Inhaltsbeschreibung und Datierung

1Als Entstehungszeit des Hefts, dem Marx mit Rotstift die Bezeichnung „A“ gab (S. 1a, 1b), vermerkte Engels auf dem von ihm angefertigten Etikett: „1879–80.“ Aus den nachstehend dargelegten Gründen wird die Entstehung der in dem Heft enthaltenen Exzerpte und Notizen auf die Zeit zwischen Ende Juni 1879 und Juni 1881 datiert.

2Den Hauptinhalt des Hefts bilden Exzerpte aus dem Werk von Karl Bücher „Die Aufstände der unfreien Arbeiter 143–129 v. Chr.“ (1874), aus den „Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms“ von Ludwig Friedlaender (1862–1871), aus Th. 1 (1852) und Th. 2,1 (1854) von Rudolph (von) Jherings „Geist des römischen Rechts“, aus Maksim Kovalevskijs Buch über den Gemeindelandbesitz „Obščinnoe zemlevladenie“ (1879), aus „The analytical history of India“ von Robert Sewell (1870) und aus Bd. 1 (1856) von Ludwig Langes Werk „Römische Alterthümer“.

3Das Heft enthält auf der vorderen Innenseite des Umschlags ein Zitat aus einem Artikel von Emile Gautier in der Nummer vom 28. September 1880 der von Félix Pyat herausgegebenen Zeitung „La Commune“ (S. 1a) und auf der letzten Seite kurze Auszüge aus einem Artikel von G. Valbert (d. i. Victor Cherbuliez) in der Oktober-Nummer der „Revue des deux mondes“ von 1878 (S. 134). Auch die letzteren hat Marx aber vermutlich erst im Herbst 1880 angefertigt. Sie betreffen ebenso wie der Artikel in der „Commune“ das Verhältnis von Marx und der deutschen Sozialdemokratie zu Bismarck.Vgl. Marx an Friedrich Adolph Sorge, 5. November 1880 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819). Schließen [1] Das Zitat aus der „Commune“ ist jedoch kaum der erste Eintrag in dem Heft. Gewöhnlich benutzte Marx die vordere Innenseite des Umschlags eines Hefts erst, wenn die nächsten (regulären) Seiten schon beschrieben waren.

4Die ersten sechs Seiten des Hefts reservierte Marx für bibliographische Notizen.

Bibliographische Notizen

5Die auf der S. 1b und 1c verzeichneten Titel lassen erkennen, dass das Heft für Studien zu vorkapitalistischen Gesellschaften, namentlich zur griechisch-römischen Antike und hier insbesondere zur Sklaverei, gedacht war. An erster Stelle notierte Marx Giovanni Battista Garzettis Werk „Della storia e della condizione d’Italia sotto il governo degli imperatori romani“, an zweiter Stelle Rudolph von Jherings „Geist des römischen Rechts“, an dritter Stelle Joachim Marquardts „Römische Staatsverwaltung“. Das vierte hier von Marx vermerkte Werk war Ludwig Friedlaenders „Sittengeschichte Roms“, das fünfte Karl Büchers Werk über die „Aufstände der unfreien Arbeiter 143–129 v.Chr.“.

6Alle diese Werke hatte Marx schon in früheren Heften vermerkt: das von Bücher ein erstes Mal im Frühjahr/Sommer 1878,IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 139, S. 148. Laut der Angabe von Engels auf dem Umschlag hatte Marx dieses Heft „1877“ angelegt. Büchers Werk war dort im letzten, „Labour Question (Combination)“ überschriebenen Teil von bibliographischen Notizen aufgeführt, denen auf S. 144 eine auf den 27. März 1878 datierte Liste von Nikolaj Isaakovič Utin gehörenden Büchern, die sich Friedrich Lessner von Marx ausgeliehen hatte, vorausging. Auf S. 151 folgten Auszüge aus der von Bismarck veranlassten Verordnung betreffend das Verbot von Zeitungen und Zeitschriften vom 1. Juni 1863, die Marx höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit den Attentaten auf Wilhelm I. am 11. Mai und 2. Juni 1878 und Erörterungen über mögliche Maßnahmen der Regierung angefertigt hatte. Schließen [2] das von Garzetti im Herbst.Ebenda, Sign. B 146. Laut einem Vermerk von seiner Hand hatte Marx dieses Heft am 8. Oktober 1878 begonnen. Er notierte Garzettis Werk auf der Rückseite des vorderen Umschlagblatts, wo er danach auch Antonio Ciccones „Principj di economia politica“ vermerkte, die er in diesem Heft dann exzerpierte. Schließen [3] Von Büchers Werk hatte er damals noch nicht einmal den Titel gekannt (siehe unten), und von Garzettis hatte er nur diesen festgehalten. Doch hatte er dann im November beide Werke – jetzt zusammen – noch in einem weiteren Heft notiert, dort mit genauem Titel, Zahl der Bände, Erscheinungsort und -jahr sowie der Signatur der Bibliothek des British Museum.Ebenda, Sign. B 147, S. 92. Das Heft ist „London, 20 October 78“ datiert. Es wurde von Marx bis etwa zum 10. November 1878 benutzt. Die bibliographischen Notizen ab S. 91 folgen auf Auszüge aus der „Times“ vom 2. November 1878. – Zum Katalog der Bibliothek des British Museum siehe Entstehung und Überlieferung zu Notizbuch aus den Jahren 1880/1881 und zu Heft 1880/1881. Schließen [4] Diese Angaben hatte er danach in ein damals begonnenes Notizbuch übertragen.Ebenda, Sign. B 152, S. 2. Die ersten in dieses Notizbuch eingetragenen Titel hat Marx aus dem Heft B 147, S. 91–93, übernommen. Schließen [5] Die Angaben in dem Heft „A“ entnahm er aber nicht diesem Notizbuch, sondern direkt den Büchern, wobei es sich im Fall des Werkes von Garzetti nicht um die zuvor notierte, sondern eine andere, in der Bibliothek des British Museum nicht vorhandene Ausgabe handelte (siehe Erl. auf S. 1b). Die Angaben zu den Werken von Jhering, Marquardt und Friedlaender übenahm er aus einem Heft, in dem er aus der zweiten Auflage des ersten, „Grundlegung“ betitelten Teils des von Adolph Wagner bearbeiteten ersten Bands von dessen und Erwin Nasses „Lehrbuch der politischen Oekonomie“ eine Reihe Literaturverweise notiert hatteEbenda, Sign. B 164, S. 1/2. – Auf den „große[n] Romanist[en] v. Ihering“ und sein „berühmtes Werk ‚Geist des römischen Rechts‘“ wies Wagner bereits in seiner Vorbemerkung nachdrücklich hin. (Adolph Wagner: Allgemeine oder theoretische Volkswirthschaftslehre. (Adolph Wagner und Erwin Nasse: Lehrbuch der politischen Oekonomie. Bd. 1.) Th. 1: Grundlegung. 2., vielfach verb. und stark verm. Ausg. Leipzig, Heidelberg 1879. S. 4.) Danach erscheinen dieses und die beiden anderen Werke in einer Fußnote, in der Wagner im Zusammenhang mit dem „umfassende[n] System der römischen Getreidespenden“, den Spielen sowie der Bewirtung dabei auf sie verweist. (Ebenda. S. 19, Fn. 5.) Vorher hatte er dort im Zusammenhang mit diversen unentgeltlichen Leistungen Athens zugunsten seiner Bürger (Soldzahlungen für die Teilnahme an den Staatsgeschäften etc.) auf das Werk „Besitz und Erwerb im griechischen Alterthume“ von Albert Bernhard Büchsenschütz verwiesen, das Marx ebenfalls in dem o. a. Heft und in Heft „A“ (siehe S. 1b und Erl. dazu) vermerkte. Schließen [6] (siehe S. 1b).

7Das Vorwort von Wagners Buch war „Berlin, 25. März 1879“ datiert. Es erschien Anfang MaiAllgemeine Bibliographie für Deutschland. Ein wöchentliches Verzeichniß aller neuen Erscheinungen im Felde der Literatur. Leipzig 1879. Nr. 19. 8. Mai. S. 261. Schließen [7] – der terminus post quem des Beginns von Heft „A“. Aber es dürften noch ein, zwei Wochen vergangen sein, bis Wagners Buch Marx zur Verfügung stand.Marx erwarb das Buch. Überliefert sind Photokopien der Seiten mit Marx’ Marginalien. Siehe MEGA IV/32. Nr. 1390. Schließen [8] Danach las er es, wobei er entsprechend seiner Gewohnheit die ihn interessierenden der dort erwähnten Titel notierte. Anscheinend brach er diese Arbeit jedoch ab,Das Buch von Wagner hatte über 800 Seiten. Die bibliographischen Notizen, die Marx bei der Lektüre anfertigte, enden mit einem auf S. 496 erwähnten Titel. – Die u. d. T. „Randglossen“ bekannten Marx’schen Kommentare zu Wagners Buch, die in dem Heft nach zwei freien Seiten folgen, könnten an sich gleich nach den bibliographischen Notizen entstanden sein. Doch hat sie Marx vermutlich erst später verfasst. Während sie in Bd. 19 der MEW (S. 383) „zweite Hälfte 1879 bis November 1880“ datiert wurden, hat Marina Dorošenko gezeigt, dass sie wahrscheinlich „später als Januar 1881“ zu datieren sind (М. А. Дорошенко: К истории написания К. Марксом „Замечаний на книгу А. Вагнера ‚Учебник политической экономии‘ (2 издание) том 1 (1879)“. In: Новые материалы о жизни и деятельности К. Маркса и Ф. Энгельса и об издании их произведений. Сборник. Вып. 4. [Hrsg.:] Институт марксизма-ленинизма при ЦК КПСС. Москва 1988. S. 121–123). Schließen [9] als er von Rudolph Meyer, der ihn Ende Mai in London aufsuchte,Rudolph Meyer an Marx, 27. Mai 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3399); Marx an Meyer, 28. Mai 1879 (ebenda, Sign. C 598). Schließen [10] leihweise, d. h. nur für begrenzte Zeit, dessen Buch „Politische Gründer […]“ erhielt, das ihn damals besonders interessierte.Auf eine entsprechende Frage hatte Meyers Freund Cornelius Reichenbach Marx im November 1878 mitgeteilt, das Buch werde „schwerlich mehr zu haben sein“, da ein Großteil der Exemplare „saisirt“ worden sei. Reichenbach an Marx, 30. November 1878 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3727). Siehe auch den Brief von Engels an August Bebel vom 24. November 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. K 52). Schließen [11] Meyer überbrachte sein Buch am Sonntag, den 8. Juni 1879, für den ihn Marx zum Essen eingeladen hatte,Meyer an Marx, 31. Mai und 5. Juni 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3400 und 3402). Schließen [12] und Marx dürfte gleich in den nächsten beiden Wochen seine umfangreichen Auszüge daraus gemacht haben.Ebenda, Sign. B 155, S. 1–35. Auf Meyers Bitte sandte ihm Marx das Buch vor seiner Abreise nach Jersey am 7. August 1879 zurück. Meyer an Marx, „Mittwoch“ [5. August 1879] (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3409); Marx an Meyer, 7. August 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 3959). Schließen [13] Danach – wahrscheinlich Ende Juni – begann er das Heft „A“.

