert. ([49,] 50)

Im Schreiben des auswärtigen Amtes zu Berlin an Grafen Arnim zu Paris findet sich |156 Aüsserung Äusserung, dass die Mandements der Bischöfe v. Angers u. Nîmes nach fzs. Recht unter den Begriff der provocation directe à la désobéissance aux lois zu bringen sein würden, „wenn die Regierung auch nur ein ganz geringes Mass von gutem Willen besässen besässe“. (51, 52)

Unter einer solchen Justiz nur möglich, dass der brutalste wirthschaftliche Plünderungsprocess in Deutschland zu solcher Blüthe gelangen konnte. (52)

Camphausen borgte Millionen aus Staatsmitteln dem Gründerring der Discontogesellschaft, u. zwar „um keine Zinsen zu verlieren“ zu 23/4%! Als nahender Krach sich fühlbar machte, die Gründer »vom Staate aus Staatsmitteln subventionirt«. (53) Grosser Raubzug gegen das Eigenthum der Gesammtheit[,] des Staat Staats. Aus den Milliarden waren grosse nationale Fonds gebildet – Invalidenfonds, Festungsbaufonds, Reichstagsgebäudefonds, der Provinzialdotationsfonds. Die Regierung eröffnete die Truhen der Nation, überlieferte dem Gründer-Wucherthum die mobilen Kapitalien. Ihre Ladenhüter repräsentiren heute das Kapital der Nation. Als im Reichstag die bittersten Vorwürfe, dass der Reichsinvalidenfonds so der Börse dienstbar gemacht, erklärte das sächsische Bundestagsmitglied, Herr v. Nostiz-Wallwitz, die Gründerpapiere seien fast alle vor Zusammentritt der ordnungsmässigen Verwaltungsbehörde auf Befehl des Reichskanzlers für den Fonds angekauft worden. Der Bismarck war nicht anwesend. Richter constatirte öffentlich, die ganze Schuld trage – Bismarck; v. der Ministerbank widersprach Niemand. (53–55) Schorlemer-Ast sprach schwach, Windhorst schwieg. Bismarck hatte ausgesprengt er sei des Culturkampfes müd! Dann ähnlicher Versuch v. den Conservativen. Herr von Below -Saleske fiel die Rednerrolle zu. Zwei Tage vor dem grossen Act – es war alles vorbereitet – zeigte sich v. Below noch dem Verfasser dieses  #e* Verfasser dieses°] Gehlsen.
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gegenüber fest entschlossen. Am Abend desselben Tags hatte er eine Unterredung mit Bismarck; folgenden Tag verliess er Berlin, nahm seine Vorsätze wie seine Rede mit sich. Bismarck hatte versprochen, er wolle jetzt mit dem Liberalismus brechen, er werde jetzt conservativ werden (55, 56)

Der „Staat“, das „Reich“, die „Regierung“ alle diese Begriffe immer nur die Umschreibung eines Begriffs, des „Säkularmenschen“ Bismarck. (58)

Schon als pr. Gesandter zu Petersburg rieth Bismarck zur Pressecorruption, Nachahmung Oestreichs, welches die meisten deutschen Blätter bestach. Schrieb 12, Mai, 1859, d. d. Petersburg: „Die meisten Correspondenten schreiben für ihren Lebensunterhalt, die meisten Blätter haben die Rentabilität zu ihrem Hauptzweck u. an einigen unserer u. anderer Blätter vermag ein erfahrener Leser leicht zu erkennen, ob sie eine Subvention Oesterreichs wiederum erhalten haben, sie bald erwarten, od. sie durch drohende Winke herbeiführen wollen. Ich glaube, dass wir einen erheblichen Umschlag in die Stimmung bringen könnten, wenn wir gegen die Ueberhebungen unserer deutschen Bundesgenossen die Saite selbstständiger pr. Politik in der Presse anschlügen etc“ (61, 62) Dieser Brief an v. Schleinitz , damals Minister des Auswärtigen (62)

Bismarck selbst damals schon sehr empfindlich gegen Angriffe in die der Presse, zeigt 2t Brief v. Petersbug vom 22 August August 1866, wo er bitter klagt über die Zeitungen „Nationalverein“, „Magdeburger“, „Ostpreussische“ etc, sagte z. B.: „Dieses |157 einfältige Federvieh der deutschen Presse merkt gar nicht, dass es gegen das bessere Theil seiner eigenen Bestrebungen arbeitet, wenn es mich angreift.“ (62)

„Hunde sind wir ja doch“, sagt Bamberger. (l. c. 63) Ihn  #e16a Ihn BIS Majorität.°] Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung war wegen Papierzerfalls nicht einsehbar; die Quelle konnte daher nicht ermittelt werden.
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bezeichnete Bismarck in der „Norddeutschen Allg. Zeitung“ als passenden Führer einer liberal conservativen Majorität. Ist der bekannte Mainzer Revolutionsjude, der 1848 Freischaaren nach Kirchheim-Bolanden führte, dort von den Preussen niederschiessen liess, nachdem er sich selbst in Sicherheit gebracht. Er ist Mitgründer der „Deutschen Bank“, Nickelschwindler etc. (63, 64)

16 Mai 1864, als es sich um die Conferenz wegen des Schicksals der Herzogthümer Schleswig-Holstein handelte, schreibt Bismarck: „Die augenblickliche Lage aber ist so geartet, dass es mir zweckdienlich erscheint, gegen das Dänenthum auf der Conferenz alle Hunde loszulassen, welche bellen wollendas gesammte Geläut der Meute wirkt dahin zusammen etc“ (64)

Benutzt dies schamlose Pressegesindel nicht blos auf dem Gebiet der äusseren u. inneren Politik, auch zu den nichtswürdigsten persönlichen Racheacten, deutsche Kaiserin,  Zusatz von Marx. – Marx spielte auf Bismarcks Vorgehen gegen seinen konservativen Rivalen Harry von Arnim an, der als Botschafter in Paris faktisch abgesetzt wurde und daraufhin in die Schweiz emigrierte. Dort veröffentlichte er Aktenstücke in der anonymen Schrift „Pro nihilo! Vorgeschichte des Arnim’schen Processes. Heft 1. Zürich 1876.“ (die bei Gehlsen, S. 51 und 66 genannt wird) und wurde in Prozessen von 1874 bis 1876 in Abwesenheit zu fünf Jahren Zuchthausstrafe verurteilt. Das alles spielte in der Presse eine große Rolle.
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Arnim etc
(65)

