| Mchr 15 Mai 70.
Lieber Mohr
Mainz ist so schlimm nicht, die hess. Regierung liegt sich mit dem preuß. Gouverneur immer in den Haaren & die Preußen müssen die Stadt erst in Belagerungszustand erklären ehe sie was machen können. Darmstadt hat zu wenig Proletariat & daneben einen kleinen Hof, da hört alle Berechnung auf. Mannheim hat auch nicht so viel Proletariat wie Mainz, & überhaupt wäre es glaub’ ich gut, den Kongreß unter der Nase der preuß. Soldaten abzuhalten. Wird er gesprengt so geht die ganze Herrlichkeit nach Brüssel wohin selbst die in Preußen Kompromittirten über Straßburg Metz & Luxemburg in 24 Stunden kommen können, die Andern über Köln oder Saarbrücken-Luxemburg. Apropos die Internat. sollte in Luxemburg Fuß zu fassen suchen dort sind viele Bergarbeiter, Gerber pp. Das muß von Saarbrücken oder Aachen her geschehn, dem Aussschuß wäre das aufzugeben.
Besten Dank für die Siehe
Marx an Engel,
11.5.1870
.
Schließen Celtica. Ich werde ein paar
Stunden dran wenden, auf der Chetham Library
das Nähere nachzusehn wo ich wohl Einiges finden werde.
Ogygia ist ein gräulich unkritisches Ding, es finden sich hie &
da einige Notizen von Werth weil dem Kerl alte jetzt verlorne Schriften zu Gebot
standen, aber um diese festzustellen müßte man mindestens 3 Jahr lang irische
Codices ochsen. Dr Ch. OConor’s Scriptores sind ± gute Quellen aber meist schon
später;
die
er
hat aber auch die Charles O'Conor veröffentlichte die Annalen von Ulster im vierten Band
seiner Sammlung „Rerum Hibernicarum Scriptores“.
Schließen Annalen von Ulster mit
lateinischer Übersetzung & ditto
die
den
ersten Band der |
Die „Annals of the Four Masters“, auch „Annals of
the Kingdom of Ireland“ (irisch: Annála Ríoghachta Éireann), bilden die
umfangreichste mittelalterliche Chronik Irlands. Der erste Teil der
„Annalen“ erschien im dritten Band von Charles O'Conors Sammlung „Rerum Hibernicarum
Scriptores“.
Schließen Annalen der 4 Magister herausgegeben & ich weiß nicht
ob diese damit einbegriffen. Aber die
Annala Rioghachta Eireann. Annals of the Kingdom of
Ireland, by the Four Masters, From the Earliest Period to the Year
1616. Vol. I-VII. 2nd ed. Dublin 1856.
Schließen Ann. der
4 Magister, das Hauptwerk, ist 1856 von Dr O’Donovan edirt & übersetzt worden
& ich habe sie hier, gestern den ersten Band durchgemacht.
Ware ist (Sir James Ware, ich glaube Richter oder so etwas unter Karl I) von den Älteren bei weitem der Beste, auch ihm lagen jetzt verlorne Mscr. in Übersetzung vor, er schrieb lateinisch (Waraeus), ich habe ihn hier engl. & lat.
Die
Gr(?)
fortwährende Seit
Januar 1868, wahrscheinlich seit Ende 1867, trug sich Engels mit dem
Gedanken, eine Geschichte Irlands zu schreiben. Mit den ersten
Literaturrecherchen begann er im Juli 1869 und unternahm im September
1869 eine Reise durch Irland. Anschließend arbeitete er umfangreiche
Literatur und zahlreiche historische Quellen durch. Seine überlieferten
bibliographischen Verzeichnisse enthalten mehr als 150 Titel. In
sechzehn Heften sind Textauszüge überliefert, dazu noch Notizen und
Fragmente auf einzelnen Blättern, sowie eine große Zahl von
Zeitungsausschnitten. Mit der Ausarbeitung des zusammengetragenen
Materials und der Formulierung seines Manuskripts begann Engels
wahrscheinlich im März/April 1870. Er schrieb das erste Kapitel
„Naturbedingungen“ (MEGA2 I/21. S. 185.1–203.14)
und begann mit dem zweiten „Altirland“ (Ebenda. S. 203.16–219.8), das er
nicht mehr abschloß. Nach Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges im
Juli 1870 unterbrach Engels seine Arbeit zugunsten der Artikelserie
„Notes on theWar“ (Ebenda. S. 250–473) und nahm sie später nicht wieder
auf. Siehe Friedrich Engels: Vorarbeiten und Entwürfe für das Buch über die
Geschichte Irlands. In: MEGA2 I/21. S.
185–219 und 1506–1512 und
MEGA2 IV/20 [noch nicht ersch.].
Siehe auch Jürgen
Herres: Marx und Engels über Irland. Ein Überblick. Artikel, Briefe
Manuskripte und Schriften. In: Marx-Engels-Jahrbuch 2011. S.
