Heft VIII, S. 71. (Exzerpte aus Emil Du Bois-Reymond: Das Kaiserreich und der Friede. Leibnizische Gedanken in der neueren Naturwissenschaft. Zwei Festreden in öffentlichen Sitzungen der königl. preuss. Akademie der Wissenschaften. Berlin 1871.)
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I) Emil Du Bois-Reymond.
(Beständiger Secretär der Kgl. Pr. Akademie etc) „Das Kaiserreich und der
Friede. Leibnizische Gedanken in der neueren Naturwissenschaft. Zwei Festreden
in öffentlichen Sitzungen der Kgl. Pr. Akademie der Wissenschaften. (Zum Besten
des Berliner Hülfs-Vereins der deutschen Armeen im Felde)[“] Berlin 1871.
Erste Rede. Das Kaiserreich und der Friede, „gehalten in der
Friedrichssitzung am 26 Januar 1871“.
»Für die daheim gebliebnen Bürger ist es Pflicht, während die ausgezogenen
den wahnsinnig sich sträubenden Feind bändigen,
mit männlicher Fassung und verdoppeltem Eifer jeder an seiner Stelle Bei Du
Bois-Reymond, S. 3: dafür
Schließen daheim zu sorgen, dass der
Staatsorganismus im Gang bleibe.« (3) Lobhudelei des alten Fritzen, Preussens, der Krieg gegen
Frankreich Befreiungswerk der übrigen europäischen Völker etc.
Zweite Rede. „Leibnizische Gedanken in der neueren Naturwissenschaft.“
(gehalten in der Leibniz-Sitzung der Akademie der
Wissenschaften am 7 Juli 1871 1870.)
»Der Lehre von der Erhaltung der Kraft, welche unsere
Weltanschauung beherrscht, gab Leibniz
zuerst den richtigen Ausdruck, und wie sinnreich ist das Bild, durch welches
er das scheinbare Verschwinden von Kraft bei Umwandlung von Massenbewegung
in Molecularbewegung erläutert: wie das Umwechseln eines grossen Geldstückes
in Scheidemünze. Aber wie für
Descartes
ist auch für ihn die Constanz der Kraft nur ein Ausfluss des göttlichen Willens« Zusatz von
Marx.
Schließen (!) (p. 17) Zusatz von Marx.
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Er citirt dazu in Note: „les forces Bei Du Bois-Reymond, S. 35: ne sont ⦗pas⦘ détruites
Schließen ne sont détruites,
mais dissipées parmi les parties menues. Ce n’est pas les perdre, mais c’est
faire Bei Du Bois-Reymond, S. 35: comme ⦗font⦘ ceux
Schließen comme ceux qui
changent la grosse monnaie en petite“ (aus: Leibnitii
opera philosophica
ed. J. E. Erdmann. Berolini 1840.)
Bemerkung von Marx.
Schließen Das Einzige was er sonst darüber sagt, dies:
»Unsere heutige Naturwissenschaft lässt mehrere … Ausläufer Leibnizischer Gedanken erkennen … Die Lehre von der Erhaltung der Kraft ist nicht ein blosser Ausläufer zu nennen, und also nicht hierher zu rechnen.« (p. 21)
Heft VIII, S. 72. (Exzerpte aus R. Des-Cartes: Opuscula Posthuma, Physica et Mathematica. Amstelodami 1701.)
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II) R. des Cartes. Opuscula
Posthuma, Physica et Mathematica. Amstelodami, 1701.
»Infinitam considero motus diversitatem semper in Mundo permanentem. Et post |2 observatos motus maximos, qui conficiunt dies, menses, annos, animadverto vapores indesinenter a terra versus nubes adsurgere, indeque descendere; aërem ventis agitari, mare nunquam quiescere; uti nec flumina, nec fontes; firmissima corruere aedificia; plantas et animalia crescere solummodo et corrumpi: tandemque nihil uspiam locorum reperiri quod non sit mutationi obnoxium. Unde satis perspicio solam non esse flammam, in qua multae occurrunt particulae, quae moveri omnino haud cessant: sed in omnibus etiam aliis corporibus eas reperiri, quamvis earum operationes adeo validae non sint, nec propter molis suae parvitatem ullus sensuum nostrorum eas percipere valeat.« (p. 5, 6)
»Non multis causam motus eorum inquiram: si quidem mihi sufficit concipere motum una cum Mundo ortum fuisse. Quo posito, dictitat mihi ratio, fieri non posse ut motus esse desineret, aliamve, quam respectu subjectorum, mutationem subiret. Id est, quod vis movendi quae est in aliquo corpore, vel omnis, vel ex parte, possit quidem transire in aliud, et non amplius in esse priori; verum quod nequeat omnino non amplius esse in Mundo.« (6)
III Leibniz
Heft VIII, S. 69/70. (Exzerpte aus Otto Caspari: Leibniz’ Philosophie, beleuchtet vom Gesichtspunkt der physikalischen Grundbegriffe von Kraft und Stoff. Ein historischer Beitrag zur neueren Philosophie und zur Geschichte der Naturwissenschaft. Leipzig 1870.)