Im Handelstheil der officiösen Presse herrschen die Juden, im politischen Theile der Judenpresse herrscht Bismarck. (65)

Kaiser selbst bezeichnete  Zusatz von Marx.
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(den Armin)
als Opfer der »Rancune« Bismarcks Goltz , Savigny , Thile , Usedom , Werther etc (66) Er lässt, um den Kaiser zu bewegen, über die missliebig gewordnen Minister, Botschafter etc die Pressmeute herfallen. „Angriffe des leitenden Mannes auf seine Collegen od. Untergebenen vor versammeltem Parlament vervollständigen das öffentliche Scharmützel unter dem nie fehlendem Beifall der ‚Cosacken‘ u. der Botschafterfraction.“ (Arnim: „Pro Nihilo“)

Deutschland Heimath der öffentlichen Meinungsfabrikation; Bismarck wirkt mit deutschem Geld zur Glorification seines Namens auf Kosten der deutschen Nation auch weit »über deutsche Grenzen hinaus.« Hilfe des Welfenfonds. (67)

„Kladderadatsch“   #e19»Kladderadatsch« BIS einlud°] Bei Gehlsen, S. 68: „Eines Tages – es war am 19. Juni 1873 – überraschte der Reichskanzler Herrn Dohm mit einer Einladung, also mit der gleichen Ehre, wie sie dem bekannten Coupletsänger Helmerding zu Theil wurde, der seitdem das ständige Reptil des Fürsten Bismarck auf den Berliner Bühnen repräsentirt. _|¯ Herr Dohm folgte natürlich dieser Einladung und – - – seit jenem Abend hat Herr Dohm kein Spottgedicht mehr, wohl aber manches Lobgedicht auf seinen hohen Gastgeber publicirt, ein Huldigungsgewerbe, das der Aufgabe eines Witzblattes schnurstracks zuwiderläuft.“ – Bei dem Witzblatt handelte es sich um „Kladderadatsch”.
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(seit 19 Juni, 1873 wo Bismarck den Dohm einlud) unter Controle des Auswärt. Amts, resp. v. Bülow od. v. Radowitz. (68, 69)

Ursprünglich wollte Bismarck den „Kulturkampf“ nicht; seit Beginn seiner polit. Carrière sah er conservative Stütze in pr. kathol. Adel; bei ihm gelang Plan fast zur Ausführung den Bischof von Ketteler zum Erzbischof v. Köln, resp. zum Fürsten Primas von Deutschland zu machen, womit dauernder Friede mit kathol. Kirche. (71) Erzbischof Ledochowski v. Bismarck selbst aus Belgien nach Deutschland berufen; Bismarck gab den Jesuiten alle mögliche Freiheit in Deutschland. Auch die Unfehlbarkeitserklärung vom   #e*Unfehlbarkeitserkärung vom Pabste°] Hervorhebung von Marx. – Am 18. Juli 1870 war durch das vierte (Schluß-)Kapitel der Vatikanischen Konstitution „Pastor aeternus“ die Infallibilität, die lehramtliche Unfehlbarkeit des Papstes Pius IX, beschlossen und erklärt worden. – Siehe Erl. ((lii)).
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Pabste
nicht Grund seines beginnenden Feldzugs; die Besetzung  #e21 Besetzung Roms durch italien. Truppen°] Die aus Wahlen hervorgegangene Nationalversammlung erklärte am 9. Februar 1849 die weltliche Herrschaft des Papstes für erloschen und proklamierte die Römische Republik, wie es Garibaldi beantragt hatte. Rom erlag am 30. Juni 1849 der Übermacht der Truppen Frankreichs und des Königs von Neapel. Am 14. Juli wurde die päpstliche Herrschaft von den Franzosen wiederhergestellt. Der Papst kehrte im April 1850 zurück und regierte fortan unter dem Schutz der französischen Besatzungsmacht. Als die französischen Truppen während des Deutsch-Französischen Krieges 1870 aus Rom abgezogen wurden, besetzten die Truppen König Viktor Emanuels Rom, das zur Hauptstadt des geeinten Italiens erklärt wurde. Das Garantiegesetz vom 13. Mai 1871 sicherte dem Papst Souveränität und freie Ausübung seinergeistlichen Gewalt zu. – Siehe auch Erl. ((lii)).
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Roms durch italien. Truppen geschah ohne seinen previous consent; hinderte sie nicht, weil er nicht dran hindern konnte. (72)

Erst die Opposition im ersten deutschen Reichstag Seitens der ultramontanen Kampfhähne aus Süddeutschland u. Rheinlandwestphalen, gegen seine Reichs- u. Gesetzumgestaltungspläne erboste ihn; richtete sich daher gegen die ganze Fraction des conservativen Centrums. [Die] Nationalliberalen schürten, Reptilien u. Juden schrieen „Verrath! |158 Verrath an dem Schöpfer der deutschen Einheit, an Deutschland selbst!!“ Damit Culturkampf fertig. (72, 73)

Altcatholicismus erfunden unter Falk durch seinen spiritus familiaris, einen der berüchtigsten parlamentarischen Gründer – Dr. Hammacher . (75)

Der Bruch mit dem Centrum warf Bismarck ganz in die Hände »der liberalen Majorität.« (76) Er wurde v. Massregel zu Massregel gedrängt ohne anderen positiven Erfolg als die steigende Erbitterung der 15 Millionen Katholiken Deutschlands u. Verschärfung des confessionellen Hasses. (76, 77) Inscenirt Kulturkampf durch die berüchtigte Jesuitenrede   #e*Jesuitenrede°] Dem Antrag folgend beschloß der Deutsche Reichstag am 4. Juli 1872 das Jesuitengestz, wonach die Gesellschaft Jesu und die ihr verwandten Orden und Kongregationen vom deutschen Reichsgebiet ausgeschlossen wurden und (bis 1904) die Ausweisung bzw. Aufenthaltsbeschränkung von Jesuiten ermöglicht wurde. Es wurde am 19. April 1917 aufgehoben.
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, die Wagener im Auftrag Bismarcks hielt. Belohnt wurde Wagener durch die Gründerrede Laskers, die den damals mächtigen Mann u. Nebenbuhler Bismarcks beseitigte. Lasker hielt seine Rede gegen Wagner Wagener - Putbus - Biron auf Bismarcks Bestellung, obgleich Bismarck selbst – wie Fürst Putbus bestätigen muss, veranlasste dass Putbus sich für die Gründung der Berliner Nordbahn interessirte. (77)

