| Hannover den 16. 11. 69.

Geehrter Herr Doctor!

Da wir im Zweifel sind, ob Sie  Siehe Hannoverscher Ausschuß der Internat. Metallarbeiterschaft an Marx, 5.11.1869.
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unser Schreiben vom 5 d.
richtig erhalten haben, in Betreff der Lüneburger Angelegenheit, so erlauben wir uns noch einmal an Sie, wegen dieser Sache zu schreiben, und hoffen, daß Sie unserer ergebensten Bitte ein williges Ohr leihen werden. Da es jetzt bereits 6 Wochen sind, daß die dortigen Eisengießer arbeitslos sind, und die Noth den höchsten Gipfel erreicht zu haben scheint, wir jedoch nicht wissen ob unser letzter Brief an Ihre werthe Adresse angelangt ist, so sehen wir uns veranlaßt, noch einmal für unsere nothleidenden Brüder zu bitten. Wir ersuchen Sie darum freundlichst, wenn es einigermaßen in Ihren Kräften steht, bei dem dortigen General-Rath, die nöthigen Schritte anzubahnen, und für die armen Lüneburger ein wohlgemeintes Wort einzulegen. –

| Denn, wie wir Ihnen schon im vorigen Briefe geschrieben haben, sind wir durch die nichts würdigen Umtriebe Schweitzers so weit gekommen, daß wir ferner nicht mehr im Stande sind auch nur mit einem Pfennig zu helfen, wir haben unsere letzten 72 reichstaler dorthin abgesandt, aber was ist das für so viele hungrige Familien, denn unter den 83  Siehe Schreibung „Stricks“ für Streik/Strike im Brief Hannoverscher Ausschuß der Internat. Metallarbeiterschaft an Marx, 5.11.1869.
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Strickenden
sind 68 Familienväter, wo von mehrere schon lange Jahre auf der Fabrick beschäftigt sind, und diese trifft dieser unerwartete Schlag doppelt hart, darum bitte ich Sie, suchen Sie die Herzen unserer englischen Brüder zu erweichen, daß Sie einsehen lernen, daß wenn uns geholfen wird, Ihnen indirect mit geholfen wird. Es würde dieses unter den deutschen Arbeitern stets eine selige Erinnerung sein, wenn Sie sich sagen könnten. „Hätten uns nicht Englands Söhne unterstützt wir wären längst verloren.“ –

| Unserem  Hannoverscher Ausschuß der Internat. Metallarbeiterschaft an Marx, 5.11.1869.
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vorigen Briefe
hatten wir  Nicht überliefert.
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einen Aufruf beigefügt
, als Einladung zum Congreß auf den 28. 29. u. 30 d. M., welcher in Braunschweig statt finden soll. Es würde uns zur großen Ehre gereichen wenn die englischen Gewerkschaften, auf dem Congreß der deutschen Metall-Arbeiter durch einen Delegirten vertreten wären, sollte dieses jedoch nicht der Fall sein, so ersuchen wir Sie dringend, uns vorher mit Ihrem wohlgemeinten Rath zu unterstützen. –

In der Erwartung, daß Sie unser ergebenstes Schreiben gütigst berücksichtigen werden

zeichnet
mit Hochachtung für den Ausschuß
der Geschäftsführer
Carl Bomm


[Stempel: PRÄSIDIUM
A.D.M.A.
]


J. Hamann
Charlottenstr. No 65. Linden v. Hannover

Zeugenbeschreibung und Überlieferung

Dieser Brief wird hier erstmals veröffentlicht.

Zeugenbeschreibung

Der Brief besteht aus einem Bogen mittelstarkem, weißem Papier im Format 282 × 218 mm. Prägung: „Allemeine Deutsche / Metallarbeiterschaft“. Carl Bomm hat die ersten drei Seiten vollständig beschrieben, die vierte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.

Stempel in blauer Tinte unten auf der dritten Seite: „Präsidium A.D.M.A.“ und zwei Hämmer auf der dritten Seite unten links.

Archivsignatur des Moskauer Marx-Engels-Instituts (IMĖ) auf allen beschriebenen Seiten: „Rj 110a–c“ (Bleistift).

 

Zitiervorschlag

Hannoverscher Ausschuß der Allgemeinen Deutschen Metallarbeiterschaft an Karl Marx in London. Hannover, Dienstag, 16. November 1869. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M0001222. Abgerufen am 08.08.2026.

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