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1) 1671 #e111671 BIS infinitum.°] Siehe S. 000.00-000.00 [PC,
Heft V, S. 79.22–23 u. 81.13–19]. – Zitiert nach: Otto
Caspari: Leibniz’ Philosophie, beleuchtet vom Gesichtspunkt der
physikalischen Grundbegriffe von Kraft und Stoff … Leipzig 1870, S.
75. - Hervorhebungen von Marx. – Leibniz’ „Hypothesis physica nova“
kam 1671, nur mit den Buchstaben „G.G.L.L.“ unterschrieben, heraus.
Eine deutsche Fassung davon erschien 9 Jahre später: Ein anderer
vortrefflicher Tractat wider die gemeinen Irrthümer/ Von der
Bewegung natürlicher Dinge. In: Des vortrefflichen Engelländers
Thomae Brown, der Artzney Dr. Psevdodoxia Epidemica, Das ist:
Untersuchung derer Irrthümer/ so bey dem gemeinen Mann/ und sonst
hin und wieder im Schwange gehen. In Sieben Büchern also und
dergestalt abgefasset/ daß darinn anfangs von den Irrthümern ins
Gemein/ mit Beyfügung unterschiedlicher Curiöser Tractätlein/ als
eines Handbuchs der wieder zu recht gebrachten Naturkunst/ darinn
der Grund der gantzen Chymischen Wissenschaft enthalten; Item eines
Werkes wider die gemeinen Irrthümer von der Bewegung natürlicher
Dinge …; Und dann ferner in denen übrigen Sechs Büchern von den
Irrthümern/ die Mineralien/ Gewächse/ Thiere/ Menschen/ Bilder und
Gemälde/ Welt- und Geschicht-Beschreibungen betreffend gehandelt
wird. Alles mit sonderbarem Fleiß/ aus dem Englischen und
Lateinischen/ mit Beyfügung der Lateinischen Kunstwörter/ in die
reine Hochteutsche Sprach übersetzet/ mit ungemeinen Anmerkungen
erläutert/ und unterschiedlichen Kupferfiguren versehen durch
Christian Peganium, in Teutsch Rautner genannt. Mit Churfürstl.
Sächs. Privilegio. Franckfurt und Leipzig/ in Christoff Riegels
Verlag. Anno 1680, S. 219–257. – Die Übersetzung der lateinischen
Stelle lautet: „Denn es ist zu wissen/ wie die vortrefflichen
Untersucher kleiner Dinge/ der Kircherus und
Hookius beobachtet; daß das Meiste der
jenigen Dinge/ die wir um grossen Sehen angehen/ einer der
Luchs-Augen hat/ in gewißer Maß/ auch in den kleinern befinden wird:
und wenn diß unendlich so fort gehet/ (welches gewiß möglich ist/
weil alles/ was an einem Stück ist/ bis auf die Unendlichkeit
getheilet werden kan;) so wird ein iedes Stäublein/ gleichsam eine
Welt seyn von unendlich vielen Arten; und wird man also Welten
befinden in den Welten/ und so unendlich fort.“ (S. 229/230) -
Leibniz bezog sich (laut Leibniz-Akademieausgabe VI, 2, N. 40, S.
241) auf folgende Quellen: A. Kircher: Scrutinium Physico-Medicum
contagiosae Luis, quae diciturPestis, S. 25–28; R. Hooke:
Micrographia or philosophical description of minute bodies.
1665.