1873, als sowohl Wagener wie Blankenburg (Zimmerhaus Zimmerhausen) noch erheblichen Einfluss auf Bismarck – dieser bediente sich Wageners, trotz dessen Sturz bis zu Neujahr 1876 – war es gelungen Bismarck für Project vollständiger Trennung der Kirche vom Staat zu gewinnen (wodurch Culturkampf definitiv beigelegt worden wäre) (p. 78) ⦗Der  Gehlsen meint sich selbst.
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Verfasser der Brochüre
arbeitete Juni 1874 für Bismarck Plan in diesem Sinn aus; der erst als conservativer Staatsmann u. Junker dafür begeistert, opferte sie  #e* sie°] Marx bezog sich auf den genannten Plan, den Gehlsen als „längere Auseinandersetzung“ und als „Arbeit” beschrieben hatte.
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aber alsbald seinen Gründern u. Juden als Makulatur. (78[, 79])⦘ Juden u. Reptilien feiern den eitlen Mann als Heros der Geistesfreiheit. (79) Unter dem Schutz u. Geräusch des »Culturkampfs« gegen die Pfaffen konnten die Bennigsen, Miquel, Bamberger, Hammacher et Co den Schwindel der Gründerjahre etabliren, u. so einen selbsständigen „Culturkampf“ betreiben. (79)

Was im „Culturkampf“ Erfindung des Bismarcks, ist dessen Führung durch »Polizei«, Gefängnisswärter u. Executor. (80) S. g. „Brotkorbgesetz“   #e*Brotkorbgesetz°] Preußisches Gesetz vom 22. April 1875, das die staatlichen Leistungen für Bistümer und Geistliche der katholischen Kirche sperrte.
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(80)

In einem Augenblick erheiterter Liebenswürdigkeit –  Zusatz von Marx.
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in Tabackscollegio
– fand Bismarck Veranlassung die Ansicht auszusprechen, dass dem Feldmarschall v. Manteuffel die ihm gewährte Dotation zu klein scheine, sagte dabei wörtlich: „Je mehr der Mensch Geld habe, desto mehr verlange er. Er wisse dies aus eigener Erfahrung. Jeder Mensch sei käuflich. Kein Deutscher widerstehe einer baaren Summe von 10,000 Friedrichsd’or.“ Dies kann durch Zeugen erhärtet werden. (87, 88)

Im Herbst 1876 sollte der officiellen Ankündigung nach Wilhelm I den Reichstag eröffnen (handelte sich in dieser Session um Justizgesetze etc, wo Pression von höherer Stelle wünschenswerth). Bismarck unterbreitete dem Kaiser Thronrede in Form die ihm nicht behagte; Bismarck trotzt, liess den Kaiser allein, i. e. wurd krank; so musste Kaiser auch krank werden; Hofmann eröffnete daher den Reichstag mit Bismarckscher Thronrede; darauf Bismarck u. Wilhelm wieder gesundet; mit Ausnahme v. bischen bisschen Persönlichem (wie in Affairen Gruner u. Hegel) hat Wilhelm den Versuch seinem Kanzler Opposition zu machen nicht mehr wiederholt. (90, 91) Wilhelm hat vielmehr dem Reichstag seine höchste Zufriedenheit ausgesprochen für die niederträchtige Gesinnungslosigkeit, womit die „liberalen“ Parteien dem Bismarck die Justizgesetze apportirt haben. (92) Bismarck schob damit |159 die Verantwortlichkeit von sich auf den Kaiser. (92)

Der deutsche Reichskanzler hat unter russischem Einfluss seine Carrière gemacht. (93)

Wilhelm I Kriegsherr seines uniformirten Volks; Bismarck Landesvater der nichtuniformirten Unterthanen⦘

Beabsichtigte Kränkung des Reichskanzlers daher identisch mit Versuch des Landesverraths. (95)

Dem Grafen v. Arnim sagte Bismarck selbst: „Sie conspiriren mit der Kaiserin gegen mich.“ (99) Bismarck setzte die Entfernung der Augusta von Berlin nach Coblenz durch. (99)

1 Sept. 1872. Audienz des Grafen Arnim beim Kaiser Wilhelmus: „Es handle sich überhaupt um Nichts als um die ‚Ranküne‘ des Fürsten Bismarck … ‚Ranküne‘ wäre einmal der vorherrschende Charakterzug des Fürsten Bismarck, u. es sei traurig, bei einem Manne dies constatiren zu müssen, dem man so viel verdanke. Diese Rancune habe schon viele treue Diener entfernt: Goltz, Thile, Savigny, Usedom, Werther etc[“] „Jetzt sind Sie an der Reihe!“ (102, 103)

Im Process gegen Arnim: Fälschung von Telegrammen durch Staatsanwalt od. Auswärtiges Amt, Spionage, Bestechung, Lüge, Meineid etc (104) Tschischwitz-Mathiae ’sche Landesverrathsprocess-Hauptepisode in dem Arnim Scandal. (105)

Das   #e25 Das BIS schaffen.°] Der belgische Kesselflicker Duchesne hatte sich gegenüber dem Jesuitenprovinzial von Belgien erboten, Bismarck zu ermorden. Daraufhin wurde 1871 der sogenannte Duchesneparagraph, der § 49, in das deutsche Strafgesetzbuch aufgenommen. Danach wird bestraft, wer zur Begehung von oder zur Teilnahme an Verbrechen auffordert oder bei Begehung Hilfe leistet, wenn das Verbrechen nicht oder unabhängig davon ausgeführt wird. Ebenso wird bestraft, wer zu einem Verbrechen ein Anbieten annimmt, ein Verbrechen verabredet oder in eine ernsthafte Verhandlung darüber eintritt.
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unblutige Attentat des belgischen Kesselflickers Duchesne gab dem Bismarck Veranlassung sich in die belg. Gesetzgebung zu mischen u. Duchesneparagraph zu schaffen. So die »Unbotmässigkeit« des Arnim Anlass zum s. g. Arnimparagraphen für das Strafgesetz. Als Parlament sich weigerte, stellte 3 Dec. 1875 Bismarck die Cabinetsfrage. Sagte: „Passt der §353 (der Arnimparagraph) nicht in Ihre juristische Façade, dann passt es mir nicht in die Möglichkeit, die auswärtigen Geschäfte zu führen, wenn das Gegentheil von dem geschieht, was beantragt ist.“ Reichstag apportirte darauf den §.

