| Franz. Buchholz bei Berlin
9. XI. 71.

Bürger! Sekretär!

Ihren Brief vom 6. November nebst Einlage habe ich gestern erhalten u. heut an Kwaśniewski mitgetheilt. Die Berliner Sektion wird auf meinen und Kw.’s Antrag nächstens eine kleine Besprechung haben, deren Resultat ich Ihnen umgehend mittheilen werde.

Leider wird Kw. nicht mehr lange unter uns weilen – er übernimmt zum 16. November die Redaktion des Crimmitschauer „Bürger- und Bauernfreund“, dessen bisheriger Redakteur Karl Hirsch in die Redaktion der Berliner „Demokratischen Zeitung“ getreten ist. Ich persönlich verliere an Kw. einen lieben, trefflichen Freund u. ich weiß nicht, ob alsbald meine Beziehungen zu Karl Hirsch oder irgend einem anderen so herzlich werden können, wie die zu Kw. es waren.

Meinen Sie nicht, daß es Unrecht ist, wenn die Kontroll-Kommission der soz. dem. Partei es ihren Mitgliedern verwehrt, über ihre Sitzungen an Sie Bericht zu erstatten? Bitte, theilen Sie mir Ihre Ansicht darüber mit – ich bin im Streit mit den andern Kommissionsgliedern.

Ende Oktober schrieb ich nach Leipzig u. forderte die Redaktion des Volksstaat auf, durch vollständige Titel- u. Preisangabe der durch Lissagaray, Bergeret u. Theiss edirten | Geschichte der Commune die Möglichkeit des buchhändlerischen Bezuges zu geben – oder auch den Bezug durch die Expedition des Volksstaat zu vermitteln. Im Redaktionsbriefkasten der Nr. 89 die Antwort: „Die Schriften haben wir selber noch nicht“. Sollten sich so wichtige Sachen nicht schleuniger erledigen lassen? Ich bitte dringend um Titel- u. Preisangabe genannten Buches, am liebsten wäre mir sofortige Uebersendung unter Postnachnahme des Betrages – wenn Postnachnahme von England nach Preußen möglich. Kwásniewski ist bereit, eine deutsche Uebersetzung des Buches zu besorgen u. mit Hilfe desselben sowie des patrie en danger von Blanqui etc. ließen sich aller Orten treffliche Vorlesungen: „Die Geschichte der Commune“ in’s Werk setzen.

Ich möchte gern auf Qui vive abonniren u. fragte bei der Red. des Volksst. an, wie ich zu bestellen habe u. welches der Preis sei. Keine Antwort. Darf ich Sie um Auskunft bitten? Ich kann keine englischen Briefmarken zur Frankirung Ihrer Antwort beifügen, möchte Sie also ersuchen, unfrankirt zu schreiben.

An den Volksstaat habe ich Mittheilung gemacht, daß Sie Conferenzbeschlüsse ihm senden wollten.

Hoffentlich kann ich Ihnen bald Erbaulicheres über Berlin melden, als bisher – besonders beabsichtige ich, das Interesse für die Arbeiter-Statistik zu erregen.

Salut et fraternité

Jozewicz.

Zeugenbeschreibung und Überlieferung

Absender

Briefkontext

Zeugenbeschreibung

Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen weißem Papier. Jozewicz hat die ersten zwei Seiten vollständig beschrieben, die übrigen zwei Seiten sind leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.

Archivsignatur des Moskauer Marx-Engels-Instituts (IMĖ) auf beiden beschriebenen Seiten mit Bleistift: „Rj 252a–b“.

 

Zitiervorschlag

Ferdinand Jozewicz an Karl Marx in London. Französisch Buchholz, Donnerstag, 9. November 1871. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M9874543. Abgerufen am 25.09.2026.

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