Ch. I Definition:

Einfachster case: If the aggregate sums owing by any two country countries to each othere other were absolutely equal, that is, equal in amount, coincident as to the period fixed for settlement, and, payable too, in an equal or identical currency. (4) The fluctuations which actually take place index of the inequalities which exist in the indebtedness of different countries, inequalities either in the amount of their liabilities or in the time within which payment must be made or in the relation of the currency of one country to that of another. (4, 5) Z.B. in Exchange zwischen 2 Ländern, wo different Geld (Gold und Silber) und ausserdem all the other inequalities: »To establish the equality between the two sums, it would be necessary to take into account the relative value at the time of gold to silver, the amount of interest which would be lost by waiting 3 months, and the amount of risk which would be run by receiving a piece of paper representing a promise to pay 3 months hence in exchange for cash paid down.[«] (8)

Relative indebtedness (of different countries) remains the first and most material element. (8) Dann »to consider the form which this indebtedness assumes when the time of settlement arrives and when the floating debt is fixed in bills of exchange.« (9)

I)  Feller/Odermann, S. 318.
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Wechselrechnung etc.

Wechsel = Verschreibungen auf gewisse Geldsummen.

Grundlage der Wechselrechnung der Wechselcours. Wechselcours = Angabe der variablen Geldsumme, die für eine gewisse constante Summe in einer andren Valuta, oder wenigstens an einem andren Ort u. in einer andren Zeit gezahlt wird.

Wechselcourse von den Börsen regulirt. Bekanntgemacht durch Courszettel.

Werth der Wechsel hängt von der Zeit ihres Verfalls od. ihrer Zahlbarkeit ab. Je länger der Zahlungstermin, desto weniger werth. Dieß weniger hängt vom jedesmaligen Discont- od. Zinsfuß ab.

Es giebt zweierlei Course. Die einen haben ihre feste Valuta im Ausland, die andren im Inland. In Hamburg z.B. 1£ notirt = ca. 13 Banco-Mark 4β (Hamburger shilling). Die feste Valuta 1£ hier im Ausland. Also 13 M.B. 5β höherer Cours, 13 M.B. 3β niedrigerer Cours (von London gesehn) Hamburg notirt dagegen Paris zu 190 Fcs für 100 M.B. fest. Da hier die feste Valuta im Inland, wenn ein Steigen der Courszahl, 1901/4 eintritt, so ist dieß in Wahrheit ein Fallen, dagegen 1891/2 ein Steigen zu erkennen giebt.

Wenn 2 Plätze, welche mit einander direkt wechseln, d.h. gegenseitig Course auf einander notiren, einen u. denselben Münzfuß haben, versteht sich die Coursnotirung in der Regel für 100 (Thaler, Gulden, fcs u.s.w.) u. dann ist die veränderliche Valuta stets im Inland, d.h. in dem Geld des Platzes ausgedrückt, um dessen Coursnotirung es sich handelt. Z.B. wenn Leipzig in Berlin mit 997/8 notirt ist, so bedeutet dieß 997/8 Thaler in Berlin = 100 Thaler (fest) in Leipzig. Zuweilen drückt man einen solchen Cours auch in % Verlust oder % Gewinn aus, z.B. oben 1/8% Verlust. Namentlich notirt Paris seine Course auf die inländischen Plätze in dieser Weise.

Münzwerth der festen Valuta wichtigste Grundlage. Wechselpari heißt dieser Werth. Von ihm können sich die Wechselcourse auf die Dauer nicht entfernen, sonst würde Baarsendung an die Stelle der Zahlung durch Wechsel treten.

 Feller/Odermann, S. 320.
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Parirechnung.

Die Parirechnung beschäftigt sich mit der Feststellung des eigentlichen Werths der festen Valuta eines Courses. Wechsel- u. Münzpari verschieden, weil bei erstrem immer die Frage auf die einem Course zu Grunde liegende feste Valuta zu richten. So lang die Valuten dieselben bleiben, u. beide Münzen aus demselben Metall geprägt sind, ist das Wechselpari constant. Ist dieß nicht der Fall, oder besteht in einem Land depreciirtes Papiergeld, so Wechselpari variabel. Ist in einem Land Gold, in dem andren Silber das Hauptzahlungsmittel, so, wenn in dem leztren Land den inländischen Goldmünzen ein fester Werth in Silber beigelegt ist, so das Wechselpari nur annähernd constant, da der Verkehr sich an solche gesetzlichen Bestimmungen nicht kehrt.

Früher, vor 1 Nov. 1858, der Wechselcours von Leipzig auf Wien in Thalern für 150f. österreichische Währung. Die 150 florin die |110 feste Valuta in dieser Rechnung.

Berechnung des Wechselparis zwischen Leipzig u. Wien, da 30 Th. u. 45 florin = 1 Pfd. feines Silber.

45fl. : 150fl. = 30 Th. : x
x = 30×150 45  = 6×150 9 900 9 = 100 Th. Das Wechselpari also 150fl. = 100 Th.

Das Pari ist der Einwirkung des Discontfusses unterworfen.

Z.B. 100 Th. zahlbar in Berlin eigentlich = 100 Th. zahlbar in Köln. Für 2 Mt. Papier sind sie, à 4% Discont, nur 991/3, für 3 Mt. P. nur 99 werth. Wenn ferner 3 Mt. P. auf Hamburg in Paris 1857/8 steht, so bei 5% Discont, kurzes Papier 188,20 werth. Bei einem Course, dessen feste Valuta im Auslande ist, hat man den Discont zu addiren, wenn der Cours höher, zu subtrahiren wenn er niedriger werden soll. Ist aber die feste Valuta im Inland, so tritt der umgekehrte Fall ein. Wenn z.B. kurz Amsterdamer in Hamburg mit 35,95 notirt ist, so, bei 4% Discont, 2 Mt. P. 36,19 zu notiren. Je länger ein Papier zu laufen hat, desto weniger ist es werth, desto mehr Gulden bekommt man hier für 40 Banco M. fest, u. desto weniger M.B. bekommt man in Amsterdam für die Guilders.

Beispiele. Augsburger 2 Mt. Papier steht in Berlin 56.24 (56 Thl. 24 sgr. für 100 flr. S.W.), wieviel bezahlt man für 3 Mt. P. mit 4% Discont? Discont für 1 Mt. à 4% = 1/3%, beträgt auf 1704 Sg. = 52/3 Sgr. Da man für 100fl. in 3 Mt. Papier weniger Thaler zahlt, als für 100f. in 2 Mt. P., so ist der Discont abzuziehn, u. so hat man 56.181/3 als Cours für 3 Mt. P.