Ein Alinea des §353 lautet: „Wer seinen Vorgesetzten durch falsche Angaben täuscht, soll mit Gefängniss bis zu 5 Jahren bestraft werden.“

Nun war Herr v. Küpfer , pr. Legationssekretär seinerzeit zum Gesandtschaftssecretär in Constantinople ernannt mit der ausdrücklichen amtlichen Weisung den dortigen pr. Gesandten zu bewachen u. über ihn zu berichten etc[.] Während des Arnim’schen Processes kam heraus, dass v. Holstein , jetziger persönl. Adjutant des Reichskanzlers, dieselbe Rolle neben Arnim spielte. (105–8)

Weiter lautet der Arnim §: „Wer Dienstgeheimnisse verräth, soll mit Gefängniss bis zu 2 Jahren betraft werden.“ Die Botschafter werden daher dem Kaiser jede Auskunft über politische Angelegenheiten verweigern müssen, die ihnen auf amtlichem Wege bekannt geworden sind. Ausland verspottete;   #e*Saturday Review°] Germany. A domestic affliction befallen Prince Bismarck … In: The Saturday Review of Politics, Literature, Science, and Art. Nr. 1050. Vol. 40. 11. Dezember. London 1875, S. 730/731: „The best thing a German Ambassador will be able to do is to take straight to his bed and lie there, as then he can confine himself to written communications, carefully kept within the limits of the exact words used by Prince Bismarck in his despatches.”
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Saturday Review: „the best thing a German Ambassador will be able to do, is to take straight to his bed and   #e* lay°] Bei Gehlsen, S. 109: lie
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lay there“, da der Verkehr mit Menschen ihnen nur Gefahr bringen könne. (108, 9)

„Das Spioniren scheint’s, ist Deine Lust.“ Spionirsystem Hauptagens des Bismarck. Hinter dem Rücken Arnim’s, des kaiserl. Botschafters, hat er durch Herrn v. Manteuffel, seinen heimlichen Specialbotschafter, mit der fzs. Regierung unterhandelt u. ihr günstigere Propositionen gemacht als Arnim bieten durfte, verdächtigte ihn so bei Thiers etc (109)|

160

Bismarck machte durch seine Agenten schmachvoll gescheiterte Bestechungsversuche an  Artikel entschlüsselt nach der Quelle.
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der
Wiener Presse um Manuscripte über ihm missliebige Artikel in seine Gewalt zu bringen? Selbes Manöver bis auf die neueste Zeit fortgesetzt andern Personen gegenüber im Bund mit den miserabelsten Subjecten. Post ausgenützt für den Spionendienst; so gab damaliger Generalpostdirector der Post-Anstalt in Gambor Auftrag auf Briefe zu fahnden, die dem Arnim von dem dänischen Agenten Hansen – niemals zugingen. Ebenso in Ledochowski Affaire, Liebknecht etc Postbeamte „im Interesse des Staats“, i. e. Bismarcks, Spione. (109, 110)

Als „Pro Nihilo“ erschien, auch ins Englische übersetzt, veröffentlichte Bismarck im „Reichsanzeiger“ seinen Brief v. 14 April, 1873 an Kaiser. Darin heisst’s u. a. „Ew. Majestät wollen sich huldreichst erinnern, dass ich von dem Versuch sprach, die Gefahren, die Arnim’s Character in Paris bedingt, durch seine Versetzung nach London abzuschwächen, dass aber von dort aus bei der ersten Anfühlung der heftigste Protest wegen der Neigung Arnim’s zur Intrigue u. zur Unwahrheit eingelegt würde wurde; man würde kein Wort glauben, was er sagen könnte.“ (111, 112) Nur der engl. Minister des Auswärtigen konnte zur »Anfühlung« competent sein (112), also damals Granville (113) Interpellation O’Sullivans. Darauf veröffentlichte die „Pall Mall Gazette“ ein Schreiben Granvilles an Arnim: „Er habe sich seines Wissens niemals in tadelnder Weise über den Grafen, welchen er nicht die Ehre habe zu kennen, geäussert u. er habe, als es sich um Besetzung des deutschen Botschafterpostens in London handelte, den englischen Botschafter in Berlin beauftragt, dem Reichskanzler gegenüber einen einzigen Wunsch auszudrücken, nämlich den, er möge zum Botschafter eine Persönlichkeit wählen, welche sein, d. h. des Reichskanzlers, volles Vertrauen geniesse.“ (115) Die Pall Mall bemerkte zu diesem Briefe u. a. „Die Thatsache, dass eine so monströse Erfindung dem Kaiser v. dem Reichskanzler in vollem Ernste berichtet werden konnte, wirft ein eigenthümliches Licht auf die Methode, mit welcher der Angriff auf den Grafen Arnim anfänglich eingeleitet u. seitdem fortgesetzt ist.“ (115, 116)

 Zusatz von Marx.
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Ferner absichtliche böswillige Verläumdung, die Bismarck trotz Andringen Arnims (in Brief vom November 1876) nie zu beweisen od. zu specificiren suchte
, folgende in Bismarcks Brief vom 14 April 1873 1874 an den Kaiser: „Ich habe Ew. Maj. meine unvorgreifliche Meinung über die Persönlichkeit des Grafen Arnim seit Jahren nicht verhehlt … Ich habe, und nicht ich allein, den Verdacht, dass er seine geschäftliche Thätigkeit gelegentlich seinen persönlichen Interessen unterordnet. Beweisen lässt sich dergleichen nicht“ (116)  Zusammenfassende Bemerkung von Marx.
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⦗Of course, Bismarck took good care, dass die spätere »Anklageschrift« gegen Arnim) wegen Landesverraths auch »nicht ein Wort« bezüglich dieses Verdachts enthält.⦘