12–27.
Schließen Lectüre irischer Bücher d. h. der nebenstehenden engl.
Übersetzung war nicht auszuhalten ohne wenigstens ganz oberflächliche Kenntniß
der Laut- & Flexionsgesetze der Sprache. Ich habe hier eine scheußliche
irische
Grammatik von anno 1773
entdeckt & vorgestern durchgeochst, dadurch Einiges
gelernt, aber der Mann selbst hatte keine Ahnung von den eigentl. Gesetzen des
Irischen. Die einzige gute Gramm. ist von Dr John O’Donovan, dem oben Erwähnten, dem besten
Irologen dieses Jahrhdts. Wenn Du nach dem Mus. kommst, könntest Du sie Dir einmal geben lassen um zu sehn
was sie ungefähr kosten würde (der O D. hat die Manier nichts als dicke theure
Quartanten drucken zu lassen): O D.’s Irish Grammar. Ferner könntest Du einmal
ansehn:
Genealogies, Tribes, & Customs of Hy Fiachrach, printed for the Irish Archaeological Society 1844 (vermuthl. von ODonovan) &
Tribes & Customs of Hy many (ditto) ob irgend etwas über soziale Verhältnisse drin ist, & ob dies dicke theure Bücher sind, wenn nicht, & es ist was drin, schaffe ich sie mir an.
| Ferner existirt eine Ausgabe (von O Donovan) des Leabhar na g-Ceart (Book of Rights) & wenn Du bei der Gelegenheit das eben ansehn & mir sagen könntest, ob irgend Aussicht für Ausbeute darin ist — N. B. nur für soziale Verhältnisse, alles Andre ist mir Wurst — sowie ob es eine theure Prachtausgabe ist, so würdest Du mich verpflichten. Nach den mir vorliegenden Citaten ist nicht viel dran für den Zweck.
Damit wäre aber auch glaube ich die einschlagende alte Lit. ziemlich erschöpft, soweit sie publicirt.
Ogareff war schon Red. des Kolokol mit Herzen & ist ein ganz gemeiner Bürger & Poet. Wenn Bakunin das Geld wirklich erhalten & nicht der Ogareff, so wird ihm der Og. sicher als Controlleur an die Beine gefesselt sein.
Ich habe die letzten Tage wieder viel in dem kleinen Erkerchen vor dem vierseitigen Pult gesessen wo wir vor 24 Jahren saßen, ich liebe den Platz sehr, wegen des bunten Fensters ist immer schön Wetter dort. Der alte Jones der Bibliothekar, existirt auch noch ist aber sehr alt & thut nichts mehr, ich hab’ ihn noch nicht wieder dort gesehn.
Beste Grüße
DeinF. E.
| Der Siehe W.
Liebknecht
an Marx, 7.5.1870.
Schließen Brief von Wilhelm
(der
mit dem
Braunschweiger
inl. zurück) ist wirklich das Albernste was ich je gelesen. Solch ein
Rindvieh! Ich bin nun begierig was er mir antworten wird. Ich habe ihm zum
Schluß den Rath gegeben zu erwägen ob es nicht angemessen wäre, wenn man
etwas lehren wolle, dasselbige vorher zu lernen.
In welchem Parliamentary Paper kann man sehn wie viel
Geld jährlich ausgeworfen ist für die Commissioners for the publication of
the ancient Laws & Institutes of Ireland? Es ist dies ein ganz
kolossaler job (im Kleinen). Auch wäre wichtig zu wissen wieviel dieses
Geldes 1) als Remuneration für die nichtsthuenden Commissäre 2) als Salair
für die wirklich arbeitenden Siehe OED.
Schließen understrappers Druckkosten pp verwandt wird. Das muß
doch irgendwo in einem Parl. paper sein. Die Kerls beziehen Gehalt seit 1852 & es sind bis jetzt Eine von der britischen Regierung 1852
eingesetzte Kommission begann die Herausgabe der alten irischen
Gesetzessammlung „Ancient Laws of Ireland“ — die ersten zwei Bände
erschienen 1865 und 1869. Bis 1901 erschienen insgesamt 6
Bände.
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2 Bände
publicirt!
3 Lords, 3 Richter,
3 Pfaffen, 1 General, & 1 Irologe von Profession
der längst todt ist.
Zeugenbeschreibung und Überlieferung
Zeugenbeschreibung
Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen weißem Papier. Engels hat alle vier Seiten vollständig beschrieben. Schreibmaterial: schwarze Tinte.
Von Eduard Bernsteins Hand: Nummerierung des Briefes: „491“ bzw. der beschriebenen Seiten: „40,1“ bis „40,4“, sowie redaktionelle Vermerke und Streichungen.
Von Heinrich Dietz’ Hand: Nummerierung des Briefes: „1203“.
Zitiervorschlag
Friedrich Engels an Karl Marx in London. Manchester, Sonntag, 15. Mai 1870. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M8080673. Abgerufen am 08.08.2026.