| Mchr 3 August 70

Lieber Mohr

Inl. W/2 86 721, Mchr 23 Juli 69 – £20.–
W/2 77 454 " 23 Januar 69 "20.–

für Brighton &

S/11 13 062, L’pool 17 Mai 69 £5.–

Moores Subscription für die Internat. Die meinige erhältst Du Anfang September, ich bin rather short of cash & muß Dividenden abwarten. Ich werde, da ich Einzahlungen zu machen habe, Shares verkaufen müssen; was denkst Du, soll ich damit noch etwas warten oder gleich los? Ich kann noch ohne Verlust verkaufen.

Daß die Franzosen vorrücken & Saarbrücken (das von 1 Bataillon , 4 Schwadronen & möglicher Weise etwas Artillerie besetzt war) occupirt haben ist mir sehr lieb. Erstens aus moralischen Gründen. Zweitens weil die Deutschen sich in der ersten Schlacht in einer Defensivstellung schlagen werden & die Defensive durch die Hinterlader enorm verstärkt ist. Da die Deutschen meiner Berechnung nach gestern Abend strategisch aufmarschirt waren, so vermuthe ich daß die Schlacht zu | der heute wohl die einleitenden Gefechte geliefert werden, morgen auf der Linie Ottweiler-Neunkirchen-Homburg losgehn wird, wobei die Armee von Friedr. Karl & dem Kronprinzen die Front beschäftigen & Steinmetz in die Flanke ( linke ) der Franzosen fallen würde. Oder umgekehrt.

Daß der Greenwood den Art. erst gestern Abend veröffentlichte wo schon eine Masse Bestätigung eingetroffen war sehr dumm. Auch hat er verschiedne absurde Wortändrungen gemacht die Unkenntniß aller milit. Terminologie verrathen. Indeß doch schon gewirkt. Heute hat die Times einen leader der ganz aus meinen beiden Artikeln 2 & 3 abgeschrieben. Ich schreibe deßhalb an Gr. eine Erklärung.

Das Geld hättest Du gestern erhalten aber Dein Brief kam erst per 2te Post & ich fand ihn erst gegen 4 Uhr vor.

Der Witz mit Blind ist sehr hübsch. Ist der Oswald einer der Badenser Oswalds von 49? es waren ihrer 3.

Es ist immer noch ein gewisses Risico daß die Franzosen mitten in den deutschen Aufmarsch hineinfahren ehe dieser fertig ist. Hätte der edle Louis am Freitag losgeschlagen so hätte er noch ohne viel Schwierigkeiten bis an den Rhein kommen kommen. Aber Dienstag mußten die Leute so ziemlich fertig sein. Die beste Chance der Offensive | ist ihm gescheitert an ihm selbst, d. h. am bas empire, an der jobbery in der Armeeverwaltung, die ihn 5 Tage hingehalten & wahrscheinl. noch jetzt gezwungen hat unfertig auszumarschiren.

Wenn die Deutschen diese erste Schlacht wider Erwarten verlieren sollten, so können sie in 4 Wochen wieder bedeutend stärker sein als jetzt; vor einer absoluten Niederlage schützt sie die Rheinlinie, die Franzosen gar kein Hinderniß.

Sei so gut & zeig mir den Empfang des Geldes gleich an, es gehn auch recommandirte Briefe zuweilen verloren. Beste Grüße an Euch Alle

Dein
F. E.

Zeugenbeschreibung und Überlieferung

Zeugenbeschreibung

Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen weißem Papier. Engels hat die ersten beiden Seiten vollständig, die dritte Seite zur Hälfte beschrieben, die vierte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.

Von Eduard Bernsteins Hand: Nummerierung des Briefes auf der ersten Seite oben rechts mit schwarzer Tinte: „498“ bzw. der beschriebenen Seiten mit Bleistift: „54,1–3“, sowie redaktionelle Vermerke und Streichungen.

Von Heinrich Dietz’ Hand: Nummerierung des Briefes auf der ersten Seite oben mit Bleistift: „1218“.

 

Zitiervorschlag

Friedrich Engels an Karl Marx in London. Manchester, Mittwoch, 3. August 1870. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M4532496. Abgerufen am 10.08.2026.

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