8Nachdem er aus dem Katalog der Bibliothek noch weitere vier Titel nebst Signatur vermerkt hatte, hielt er bei der Lektüre von Büchers Werk eine Passage vom Beginn des zweiten Kapitels fest (S. 1b) und dann fünf Titel, auf die Bücher verwies (S. 1b und Erl. dazu).

9Weitere Titel notierte Marx bei der Lektüre des dritten Bands von Friedlaenders „Sittengeschichte Roms“. Danach griff er zum ersten Band von Ludwig Langes „Römischen Alterthümern“, den er selbst besaß (siehe unten). Aus ihm übernahm er die am Beginn des Paragraphen über das „Eigenthumsrecht an Sklaven“ angeführten Titel der betreffenden Werke von William Blair, Édouard Biot und Henri Wallon (S. 1c und Erl. dazu).Die Titel der Bücher von Blair und Wallon hatte Marx bereits in seinem Notizbuch aus den Jahren 1878/79 vermerkt – als ersten und viertletzten einer Reihe von Titeln, die von den vorher in dieses Heft eingetragenen durch 16 freie Seiten abgesetzt sind. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 152, S. [34] und [37]. Zwei der auf den des Werkes von Wallon folgenden Titel – die letzten in diesem Heft – hängen thematisch eng mit Meyers Buch „Politische Gründer […]“ zusammen: Gründergeschichten. Enthüllungen aus den Acten der Spezial-Kommission zur Untersuchung des Eisenbahn-Concessionswesens und deren kritische Beleuchtung. Berlin 1875 (2., verm. und verb. Aufl. Berlin 1875); Gründer und Schweiger: neun Leitartikel der „Staatsbürger-Zeitung“ nebst einem schönen neuen Liede vom Schweiger. Berlin 1876. Zwar gibt es in Meyers Buch keinen Verweis auf sie. Aber es ist möglich, dass sie Meyer bei seinem Besuch am 8. Juni 1879 im Gespräch erwähnte. Marx lud ihn noch einmal Ende Juli 1879, vermutlich für Sonntag, den 2. August, ein und kam dann noch einmal kurz am 10. September mit ihm zusammen (siehe: Meyer an Marx, 30. Juli 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3403); Marx an Engels, 11. September 1879 (ebenda, Sign. L 4724)). Schließen [14]

10Möglicherweise suchte Marx danach im Katalog der Bibliothek des British Museum den oben erwähnten Band von Marquardt auf (S. 1b). Dabei könnte er auf dessen „Historiae equitum Romanorum“ gestoßen sein, die er nunmehr nebst Signatur notierte (S. 1c).Marx hat in seinen Exzerpten die Passage exzerpiert, in der Bücher erklärte, dass die Ritter, die gewöhnlich als von der „Ämteraristokratie“ getrennte „Geldaristokratie“ betrachtet würden, faktisch mit ihr eine „fest zusammenhaltende Geldoligarchie“ bildeten (S. 1). Schließen [15] Anschließend vermerkte er, ebenfalls mit Signatur der Bibliothek, von Friedlaenders „Sittengeschichte Roms“ zunächst die von Wagner zitierte dritte Auflage der zwei ersten Bände von 1869 bzw. 1874, dann zwei Bände – den ersten und den dritten – der ersten Auflage von 1862 bzw. 1871, die er vermutlich erst jetzt exzerpierte.

Karl Bücher: Die Aufstände der unfreien Arbeiter

11 Karl Bücher: Die Aufstände der unfreien Arbeiter 143–129 v. Chr. Frankfurt a. M.: J. D. Sauerländers Verlag, 1874. (S. 1–4.)

12Auf das Werk von Bücher war Marx vermutlich in dem im Frühjahr 1878 erschienenen Buch von Johann Most „Die Socialen Bewegungen im alten Rom und der Cäsarismus“ gestoßen.Die Vorbemerkung war „Berlin, im Februar 1878“ datiert. Most wollte die Materie in dem Buch „in popolärer [sic] Weise vom socialdemokratischen Standpunkte aus“ behandeln. Nach seiner Meinung waren die alten Völker in erster Linie über die „sociale Frage“ gestrauchelt, nämlich die „Sklavenwirthschaft“ sowie „die zunehmende Concentration des Eigenthums und die damit von selbst gegebene Proletarisirung der (freien) Volksmassen“. Stärker als in Griechenland sei der „Egoismus“ in Rom ausgebildet worden. Daher könne Rom „als abschreckendstes Beispiel für alle modernen Cultur-Staaten“ dienen. (Most, S. 1–4.) Schließen [16] Zu Beginn des Kapitels VII über „Die große Sklavenrevolution auf Sicilien“ verwies Most (S. 33) – hier wie an anderen Stellen ohne Nennung des Titels von dessen Werk – auf „Bücher, dem [er] in der Darstellung des sicilianischen Sklavenkampfes hauptsächlich folge“. Marx’ erster Verweis auf das Werk lautete: „Bücher: (Sicil. Sklavenaufstand)“.IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 139, S. 148. – Aus Berlin ausgewiesen, kam Most im Dezember 1878 nach London, wo ihn Marx „von Zeit zu Zeit bei [sich]“ sah (Marx an Friedrich Adolph Sorge, 19. September 1879 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819)). Schließen [17]

13Karl Bücher (1847–1930) war unter den deutschen Gelehrten jener Zeit ein Außenseiter. Aufgewachsen „in kleinen Verhältnissen auf dem Lande“,Karl Bücher: Lebenserinnerungen. Bd. 1: 1847–1890. Tübingen 1919. S. 2. Schließen [18] hatte er in Bonn, Göttingen und erneut Bonn Geschichte studiert. Nach seiner Promotion war er zunächst als Lehrer tätig, seit 1873 an der Wöhlerschule in Frankfurt a. M. 1874 veröffentlichte er hier sein aus einer Bonner Seminararbeit hervorgegangenes Buch „Die Aufstände der unfreien Arbeiter 143–129 v. Chr.“, zunächst nur die ersten drei Kapitel, als Beilage zum Programm der Schulen der polytechnischen Gesellschaft, bei C. Adelmann,Karl Bücher: Die Aufstände der unfreien Arbeiter 143–129 v. Chr. (Beilage zum Programm der Schulanstalten der Polytechnischen Gesellschaft zu Frankfurt a. M. Ostern 1874.) Frankfurt a. M.: C. Adelmann. 1874. Schließen [19] dann das ganze Buch bei J. D. Sauerländer. Einem modernisierenden Ansatz verpflichtet, betrachtete er darin die „Arbeiterkämpfe“ der Gracchenzeit „im Lichte der modernen Arbeiterbewegung“.Bücher: Lebenserinnerungen. Bd. 1. S. 121, 193. Siehe auch Büchers „Nachwort“ zu seinem Buch über die Sklavenaufstände, S. 131/132. Zu der bis weit ins 20. Jahrhundert grundlegenden Bedeutung dieses Buchs in der Diskussion über die antiken Sklavenaufstände siehe Wolfgang Zeev Rubinsohn: Die großen Sklavenaufstände der Antike: 500 Jahre Forschung. Darmstadt 1993. S. 47–49. Schließen [20] Bücher trat danach dem Verein für Sozialpolitik bei, wandte sich der Nationalökonomie zu, war in den Jahren 1878–1880 Wirtschaftsredakteur der „Frankfurter Zeitung“, habilitierte sich in München und wurde – ab 1882 Professor in Dorpat (Tartu), dann in Basel, Karlsruhe und, 1892–1917, Leipzig – zu einem der Hauptvertreter der jüngeren historischen Schule der deutschen Nationalökonomie.Zu Bücher siehe besonders Beate Wagner-Hasel: Die Arbeit des Gelehrten. Der Nationalökonom Karl Bücher (1847–1930). Frankfurt a. M. 2011. Schließen [21]

14Marx benutzte nicht die in der Bibliothek des British Museum ebenfalls vorhandene kürzere, sondern, wie er ausdrücklich vermerkte, die bei J. D. Sauerländer erschienene Fassung von Büchers „Aufständen“ (S. 1).Auch die vorher notierte Signatur der Bibliothek des British Museum war die dieser Ausgabe. Es deutet nichts darauf hin, dass Marx die bei Adelmann erschienene Fassung erworben hätte und das in MEGA IV/32 unter Nr. 175 verzeichnete Exemplar aus seinem Besitz stammt. Schließen [22]

15Marx fertigte ausführliche Exzerpte aus dem ersten Kapitel über „Geldoligarchie, Pauperismus, Sklaventhum“ an, in dem Bücher die Entwicklung der „Geldmacht“ bei Griechen und Römern umriss, die mit ihren Gegensätzen den Boden für „eine der wichtigsten und allgemeinsten socialen Bewegungen des ganzen Alterthums“ bereitet habe (Bücher, S. 4). Was dagegen die Aufstände selbst anging, exzerpierte Marx aus deren Darstellung nur einzelne Passagen sowie die in dem Exkurs am Ende des Buchs gegebene Chronologie (S. 3/4).