Kurz Pariser ist in Hamburg mit 1901/2 notirt; wie stellt sich bei 4% Discont, 2 Mt. Papier, von dem 15 Tage verflossen sind? 60 – 15 Tage = 45 Tage. Auf 45 Tage der Discont von 1901/2 à 4% = 0,95, od. 15/16. Je länger dieß Pariser Papier ist, desto mehr Franken kauft man in Hamburg für 100 M.B. Der Discont ist also zu addiren. Der gesuchte Kours daher 1917/16.

 Feller/Odermann, S. 325.
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Wechselreductionen.

Wechselreduction = Verwandlung einer Wechselsumme nach einem gegebnen Wechselkurs, sei es nun, daß diese Wechselsumme als einheimische Valuta in fremde, oder als fremde Valuta in einheimische zu reduciren ist. Auch gehört zu den Wechselreduktionen die Aufstellung des Kurses, zu welchem eine solche Umwandlung stattgefunden hat. Die Wechselkurse selbst, so wie die festen Valuten, für welche sie sich verstehn, sind entweder in wirklicher Münze oder in eingebildetem Gelde (Rechnungsgeld) Der betreffenden Plätze ausgedrückt. Solches Rechnungsgeld ist z.B. die Marc Banco in Hamburg  Zusatz von Marx
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(blosser Name für 4/111 einer Mark feinen Silbers)
, das Groot vlämisch u.s.w.

a)  Feller/Odermann, S. 326.
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Direkte Wechselreduktionen.

Direkte Wechselreduktion kann nur dann erfolgen, wenn der Platz, welcher seine Valuta in die eines andren Platzes, oder umgekehrt, reduciren will, mit diesem Platz direkt (a drittura) wechselt, mit ihm im direkten Wechselverkehr steht. Dieß ist aber dann der Fall, wenn er an seiner Börse einen Cours auf jenen Platz notirt. So Berlin u. Leipzig a drittura mit Amsterdam, Augsburg, Hamburg, London u.s.w., weil sie auf ihren Kurszetteln Kurse auf diese Plätze notiren; nicht so mit Madrid, Genua u.s.w. Der Kurs, nach welchem eine Reduktion erfolgen soll, versteht sich entweder für die Sicht, auf welche der Wechsel lautet od. lauten soll, oder versteht sich für eine andre, kürzere oder längere Sicht. Im leztren Fall kann man entweder, unter Zugrundelegung eines gewissen Zinsfusses den für eine gewisse Sicht sich verstehenden Kurs auf einen Kurs derjenigen Sicht bringen, welche zur Berechnung gegeben ist, oder man kann die Reduktion nach dem gegebnen Kurs vornehmen, und das |111 gefundne Resultat um die Zinsen für den zwischen den beiden Sichten bestehenden Zeitunterschied entweder vermehren od. vermindern.

Berliner Kurszettel. (Mitte Februar 1859)
Plätze womit Berlin direkt wechselt. Sicht. Kurs. Erklärung der Kurse.
Amsterdam. k. S. 1423/8

Thaler für 250fl. holl. fest.

Do. 2 Mt. 1421/8
Augsburg. 2 Mt. 56.26 Thaler u. Silbergr. für 100fl. S.W. fest.
Bremen. 8 T. 1091/4 Thaler für 100 Th. Gold od. Louisdor à 5 Thl. fest.
Breslau. 2 Mt. 991/3 Thaler in Berlin für 100 Th. in Breslau fest.
Frankfurt a.M. 2 Mt. 56.26 Thaler u. Silbergr. für 100f. S.W. fest
Hamburg. k. S. 1517/8

Thaler für 300 Mark Banco fest.

Do. 2 Mt. 1511/4
Leipzig. 8 Tage. 993/4

do. für 100 Th. in Leipzig fest.

do. 2 Mt. 991/3
London. 3 Mt. 6.21 Thaler. u. Silbergroschen für 1£ fest.
Paris 2 Mt. 973/8 Thaler für 300 Fcs fest.
Petersburg. 3 Wochen. 995/8 Thaler für 100 R°S. (Silberrubel) fest.
Wien 8 Tage. 931/2

für 150f. Oester. Währung fest.

do. 2 Monat. 921/2
Beispiel.

Wie groß ist der Ertrag von f.1832.50 pr. 7 Mai auf Amsterdam, am 26 Febr. begeben: a) zum Kurs von 1423/8 für die Sicht des Wechsels? b) zum Kurs von 1425/8 für 2 Mt. P. mit 3% Discont?

ad a) 250f. : 1832,5f. = 1423/8 Th. : x
x = 2087217,5 2000 = 1043,6087 Th. (18 sgr.)

ad b) 1. Berechnung: Reduction des Kurses für 2 Mt Papier auf einen Kurs für Papier am 7 Mai fällig.

2 Mt. vom 26 Febr. = 26 April; der Wechsel ist also 11 Tage später fällig; vom Kurse für 3 Mnt P. ist daher der Discont pr 11 Tage zu kürzen. 120 T. = 1,42625; 11 Tage = 0,13. Er beträgt also 0,13 Thl. 142,625 – 0,13 = 142,495 od. 1421/2 Cours für Papier pr. 7 Mai. Demnach:

250f. : 1832,5f = 1421/2 : x
x =  10445,25 1000 = 1044,525 Th. (16 Sgr.)

2 Berechnung. Man betrachtet den Wechsel als 2 Mt. Papier, berechnet ihn nach dem Course dieser Sicht, u. zieht Discont ab für so viel Tage als Wechsel später fällig wird.

250f. : 1832,5f. = 1425/8 : x
x = 1045 Th. 13 Sgr.
ab Discont à 3% für 11 Tage = 29 Sgr.

Also: 1044 Th. 14 Sgr. Diese Rechnung genauer als die erste.|

112

Hamburger Kurszettel. (im Februar 1859)
Plätze womit Hamburg direkt wechselt. Wechselsicht. Cours.
Amsterdam. 3 Mt.

3590/100

3560/100

Gulden holl. Courant für 40 Mark Bo. fest.

Do. kurze Sicht.
Antwerpen. 3 Mt.

191

1893/4

Franken für 100 M.B. fest

Do. k. S.
Augsburg. 2 Mt. 893/4 Gulden S.W. für 100 M.B. fest.
Berlin, Breslau. 2 Mt. 1533/8 Thaler im 30 Th. Fusse für 300 M.B. fest.
Bremen 2 Mt. 1393/4 Thaler Gold für 300 M. Bk. fest.
Frankfurt a.M. 2 Mt. 895/8 Gulden S.W. für 100 M.B. fest.
Genua. 3 Mt. 1931/2 Lire nuore für 100 M.B. fest.
Kopenhagen. k. S. * nicht notirt dänische Reichsthaler für 300 M.B. fest.
Leipzig 2 Mt. 1533/8 Thaler im 30 Rthl. Fuß für 300 M.B. fest.
Lissabon, Porto 3 Mt. 453/4 Schill. Bco für 1 Milreïs fest.
Livorno 3 Mt. 2261/2 tosk. Lire für 100 M.B. fest.
London 3 Mt. 13.2.