Im Jahr des Schwindels  #e* Jahr des Schwindels°] 1873. Die Jahre 1871–1873 wurden auch als „Gründerjahre“ bezeichnet, weil in Deutschland infolge der nach dem Deutsch-Französischen Krieg zu leistenden 5 Milliarden Francs Kriegsentschädigung ein ungewöhnlicher wirtschaftlicher Aufschwung stattfand, der mit der Gründung vieler Unternehmen und mit zahlreichen Spekulationsgeschäften verbunden war. In der zweiten Hälfte des Jahres 1873 folgte eine besonders tiefgreifende Weltwirtschaftskrise (der „Gründerkrach”), die auch Österreich, Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Italien und Rußland erfaßte. In Deutschland begann die Krise im Mai 1873 mit dem „großen Krach”, der das Vorspiel einer lang andauernden Krise war, die sich bis zum Ende der 1870er Jahre hinzog.
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1872 gründete Bismarck den „Dreikaiserbund“, v. den Diplomaten „das kalte Bündniss“ genannt (121), angeblich zur Bewahrung des »europäischen Friedens« ([121,] 122); nach u. nach traten alle Regierungen bei; nur England nicht. (122) Kurz nach der Dreikaiserzusammenkunft  #e* Dreikaiserzusammenkunft°] Sie fand vom 5. bis 11. September 1872 in Berlin statt. An ihr nahmen die Kaiser des Deutschen Reiches, Österreich-Ungarns und Rußlands, Wilhelm I., Franz Joseph und Alexander II., nebst ihren leitenden Ministern teil. Sie bedeutete die Anerkennung des Deutschen Reiches und Kaisertums und die Billigung der deutschen Reichspolitik und erklärte das Bestreben der drei Kaiser, in allen großen Fragen der Politik im Einvernehmen miteinander handeln zu wollen. Am 22. Oktober 1873 wurde dann zwischen dem Deutschen Reich, Östrerreich-Ungarn und Rußland das Dreikaiserabkommen abgeschlossen, dem 1881 das Dreikaiserbündnis folgte, das 1885 zerfiel.
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verkündete Bismarck dem ersten deutschen Reichstag seine That, sagend „er habe den Frieden Europa’s auf geraume Zeit sichergestellt“, u. bestand desswegen auch zum Dank auf »Erhöhung des Militairbudgets«. (124) Der Dreikaiserbund – auch „Tugendbund“ benamst – entpuppte sich als ein Bündniss wonach jeder der 3 Verbündeten seinen eignen Kriegsgelüsten behaglich zu fröhnen hoffte. Im Frühjahr 1875 Bismarcks „Krieg-in-Sicht“ [-]artikel  1875 provozierte Bismarck eine „Krieg-in-Sicht”-Krise. Durch gefälschte Meldungen in der von ihm abhängigen Presse über angebliche französische Kriegsvorbereitungen gegen Deutschland schürte er antifranzösische Stimmungen und Kriegsängste. – Siehe Otto [Eduard Leopold] von Bismarck: Ist Krieg in Sicht? In: Die Post. Berliner neueste Nachrichten. Berlin. Nr. 82. 9. April 1875, S. 1, Sp. I-III.
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(Post etc  #e*Post etc°] Bei Gehlsen, S. 125: „Aber seine ‘Krieg-in-Sicht’-Artikel fanden in der liberalen und Judenpresse ein williges Echo und aus jedem deutschen Krähwinkel trompeteten die ‘reichsfreundlichen’ Käseblätter: ‘Nieder mit den Klerikalen in Frankreich und Belgien!’ Darauf allgemeine Angst in Europa …“ – Der Text in Klammern stammt von Marx. Bei der „Post” handelte es sich wahrscheinlich um die Berliner freikonservative Zeitung „Die Post”, in der am 8. April 1875 Bismarcks Artikel „Ist Krieg in Sicht?“ erschien. – Es gab auch eine „Post“ bzw. dann wohl „Reichspost”, das ab 1.8.1866 erschienene Leiborgan des „Eisenbahnkönigs“ Bethel Henry Strousberg, zu dessen Mitarbeitern z. B. Bruno Bauer, Julius Faucher und der Redakteur des humoristisch-satirischen Wochenblattes „Kladderadatsch”, Ernst Dohm, gehörten. 1872 übernahm die Discontogesellschaft die Zeitung und verwandelte sie in eine Aktiengesellschaft. – Informationen über diese „Post“ in Otto Glagaus Buch „Der Börsen- und Gründungs-Schwindel …”, S. 464–466.
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) gegen Frankreich. Gortschakoff benutzte das um den „pacificateur de l’Europe“ zu spielen; sein Triumph bestätigt in dem berühmten Telegramm v. Alexander II an die Grossfürstin Olga v. Württemberg: „L’emporté de Berlin etc“ (125, 126)|

161

Bismarck verlebt Sommer 1875 in seinem pommerschen Malepartus; danach taucht das „Bischen Herzegowina auf. Herbst 1876 hatte er schon im Reichstag zu erklären es sei jezt ein Bischen »lokalisirter Krieg« (in Bosnien u. Serbien mit Hilfe Russlands) (127) Consulmord in Salonichi, Aufstand in Bulgarei, Zwangsanleihe in Serbien, Revolution in Constantinople, Expedition der Deutschen Flotte. (127)

Dreikanzlerconferenz in Berlin, gelenkt v. Gortschakoff. (128) Bismarck neigte sich mehr auf die Andrassysche Seite; es sollte ein Waffenstillstand abgeschlossen u. wo möglich eine Entwaffnung der Insurgenten vorgenommen werden; aber bei der „dilatorischen“ Behandlung der Frage vergass [man], dass die Vorbedingung zu Waffenstillstand eine Demarkationslinie war. (129) Ausserdem durch Waffenstillstand die Insurgenten als kriegsführende Macht anerkannt. (l. c.)