Ludwig Friedlaender: Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms

16 Ludwig Friedlaender: Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms in der Zeit von August bis zum Ausgang der Antonine. Th. 1.3. 1. Aufl. Leipzig 1862–1871. (S. 5–10.)

17Der aus Königsberg stammende Ludwig Friedlaender (1824–1909) war der Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns. Selbst trat er später zum Protestantismus über. Er hatte in Königsberg, Leipzig und Berlin klassische Philologie studiert und sich 1847 in Königsberg habilitiert. Er war dort 1858–1892 Professor für klassische Philologie, lehrte aber auch Archäologie. Nach seiner Emeritierung übersiedelte er nach Straßburg. Sein Hauptwerk, die 1862–1871 in drei Teilen publizierten „Darstellungen aus der Sittengeschichte Roms in der Zeit von August bis zum Ausgang der Antonine“, eine umfassende Kulturgeschichte Roms in den ersten zwei Jahrhunderten der Kaiserzeit, fand, immer von neuem aufgelegt, weite Verbreitung.Zu Friedlaender siehe u. a. Manfred Lossau: Ludwig Friedländer (1824–1909). In: Die Albertus-Universität zu Königsberg und ihre Professoren. Aus Anlaß der Gründung der Albertus-Universität vor 450 Jahren hrsg. von Dietrich Rauschning und Donata v. Nerée. (Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg. Bd. 29. 1994.) Berlin 1995. S. 303–308; und Friedlaender, Ludwig Heinrich. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Bd. 8. München 2000. S. 118–122. Schließen [23]

18Marx machte zunächst Auszüge aus dem dritten Teil (S. 5/6), vornehmlich aus dessen erstem Abschnitt über den Luxus, in dem Friedlaender – auch durch Vergleiche mit der neueren Zeit – nachzuweisen suchte, dass die gängigen Ansichten über den exorbitanten Luxus bei den Römern übertrieben waren. Danach machte er Auszüge aus dem ersten Teil, und zwar aus dessen dritten Abschnitt über die drei Stände, d. h. Senatoren, Ritter und „dritten Stand“ (S. 7/8), und aus dem vierten Abschnitt, hier aus dem Kapitel über die Klienten (S. 9/10).

Rudolph (von) Jhering: Geist des römischen Rechts

19 Rudolph (von) Jhering: Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung. Th. 1; Th. 2. Abth. 1.2; Th. 3. Abth. 1. Leipzig 1852–1865. (S. 11–17.)

20Wahrscheinlich suchte Marx jetzt Jherings „Geist des römischen Rechts“ im Katalog der Bibliothek des British Museum auf. Er notierte die Signatur und komplettierte die bibliographischen Angaben (S. 1b). Doch war das vermerkte Erscheinungsjahr nur das des zweiten Bandes. Erst über seinen Exzerpten gab er die Erscheinungsjahre sämtlicher vier Bände an (S. 10).

21Der aus einer alten ostfriesischen Familie stammende Rudolph Jhering (1818–1892; 1872 in Österreich geadelt; der Name wurde – auch in der Familie – auch Ihering geschrieben, Jhering selbst schrieb ihn jedoch mit J) gilt als der einflussreichste deutsche Jurist der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Nach dem Studium in Göttingen, Heidelberg, München und Berlin, wo er 1842 promovierte, hatte er sich 1843 dort habilitiert. 1845 wurde er Professor in Basel, 1846 in Rostock, 1849 in Kiel, 1852 in Gießen, 1868 in Wien und 1872 in Göttingen. Das „Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung“ betitelte Werk, das mit den 1852–1865 veröffentlichten vier Bänden unvollendet blieb, war ursprünglich als erster Teil einer „Kritik des römischen Rechts“ gedacht, die ihrerseits ein Beitrag zu einer sich „auf rechtsphilosophischem und empirisch-comparativem Wege“ vervollkommnenden „allgemeinen Naturlehre des Rechts“ sein sollte.Rudolph Jhering: Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung. Erster Theil. Leipzig 1852. S. 4 und 11. Schließen [24] Einerseits betrachtete Jhering in seinem Werk das römische Recht auf dessen logische Struktur hin, andererseits lenkte er den Blick auf die praktische Seite, die Verwirklichung („Was sich nicht realisirt, ist kein Recht“). Die Gesetze irgendeines Volkes zu irgendeiner Zeit ließen sich nicht begreifen „ohne die Kenntniß der realen Zustände dieses Volkes und dieser Zeit“.Ebenda. S. 41. Schließen [25] Von der historischen Rechtsschule kommend, wandte sich Jhering einer soziologisch orientierten Rechtsbetrachtung zu. Nach seiner Schrift „Der Kampf um’s Recht“Rudolf von Ihering: Der Kampf um’s Recht. Wien 1872. Schließen [26] war Recht ein „Machtbegriff“ und resultierte jede Rechtssetzung aus einem Kampf von widerstreitenden Interessen. Der Maßstab des Rechts war, wie er in seinem zweiten großen Werk, „Der Zweck im Recht“, das ebenfalls unvollendet blieb,Rudolph von Jhering: Der Zweck im Recht. Bd. 1.2. Leipzig 1877–1883. Auch den Titel dieses Werks notierte Marx aus Wagners „Grundlegung“ (S. 4) in dem erwähnten Heft (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 164, S. 1). Schließen [27] erklärte, nicht der absolute der Wahrheit, sondern der relative des Zwecks. Der letztendliche Zweck des Rechts war die „Sicherung der Lebensbedingungen der Gesellschaft“.Jhering: Der Zweck im Recht. Bd. 1. S. 417 und 428. – Zu Jhering siehe u. a.: Franz Wieacker: Rudolf von Jhering. Eine Erinnerung zu seinem 50. Todestage. Leipzig 1942; derselbe: Rudolph von Jhering. 1818–1892. In: Die großen Deutschen. Deutsche Biographie. Hrsg. von Hermann Heimpel, Theodor Heuß und Benno Reifenberg. Bd. 5. Berlin 1960. S. 331–340; Erik Wolf: Große Rechtsdenker der deutschen Geistesgeschichte. 4., durchgearb. und erg. Aufl. Tübingen 1963. S. 622–668; Jherings Erbe. Göttinger Symposion zur 150. Wiederkehr des Geburtstags von Rudolph von Jhering. Hrsg. von Franz Wieacker und Christian Wollschläger. Göttingen 1970; Bernd Klemann: Rudolf von Jhering und die historische Rechtsschule. Frankfurt a. M. 1989; Joachim Rückert: Rudolf von Jhering (1818–1892). In: Niedersächsische Juristen. Ein historisches Lexikon mit einer landesgeschichtlichen Einführung und Bibliographie. Hrsg. von Joachim Rückert und Jürgen Vortmann. Göttingen 2003. S. 209–234. Schließen [28]

22Die Stufen bzw. „Systeme“, die Jhering im „Geist des römischen Rechts“ unterschied, waren: 1) die frühgeschichtliche, von der Vorzeit bis in die zweite Hälfte der Königszeit reichende Epoche, 2) die republikanische und 3) die klassische Epoche. Die erste Epoche behandelte er im ersten Band (Th. 1), die zweite im zweiten (Th. 2,1), dritten (Th. 2,2) und vierten Band (Th. 3,1).

23Aus dem ersten Band machte Marx nur Auszüge aus dem § 16, in dem Jhering auf die Stellung des egens oder exgens einging, d. h. einer Person, die keiner Gens angehörte (S. 10). Hier interessierten ihn besonders das hospitium, d. h. der dem Fremden von einem römischen Bürger gewährte Rechtsschutz, sowie das bei dauerhafter Ansiedlung des Fremden in Rom aus dem gewährten Rechtsschutz resultierende Klientelverhältnis (S. 11). Danach machte er Auszüge aus dem zweiten Band (S. 12 ff.), vornehmlich aus § 34, in dem Jhering die „sogenannte sociale Frage“, nämlich die „Quellen des Pauperismus“ sowie die unheilvollen Folgen der Sklaverei, behandelte. Den Abschluss bilden Exzerpte zur „Aristokratischen Freigebigkeit“ sowie zu Maßnahmen des Staats zugunsten der Armen (S. 16/17).

Maksim Kovalevskij: Obščinnoe zemlevladenie

24 М[аксимъ] Ковалевскій: Общинное землевладѣніе, причины, ходъ и послѣдствія его разложенія. Часть 1. Общинное землевладѣніе въ колоніяхъ и влияніе поземельной политики на его разложеніе. Москва 1879. (S. 18–49 und 59–83.)