Mark u. Schillinge für 1£ fest.

Do. k. S. 13.31/4
Madrid, Bilbao, Cadix. 3 Mt. 421/2 Schillinge Ba. für 1 Peso fuerte (von 20 Reales)
Paris, Bordeaux. 3 Mt. 1911/2

Franken für 100 M.B. fest.

Do. K. Sicht. 1901/4
Petersburg. 3 Mt. 317/8 Shill. Banco für 1 Schilling fest.
Prag, Triest, Wien. 2 Mt. 81.50 Gulden u. Neukreuzer östr. Währung für 100 M. Bo fest.
* Note zu Hamburg Kopenhagen. Da 181/2 Reichsthaler = 273/4 Banco-Mark, wäre das Pari: 200 Rthl. = 300 Mark Banco.
Frankfurter Kurs. (Mitte Febr. 1859[)].
Plätze womit Frankfurt direkt wechselt. Kurse in Gulden Südlicher Währung. Feste Valuten
Amsterdam. 997/8 für 100fl. holl.
Augsburg. 993/4 100fl. S.W. in Augsburg.
Berlin, Köln, Leipzig. 1047/8 60 Th. Preussische Cour.
Bremen. 953/4 50 Th. Gold.
Hamburg. 883/4 100 M. Bo.
London. 117,5/8 10£
Mailand. 116 100 Floreni in Silber.
Paris, Lyon. 933/8 200 Fs.
Triest, Wien. 111 100f. in östr. Währung.

Diese Kurse alle auf kurze Sicht; längre Sichten berechnet man entweder nach den Notirungen für k. S., die man zu diesem Zweck 1/8 od. 1/4f. niedriger annimmt, u. unter Abzug von Discont, od. Käufer u. Verkäufer einigen sich über einen Kurs für die fragliche Sicht. Auf einigen Privat-Courszetteln ist auch ein Cours mit New York notirt mit 2fl. 31 kr. (variabel) für 1$ fest.



b)  Feller/Odermann, S. 345.
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Indirekte Wechselreduktionen
.

Eine indirekte Wechselreduktion findet statt, wenn ein Platz die Valuta eines andren Platzes in die seinige, oder umgekehrt reduciren soll, u. er mit diesem Platz nicht in direktem Verkehr steht. Z.B. Berlin soll eine gewisse Summe spanischer Piaster in preussische Courant nach dem Wechselcours umrechnen. Berlin notirt nicht direkt auf Spanien. Muß sich also eines Mittelplatzes bedienen, der mit beiden Plätzen wechselt, z.B. London. Die mittelst des Kurses dieses Platzes erfolgende Reduction ist eine indirekte.

Eine solche Reduktion findet ferner statt, wenn ein Platz dem andren, statt direkten Papiers, Wechsel auf einen dritten Platz übermacht, die zu einem gewissen Kurs eingekauft u. angenommen werden. Z.B. Leipzig remittirt an London, statt Londoner Papier, Wechsel auf Paris. Ferner wenn eine gewisse Wechselgattung gegen eine andre vertauscht wird, z.B. man verkauft in Berlin Wechsel auf London gegen Wechsel auf Paris u.s.w. Bedient man sich nur der Course eines Mittelplatzes, so kommen bei einer solchen Wechselreduktion keine Spesen vor; bedient man sich aber der Vermittlung dieses Platzes, d.h. läßt man durch ihn trassiren od. remittiren, so sind in den meisten Fällen Spesen damit verbunden. Berechnet der Wechselplatz dergleichen jedoch nicht, d.h. trassirt oder remittirt er franco Spesen, so wird er sich dafür an den Coursen erholen. (Wechselkommission)

Beispiel.

1) Wieviel beträgt am 1 Feller/Odermann: März
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Mai
1859 ein von Mailand auf Leipzig gezogner Wechsel von 964 floreni 75 Soldi, wenn kurz Mailänder in Frankfurt 1007/8 u. kurz Frankfurter in Leipzig 571/8 notirt ist?

x Thaler = 964,75 Fl.
100 Fl. = 116f.
100f. = 57 1/8 Th.
x = 639 Th. 9 ngr.|
113

2) Berlin hat in Madrid 2000 Silberpiaster zu fordern u. trassirt diesen Betrag auf Hamburg zum dortigen Madrider Kurse von 44. Wieviel bringt diese Forderung in Thalern ein, wenn Berlin das Hamburger mit 152 verkauft?

α) Wie groß ist die Tratte des Berliner auf Hamburg? 44β (Schil.) od. 23/4 M.B. × 2000 = M.B. 5500.

β) Ertrag dieser Tratte à 152?

M.B. 5500 à 150 = 2750 Th.
2 = 36 20
2768 Th. 20 Sgr.

c)  Feller/Odermann, S. 347.
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Wechselreduktionen mit Spesen
.

Diese Wechselreduktionen mit Spesen entstehn, wenn ein Platz (ein Commissionär) für die Rechnung eines andren Platzes (eines Committenten) eine gewisse Summe trassirt oder remittirt, oder beides zugleich thut, u. zwar können sie direkt oder indirekt sein.

Die dabei vorkommenden Spesen sind proportionirt od. nicht, d.h. entweder sie steigen oder fallen, da sie procentweis ausgedrückt sind, mit dem Kapital, wie z.B. Provision, Courtage – u. dann läßt sich die Wechselreduktion ganz durch einen Kettensatz machten machen – oder das Kapital hat auf ihren Betrag keinen Einfluß, wie z.B. Briefporto. Beim Remittiren (Einkauf) wirken die Spesen vermehrend, beim Trassiren (Verkauf) vermindernd auf den zu suchenden Betrag oder Ertrag.

Ob aber diese Veränderung nach Procenten vom, auf od. im Hundert zu berechnen ist, kann allein nach der Beschaffenheit des Werths beurtheilt werden, welcher zu ihrer Berechnung gegeben ist.

Da die Spesen nur von dem Betrage des wirklichen Einkaufes oder Verkaufes gerechnet werden können, so

sind Procente vom 100 – (100 = %) stets da zu rechnen, wo der gegebne Betrag wirklich den besorgten Einkauf od. Verkauf bildet;

Procente im 100 – (100  Feller/Odermann (siehe S. 4) verwenden dieses Zeichen für Subtraktionen.
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÷
% = %), wo die Spesen von dem um die Spesen zu vermehrenden hervorgebracht werden;

Procente auf 100 – (100 + % = %), wo der gegebne Betrag so beschaffen ist, daß die Spesen erst mit dem nach Abzug der Spesen verbleibenden Betrag verdient werden. In gewöhnlichen Faellen, wo es sich um geringe Procentsätze u. Beträge handelt, alles vom 100 berechnet.