Schließen publicirte Leibniz: „Hypothesis physica nova: seu
theoria motus concreti et theoria motus abstracti“
Darin u. a.:
»Secundum Sciendum est enim, ut praeclari illi Micrographi, Kircherus et Hookius, observavere, pleraque, quae nos sentimus in majoribus, lynceum aliquem deprehensurum proportione in minoribus, quae si in infinitum progrediantur, quod certe possibile est, quum continuum sit divisibile in infinitum, quaelibet atomus erit infinitarum specierum [quidam] velut mundus, et dabuntur mundi in mundis in infinitum.«
Leibniz schreibt über obige Schrift, 21 Mai, 1671, an den Herzog von Braunschweig-Lüneburg:
„Ich habe ein Hypothesin formirt und gewiesen, dass ein einiger, von niemand verneinlicher, Universal-Motus und Circulation |3 des Liechts umb unsere Erdkugel alle 24 Stunden, so kein Tychonicus oder Copernicanicus verwerffen kann, es stehe gleich oder gehe die Erde, fast aller wunderlicher effecten der Natur ursach sei. … dass Liecht oder der subtile mit dem Liecht oder Sonnen sich bewegende, alles durchdringende Aether, welcher von der Lufft unterschieden, weil solche schwer, er aber als ein Kind der Sonne, nicht.“
Heft VIII, S. 67. (Exzerpte aus Recuil de lettres entre Leibniz et Clarke sur dieu, l’ame, l’espace, la duree etc. In: Gottfried Wilhelm Leibniz: Opera Philosophica. Edita recognovit e temporum rationibus disposita pluribus ineditis auxit introductione critica atque indicibus instruxit Joannes Eduardus Erdmann. Pars prior. Berolini 1840. S. 746–788.)
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2) Leibniz: „Opera Philosophica“ etc
ed. J. E. Erdmann. Berlin 1840.
Darin aus seinem Briefwechsel mit Clarke (1715–16):
§93) »Je n’admets point que toute action donne une nouvelle force à ce qui pâtit. Il arrive souvent dans le concours des corps, que chacun garde sa force; comme lorsque deux corps durs égaux concourent directement. Alors la seule direction est changée, sans qu’il y ait du changement dans la force; chacun des corps prenant la direction de l’autre, et retournant avec la même vitesse qu’il avait déjà eue.« (p. 774)
§94) »Cependant je n’ai garde de dire qu’il soit surnaturel de donner une nouvelle force à un corps; car je reconnais qu’un corps reçoit souvent une nouvelle force d’un autre corps, qui en perd autant de la sienne. Mais je dis seulement, qu’il est surnaturel que tout l’univers des corps reçoive une nouvelle force; et ainsi qu’un corps gagne de la force, sans que d’autres en perdent autant. C’est pourquoi je dis aussi, qu’il est insoutenable que l’ame donne de la force au corps; car alors tout l’univers des corps recevrait une nouvelle force.« (p. 774, 775)
§95) »Il faut que #e*
Il faut que°] Bei Leibniz, S. 775: Le Dilemme qu’on fait ici, est
mal fondé, parce que, selon moi, il faut ou que
Schließen l’homme
agisse surnaturellement, ou que l’homme soit une pure machine comme une
montre.« (775)
§99) »Je n’entreprends point pas ici d’établir ma Dynamique, ou ma doctrine des Forces: ce lieu n’y serait point propre. Cependant je puis fort bien répondre à l’objection qu’on me fait ici. J’avais soutenu que les Forces actives se conservent dans le Monde. On m’objecte, que deux corps mous, ou non élastiques, concourant |4 entre eux, perdent [de] leur force. Je reponds que non. Il est vrai que les Touts la perdent par rapport à leur mouvement total; mais les parties la reçoivent, étant agitées intérieurement par la force du concours. Ainsi ce défaut n’est qu’en apparence. Les forces ne sont détruites, mais dissipées parmi les parties menues. Ce n’est pas les perdre, mais c’est faire comme font ceux qui changent la grosse monnaie en petite. Je demeure cependant d’accord que la quantité du mouvement ne demeure point la même, et en cela j’approuve ce qui se dit p. 341 de l’Optique de Mr Newton ; qu’on cite ici. Mais j’ai montré ailleurs, qu’il y a de la différence entre la quantité du mouvement et la quantité de la force.« (775)
§102) Zusammenfassende Bemerkung von Marx.
Schließen (Man hatte ihm eingeworfen, es gehe force verloren in Folge der
vis inertiae der Materie) »L’inertie de la
matière … fait seulement que les vitesses sont diminuées quand les matières
sont augmentées; mais c’est sans aucune diminuation des forces.« (l. c.)
Inhalt:
Zitiervorschlag
Karl Marx: Abschrift aus Heft VIII (1879). In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, Bd. IV/25, bearb. v. Timm Graßmann, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M0012517. Abgerufen am 08.08.2026.