25Um den 10. August 1879 reiste Marx in Begleitung seiner Tochter Eleanor nach Jersey, um sich etwas zu erholen. Am 20./21. August fuhr er von dort über London zu seiner Tochter Jenny Longuet nach Ramsgate und von dort am 17. September zurück nach London,Marx an Jenny Longuet, 19. August 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 6071), an Engels, 25. August 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 1848), und an Sorge, 19. September 1879 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819). Schließen [29] wo er sich bald darauf dem Buch von Maksim Kovalevskij über den Gemeindelandbesitz zuwandte, das er, vermutlich während seines kurzen Aufenthalts in London auf der Fahrt nach Ramsgate oder bei dem Besuch von Kovalevskij dort, von diesem selbst erhalten hatte.М[аксимъ Максимовичъ] Ковалевскій: Общинное землевладѣніе, причины, ходъ и послѣдствія его разложенія. Ч 1. Москва 1879. (Auch: Unveränderter fotomechanischer Nachdruck, mit einer Einleitung von Hans-Peter Harstick. Frankfurt, New York 1977); Marx an Nikolaj Francevič Daniel’son, 19. September 1879 (British Library, Sign. f24; RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 3979). – Das Vorwort von Kovalevskijs Buch ist auf den 15. Juni 1879 alten Stils – d. i. der 28. Juni 1879 neuen Stils – datiert. Das Buch dürfte also, wenn nicht noch im Juli, so im August erschienen sein. Kovalevskij war damals bereits in London. An Petr Lavrentovič Lavrov sandte er es von dort am 27. August. Zugleich teilte er diesem mit, Marx, mit dem er sich im Juli „sehr oft“ (оченъ часто) gesehen habe, sei jetzt in Ramsgate, wohin er auch ihn eingeladen habe; er werde ihn wohl in den nächsten Tagen dort besuchen. Kovalevskij an Lavrov, 27. August 1879 (abgedruckt in: Русские современники о К. Марксе и Ф. Энгельсе. [Сборник подгот. К. В. Соловьевой и Р. Г. Лебедевой.] Москва 1969. S. 161). Anscheinend tat er das. „Je pars“, teilte er Marx in einem undatierten Brief (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 2694) mit, „pour Ramsgate demain matin pour revenir à Londres le soir même.“ Hätte er das Buch Marx damals nicht selbst übergeben, hätte er es in London für ihn hinterlegt. Denn noch vor Marx’ Rückkehr nach London musste er seinerseits „dans des intérêts de famille“ umgehend nach Russland zurückkehren. Kovalevskij an Marx, [9. September 1879] (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 2695); Marx an Engels, 10. September 1879 (ebenda, Sign. L 4723). Schließen [30]

26Maksim Maksimovič Kovalevskij (1851–1916) kam aus einer wohlhabenden adligen Familie im Gouvernement Char’kov (Charkiv). Er hatte zunächst in Char’kov studiert und seine Studien dann in Berlin, Paris und London fortgesetzt. 1877 wurde er an der Moskauer Universität Professor für Staatsrecht und vergleichende Rechtsgeschichte. Aber aufgrund seiner liberalen Gesinnung wurde ihm 1887 die Lehrbefugnis entzogen, worauf er ins Ausland ging. Er ging dort seinen weitgespannten Interessen nach, die sich auf Verfassungs-, Rechts- und Sozialgeschichte, Soziologie, Ethnologie und Anthropologie erstreckten, gastierte an verschiedenen europäischen und amerikanischen Universitäten und wurde 1905 Präsident des Institut international de sociologie. Nach dem Ausbruch der Revolution kehrte er nach Russland zurück und lehrte ab 1906 an verschiedenen Hochschulen St. Petersburgs. Zugleich war er, als Abgeordneter der ersten Duma und – ab 1907 – Mitglied des Staatsrats, bis zu seinem Tod politisch tätig.Zu Kovalevskij siehe: Leo Pasvolsky: M. M. Kovalevsky. In: The Russian review. New York. Vol. 1. No. 5. June 1916. S. 259–268; Б. Г. Вебер: Ковалевский, Максим Максимович. In: Большая советская энциклопедия. Главный ред. А[лександр] М. Прохоров. Изд. 3. Т. 12. Москва. 1973. S. 357; engl.: B. G. Veber: Kovalevskii, Maksim Maksimovich. In: Great Soviet encyclopedia: a translation of the third edition. [A. M. Prokhorov, ed. in chief.] New York, London 1976. Vol. 12. S. 620/621. Schließen [31]

27Marx kannte Kovalevskij seit 1875. Wie der letztere sich aber drei Jahrzehnte später erinnerte, waren sie sich erst während eines gleichzeitigen Aufenthalts in Karlsbad – vermutlich Marx’ letztem dort 1876 – nähergekommen. „Wir […] wurden so intim, daß er mich in Briefen aus dieser Zeit unter die Zahl seiner ‚gelehrten Freunde‘ rechnet.“Максимъ Ковалевскій: Двѣ жизни. In: Вестникъ Европы. Санктпетербургъ. Г. 44. 1909. Т. 3 (257). Кн. 6, июнъ. S. 495–522; Т. 4 (258). Кн. 7, июль. S. 5–23. S. 11. Es handelte sich um Erinnerungen Kovalevskijs an Herbert Spencer und Marx. Der zweite, Marx betreffende Teil erschien auch in deutscher Übersetzung, nach der hier zitiert wird:Maksim Kowalewskij: Erinnerungen an Karl Marx. In: Die Zukunft. Berlin. Bd. 73. 1910. S. 80–88. Das Zitat S. 81. Vgl. Marx an Daniel’son, 19. September 1879: „He is one of my ‚scientific‘ friends“. Schließen [32] Kovalevskij publizierte damals innerhalb von nur zwei Jahren: ein Werk – sein „erstes größeres“ – über die Steuerjurisdiktion in Frankreich, eine kleinere Arbeit über den Zerfall der Feldgemeinschaft im Kanton Waadt sowie drei Bücher zur Entstehung der lokalen Selbstverwaltung in England.Максимъ Ковалевскій: Опыты по исторіи юрисдикціи налоговъ во Франціи съ XIV вѣка до смерти Людовика XIV. T. 1. Юрисдикція налоговъ въ провинціяхъ, удержавшихъ сословное представительство. Вып. 1. Происхожденіе юрисдикціи налоговъ во Франціи. Юрисдикція налоговъ въ Лангедокѣ. Москва 1876; Derselbe: Очеркъ исторіи распаденія общиннаго землевладѣнія въ кантонѣ Ваадтъ. Лондонъ 1876 (deutsch: Umriss einer Geschichte der Zerstückelung der Feldgemeinschaft im Kanton Waadt. Zürich 1877); Derselbe: Собраніе неизданныхъ актовъ и документовъ, служащихъ къ характеристикѣ полицейской администраціи въ англійскихъ графствахъ въ XII, XIII, и XIVмъ вѣкахъ, предшествуемое монографіей о полиціи рабочихъ въ Англіи въ XIVмъ вѣкѣ […] Лондонъ 1876; Derselbe: Исторія полицейской администраціи в англійскихъ графствахъ съ древнейшихъ временъ до смерти Эдуарда IIIго. (Полиціи безопасности.) Вып. 1. Прага 1876; Derselbe: Исторія полицейской администраціи (полиціи безопасности) и полицейского суда в англійскихъ графствахъ съ древнейшихъ временъ до смерти Эдуарда IIIго: Къ вопросу о возникновеніи местного самоуправленія в Англіи. Прага 1877. Die letztgenannte Arbeit war Kovalevskijs Dissertation (кандидатская диссертация), mit der er 1877 promovierte. – Auch diese Publikationen erhielt Marx von deren Autor (siehe MEGA IV/32. S. 380–387). Schließen [33] Seine folgende Publikation war die über den Gemeindelandbesitz.

28Mit diesem Werk griff Kovalevskij in die russischen Debatten über die Bedeutung und Rolle der Dorfgemeinde (мир) ein, eine Frage, die, wie er meinte, in Russland bisher zumeist falsch angegangen worden war. Sich ausdrücklich auf Georg Ludwig von Maurer, Émile de Laveleye und Henry Sumner Maine beziehend, erklärte er, dass nur eine historisch-vergleichende Untersuchung des Verlaufs der Entwicklung des Grundeigentums die Ursachen und Folgen des allgemeinen Verschwindens der ursprünglichen kollektiven Formen des Landbesitzes – für ihn ein universales Phänomen – erhellen könne. Besonders geeignet schienen ihm dafür Mexiko und Peru, Algerien und Indien, da dort noch die archaischen Formen des Landbesitzes existierten und sich die Entstehung des Privatbesitzes quasi „vor unseren Augen“ vollzog.Ковалевский: Общинное землевладѣніе […] S. I–VII. Schließen [34] Diesen Ländern ist denn auch der erste (und einzige veröffentlichte) Teil des Werks gewidmet. Wie Kovalevskij gegen Maine – ansonsten „in vieler Hinsicht sein Lehrer“ – betonte, ging es nicht an, die Rolle zu ignorieren, die die europäischen Kolonialstaaten mit ihrer Landpolitik dort gespielt hatten.Ebenda. S. VI/VII. Schließen [35]

29Die Fülle seiner An- und Unterstreichungen und RandbemerkungenEine vollständige Liste der Marx’schen Randbemerkungen und Hervorhebungen in seinem Exemplar des Buchs gibt Hans-Peter Harstick in: Karl Marx über Formen vorkapitalistischer Produktion. Vergleichende Studien zur Geschichte des Grundeigentums 1879–80. Aus dem handschriftlichen Nachlaß hrsg. und eingel. von Hans-Peter Harstick. (Quellen und Studien zur Sozialgeschichte. Bd. 1.) Frankfurt, New York 1977. Anhang II. Schließen [36] sowie der Umfang seiner Auszüge aus dem gesamten Buch lassen erkennen, wie intensiv Marx dieses studiert hat. Russische Ausdrücke, die er nicht kannte oder hinsichtlich deren Bedeutung er sich nicht sicher war, schlug er in dem Wörterbuch von Dahl oder, meist, dem von Pavlovskij nach. В[ладимир] И[ванович] Даль: Толковый словарь живаго великорускаго языка. Изданіе Общества любителей російской словесности, учрежденаго при Императорскомъ Московскомъ Университетѣ. Ч. 1–4. Москва 1863–1866; И[ванъ] Я[ковлевичъ] Павловский: Русско-нѣмецкий словарь. 2. изд., исправленное изначительно дополненное И. Николичемъ и Н. Асмусомъ. / I[wan] Pawlowsky: Russisch-deutsches Wörterbuch. 2. Aufl. Vollst. Umgearb. u. wesentlich verm. von I. Nikolitsch und N. Asmuß. Рига / Riga, Leipzig 1879. Schließen [37]

30Bei den Auszügen verfuhr er so, dass er jeweils vorab aus den thematisch zusammengehörenden Kapiteln, die er dann exzerpierte, die ihn interessierenden Publikationen notierte (S. 18, 28, 40/41, 68, 77 u. 79/80).

31Bei den Kapiteln über Indien zog Marx „The analytical history of India“ von Robert Sewell heran. Ausdrücklich nennt er dieses Buch als seine Quelle auf S. 47.