Beispiele.

1) Hamburg kauft für fremde Rechnung 1800f. auf Frankfurt a/M à 89 u. berechnet 1/2% Spesen. Wie viel Marc Banco beträgt dieß zusammen?

f. 1800 auf Frankfurt a/M à 89 M.B. 2022.8
+ Spesen 1/2% 10.2
M.B. 2032.10.

Die Spesen sind hier vom 100 zu berechnen, denn der Betrag des Frankfurter ist wirklich diejenige Summe, womit Hamburg seine Spesen verdient.

2) Augsburg empfängt 2560 Lire auf Genua zum Verkauf. Wie groß ist der Reinertrag dieser Rimesse, wenn Augsburg sie à 93 (f. S.W. = 200 Lire) verkauft, u. dabei 1/2% Spesen berechnet?

2560 Lire. auf Genua à 93 f. 1190.24.
– Spesen 1/2% 5.57.
f. 1184.27.

Vom Bruttoertrag zieht Augsburg seine Spesen mit 1/2 vom Hundert ab, da auch hier der Bruttoertrag (f. 1190.24) den wirklichen Werth des Geschäfts ausmacht.

3) Frankfurt a/M empfängt am 2 Nov. Ldr. rβ (Thaler Gold) 974 pr. 17 Dec. auf Bremen mit Auftrag, sie zu begeben u. den Nettoertrag in 3 Mt. Londoner anzulegen. Frankfurt vollzieht die Begebung am selben Tag à 957/8 für kurze Sicht mit 3% Discont, berechnet dafür 1/3% Provision u. 1/2% Courtage, und kauft unter Berechnung von 1/2‰ Courtage 3 Mt. Londoner à 1167/8 für kurze Sichte mit 3% Discont. Wie gestaltet sich dieses Geschäft?

50 Ldr. Rth. : 974 = 957/8f. : x
x = 1867f. 93 Kg.
Discont pr 45 T. à 3% 7
Ertrag des Bremer: 1860f. 93 Kg.
Provision 1/3% f.6.12
Courtage 1/2 0/00 .56 7.8.
1853f. 31 Kg.
Courtage 1/2 0/00 (10001/2 = 1/2) 56
1852f. 35 in Londoner Papier anzulegen.
x £ 3 Mt. = 18527/12f.
1167/8f. = 10£. K. Sicht.
991/4 = 100£ 3 Mt.
x = 159£. 14s. 2d.

Provision u. Courtage sind vom 100, resp. 1000 zu berechnen, da sie mit dem gegebnen Ertrag (1860f. 93 39) verdient werden. Die Courtage für den Einkauf des Londoner ist dagegen auf 1000 zu berechnen, da sie nicht mit dem zu ihrer Berechnung gegebnen Betrage (1853f. 31), sondern mit diesem Betrag minus Courtage verdient werden wird, hier also ein vermehrter Werth gegeben ist.

4) Mexico hat für Rechnung Hamburgs 2625$ an New York zu übermachen, seine Spesen aber vorher abzuziehn. Wenn sich diese nun auf 5% belaufen, New York die Piaster mit 33/4% Prämie verkauft, für Empfangen 1% u. für Remittiren ebenfalls 1% berechnet, die übrigen Spesen in New York aber 33$ 6c. betragen, wie viel Marc Banco sind für diese Baarsendung, zum Course von 35, zu remittiren?

$2625 mex. pari $2625.0.
ab 5% Spesen (105 = 5) 125.0
$2500.0.
à 33/4% Prämien Nordamer. $2593.75
Empfangen: 1% (100 = 1) $25.94
Uebrige Spesen 33.06.
59.00.
$2534.75
Remittiren 1% (101 = 1) 25.10
$2509.65.
à 35 M.B. 7170.7β.|
|

114

Der Betrag 2625$ schließt die Spesen ein, die für die Rimesse in Baarem zu berechnen sind, ist also ein vermehrter Werth. Die Spesen sind daher auf 100 zu berechnen. Die Provision für Empfangen ist vom 100 zu nehmen, denn sie wird wirklich mit dem gegebnen Betrage verdient. Da die Provision für Remittiren nur von dem zu remittirenden Betrag genommen werden kann, der gegebne Betrag aber die Provision noch einschließt, so ist sie auf 100 zu berechnen. Die Richtigkeit dieses Verfahrens ergiebt sich aus den von Mexico sowie von New York zu ertheilenden Noten.

Nota von Mexico.
Betrag des Guthabens $2625.
m/ Rimesse: $2500. baar. pari. 2500
Spesen 5% 125
$2625.
Nota von New York.
Rimesse von Mexico $2500 baar. à 33/4 Prämie $2593.75.
Empfangen 1% $25.94
Uebrige Spesen. 33.06
59.
$2534.75
Dagegen m/ Rim. M.B. 7170.7 à 35 $2509.65
Remittiren 1% 25.10
$2534.75.

In diesen Noten erscheinen wiederum sämmtliche Spesen vom Hundert berechnet, weil die gegebnen Beträge diejenigen sind, womit die Spesen verdient werden. Hätten das Haus in Mexico u. das in New York sämmtlich vom 100 berechnet, so hätte der Hamburger Schuft nur M. 7151. 10β statt 7170.7 erhalten.



3)  Feller/Odermann, S. 354.
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Arbitragerechnung.

Aus dem Vorhergehenden ergiebt sich, daß die Wechsel als Mittel dienen:

a) Als Rimessen; um Schulden an andren Wechselplätzen zu zahlen.

b) Als Tratten (Trassiren); um ausstehende Gelder einzuziehn.

c) aber können sie als selbstständige Handelsobjekte dienen, wo man sie kauft u. verkauft, od. kaufen u. verkaufen läßt, um durch die sich ergebenden Kursdifferenzen zu gewinnen.

Das Remittiren u. Trassiren kann geschehn direkt oder indirekt, in kurzer Sicht oder langer Sicht.

Um Schulden zu zahlen kann man Rimessen machen oder auf sich trassiren (ziehen) lassen.

Um Forderungen einzuziehn kann man Trassiren oder sich Rimessen machen lassen.

 Kommentar von Marx.
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In der Sprache des Wechselgeschäfts geht daher die Dialektik vor sich, daß Trassiren u. Remittiren jedes als eine Form seines eignen Gegentheils erscheint.

Remittiren daher = Wechsel einkaufen, auf sich trassiren lassen, eine Schuld bezahlen.