Aber Gortschakoff erlangte die Hauptsache, dass das Berliner Memorandum als eine vereinte Action der 3  Bei Gehlsen: Mächte
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Nordmächte
in Aussicht gestellt; war von der Drohung begleitet, dass diese vereinte Action auch dann stattfinden sollte, wenn die andern Mächte, namentlich England, nicht mitgehn wollten. Zum Trost wies Bismarck den Andrassy auf die „senile“ Schwäche Gortschakoffs hin. (130, 31)

Disraeli in einer Anspielung auf die Arnimaffaire: „In England sei der Arbeiter vor widerrechtlicher Verhaftung sicherer als in Deutschland der Aristokrat.“ (131, Note[)]

Nach Schluss der KanzlerkonferenzFreitags 10 Mai, 1876 – befahl Bismarck die Botschafter Frankreichs, England’s u. Italien’s vor sich, um ihnen mitzutheilen: Gortschakoff u. Andrassy hätten sich entschlossen, bis Montag in Berlin zu bleiben, und die 3 Verfasser des Memorandums erwarteten, dass die Mächte sich bis dahin ⦗also in 3 Tagen⦘ über die Annahme des Memorandum’s äussern würden.“ (Bluebook, Brief v. Odo Russell) (132) England sollte sich also binnen 2 × 24 Stunden über solche in Form eines Ultimatums an  die englischen Staatsmänner
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sie
gerichtete Frage entscheiden. Derby antwortete: „England lege freilich in so wichtigen Angelegenheiten keinen Werth auf die Beobachtung der Form, indessen etc“ (Blue Book)

Beust telegraphirte an Andrassy: „England sei über die Zumuthung, sich in so kurzer Zeit zu erklären, verletzt.“; Andrassy antwortete: „es sei ihm nicht eingefallen, irgend eine Frist zu bestimmen.“ Das Possirlichste dabei das Bismarckmanöver, dass weder Gortschakoff noch Andrassy ihre Abreise bis auf Montag aufschoben, sondern Berlin am Sonnabend verliessen. (133)

Englische Ablehnung; dann Tod Abdul Aziz’s, ehe noch das Programm  #e* Programm°] Bei Gehlsen: unglückliche Memorandum
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an seine Adresse gelangt. (133) Allgemeine Confusion; Memorandum einstweilen als Makulatur ad acta gelegt. (l. c.)

Der Bund zur »Erhaltung des Friedens« entpuppt sich als »Bund zur Herbeiführung des Kriegs«[.] Bismarck ging nach Kissingen, nachdem seine Reptilien erklärt, es sei alles in Ordnung. Russland ging weit über das Berliner Memorandum hinaus, insurgirte, drängte zum Krieg. Bismarck liess es gewähren. Rubel  #e37 Rubel ging auf Reisen°] der Kurswert des Rubel fiel
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ging auf Reisen, Deutschland erfüllte sich mit „Juchtengeruch“. Schuld am Krieg einzig u. allein Bismarck. (134)

Bismarck’s tief eingewurzelte, wahlverwandtschaftliche Neigung f. das russ. Regierungssystem, dazu seine Reminiscenzen an die Petersburger Plaudereien, Zechereien u. Jagdausflüge. (135)

Bismarck treibt Oestreich zum Selbstmord od. zum Krieg mit Russland. (137)

[»]Durch ein Zusammengehn mit England war Deutschland in der Lage sich die Freundschaft Russlands zu erhalten.« (138.  Bemerkung von Marx.
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Soll heissen: es zur Liebe zu zwingen
)|

162

Bismarck folgte seiner Russomanie im selben Moment, als Russland das deutsche Reich mit der Grenzsperre für alle deutsche Producte beglückte u. die Grundbesitzer durch die Ueberschwemmung russischer Bodenerzeugnisse ruinirte. (138)

Falle  #e42 Falle BIS gestellt.°] Bei Gehlsen: „Es ist eine beiallen christlichen Nationen ausgemachte Sache, dass Europa von dem Alp der orientalischen Frage nur durch eine vollständige oder theilweise staatsrechtliche Loslösung der slavischen Herzogthümer von der Türkei befreit werden kann. Disraeli war niemals grundsätzlich gegen eine solche Lösung. Die öffentliche Meinung Englands verlangt eine solche Lösung. Andrassy hätte anfänglich auch darein gewilligt – heute ist es für Oesterreich zu spät und es wird das Schwert ziehen müssen, um sich der Falle, welche ihm die Liebe seiner Bundesgenossen gestellt hat, zu entziehen. Zur Erhaltung der Bundesgenossenschaft Oesterreichs und seines Freundes Andrassy hätte sich der Fürst Bismarck mit dem ihm verhassten Disraeli verbinden müssen. Statt dessen gründete der Reichskanzler das nordische Bündniss und verbündete sich mit derjenigen Macht, welche notorisch kein Interesse am status quo hat, welche notorisch die Auflösung des türkischen Reiches zu ihrem eigenen Vortheil anstrebt.”
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dem Andrassy v. Bismarck u. Gortschakoff gestellt. (140)

Der Bismarckschen faulen Gründung der Dreikaiserliga folgte die – Abschlachtung der Actionaire. (140)

Bismarcks  Ausdruck von Marx. Bei Gehlsen, S. 141: „Oder ist es wirklich nur Unfähigkeit, die den Fürsten Bismarck wie in anderen, so auch in der Beurtheilung der orientalischen Frage auszeichnet?“
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Weltblick
: „So lange man nicht beweist, dass in Folge der orientalischen Wirren die Güter in Pommern im Werth sinken, hat Deutschland kein Interesse an der oriental. Frage.“ (142) Die alte preussische Theorie, dass das Berliner Kabinet an dem Schicksal der Türkei nicht „direct“ interessirt sei, datirt aus der Zeit, da Berlin noch die Hauptstadt Preussens war. Damals konnte man die Türkei als ein Ausgleichs-Object behandeln u. verhandeln an die Macht, die Preussen half deutsches Reich zu werden. … Jezt diese alte preuss. Theorie – einfache Provinzial-Politik, wodurch Deutschland zum Schleppträger des heiligen Russlands herabgesunken. (143) „Allons donc, comment se soucier de cette bagatelle d’Herzégowine.“ (l. c.)