Robert Sewell: The analytical history of India

32 Robert Sewell: The analytical history of India, from the earliest times to the abolition of the Honourable East India Company in 1858. London 1870. (S. 41–58, 84–109 und 135–137.)

33Der Historiker Robert Sewell (1845–1925) war als Kolonialbeamter in Britisch Indien mit der Verwaltung des Archivs der Madras Presidency betraut. Seine 1870 publizierte „Analytical history of India“ war für ein breites Publikum und für den praktischen Gebrauch bestimmt. Was er bieten wollte, war nicht eine neue umfangreiche Geschichte Indiens, sondern „a condensed outline in one small volume, which would serve at once to recall the memory and guide the eye“ (Sewell, S. III).

34Damit enthielt das Buch genau das, was Marx suchte – einen knappen chronologischen Überblick über die Ereignisse der indischen Geschichte, der es ihm ermöglichte, die von Kovalevskij dargestellten Prozesse genauer einzuordnen. Marx erwarb das Buch. Sein Exemplar, das zahlreiche Marginalien enthält, ist überliefert (siehe MEGA IV/32. Nr. 1232).

35Schon bevor Marx seine Auszüge aus Kovalevskijs erstem Kapitel über Indien begann, notierte er aus dem Buch von Sewell die Mehrzahl der Werke, die in der eingangs gegebenen „List of authorities consulted“ aufgeführt waren (S. 28). Danach ergänzte er auch seine Auszüge aus Kovalevskijs zweitem Kapitel über Indien durch Exzerpte aus dem Buch von Sewell (S. 41). Bevor er Kovalevskijs folgende Kapitel über die Entwicklung der ländlichen Besitzverhältnisse unter der muslimischen Herrschaft exzerpierte, fertigte er ausführliche Exzerpte aus der Darstellung der letzteren bei Sewell an (S. 41–58). Dabei stellte er die von diesem reichlich angegebenen Jahreszahlen jeweils vor den Zeilenanfang, so dass die Exzerpte einer chronologischen Tabelle gleichen. Bei Beginn seiner Exzerpte aus Kovalevskijs Kapitel über die britische Politik in Indien notierte er zunächst (S. 68/69), was Sewell über das „permanent settlement“ von 1793 mitteilte. Nachdem er seine Auszüge aus Kovalevskijs Buch – einschließlich des letzten Teils über Algerien – beendet hatte, setzte er, jetzt durchgehend, die Auszüge aus Sewells Buch fort (S. 84–109). Mit dem Ende der Amtszeit des Governor-General Sir Henry Hardinge 1848 brach er sie – auf S. 109 seines Hefts – unvermittelt ab.

36Der Grund könnte gewesen sein, dass er am 3. Dezember 1879 von Achille Loria dessen Buch über die Grundrente erhielt,Marx an Loria, 3. Dezember 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 6551). Schließen [38] das ihn natürlich interessierte, zumal der Autor sich in seinem Begleitbrief als emphatischer Verehrer zu erkennen gab.Achille Loria an Marx, 23. November 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3221). Schließen [39] Für Exzerpte aus dem Buch begann er ein neues Heft,IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 161. Schließen [40] wobei er zunächst offenbar weiterreichende Pläne hatte. Auf der vorderen Innenseite des Umschlags notierte er mit Tinte die Thematik, der das Heft gewidmet sein sollte: „I) Grungeigenthum (Rente, Agrikultur)“ und darunter, mit der Nummer „1)“, den Titel des Buchs von Loria. Danach ließ er sechs Seiten, von denen er nur die erste nutzte, für bibliographische Notizen frei. Auf S. 7 begann er seine Exzerpte. Doch brach er diese bereits auf der nächsten Seite ab. Wohl erst im Sommer exzerpierte er danach ab S. 9 Passagen aus einem Werk von Vasilij Kel’siev, В[асилий Иванович] Кельсіевъ: Сборникъ правительственныхъ свѣденій о раскольникахъ. В 4 вып. Лондонъ 1860–1862. Schließen [41] trug dieses aber nicht mehr mit der Nummer „2)“ in das begonnene Verzeichnis ein. Vielmehr strich er dieses Verzeichnis mit dem gleichen Rotstift durch, mit dem er dem Heft nun die Bezeichnung „B“ gab. Diese deutet darauf hin, dass es das erste nach Heft „A“ begonnene Heft war.

37Es wäre denkbar, dass sich Marx nach der Lektüre des Buchs von Loria erneut seinen Exzerpten aus dem Buch von Sewell in dem letzteren Heft, d. h. Heft „A“, zuwandte. Wahrscheinlich tat er das jedoch erst über ein Jahr später. Offenbar benutzte er zunächst – vermutlich im März 1881 – die Seiten 110–133 des Hefts für Exzerpte aus Langes „Römischen Alterthümern“, bevor er dann – vermutlich im Mai oder Juni 1881 – auf dem Rest von S. 109 sowie den Seiten, die nach den bibliographischen Notizen am Beginn des Hefts noch frei waren und die er jetzt 135–138 paginierte,Die S. 138 blieb leer. Schließen [42] seine Auszüge aus Sewells Buch zu Ende führte.

38Marx’ Exzerpte aus dem Buch von Kovalevskij und die aus dem Buch von Sewell sind eng miteinander verknüpft. Doch zog Marx beim Studium von Kovalevskijs Buch außer dem von Sewell auch noch andere dort nicht erwähnte Werke heran. So zitierte er auf S. 37 den bei Strabo angeführten Bericht des makedonischen Generals Nearchos über Geschlechtsgemeinen im Norden Indiens, auf den Kovalevskij (S. 101/102) verweist, nach dem Bd. 11 von Karl Kärchers deutscher Übersetzung von Strabos „Geographie“, den er vermutlich selbst besaß. Ferner zitierte er auf den Seiten 38 und 59 aus der, parallel zur Londoner, in Madras erschienenen Ausgabe des Werks über das „Hindu law“ von Sir Thomas Strange, die er wahrscheinlich ebenfalls besaß. Ein weiteres Werk, das „Dictionnaire universel d’histoire et de géographie“ von Marie-Nicolas Bouillet, auf das er bei Sewell (S. 32, Fn. 1) stieß, benutzte er sowohl in seinen Exzerpten aus dessen Buch (S. 46, 47, 48 u. 101) als auch in denen aus dem Buch von Kovalevskij (S. 59). Auf S. 69 ergänzte er die dem Buch von Sewell entnommenen Angaben über das "permanent settlement" von 1793 (s.o.) durch die aus einem bereits 1813 erschienenen Buch, „A sketch of the history of the East-India Company“ von Robert Grant. Marx besaß das Buch; sein Exemplar, mit Marginalien von ihm, ist überliefert (siehe MEGA IV/32. Nr. 504). Einige der im vorliegenden Heft vermerkten Stellen hat er dort mit Rotstift unter- und angestrichen.

39Dagegen entstanden die Exzerpte aus dem Buch von Lange in Heft „A“ in einem anderen Zusammenhang (siehe unten).

Ludwig Lange: Römische Alterthümer

40 Ludwig Lange: Römische Alterthümer. Bd. 1: Einleitung und der Staatsalterthümer erste Hälfte. Berlin 1856. (S. 110–134.)

41Ludwig Lange (1825–1885) war der Sohn eines Hannoveraner Hofbäckers. Seit 1843 studierte er in Göttingen klassische Philologie. 1847 promovierte er und 1849 habilitierte er sich dort, wonach er eine Stelle als Bibliotheksassistent erhielt. 1853 wurde er außerordentlicher, 1855 ordentlicher Professor in Prag. 1859 erhielt er einen Ruf nach Gießen. Seit 1871 lehrte er, bis kurz vor seinem Tod, in Leipzig. Seine politische Einstellung war die eines „massvollen Conservativismus“.Siehe: Karl Johannes Neumann: Ludwig Lange. Ein Nekrolog. Berlin 1886. Das Zitat S. 7; Ludwig Lange. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Bd. 51. Leipzig 1906. S. 573–576. Schließen [43] Die „Römischen Alterthümer“, eine Art Handbuch, sind sein Hauptwerk. Wie er einleitend erklärte, handelte es sich bei der „Wissenschaft von den römischen Antiquitäten“ um die Disziplin der Altertumswissenschaft, die „die nationale Sitte und das aus ihr erwachsene nationale Recht des römischen Volkes, die seit dem Untergange desselben einem abgeschlossenen Gebiete der Vergangenheit (antiquitas) angehören“, darstellen soll. Von der politischen Geschichte Roms unterschied sie sich insofern, als ihr Gegenstand nicht „die Thaten des römischen Volkes“, sondern „die sittlichen und rechtlichen Zustände desselben“ waren.Ludwig Lange: Römische Alterthümer. Bd. 1–3. Berlin 1856–1872. Bd. 1. S. 1. Schließen [44] Sie umfasste die Privat-, die gottesdienstlichen und die Rechts- oder „Staatsaltertümer“, die Lange aber nicht in dieser, sondern in der umgekehrten Reihenfolge behandeln wollte.Ebenda. S. 4/5, 7. Schließen [45] Mit den drei 1856, 1862 und 1871 veröffentlichten Bänden (Th. 1, Th. 2 und Th. 3,1 der „Staatsalterthümer“) blieb das Werk unvollendet.