Trassiren = Wechsel verkaufen, sich Rimessen machen lassen, eine Forderung einziehn.

Frage: Auf welche Weise man beim Trassiren oder Remittiren mit Vortheil operiren könne?

Da zur Beantwortung dieser wichtigen Frage ein Arbitrium (Gutachten) nöthig ist –  Kommentar von Marx.
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die einzige Sorte Arbitrium wie Profitchen zu schneiden, die das Kaufmannsvieh kennt
[–], so heißt diese schauerliche Untersuchung Arbitrage.

Solcher Arbitrage bedarf es jedoch nur dann, wenn Schuld od. Forderung in fremder Valuta ausgedrückt ist. Hat z.B. Leipzig an Hamburg 3000 Rth. zu zahlen, so ist für Leipzig keine Arbitrage zu machen. Entweder läßt sich der Hamburger Rimessen gefallen – dann kauft Leipzig so viel Marc B. als es für 3000 Th. erhalten kann; oder der Hamburger giebt der Tratte auf den Leipziger den Vorzug – dann hat er auf Leipzig 3000 Th. zu entnehmen. Leipzig zahlt auf beiden Wegen immer nur 3000 Th., ni plus, ni moins. Der Hamburger dagegen entwickelt sein Arbitrium, auf welchem Wege er für 3000 Th. die meisten Marken Banco erhält?

Direkte Arbitrage: Die Bezahlung der Schuld od. die Einziehung der Forderung kann durch Rimesse des Schuldners oder durch Tratte des Gläubigers erfolgen. Die Verfallzeit solcher Rimesse od. Tratte, oder nach den Umständen, der Zeitpunkt, zu welchem remittirt oder trassirt wird, müssen der Verfallzeit der Schuld oder Forderung entsprechen. Wenn nicht, kommt Zins od. Discont herein. Immer aber handelt es sich dabei um Wechsel, zahlbar auf dem Platze des Gläubigers od. des Schuldners, also um direktes Papier.

Indirekte Arbitrage: Sobald man untersucht, ob man sich zur Zahlung od. Einziehung von Schuld der Papiere oder der Vermittlung fremder Plätze bedienen kann.

Ebenso, wenn man untersucht, welche Wechselgattungen man zum Gegenstand einer Spekulation machen, oder an welchem Platze man gewisse Papiere ein- oder verkaufen soll, um durch die Kursdifferenzen zu gewinnen.

I)  Feller/Odermann, S. 356.
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Direkte Arbitrage.

a) Wahl zwischen direktem Trassiren u. direktem Remittiren.

Soll eine auf einem andren Platz zahlbare Schuld getilgt werden durch direkte Rimessen, die man dahin macht, oder durch Tratten, die man auf sich ziehn läßt.

Oder soll eine an einem andren Ort ausstehende Forderung eingezogen werden durch Tratten, die man auf denselben ausstellt, od. durch (direkte) Rimessen, die man sich von denselben machen läßt. Welches ist für den, der zu zahlen od. fordern hat, der vortheilhafteste Weg?

Insofern Differenz mit der gegebnen Verfallzeit hinzu kömmt, ist auf Vergütung durch Diskont od. Zinsen Rücksicht zu nehmen.

In Bezug auf die zu vergleichenden beiderseitigen Course (die Hin- und Herkurse) treten 2 Fälle ein.

Entweder beide Plätze haben für ihre gegenseitige Coursnotirung dieselbe feste Valuta, z.B. 300 Bk. Mc. bei dem Kurs von Leipzig auf Hamburg, u. von Hamburg auf Leipzig.

Oder die festen Valuten sind verschieden. Z.B. beim Kurs von Frankfurt a/M 60 Th. fest für 105f. + ÷; beim Kurs von Berlin auf Frankfurt a/M 100f. fest für 57 Th. + ÷. Bevor im leztren Fall die Kurse verglichen werden können, müssen sie auf ein- und dieselbe feste Valuta reducirt werden, u. zwar ist es am besten d. Kursnotirung des fremden Platzes auf die feste Valuta des eignen zu reduciren.

Z.B. bei einer Arbitrage, die Berlin mit Frankfurt macht, die Frankfurter Kursnotirung auf Berlin, 1043/4f. K. Sicht auf die dem Berlin Frankfurter Kurs zu Grund liegende feste Valuta (100f.)

1043/4f. : 100f. = 60 Th. : x
x = 57,3.

Wäre nun Frankfurt in Berlin mit 57f. K. S. notirt, so wäre für Berlin sein eigner Kurs (57) gut zum Remittiren; d.h. wenn es an Frankfurt zu zahlen hätte, so würde es mit Frankfurter Wechseln bezahlen, welche es à 57 Th. à 100f. kaufen kann. Dagegen eignet sich für Berlin der Frankfurter Berliner Kurs (1043/4) zum Trassiren, d.h. es würde sich von Frankfurt Rimessen machen lassen à 1043/4. Dieß wäre ebenso, als hätte es selbst à 57,3 trassirt, u. dieser Weg würde ihm |115 0,3 Th. für jede 100f. mehr einbringen, als wenn es à 57 selbst trassirt hätte.

Ohne Rechnung findet man aus:

Frankfurter Kurs auf Hamburg 883/4 (fl. für 100 M. B);
Hamburger Kurs auf Frankfurt 881/2 (fl. für 100 M.B.);
daß Frankfurt eine Forderung auf Hamburg durch eine Tratte à 883/4 einziehn,
Frankfurt dagegen Schuld an Hamburg von diesem Platz auf sich trassiren lassen wird.
Ebenso: Hamburg Amsterdamer Kurs für k. S. 35.95 (Gulden holl. Kurant für 40 Mc. Bco.)
Amsterdam Hamburger Kurs, k. S. 36.
Wenn Hamburg arbitrirt, 35.95 gut zum Trassiren, wenn Hamburg an Amsterdam zu fordern hat. (Hamburg wird auf Amsterdam 35,95 trassiren)
36 gut zum Remittiren, wenn Hamburg an Amsterdam zu zahlen hat, lässt es von Amsterdam à 36 auf sich trassiren.
Im ersten Fall erhält es für seine Forderung die größtmögliche Summe in Marc Bc.,
Im zweiten Fall zahlt es für Schuld die möglichst kleinste Summe in Marc Bc.
Z.B. Hamburgs Forderung f.4000., so bringt sie auf 35,95 trassirt (35,95 : 4000 = 40 Marc Banco : x) 4450 Mc. Bco. 10β ein;
v. Amsterdam à 36 remittirt, nur (36 : 4000 = 40 M.B. : x) 4444. 7β.
Solche einfache Vergleichung der beiderseitigen Course genügt aber nicht, wenn die Forderung od. Schuld in andrer als kurzer Sicht fällig ist. Zinsberechnung kommt dann herein.