Georg Hesekiel: „Das Buch vom Fürsten Bismarck“. ⦗Bismarck nach öffentl. Ausspruch des Staatsanwalts Simon v. Zastrow in Berlin, steht „Mensch“ Bismarck so hoch, dass derselbe durch jede Hypothese beleidigt wird, die dem „Durchschnittsmenschen“ gegenüber nicht als Beleidigung zu erkennen sei. – Staatsanwalt Pleuss in Hannover, in Process gegen Edgar Bauer, führte so den Beweis f. die Schuld des Angeklagten: „Dass eine Beleidigung schon dadurch festgestellt zu erachten, weil der Fürst Bismarck sich durch den inkriminirten Artikel beleidigt gefühlt und den Strafantrag gestellt habe.“ Staatsanwalt Tessendorff in Berlin nennt Bismarck mit Ignorirung des Kaisers den „Mann, der an der Spitze des Staats stehe“. (145[, 146] Note)[⦘]

1832 Bismarck als Studiosus nach Göttingen auf die Universität geschickt. Dort theilte er seine Studienzeit (Hesekiel, S. 69 u. folgende) in Saufen, Raufen u. verwandte Fächer, u. Hesekiel rühmt von ihm, dass er bis Herbst 1833, wo er Göttingen verliess, niemals ein Colleg besucht hatte. „Bei dem stürmischen Leben,“ – sagt Hesekiel – „welches Bismarck in Göttingen geführt, hatte er begreiflicher Weise keine Musse gefunden, Collegia zu besuchen; dennoch erhielt er sehr schöne Atteste über seinen Fleiss.“ (148)

Nach Berlin zurückgekehrt, setzte er das wilde Leben fort. „Erst als das Examen wie ein dräuendes Gespenst näher kam, entschloss er sich u. ging, das erste Mal in seinem Leben, in ein Collegium; er ging auch ein zweites u. letztes Mal dahin, u. klar war ihm, dass er in der kurzen Zeit, welche ihm noch blieb, nicht so viel vom Jus profitiren könne, als er zum Examen brauchen brauche. Er ist darum nach diesen 2 Stunden, nie wieder im Collegium erschienen.“ (Hesekiel) Sein Examen legte er ab vermittelst Interferenz der Familienhäupter  Zusatz von Marx, um kenntlich zu machen, dass die letzte Aussage nicht aus Hesekiels Schrift „Das Buch vom Grafen Bismarck“, sondern von Gehlen selbst stammt.
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(sagt der Verfasser)
(p. 150) Wurde dann Auskultator; als welcher er nach Verübung einiger Unarten 1836 als Referendar an die Regierung zu Aachen versetzt wurde, „bald aber gerieth er in den Strudel des grossen Weltverkehrs, der in der Saison namentlich |163 an den altberühmten Bädern der Kaiserstadt herrschte etc – Er gerieth dabei in Verhältnisse, die viel Wirrnisse in sein Leben brachten, sich schliesslich aber doch noch mit Hülfe eines Freundes ziemlich leidlich lösen liess liessen, wenn Bismarck auch noch Jahre lang danach die Nachwehen nicht ganz überwunden hatte.“ (150) (Hesekiel)

Dann nach Potsdam als Referendar u. Gardejäger in Funktion; liess sich dann von Potsdam nach Greifswald zum zweiten Jägerbataillon versetzen, „weil er hoffte, dort nebenher Vorlesungen an der landwirthschaftlichen Akademie von Eldena hören zu können … Dazu aber war er durch den traurigen Umstand gezwungen, dass die Verwaltung der väterlichen Güter in Pommern, aus Gründen, die wir bereits oben angedeutet (!) haben, zum völligen Ruin zu führen drohte.“ (151) (Hesekiel) Aber er „überzeugte sich alsbald, dass es unmöglich sei, den Waffendienst u. die landwirthschaftlichen Vorlesungen mit einander zu verbinden. Er verfiel daher bald wieder, weil es dort nichts Anderes gab (!) einem wilden Studentenleben.“ (151) (Hesekiel)

Sommer 1839 tritt Bismarck in die Verwaltung der ruinirten pommerschen Güter ein u. erhielt Kniephof u. Jarchelin; lebt Zeitlang als Landjunker; soll mit Hilfe tüchtiger Leute pecuniär wieder etwas heraufgekommen sein, bis er aus Schwermuth u. Lebensüberdruss wieder aufs Zechen verfiel u. sich dadurch ein besondres „Renommée“ erwarb. (151, 52)

„lustige Gesellen u. Zechkumpane ⦗auf Kniephof⦘ um sich versammelte, also dass aus dem Kniephof ein Kneiphof wurde, auch so geheissen von den Leuten weithin im Lande. Seltsame Mähren liefen da um über die nächtlichen Zechgelage, bei denen es Niemand dem „tollen Bismarck“ gleichthun könne im Trinken aus dem grossen, mit Porter und u. Champagner, halb u. halb, gefüllten Pokal … bis Kniephof endlich so verrufen war, als wenn Gespenster darin umgingen. Aber die Gespenster dort mussten starke Nerven haben, die Gäste wenigstens, die dort gar fest unter der Mütze von Champagner u. Porter schliefen, wurden nicht selten durch Pistolenschüsse geweckt, so dass die Kugeln über ihnen in die Decke schlugen, u. der Kalk bröckelnd ihnen in’s verstörte Antlitz fiel.“ (152, 53) (Hesekiel)

Nothwendigkeit drängt sich endlich dem verschuldeten Bummler aus auf, den zerrütteten Verhältnissen durch eine Heirath wieder aufzuhelfen; dies wiederholt angedeutet in seinen bruchstückweise veröffentlichten, ganz seinen Lebensgewohnheiten entsprechenden Briefen. Bismarck warb um Hand der reichen Freiin Ottilie v. Puttkammer (nicht verwandt mit seiner späteren Frau Johanna v. Puttkammer ). Sie war leidenschaftliche Reiterin u. Bismarck äusserte once in angesoffnem Zustand, es wäre ihr besser, sie schaffe sich statt der kostbaren Pferde eine Gouvernante an, um grammatikalisch richtig sprechen u. schreiben zu können. Als er nun dennoch um sie als Gattin warb, schrieb sie ihm: „dass sie grade so viel deutsch gelernt habe, um ein richtiges ‚Nein‘ schreiben zu können.“ Später heirathete sie, auf Schloss Pansin bei Stargard in Pommern, General v. Hirschfeld . Beide nun todt. (153, [154] Note des  Heinrich Joachim Gehlsen
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Verfassers
)

1845 schreibt Bismarck von Kniephof an seine Schwester, Frau von Arnim-Kröchlendorf , nachdem er geklagt über „Mangel an Stroh, Futter, Geld, Kartoffeln |164 u. Dünger“ – „Ich muss mich übrigens, hol mich der Teufel! verheirathen, das wird mir wieder recht klar – – Ich muss zuletzt doch noch ** (die Johanna v. Puttkammer, seine jetzige Frau) heirathen, die Leute wollen es alle so, u. Nichts scheint natürlicher, da wir Beide zusammen übrig geblieben sind. Sie lässt mich zwar kalt, aber das thun sie alle etc“ (153, 154)