42Marx besaß den ersten Band. Er gehörte zu den Büchern, die ihm Wilhelm Wolff bei seinem Tod 1864 hinterlassen hatte.Siehe: Notizbuch Februar bis Juni 1864 (MEGA IV/18. S. 11); Marx an Engels, 18. November 1864 (MEGA III/13. Br. 30.74). Schließen [46] Das Marx’sche Exemplar ist überliefert (siehe MEGA IV/32. Nr. 723). Es weist eine Fülle Marginalien von Marx’ Hand auf: solche mit Bleistift, die einer ersten, und solche mit Blaustift, die – ebenso wie eine einzige mit Rotstift (siehe Erl. zu „Herr Lange [...]“ auf S. 116) – einer neuerlichen Lektüre zuzuordnen sein dürften. Bemerkenswert ist ihre unterschiedliche Verteilung. Während sich in der Einleitung und den Kapiteln über die ersten zwei Perioden (Lange, S. 1–419) nur auf 15 Seiten und im zweiten Teil des Kapitels über die dritte Periode (Lange, S. 499–665) auf nicht einer Seite Bleistift-Marginalien finden, weist der erste Teil des Kapitels über die dritte Periode (Lange, S. 420–498), in dem Lange die „Staatsrechtliche Gleichstellung der Plebejer mit den Patriciern“, d. h. den Kampf um diese, behandelt, solche fast auf jeder Seite auf. Dagegen versah Marx bei der erneuten Lektüre, bei der er einen Blaustift benutzte, beinahe jede Seite des Buchs mit Marginalien.

43Beim Exzerpieren verfuhr Marx dann wieder selektiver. Er beschränkte sich auf (ausführliche) Auszüge aus dem Kapitel über die erste Periode („Der Patricische Staat“), und zwar aus dessen einleitendem Teil über die Frühzeit Roms und dann aus dem ersten Abschnitt über das Familienrecht und aus dem zweiten über das Gentilrecht.

44Die Exzerpte aus dem Buch von Lange knüpfen weder an die Auszüge aus denen von Kovalevskij und Sewell noch an die aus den Werken Büchers, Friedlaenders und Jherings an. Sie betreffen zwar wie letztere das Altertum, jedoch eine ganz andere Thematk. Geht es dort vornehmlich um die Klassenstruktur der römischen Gesellschaft, die antike Sklaverei sowie das Klientelverhältnis, so hier um die römische Familie und Gens – eine Thematik, die für Marx nicht neu war, aber mit der Lektüre der „Ancient Society“ von Lewis Henry Morgan, und erst mit ihr, eine ganz neue Bedeutung erhielt. Wie sich feststellen lässt, hingen die Lange-Exzerpte tatsächlich eng mit den Exzerpten aus dem Werk von Morgan zusammen. Kommentare, die Marx in sie einflocht, lassen erkennen, dass er letzteres bereits gelesen hatte (siehe z. B. S. 115, 118, 129 u. 132). Wahrscheinlich hatte er es auch schon exzerpiert und entstanden die Lange-Exzerpte danach. (Siehe hierzu auch die Entstehung und Überlieferung zu Heft 1880/1881)

Auszüge aus Artikeln in der „Commune“ und der „Revue des deux mondes“

45

  • Emile Gautier: Unbetitelter Artikel. In: La Commune. Nr. 8, 28. September 1880. (S. 1a.)
  • G. Valbert [d. i. Victor Cherbuliez]: M. de Bismarck et le socialisme allemand. In: Revue des deux mondes. Paris. XLVIIIe année. T. 29. 1878. S. 698–709. (S. 134.)

46Den Auszug aus dem Artikel in der „Commune“ vom 28. September 1880 dürfte Marx bald nach dem Erscheinen der Nummer und wohl vor seinem Brief an Sorge vom 5. November 1880 gemacht haben. Dass er dafür das vorliegende Heft verwendete, könnte, aber muss nicht darauf hindeuten, dass er dieses Heft gerade für die Exzerpte aus dem Buch von Lange bzw. die letzten Exzerpte aus dem Buch von Sewell benutzte oder benutzt hatte. Wie bereits bemerkt, spricht viel dafür, dass diese Exzerpte erst im Frühjahr 1881 entstanden. Plausibler scheint die Annahme, dass Marx das vorliegende Heft nicht wählte, weil er es gerade zur Hand hatte, sondern, weil es ihm für jenen Auszug der geeignetste Ort schien. Aus dem Brief an Sorge geht hervor, dass der Auszug im Zusammenhang mit dem sich verschärfenden Konflikt mit Most entstand. Er habe, teilte Marx Sorge mit, die „Gemeinheit“ Mosts „erst jetzt ganz entdeckt“. Da dieser in Deutschland „trotz allem Geschrei […] nichts ausgerichtet“, habe er sich „mit dem Pariser Nachwuchs der Bakunisten“ um die „Révolution Sociale“ verbündet, die wiederum mit Pyats „Commune“ verbunden sei. „Der feige, melodramatische Farceur Pyat – in dessen ‚Commune‘ ich als Bismarcks rechte Hand figuriere – grollt mir, weil ich ihm von je meine absolute Verachtung gewidmet und alle seine Versuche, die Internationale für seine Knalleffekte zu verwenden – vereitelt habe“.Marx an Sorge, 5. November 1880 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819). Schließen [47] Die Beziehung zu Most hatte schon beim Beginn des vorliegenden Hefts im Sommer 1879 eine Rolle gespielt, ja im Grunde waren damals die Studien zur römischen Geschichte aus ihr hervorgegangen.

47Die Exzerpte aus dem von Victor Cherbuliez unter dem Pseudonym G. Valbert publizierten Artikel in der Oktober-Nummer 1878 der „Revue des deux mondes“, für die Marx die letzte Seite von Heft „A“ (S. 134) benutzte, dürften bald nach dem Auszug aus der „Commune“ entstanden sein. Auch hier ging es um das Verhältnis von Bismarck zu Marx und der deutschen Sozialdemokratie.

48Der Schriftsteller Victor Cherbuliez (1829–1899), der häufig unter dem Pseudonym G. Valbert publizierte, entstammte einer hugenottischen Familie, die Ende des 17. Jahrhunderts in die Schweiz geflüchtet war. Er hatte an der Universität seiner Heimatstadt Genf Mathematik studiert und dann in Paris, Bonn und Berlin Philosophie und Philologie. Danach war er in Genf als Lehrer und Journalist tätig gewesen. Nach einer Orientreise wurde er Ende der 1850er Jahre Mitarbeiter der „Revue des deux mondes“, in der er viele seiner literarischen Werke sowie wissenschaftliche und politische Artikel publizierte. 1877 übersiedelte er nach Paris. 1879 erhielt er die französische Staatsbürgerschaft. 1881 wurde er in die Académie française aufgenommen.Siehe André Celières: Victor Cherbuliez: romancier, publiciste, philosophe. Paris 1936. Schließen [48] Der von Marx exzerpierte Artikel war Ende September 1878 erschienen, ca. drei Wochen vor der Abstimmung des Reichstags über das von Bismarck eingebrachte „Sozialistengesetz“. Marx notierte nur einige Sätze, in denen sich der Autor speziell auf ihn bezog.

