| 13. April 1871
Lieber Liebknecht,
Die 80 Thaler kannst Du entweder für Deine Familie verwenden oder für das „Volksblatt“. Beide sind „Verwundete“ das letzten Kriegs.
Das Freiligrathsche Gedicht habe ich nicht; es erschien 1852 aber auch im Cotta’schen „Morgenblatt“, das Du vielleicht zu Leipzig auftreiben kannst.
Das Abdrucken aus der „Revue der Rh. Z.“ halte ich nicht für nützlich ohne Einleitungen, Zusätze etc., und dazu jezt kaum die Zeit.
Engels läßt Dir sagen, daß sein Aufsatz in den „Dtsch-Fzs. Jahrbüchern“ nur noch historischen Werth hat, also nicht mehr paßt für praktische Propaganda. Du kannst dagegen aus dem „Kapital“ längere Sachen abdrucken, z. B. Auszüge aus dem Kapitel über die „Ursprüngliche Accumulation“ etc.
Miquel war im Bund und machte sich als Bundesspeziallandrath sehr wichtig im Kgch Hannover. Das kannst Du drucken, nur laß meinen Namen aus dem Spiel, da ich ja – wenn nicht direkt durch Mq. gezwungen – das „Geheimniß“ bewahren muß.
Heiß mich nicht reden, heiß mich
schweigen,
Denn das Geheimniß ist mir Pflicht!
Das „K. Manifest“ kann natürlich nicht ohne neues Vorwort geschrieben werden. Engels und ich werden sehn, was in der Art zurechtzumachen.
Meinen besten Gruß an Deine liebe Frau.
DK. M.
Zeugenbeschreibung und Überlieferung
Zeugenbeschreibung
Veröffentlichung nach einer Ersttranskription des RGASPI. Die Originalhandschrift konnte nicht eingesehen werden.
Zitiervorschlag
Karl Marx an Wilhelm Liebknecht in Leipzig. London, Donnerstag, 13. April 1871. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M9817679. Abgerufen am 25.09.2026.