Seine „geniale Verwilderung“, alias »sittliche Rohheit[«], macht sich andrerseits Luft in einer Beschreibung eingetretener Ueberschwemmungen: „ich bin stolz darauf, sagen zu können, dass in meinem Nebenfluss der Zampel ein Theerfahrer mit seinem Pferde ertrank.“ (Hesekiel) (p. 154)

1846 schriebt schreibt er v. Potsdam u. a. an seine Schwester: „Inventarien anfertigen ist langweilig, namentlich wenn man von den Schurken, den Taxatoren (den kgl. pr. Schurken der Potsdamer Behörde) 3 mal aus nichtigen Gründen im Stiche gelassen wird u. Tagelang warten muss etc“ (154, 55) (Hesekiel)

In diesem Ton alle Briefbruchstücke des grossen Mannes, welche zu seiner Ehre u. Ruhm mit seiner eigenen Beihülfe  Zusatz von Marx.
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(durch Hesekiel)
veröffentlicht worden sind. Uebermässiges Trinken, zweideutige Kalauer, rohe Spässe über Liebelei, Kuppelei u. Familienereignisse – der Inhalt aller Bismarckschen Briefe als Referendar, Deichhauptmann, Bundestagsgesandter etc. Schon als Gesandter in Petersburg war er durch sein rohes zügelloses Leben dem vollständigen Verfall nah u. bedurfte es daher nicht „seiner Sorge um das deutsche Vaterland“ um seine Nerven vollständig zu zerrütten. (155) Ohne seine  Bei Gehlsen, S. 155: weniger robuste Mensch
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robuste flegelnatur
wäre er an »Delirium«, in der Sprache des feinerzogenen Reptils – „Nervosität“ – zu Grund gegangen. (155, 156)

Schreibt 1859 aus Petersburg an seine Schwester: „Ich bin schon seit dem Januar in Berlin nie wieder recht gesund gewesen, u. Aerger, Klima u. Erkältung trieben mein unscheinbares Gliederreissen vor ungefähr 10 Tagen auf die Höhe, dass mir der übliche Athem nicht mehr ausreichend zufloss u. nur unter sehr schmerzhaften Anstrengungen einzuziehen war. Das Uebel, rheumatisch-gastrisch-nervös, hatte sich in der Lebergegend eingenistet u. wurde mit massenhaften Schröpfköpfen  #e* Schröpfköpfen°] Gläser oder Gummiglocken zur lokalen Blutanstauung.
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, spanischen Fliegen  #e* spanischen Fliegen°] Metallisch grüne, bis zwei cm lange, übelriechende südeuropäische Pflasterkäfer. Sie wurden für medizinische Zwecke für Apotheken gesammelt, getrocknet und pulverisiert.
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u. Senft Senf über den ganzen Leib bekämpft – – Meine gute Natur hat sich aber rasch wieder geholfen, seitdem man mir Sect in mässigen Quantitäten verordnet hat.[“] (156) ⦗Namentlich „Montebello“ spielt in seinen Briefen hervorragende Rolle, wie auch seine „Krankheit“ (156, Note[)]

Als Soldat konnte Bismarck keine Carrière machen. Doch giebt Hesekiel (p. 274 u. 286) 2 Heldenthaten v. ihm:

„Nach der Versicherung eines englischen Correspondenten (!) hat aber Bismarck bei Gravelotte doch die ihm sonst eigne Ruhe (?!) verloren. Der Engländer sah ihn auf dem Pferde weit nach vorn gebeugt u. die sonst so festen Züge voll leidenschaftlicher Aufregung. Er würde ohne die Rücksicht auf den König (!!) unzweifelhaft (!!!) vorwärts ins Feuer gejagt sein. So versichert uns der Engländer u. unglaubhaft ist’s nicht.“ (Hesekiel, p. 274.)|

165

In Favre’s Bericht über seine Unterredung mit Bismarck auf dem Schlosse Haute-Maison, u. a.: „Wir traten in einen niedrigen Saal. Graf Bismarck war im Begriffe sich niederzulassen, als er mir Folgendes sagte: ‚Wir sind hier sehr schlecht daran; Ihre Franctireurs können durch die Fenster auf mich zielen.‘ Als ich hierauf mein Erstaunen u. meine Zweifel ausdrückte, fügte er hinzu: ‚Ich bitte Sie, sagen Sie den Leuten hier im Hause, dass Sie ein Mitglied der Regierung sind u. ihnen befehlen, Acht zu geben, dass sie mit ihrem Kopfe gegen jeden verbrecherischen Versuch haften.‘ Favre ging hinaus u. fand das Haus rings von preussischen Schildwachen umstellt, ein Umstand, der ihn natürlich beruhigen musste. Heldenmuth und Vorsicht sind stets in hervorragender Weise bei dem Fürsten Bismarck vereinigt gewesen.“ (Hesekieliade, p. 286)

Bismarck hat seinen Hesekiel reichlich verdient … Ein Volk, das sich selbst erniedrigt, verdient die Niedrigkeit seines Götzen! (p. 158)|

Konzept eines Artikels zur Debatte über das Antisozialistengesetz im Deutschen Reichstag

[Veröffentlicht in: MEGA I/25. S. 159–168.] |

270

Inhalt

1) Maurer Einleitung zur Dorf etc Verfassung (Schluss) (p. 1–17)

2) Hlubeck Band I contin. (p. 18–45)

3) C. Fraas. „Klima u. Pflanzenwelt“ (1847) (p. 45–54)

4) Index zu Embassy Secretaries Reports (p. 55–80)

5) Index zu Commercial Consul’s Reports (p. 81–91)

6) Index abgekürztes Register (p. 92–95)

7) Index zu Return East India (Bengal-Orissa-Madras Famine etc) (p. 95–101)

8) Index zu Royal Commission on Railways (102–126)

9) Index zu Cobbet’s Register (p. 128–129)

10) Tschernischewski: „Letters without Address[“] (p. 130–150)

11) Das Kleine Buch vom Grossen Bismarck. (p. 152–165)

12) Debatte in (Antisocialisten Gesetz) Reichstag (p. 166–173)

Zitiervorschlag

Karl Marx: Exzerpte aus Heinrich Joachim Gehlsen: Das kleine Buch vom grossen Bismarck (1878). In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, Bd. IV/25, bearb. v. Timm Graßmann, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M0012512. Abgerufen am 08.08.2026.

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