Beispiele.
1) Beispiel.

1) Berlin schuldet an Hamburg 2 Mt. dato, Bc. Mc. 6000, u. kann 2 Mt. Hamburger à 150 kaufen; wonach ihm die Bezahlung seiner Schuld durch Rimesse kostet Th. 3000.

2 Mt. Berliner ist in Hamburg mit 152 zu begeben; eine Tratte des Hamburger auf Berlin, 2 Mt. dato, kosteten also Th. 3040.

Berlin würde also nach dieser Rechnung, wenn es selbst remittirte 40 Th. Profit haben.

Nun ist aber die Tratte des Hamburger erst nach 2 Mt. zahlbar.

Berlin hat aber für seine Rimesse 3000 Th. bar bezahlt. Dieß würde auf 5% p. J. (vom Berliner berechnet) auf 3000 Th. pr 2 Mt. 25 Th. machen.

Die Rimesse kostet den Berliner also zur Zeit, wo die Tratte des Hamburger fällig wird 3025 Thaler.

Dagegen erhält der Hamburger die Forderung, die ihm durch Rimesse des Berliner erst nach 2 Mt. eingehn würde, u. die ihm nicht früher eingehn soll, durch den Verkauf seiner Tratte baar, u. hat somit dem Berliner die Zinsen pr 2 Mt. zu vergüten. Ebenfalls à 5% genommen, u. der Kürze halber auf den Betrag der Tratte 3040 berechnet, betragen die Zinsen 251/3 Th., so daß die Tratte nur auf 3040 ÷ 251/3 = 30142/3 Th. zu lauten hat.

Also muß die Zahlung der Schuld nicht durch Rimesse (à 150), sondern durch Tratte des Hamburger (à 152) geschehn, wodurch der Berliner 101/3 Th. gewinnt. =  775 2261 %.

Die Vergleichung der Kurse 150 u. 152 hat demnach in folgender Weise zu geschehn:

Berlin-Hamburg 150. Hamburg-Berlin 152
Zinsenverlust pr 2 Mt. à 5%% 11/4 Zinsenvergütung pr. 2 Mt. à 5% 14/15
Berlin zahlt also nach 2 Monaten 151,1/4; Hamburg trassirt 2 Mt. nur 15011/15

151 1/4 ÷ 15011/15 – diese Differenz, die Berlin für je 300 M.B. weniger zu zahlen hat, beträgt auf 6000 M.B. 101/3 Th., u. ergiebt für Berlin Gewinn von 775 2261 %. Die Vergleichung dieser Fälle zeigt, daß beide Course auf Course für kurze Sicht reducirt worden sind, u. nur einfache Vergleichung der Kurse stattgefunden hat, wenn Forderung oder Schuld baar fällig sind.

Daß die Zinsen dem Berlin-Hamburger Kurs hinzufügen waren, klar, da die für 300 Mc. Bo. baar ausgegebnen 150 Th. nach Verlauf von 2 Mt. um die Zinsen für diese Zeit theurer werden.

Vom Hamburg-Berliner Kurs aber waren sie abzuziehn, da der Hamburger, um dem Berliner die Zinsen zu vergüten, nicht 152 Th. für 300 Mc. B., sondern um soviel weniger zu trassiren hat, als die Zinsen pr 2 Mt. betragen u. die um die Zinsen verminderte Summe in Thaler reducirt.

Deutlicher wirds, wenn man die Zinsen auf den Betrag der Forderung berechnet u. die um die Zinsen verminderte Summe in Thaler berechnet.

Die Zinsen pr 6000 M.B. für 2 Mt. à 5%, betragen 50 M. Bco. Bleiben also zu trassiren 5950 M.B., u. diese à 152 = Th. 3014.20.

2 Beispiel.

Hamburg hat an Paris 10500 Fs., 3 Mt. dato, zu fordern. Tratten auf Paris, 3 Mt. dato, sind à 189 zu begeben; Rimessen in 3 Mt. Papier würde Paris würde Paris à 186 machen. Die Zinsen berechnet Paris in Contocorrent mit 6%; Hamburg kann zur Zeit für sein Geld nur 4% verdienen. Wie ist die Forderung einzuziehn?

 Feller/Odermann, S. 358.
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a) Vergleichung der Kurse
.
Hamburger Paris Cours. 189 Paris-Hamburger Cours. 186
Zinsen pro. 3 Mt. à 4% 1.89 Zinsen pr 3 Mt. à 6%: 2,97 2,79
187,11. 188,79.

Hamburg giebt also, wenn es trassirt 187,11 fcs, hin um dafür 100 M.B. zu erhalten, während es, bei einer Rimesse von Seiten des Parisers, 188,79 fcs hingeben muß, um 100 M.B. einziehn zu können. Die Einziehung der Forderung durch Tratte auf Paris ist also vorzuziehn.

Um den Gewinn, den der Hamburger auf diesem Wege macht, in Procenten bestimmen zu können, reducire man beide Course auf die feste Valuta von 100 fcs. 187,11 giebt dann 53,44 Mc. Bco, 188,79 = 52,97 M.B. Hamburg erhält also für 100 F. auf dem 2. Weg 0,47 M.B. mehr, was einen Gewinn von 0,85% ergiebt.

 Feller/Odermann, S. 359.
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b) Berechnung der gegebnen Summen
.
Hamburg trassirt Fcs 10,500 à 189 M.B. 55555/9 5611,1/9 M.B.
Zinsengewinn prt 3 Mt. à 4% 555/9 M.B.
Paris hat zu remittiren 10,500 Fcs.
Es kürzt für Zinsen pr 3 Mt. à 6% 157,50. Bleiben: F. 10342.50.
Wofür es à 186 remittirt 556015/31
Hamburgh gewinnt also, wenn es selbst trassirt 50175/279 M.B. |
116

Dieß macht 0,91%, was mit obigem Resultat (0,85%) nicht übereinstimmt. Grund liegt in der ungenauen Berechnung der Zinsen. Praktisch unwichtig. In diesem Beispiel hat Hamburg, also der Platz, der die Arbitrage macht, die feste Valuta.