Anmerkungen

  • [1]Vgl. Marx an Friedrich Adolph Sorge, 5. November 1880 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819).
  • [2]IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 139, S. 148. Laut der Angabe von Engels auf dem Umschlag hatte Marx dieses Heft „1877“ angelegt. Büchers Werk war dort im letzten, „Labour Question (Combination)“ überschriebenen Teil von bibliographischen Notizen aufgeführt, denen auf S. 144 eine auf den 27. März 1878 datierte Liste von Nikolaj Isaakovič Utin gehörenden Büchern, die sich Friedrich Lessner von Marx ausgeliehen hatte, vorausging. Auf S. 151 folgten Auszüge aus der von Bismarck veranlassten Verordnung betreffend das Verbot von Zeitungen und Zeitschriften vom 1. Juni 1863, die Marx höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit den Attentaten auf Wilhelm I. am 11. Mai und 2. Juni 1878 und Erörterungen über mögliche Maßnahmen der Regierung angefertigt hatte.
  • [3]Ebenda, Sign. B 146. Laut einem Vermerk von seiner Hand hatte Marx dieses Heft am 8. Oktober 1878 begonnen. Er notierte Garzettis Werk auf der Rückseite des vorderen Umschlagblatts, wo er danach auch Antonio Ciccones „Principj di economia politica“ vermerkte, die er in diesem Heft dann exzerpierte.
  • [4]Ebenda, Sign. B 147, S. 92. Das Heft ist „London, 20 October 78“ datiert. Es wurde von Marx bis etwa zum 10. November 1878 benutzt. Die bibliographischen Notizen ab S. 91 folgen auf Auszüge aus der „Times“ vom 2. November 1878. – Zum Katalog der Bibliothek des British Museum siehe Entstehung und Überlieferung zu Notizbuch aus den Jahren 1880/1881 und zu Heft 1880/1881.
  • [5]Ebenda, Sign. B 152, S. 2. Die ersten in dieses Notizbuch eingetragenen Titel hat Marx aus dem Heft B 147, S. 91–93, übernommen.
  • [6]Ebenda, Sign. B 164, S. 1/2. – Auf den „große[n] Romanist[en] v. Ihering“ und sein „berühmtes Werk ‚Geist des römischen Rechts‘“ wies Wagner bereits in seiner Vorbemerkung nachdrücklich hin. (Adolph Wagner: Allgemeine oder theoretische Volkswirthschaftslehre. (Adolph Wagner und Erwin Nasse: Lehrbuch der politischen Oekonomie. Bd. 1.) Th. 1: Grundlegung. 2., vielfach verb. und stark verm. Ausg. Leipzig, Heidelberg 1879. S. 4.) Danach erscheinen dieses und die beiden anderen Werke in einer Fußnote, in der Wagner im Zusammenhang mit dem „umfassende[n] System der römischen Getreidespenden“, den Spielen sowie der Bewirtung dabei auf sie verweist. (Ebenda. S. 19, Fn. 5.) Vorher hatte er dort im Zusammenhang mit diversen unentgeltlichen Leistungen Athens zugunsten seiner Bürger (Soldzahlungen für die Teilnahme an den Staatsgeschäften etc.) auf das Werk „Besitz und Erwerb im griechischen Alterthume“ von Albert Bernhard Büchsenschütz verwiesen, das Marx ebenfalls in dem o. a. Heft und in Heft „A“ (siehe S. 1b und Erl. dazu) vermerkte.
  • [7]Allgemeine Bibliographie für Deutschland. Ein wöchentliches Verzeichniß aller neuen Erscheinungen im Felde der Literatur. Leipzig 1879. Nr. 19. 8. Mai. S. 261.
  • [8]Marx erwarb das Buch. Überliefert sind Photokopien der Seiten mit Marx’ Marginalien. Siehe MEGA IV/32. Nr. 1390.
  • [9]Das Buch von Wagner hatte über 800 Seiten. Die bibliographischen Notizen, die Marx bei der Lektüre anfertigte, enden mit einem auf S. 496 erwähnten Titel. – Die u. d. T. „Randglossen“ bekannten Marx’schen Kommentare zu Wagners Buch, die in dem Heft nach zwei freien Seiten folgen, könnten an sich gleich nach den bibliographischen Notizen entstanden sein. Doch hat sie Marx vermutlich erst später verfasst. Während sie in Bd. 19 der MEW (S. 383) „zweite Hälfte 1879 bis November 1880“ datiert wurden, hat Marina Dorošenko gezeigt, dass sie wahrscheinlich „später als Januar 1881“ zu datieren sind (М. А. Дорошенко: К истории написания К. Марксом „Замечаний на книгу А. Вагнера ‚Учебник политической экономии‘ (2 издание) том 1 (1879)“. In: Новые материалы о жизни и деятельности К. Маркса и Ф. Энгельса и об издании их произведений. Сборник. Вып. 4. [Hrsg.:] Институт марксизма-ленинизма при ЦК КПСС. Москва 1988. S. 121–123).
  • [10]Rudolph Meyer an Marx, 27. Mai 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3399); Marx an Meyer, 28. Mai 1879 (ebenda, Sign. C 598).
  • [11]Auf eine entsprechende Frage hatte Meyers Freund Cornelius Reichenbach Marx im November 1878 mitgeteilt, das Buch werde „schwerlich mehr zu haben sein“, da ein Großteil der Exemplare „saisirt“ worden sei. Reichenbach an Marx, 30. November 1878 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3727). Siehe auch den Brief von Engels an August Bebel vom 24. November 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. K 52).
  • [12]Meyer an Marx, 31. Mai und 5. Juni 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3400 und 3402).
  • [13]Ebenda, Sign. B 155, S. 1–35. Auf Meyers Bitte sandte ihm Marx das Buch vor seiner Abreise nach Jersey am 7. August 1879 zurück. Meyer an Marx, „Mittwoch“ [5. August 1879] (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3409); Marx an Meyer, 7. August 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 3959).
  • [14]Die Titel der Bücher von Blair und Wallon hatte Marx bereits in seinem Notizbuch aus den Jahren 1878/79 vermerkt – als ersten und viertletzten einer Reihe von Titeln, die von den vorher in dieses Heft eingetragenen durch 16 freie Seiten abgesetzt sind. (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 152, S. [34] und [37]. Zwei der auf den des Werkes von Wallon folgenden Titel – die letzten in diesem Heft – hängen thematisch eng mit Meyers Buch „Politische Gründer […]“ zusammen: Gründergeschichten. Enthüllungen aus den Acten der Spezial-Kommission zur Untersuchung des Eisenbahn-Concessionswesens und deren kritische Beleuchtung. Berlin 1875 (2., verm. und verb. Aufl. Berlin 1875); Gründer und Schweiger: neun Leitartikel der „Staatsbürger-Zeitung“ nebst einem schönen neuen Liede vom Schweiger. Berlin 1876. Zwar gibt es in Meyers Buch keinen Verweis auf sie. Aber es ist möglich, dass sie Meyer bei seinem Besuch am 8. Juni 1879 im Gespräch erwähnte. Marx lud ihn noch einmal Ende Juli 1879, vermutlich für Sonntag, den 2. August, ein und kam dann noch einmal kurz am 10. September mit ihm zusammen (siehe: Meyer an Marx, 30. Juli 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3403); Marx an Engels, 11. September 1879 (ebenda, Sign. L 4724)).
  • [15]Marx hat in seinen Exzerpten die Passage exzerpiert, in der Bücher erklärte, dass die Ritter, die gewöhnlich als von der „Ämteraristokratie“ getrennte „Geldaristokratie“ betrachtet würden, faktisch mit ihr eine „fest zusammenhaltende Geldoligarchie“ bildeten (S. 1).
  • [16]Die Vorbemerkung war „Berlin, im Februar 1878“ datiert. Most wollte die Materie in dem Buch „in popolärer [sic] Weise vom socialdemokratischen Standpunkte aus“ behandeln. Nach seiner Meinung waren die alten Völker in erster Linie über die „sociale Frage“ gestrauchelt, nämlich die „Sklavenwirthschaft“ sowie „die zunehmende Concentration des Eigenthums und die damit von selbst gegebene Proletarisirung der (freien) Volksmassen“. Stärker als in Griechenland sei der „Egoismus“ in Rom ausgebildet worden. Daher könne Rom „als abschreckendstes Beispiel für alle modernen Cultur-Staaten“ dienen. (Most, S. 1–4.)
  • [17]IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 139, S. 148. – Aus Berlin ausgewiesen, kam Most im Dezember 1878 nach London, wo ihn Marx „von Zeit zu Zeit bei [sich]“ sah (Marx an Friedrich Adolph Sorge, 19. September 1879 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819)).
  • [18]Karl Bücher: Lebenserinnerungen. Bd. 1: 1847–1890. Tübingen 1919. S. 2.
  • [19]Karl Bücher: Die Aufstände der unfreien Arbeiter 143–129 v. Chr. (Beilage zum Programm der Schulanstalten der Polytechnischen Gesellschaft zu Frankfurt a. M. Ostern 1874.) Frankfurt a. M.: C. Adelmann. 1874.
  • [20]Bücher: Lebenserinnerungen. Bd. 1. S. 121, 193. Siehe auch Büchers „Nachwort“ zu seinem Buch über die Sklavenaufstände, S. 131/132. Zu der bis weit ins 20. Jahrhundert grundlegenden Bedeutung dieses Buchs in der Diskussion über die antiken Sklavenaufstände siehe Wolfgang Zeev Rubinsohn: Die großen Sklavenaufstände der Antike: 500 Jahre Forschung. Darmstadt 1993. S. 47–49.
  • [21]Zu Bücher siehe besonders Beate Wagner-Hasel: Die Arbeit des Gelehrten. Der Nationalökonom Karl Bücher (1847–1930). Frankfurt a. M. 2011.
  • [22]Auch die vorher notierte Signatur der Bibliothek des British Museum war die dieser Ausgabe. Es deutet nichts darauf hin, dass Marx die bei Adelmann erschienene Fassung erworben hätte und das in MEGA IV/32 unter Nr. 175 verzeichnete Exemplar aus seinem Besitz stammt.
  • [23]Zu Friedlaender siehe u. a. Manfred Lossau: Ludwig Friedländer (1824–1909). In: Die Albertus-Universität zu Königsberg und ihre Professoren. Aus Anlaß der Gründung der Albertus-Universität vor 450 Jahren hrsg. von Dietrich Rauschning und Donata v. Nerée. (Jahrbuch der Albertus-Universität zu Königsberg. Bd. 29. 1994.) Berlin 1995. S. 303–308; und Friedlaender, Ludwig Heinrich. In: Lexikon deutsch-jüdischer Autoren. Bd. 8. München 2000. S. 118–122.
  • [24]Rudolph Jhering: Geist des römischen Rechts auf den verschiedenen Stufen seiner Entwicklung. Erster Theil. Leipzig 1852. S. 4 und 11.
  • [25]Ebenda. S. 41.
  • [26]Rudolf von Ihering: Der Kampf um’s Recht. Wien 1872.
  • [27]Rudolph von Jhering: Der Zweck im Recht. Bd. 1.2. Leipzig 1877–1883. Auch den Titel dieses Werks notierte Marx aus Wagners „Grundlegung“ (S. 4) in dem erwähnten Heft (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 164, S. 1).
  • [28]Jhering: Der Zweck im Recht. Bd. 1. S. 417 und 428. – Zu Jhering siehe u. a.: Franz Wieacker: Rudolf von Jhering. Eine Erinnerung zu seinem 50. Todestage. Leipzig 1942; derselbe: Rudolph von Jhering. 1818–1892. In: Die großen Deutschen. Deutsche Biographie. Hrsg. von Hermann Heimpel, Theodor Heuß und Benno Reifenberg. Bd. 5. Berlin 1960. S. 331–340; Erik Wolf: Große Rechtsdenker der deutschen Geistesgeschichte. 4., durchgearb. und erg. Aufl. Tübingen 1963. S. 622–668; Jherings Erbe. Göttinger Symposion zur 150. Wiederkehr des Geburtstags von Rudolph von Jhering. Hrsg. von Franz Wieacker und Christian Wollschläger. Göttingen 1970; Bernd Klemann: Rudolf von Jhering und die historische Rechtsschule. Frankfurt a. M. 1989; Joachim Rückert: Rudolf von Jhering (1818–1892). In: Niedersächsische Juristen. Ein historisches Lexikon mit einer landesgeschichtlichen Einführung und Bibliographie. Hrsg. von Joachim Rückert und Jürgen Vortmann. Göttingen 2003. S. 209–234.
  • [29]Marx an Jenny Longuet, 19. August 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 6071), an Engels, 25. August 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 1848), und an Sorge, 19. September 1879 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819).
  • [30]М[аксимъ Максимовичъ] Ковалевскій: Общинное землевладѣніе, причины, ходъ и послѣдствія его разложенія. Ч 1. Москва 1879. (Auch: Unveränderter fotomechanischer Nachdruck, mit einer Einleitung von Hans-Peter Harstick. Frankfurt, New York 1977); Marx an Nikolaj Francevič Daniel’son, 19. September 1879 (British Library, Sign. f24; RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 3979). – Das Vorwort von Kovalevskijs Buch ist auf den 15. Juni 1879 alten Stils – d. i. der 28. Juni 1879 neuen Stils – datiert. Das Buch dürfte also, wenn nicht noch im Juli, so im August erschienen sein. Kovalevskij war damals bereits in London. An Petr Lavrentovič Lavrov sandte er es von dort am 27. August. Zugleich teilte er diesem mit, Marx, mit dem er sich im Juli „sehr oft“ (оченъ часто) gesehen habe, sei jetzt in Ramsgate, wohin er auch ihn eingeladen habe; er werde ihn wohl in den nächsten Tagen dort besuchen. Kovalevskij an Lavrov, 27. August 1879 (abgedruckt in: Русские современники о К. Марксе и Ф. Энгельсе. [Сборник подгот. К. В. Соловьевой и Р. Г. Лебедевой.] Москва 1969. S. 161). Anscheinend tat er das. „Je pars“, teilte er Marx in einem undatierten Brief (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 2694) mit, „pour Ramsgate demain matin pour revenir à Londres le soir même.“ Hätte er das Buch Marx damals nicht selbst übergeben, hätte er es in London für ihn hinterlegt. Denn noch vor Marx’ Rückkehr nach London musste er seinerseits „dans des intérêts de famille“ umgehend nach Russland zurückkehren. Kovalevskij an Marx, [9. September 1879] (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 2695); Marx an Engels, 10. September 1879 (ebenda, Sign. L 4723).
  • [31]Zu Kovalevskij siehe: Leo Pasvolsky: M. M. Kovalevsky. In: The Russian review. New York. Vol. 1. No. 5. June 1916. S. 259–268; Б. Г. Вебер: Ковалевский, Максим Максимович. In: Большая советская энциклопедия. Главный ред. А[лександр] М. Прохоров. Изд. 3. Т. 12. Москва. 1973. S. 357; engl.: B. G. Veber: Kovalevskii, Maksim Maksimovich. In: Great Soviet encyclopedia: a translation of the third edition. [A. M. Prokhorov, ed. in chief.] New York, London 1976. Vol. 12. S. 620/621.
  • [32]Максимъ Ковалевскій: Двѣ жизни. In: Вестникъ Европы. Санктпетербургъ. Г. 44. 1909. Т. 3 (257). Кн. 6, июнъ. S. 495–522; Т. 4 (258). Кн. 7, июль. S. 5–23. S. 11. Es handelte sich um Erinnerungen Kovalevskijs an Herbert Spencer und Marx. Der zweite, Marx betreffende Teil erschien auch in deutscher Übersetzung, nach der hier zitiert wird:Maksim Kowalewskij: Erinnerungen an Karl Marx. In: Die Zukunft. Berlin. Bd. 73. 1910. S. 80–88. Das Zitat S. 81. Vgl. Marx an Daniel’son, 19. September 1879: „He is one of my ‚scientific‘ friends“.
  • [33]Максимъ Ковалевскій: Опыты по исторіи юрисдикціи налоговъ во Франціи съ XIV вѣка до смерти Людовика XIV. T. 1. Юрисдикція налоговъ въ провинціяхъ, удержавшихъ сословное представительство. Вып. 1. Происхожденіе юрисдикціи налоговъ во Франціи. Юрисдикція налоговъ въ Лангедокѣ. Москва 1876; Derselbe: Очеркъ исторіи распаденія общиннаго землевладѣнія въ кантонѣ Ваадтъ. Лондонъ 1876 (deutsch: Umriss einer Geschichte der Zerstückelung der Feldgemeinschaft im Kanton Waadt. Zürich 1877); Derselbe: Собраніе неизданныхъ актовъ и документовъ, служащихъ къ характеристикѣ полицейской администраціи въ англійскихъ графствахъ въ XII, XIII, и XIVмъ вѣкахъ, предшествуемое монографіей о полиціи рабочихъ въ Англіи въ XIVмъ вѣкѣ […] Лондонъ 1876; Derselbe: Исторія полицейской администраціи в англійскихъ графствахъ съ древнейшихъ временъ до смерти Эдуарда IIIго. (Полиціи безопасности.) Вып. 1. Прага 1876; Derselbe: Исторія полицейской администраціи (полиціи безопасности) и полицейского суда в англійскихъ графствахъ съ древнейшихъ временъ до смерти Эдуарда IIIго: Къ вопросу о возникновеніи местного самоуправленія в Англіи. Прага 1877. Die letztgenannte Arbeit war Kovalevskijs Dissertation (кандидатская диссертация), mit der er 1877 promovierte. – Auch diese Publikationen erhielt Marx von deren Autor (siehe MEGA IV/32. S. 380–387).
  • [34]Ковалевский: Общинное землевладѣніе […] S. I–VII.
  • [35]Ebenda. S. VI/VII.
  • [36]Eine vollständige Liste der Marx’schen Randbemerkungen und Hervorhebungen in seinem Exemplar des Buchs gibt Hans-Peter Harstick in: Karl Marx über Formen vorkapitalistischer Produktion. Vergleichende Studien zur Geschichte des Grundeigentums 1879–80. Aus dem handschriftlichen Nachlaß hrsg. und eingel. von Hans-Peter Harstick. (Quellen und Studien zur Sozialgeschichte. Bd. 1.) Frankfurt, New York 1977. Anhang II.
  • [37] В[ладимир] И[ванович] Даль: Толковый словарь живаго великорускаго языка. Изданіе Общества любителей російской словесности, учрежденаго при Императорскомъ Московскомъ Университетѣ. Ч. 1–4. Москва 1863–1866; И[ванъ] Я[ковлевичъ] Павловский: Русско-нѣмецкий словарь. 2. изд., исправленное изначительно дополненное И. Николичемъ и Н. Асмусомъ. / I[wan] Pawlowsky: Russisch-deutsches Wörterbuch. 2. Aufl. Vollst. Umgearb. u. wesentlich verm. von I. Nikolitsch und N. Asmuß. Рига / Riga, Leipzig 1879.
  • [38]Marx an Loria, 3. Dezember 1879 (RGASPI, Sign. f. 1, op. 1, d. 6551).
  • [39]Achille Loria an Marx, 23. November 1879 (IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. D 3221).
  • [40]IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 161.
  • [41] В[асилий Иванович] Кельсіевъ: Сборникъ правительственныхъ свѣденій о раскольникахъ. В 4 вып. Лондонъ 1860–1862.
  • [42]Die S. 138 blieb leer.
  • [43]Siehe: Karl Johannes Neumann: Ludwig Lange. Ein Nekrolog. Berlin 1886. Das Zitat S. 7; Ludwig Lange. In: Allgemeine Deutsche Biographie. Bd. 51. Leipzig 1906. S. 573–576.
  • [44]Ludwig Lange: Römische Alterthümer. Bd. 1–3. Berlin 1856–1872. Bd. 1. S. 1.
  • [45]Ebenda. S. 4/5, 7.
  • [46]Siehe: Notizbuch Februar bis Juni 1864 (MEGA IV/18. S. 11); Marx an Engels, 18. November 1864 (MEGA III/13. Br. 30.74).
  • [47]Marx an Sorge, 5. November 1880 (NYPL, Friedrich Adolph Sorge correspondence, Sign. MssCol 2819).
  • [48]Siehe André Celières: Victor Cherbuliez: romancier, publiciste, philosophe. Paris 1936.

Zeugenbeschreibung

    • H Originalhandschrift: IISG, Marx-Engels-Nachlass, Sign. B 156/B 140.
    • Beschreibstoff: Notizheft, kartoniert. Außenseiten des Einbands, mit schwarzem Rücken, mit blau-rot gemustertem Papier bezogen, Innenseiten mit gleichem Papier, wie für die Blätter benutzt wurde, beklebt. Format: 160 × 196 mm. Auf vorderem Einbanddeckel Etikett von vergilbtem weißem Papier im Format 114 × 99 mm aufgeklebt. Keine Vorsatzblätter. Eingeheftet 70 Blatt (= 140 Seiten) mittelstarken, gerippten, linierten weißen Papiers im Format des Einbands. Wasserzeichen: Helle Linien im Abstand von 26 mm.
    • Zustand: Gut erhalten, Papier leicht vergilbt, Einbanddeckel und ein Blatt (29./30. Seite) lose. Von dem letzten Blatt (139./140. Seite) unten etwa ein Sechstel abgerissen. Keine Textverluste.
    • Schreiber: Karl Marx, Etikett Friedrich Engels.
    • Schreibmaterial: Schwarze Tinte, leicht bräunlich verfärbt. Vermerke und Korraaaekturen sowie An- und Unterstreichungen auch mit Rotstift (Innenseite des vorderen Einbanddeckels, 1., 50., 54.–64., 83., 100. Seite) und Blaustift (1., 48., 51., 60., 63., 64., 90. Seite); ein Vermerk mit Grünstift (64. Seite).
    • Beschriftung: Außen- und Innenseite des vorderen Einbanddeckels, 1.–140. Seite (Innenseite des vorderen Deckels, 2., 23., 24., 139. und 140. Seite nur teiweise beschrieben, 6. Seite nur paginiert). Lateinische Schrift. Einzelne Passagen und Wörter in griechischer und kyrillischer Schrift.
    • Paginierung: Marx paginierte mit Tinte ab der 7. Seite: 1–134; dann die 3.–6. Seite: 135–138. Marx’ Seitenzahlen teilweise von fremder Hand mit Bleistift verdeutlicht.
    • Vermerke von fremder Hand: Archivstempel IISG; Sign. B 140 (auf dem Etikett und auf der 1. Seite); Bleistiftvermerk (auf der 140. Seite). Auf der Innenseite des vorderen Einbanddeckels und sämtlichen 140 Seiten mit Bleistift Fotosign.: EO (jeweils bei der Seitenzahl). Auf der Innenseite des vorderen Einbanddeckels und den ersten fünf Seiten mit Bleistift Paginierung:1a–1f. Auf jedem Blatt Stempel mit Sigel des IISG.

Zitiervorschlag

Jürgen Rojahn unter Mitarbeit von Emanuela Conversano: Entstehung und Überlieferung zu Heft „A“ (1879–1881). In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, Bd. IV/27, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M6660370. Abgerufen am 08.08.2026.