Auf den Hamburg-Pariser Cours 189 ist der Zinsengewinn pr 3 Mt. à 4% in Anschlag zu bringen. Dieser Gewinn bessert den Cours, u. zwar da hier von einem Verkaufe die Rede ist, in der Weise, daß der Hamburger weniger als 189 Fs. für 100 M. zu geben hat. Die Zinsen von der Courszahl also in Abrechnung zu bringen, aber nicht, (wie oben in der Berechnung der Summe (p. 115) geschehn, nach Procenten vom, sondern nach Procenten auf 100, da 189 = einem Werth, der um die Zinsen vermehrt ist. Also:

Pariser 3 M. in Hamburg 189
Zinsen pr. 3 M. à 4% = 1% (101 : 189 = 1 : x) 1 88/101
187,13 ⦗nicht wie oben, 187,11⦘

Dem Hamburg-Pariser Kurs sind die Zinsen zuzufügen, da sich der Cours für den Hamburger verschlechtert, der Zinsen wegen, die dem Pariser zu vergüten. Sie sind aber nach Procenten im 100 zu berechnen, weil der Cours 186 einen um die Zinsen verminderten Werth darstellt. Demnach:

Hamburger 3 Mt. in Paris 186
Zinsen pr. 3 Mt. à 6% = 11/2% (981/2 : 186 = 11/2 : x) 2164/167
188164/167 od. 188,99.

Reducirt man, um den Gewinn des Hamburgers in Procenten zu bestimmen, die so gefundnen Course auf eine feste Valuta von 100 fcs., so wie oben 53,439 M. u. 52,957 M., also ebenfalls 0,91% Gewinn.

3) Beispiel.

Augsburg schuldet an Livorno 2400£, 3 Mt. dato. Tratten auf Augsburg, 3 M. dato, sind in Livorno à 2491/2 zu begeben; Zinsen in Contocorrent 5%. Augsburg kann 1 Mt. Livorneser à 987/8 kaufen, u. rechnet sich ebenfalls 5% Zinsen. Wie soll Augsburg seine Schuld zahlen?

Livorno-Augsburger Kurs 2491/2 (£ = 100f. S.W: S.W.)
Dieser Liv. Augsb. Cours nun Reducirt auf die feste Valuta des Augsb. Livorn. Kurses – 250£ – giebt:
2491/2£ : 250£ = 100 fln : x
x = 100,200.

Augsburger 1 Mt. Cours auf Livorno. 98,875
Zinsenverlust für 3 Mt. à 5% wegen des baaren Einkaufs = 11/4%
Als Zinsvergütung von Livorno für frühren Empfang des Geldes 2 Mt. à 5% = 5/6
5/12% (1005/125/12)
0,400 99,275
Livorno Cours auf Augsburg 100,200
Zinsen für 3 Mt. à 5% (983/4 = 11/4) 1,269
98,931

Hieraus ergiebt sich, daß es für Augsburg vortheilhafter ist, auf sich trassiren zu lassen, weil es auf diesem Wege für 300£ nur 98,931f. bezahlt, während es, wenn es remittirt, je 250£ mit 99,275f. kaufen muß. Unterschied von 0,33%.

Berechnung der Summe.
Livorno trassirt für seine Forderung von £2400, unter Vergütung von 5% Zinsen für 3 Mt. (£30) à 2491/2 S.W. f.949. 54.
Statt £2400 – in 3 Mt. Papier – remittirt Augsburg, unter Abzug von £20, für Zinsen p. 2 Mt. à 5% – £2380 u. zahlt dafür à 987/8 f.941. 17
Zinsenverlust darauf pr 3 Mt. à 5% 11. 46
S.W. f.953. 3.
Unterschied zu Gunsten der Tratte des Livorneser 3f. 9 kg.
4 Beispiel.

Amsterdam schuldet an Paris 6000 Fcs, 2 Mt. dato u. kann 2 Mt. Papier à 561/2 kaufen. Der Discont steht in Amsterdam 21/2%. 2 Mt. Amsterdamer ist in Paris mit 209,15 zu begeben u. Paris vergütet in Contocorrent 4% Zinsen. Auf welche Weise wird Amsterdam seine Schuld zahlen?

Zuerst ist der Paris-Amsterdamer Cours auf die feste Valuta der Amsterdam Pariser zu bringen.

209,15 Fcs : 120 Fcs = 100fl. : x
x = 57,375.
Amsterdam-Pariser 2 Mt. Cours 56,5
Discont p. 2 Mt. à 21/2% 0,235 56,735
Paris Amsterdamer 2 Mt. Cours 57,375
Zinsen pr 2 Mt. à 4% 0,3825 56,9925
Es ist demnach für den Amsterdamer vortheilhafter, seine Schuld durch Rimessen zu decken. Gewinn = 0,45%.|

117

b) Wahl zwischen kurzer u. langer Sicht.

Sobald ein Platz A einem Platz B x Geld in kurzer Sicht zu zahlen hat,

für A) Frage, ob nicht vortheilhaft, die Schuld mit langsichtigem Papier zu decken, sei es, daß letzteres am Zahlungsort diskontirt werde, od. daß der Gläubiger Zinsen für dessen spätren Eingang berechne;

oder A) hat die Schuld in langsichtigem Papier zu decken; Frage für A, ob sie nicht in kurzsichtigem Papier bezahlt werden kann, vorausgesezt, daß der Gläubiger Zinsen vergüte.

Ferner kann man fragen, ob eine Forderung in kurzer Sicht nicht durch Tratten in langer Sicht, u. umgekehrt eingezogen werden kann, wobei die Zinsen in Betracht kommen, die der Schuldner dem Gläubiger vergütet od. zur Last bringt, was besonders dann vorkommt, wenn Gläubiger u. Schuldner miteinander in laufender Rechnung stehn.

In allen diesen Fällen zu untersuchen, ob der Unterschied zwischen kurzer u. langer Sicht bei Einkauf od. Verkauf mit Abzug für Discont, beziehungsweis für Zinsen od. mit der Zinsenvergütung am andren Platz übereinstimmt od. nicht.

I) Beispiel.

Berlin schuldet 8500f. S.W. in Frankfurt a/M kurze Sicht. Es kann zu 57 in kurzer Sicht od. zu 561/4 in 2 Monatspapieren remittiren; was ist vortheilhafter, da der Discont in Frankfurt 4%?

Vergleichung der Kurse.  Zusatz von Marx.
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(Erste Lösung) N. 1.

Langsichtige Wechsel sind wohlfeiler als kurze, u. zwar, wenn nicht andre Ursachen einwirken, um soviel als die Zinsen auf den Zeitunterschied ausmachen.

Wenn kurzes Frankfurter 57, sollte 2 Monatpapier, bei Discont von 4%, 56,62 od. 565/8 werth sein. Die Zinsen auf 57 Th. in 2 Monaten à 4% betragen 0,38 Th. u. müssen, da hier die feste Valuta im Ausland ist, subtrahirt werden.

Der wirkliche Cours des 2 Monatpapiers ist aber 561/4, mithin niedriger, deßhalb thut Berlin besser zu remittiren.

Vergleichung nach Procenten.  Zusatz von Marx.
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(Zweite Lösung) N. 2.

Wenn x Frankfurter Gulden, in kurzer Sicht angelegt, 100 Th. kostet, was kostet dieselbe Summe, unter Berücksichtigung dieses Disconts, in langer Sicht, od. umgekehrt.

Discont pr 2 Mt. à 4% pr Jahr = 2/3%.

α) x = 100 Th.
57 Th. = 100fl. S.W.
991/3f. = 100f. 2 Mt. P.
100f. = 561/4 Th.
x = 99,34 Th.
β) x = 100 Th.
561/4 Th. = 100fl. 2 Mt. Papier.
100f. = 991/3f. in k. Sicht.
100f. = 57 Th.
x = 100,66 Th.

Der erste Ansatz zeigt, daß für eine Rimesse, die in kurzer Sicht 100 Th. kostet, in 2 Mt. Papier nur 99,34 Th. kostet; der zweite Ansatz, daß eine Rimesse, die in 2 Mt[.] Papier mit 100 Th. zu haben ist, in kurzer Sicht 100,66 Th. bezahlt werden muss. In beiden Fällen Gewinn von 0,66 od. 2/3% zu Gunsten des 2 Monatpapiers.

Berechnung der ganzen zu remittirenden Summe.  Zusatz von Marx.
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(Dritte Lösung) N. 3

Wenn Berlin in kurzer Sicht remittirt, kosten ihm die schuldigen f.8500 S.W.

100 : 8500 = 57 : x
x = 4845 rβ

Wählt es dagegen 2 Mt. P., so muß es um so viel mehr geben als der Discontabzug in Frankfurt ausmacht.

Betrag der Rimesse: 991/3 : 8500 = 100 : x
x = 8557f. 3 Kg. S.W.

Denn wenn Frankfurt a/M diesen Wechsel zu 4% diskontiren läßt, so bleiben ihm grade die ihm zukommenden f.8500.

Diese Rimesse würde dem Berliner zu 561/4 (100 : 8557,05 = 561/4 : x) 4813 Th. 10 Sgr. kosten, was verglichen mit 4845 Th. wieder Unterschied von nahe 2/3% zu Gunsten der langsichtigen Rimesse darbieten.

Vergleichung des Discontfusses.  Zusatz von Marx.
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(Vierte Art die Aufgabe zu lösen) N. 4

Subtrahirt man von 57 (Cours der k. S.) den Kurs des 2 Mt. P. 561/4, so findet man 3/4 Th. Zinsen für 2 Mt auf 57,
für 12 Mt. = 3/4 × 6 = 41/2 auf 57,
also 57 : 100 = 41/2 : x = 717/19%.

Berlin gewinnt also 717/19% jährlich, während es in Frankfurt nur 4% durch den Diskont verlirt. Folglich Rimesse in langer Sicht vortheilhaft.

Bei langsichtigen Wechseln, zur Ausgleichung einer Schuld remittirt, wird, wenn sie der  Feller/Odermann: Gläubiger
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Gläubige
diskontiren lassen soll, dafür in der Regel keine Provision, wohl aber Courtage gerechnet. Nimmt man dieselbe im obigen Fall zu 1‰ an, so ergiebt sich nur ein Gewinn von 17/30%.

Von diesen 4 Berechnungsarten ist N. 1 die einfachste, u. darum in der Praxis gebräuchlichst. Sie ist allein in folgenden Exemplen angewandt.|

118

II Beispiel.

Paris hat an Hamburg in k. Sicht zu fordern u. kann in dieser Sicht à 1891/2 trassiren. (Feste Valuta: 100 M.B.) Tratten 3 Mt. dato sind à 1871/4 anzubringen, die Zinsvergütung dafür in Contocorrent beträgt 4%. Wie wird Paris trassiren?

4% Zinsen p. Jahr = 1% pr. 3 Mont.
Der 3 Mt. Kurs bessert sich also um 1% = 1,8725
u. giebt somit 189,1225 Fcs für 100 B. M. in k. S.
Da aber kurze Sicht in der That mit 189,5 zu begeben ist, so Tratten in k. S. vortheilhafter als Tratten 3 Mt. dato.

III Beispiel.

Hamburg hat an Augsburg in 2 Mt. Papier zu zahlen (feste Valuta zu Hamburg 100 M.B.) u. kann 2 Mt. Augsburger mit 883/4 kaufen. Kurze Sicht ist mit 881/4 zu haben. Augsburg vergütet in Contocorrent 4% Zinsen. Welche Art Rimessen soll Hamburg wählen?

Zinsen pr 2 Mt. auf 881/4 betragen 0,59 od. ca. 7/12.
2 Monatpapier, da es wohlfeiler sein muß u. die Zinsen, weil die feste Valuta im Inland ist, addirt werden müssen, demnach auf 885/6 stellen.
Hamburg deckt in kurzer Sicht mit 100 M.B. = 885/6f.
durch Rimessen in 2 Mt. Papier 100 M.B. = 883/4 gedeckt. Also Rimessen in kurzer Sicht vorzuziehn.

IV Beispiel.

Hamburg hat an Amsterdam 3 Mt. dato zu fordern (feste Valuta 40 Mark Banco zu Hamburg) u. kann Tratten in dieser Sicht à 36.05 begeben. Es könnte aber auch in k. S. à 35.60 trassiren, was ihm 6% Zins kosten würde. Wie soll es seine Forderung einziehn?

k. S. = 35.60
Zins pr 3 Mt. à 6% = 11/2% = 0.53
3 Mt. aus k. S. = 36,13.
Wirklicher 3 Mt Kurs 36,05.
Also besser 3 Mt. trassiren, weil Hamburg auf diesem Weg für 36,05f. den Betrag von 40 M.B. erhält, während durch Tratten in k. Sicht 36,13 für 40 M.B. zu „begeben“ sind.  Marx verweist auf die Manuskriptseite 135 des vorliegenden Hefts, auf welcher er an der hier unterbrochenen Stelle weiter exzerpiert.
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(Sieh. cont. p. 135)

 Anmerkung von Marx.
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Ehe wir nun übergehn zur Arbitrage auf indirektem Weg,

Inhalt:

  • Inhaltsverzeichnis von Friedrich Engels
  • 1869 I Heft
  • Money Market. 1868.
  • Money Market Review. Jahrgang 1868.
  • The Economist. Jahrgang 1868. Nachträge
    • The Economist. Jahrgang 1868.
    • Inhaltsregister für 1868 Jahrgang. („Money Market Review“ und „Economist“.)
    • Kommentar zu George Joachim Goschen
      • George J. Goschen: The Theory of the Foreign Exchange. 7th edit. London 1866.
      • Friedrich Ernst Feller, Carl Gustav Odermann: Das Ganze der kaufmännischen Arithmetik
      • Inhalt.