22

 Feller/Odermann, S. 416.
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Waarenrechnung
.

I) Berechnungen, wodurch, nach einem gegebnen Preis der Werth einer gegebnen Waarenmenge gefunden wird.

Hier einfache Regel de Tri, oft nur einfache Multiplikation hinreichen hinreichend. Schwierigkeit kommt herein durch die Usanzen (des Handels.)

Die Usanzen sind Gewichts (Maaß)- und Preisusanzen.

 Überschrift von Marx.
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a) Gewichtsusanzen.

Die meisten Waaren kommen in einer gewissen Verpackung in den Handel. Ihr Gewicht mit Verpackung: Bruttogewicht; das Gewicht der Verpackung allein: die Tara; das Gewicht der Waare allein: Nettogewicht.

Tara durch wirkliche Abwägung; od., z.B. für die meisten Kolonialwaaren, Usanztara od. Usotara: in Zollhäusern für gewisse Waaren tariffmässig tarifmässig festgesetzte Tara – gesetzliche Tara.

Ausserdem usanzmässige Gewichtsvergütungen – wie Gutgewicht, Leccage bei Flüssigkeiten u.s.w. – die der Verkäufer dem Abnehmer zu gute gehn läßt. Meist eingebildete Vortheile, weil der Verkäufer sie bei Ermittlung des Waarenpreises mit in Anschlag bringt.

1 Beispiel 25 Säcke Caffee wiegen brutto 5212lb. Tara 3lb p. Stück, wieviel
Netto?

Brutto .. 5212 lbs
Tara 75 à 3lb p. Stück.
Netto: 5137 lbs.

Das Gutgewicht (Ggw.), wenn nach Procenten bestimmt, wird vom Bruttogewicht (in Hamburg z.B.) od. von dem nach Abzug der Tara bleibenden Gewicht abgezogen.

Bei 1% Gg. wird unter 1/2 (0,50) für nichts, 1/2 für 1/2 u. über 1/2 (50 P.C.) für 1lb gerechnet. Z.B. 1% von 4831lb. = 48,31 lbs = 48lb; 1% von 4950 lbs = 49,5 lbs = 491/2 lbs. 1% von 8973 = 89,73 lbs = 90 lbs. An verschiednen Orten Gewichtsusanzen für denselben Artikel verschieden.

1 Beispiel. 100 Säcke Kaffee
Hamburg: London: Amsterdam: Havre.
brutto: 12 624 lb Ggw. 63l. à 1/2%.
Tara 300 à 3 lbs p. Stück)
125 cwt. Q. lbs. Tara 200 lbs
Ggw. 200
à 2 lbs p. Sack brutto 6312 Ko brutto 6312 Ko
÷ 363 ÷ 3. 2. 8 Ta : 189 – à 3% Ta 126 à 2%
netto 12 261. netto: 121 cwts. 1 Q. 20 lbs = 13600 lbs. netto: 6123 Ko. netto 6186 Ko.


 Überschrift von Marx.
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b) Preisusanzen.

Vergütungen od. Abzügen Abzüge – Rabatt, Discont, Sconto, Sconto Sconto, Decort etc – die dem Käufer regelmässig zugestanden werden. Wie früher bemerkt, eingebildetes Vergnügen. Die Preise der Waaren, die verpackt in den Handel kommen u. nach dem Gewicht verkauft werden, verstehn sich im Allgemeinen für ein gewisses Nettogewicht; doch manche werden auch nach dem Bruttogewicht verkauft, wie z.B. nordamerikanische Baumwolle, Mandeln in Säcken u.s.w., wonach also das Gewicht der Verpackung als Waare angesehn wird.

Einfluß von Spesen od. Unkosten auf Preis der Waare.

Diese Spesen proportionirt od. unproportionirt.

Proportionirte Spesen steigen u. fallen mit dem Betrag der Waare, wie z.B. Courtage, Commission, Assekuranzprämie, Zoll (sofern auf Betrag der Waare gerechnet) etc.

Unproportionirte Spesen, auf welche die Grösse des Betrags der Waare ohne Einfluß, z.B. Schiffsfracht. Sie wird nach Gewicht od. Maß (Kubikmaß) bestimmt, u. neben dem Frachtsatz noch ein meist in Procenten ausgedrückter Zuschlag (Kaplaken od. Primage) in Anrechnung gebracht.

Für gemünzte u. ungemünzte Metalle wird die Schiffsfracht in der Regel nach % vom Werth der Ladung gerechnet.

Beispiel von Schiffsfracht. 100 Kisten Zucker von Havanna nach Hamburg:
s. d.
Fracht auf 40252 lbs. engl. à 101/2s. pr. Ton von 2240 lbs. £9. 8. 8
Primage 5% 9. 15
£9. 18. 1
à 13 M.B. 8β B. 133. 11.

II)  Feller/Odermann, S. 423.
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Berechnung der Preisparitäten od. Vergleichung der Preise derselben Waare an verschiednen Orten
.

1) Fall: Geldsorten gleich, Maasse od. Gewichtseinheiten verschieden.

1 Berliner Scheffel Roggen kostet 1 Th. Wie viel 1 neuer sächsischer Scheffel, 1 hannoverscher Himten, 1 Kasseler Scheffel?

x = 1 Dresd. Scheffel. x = 1 hann. Himten x = 1 Cass. Sch.
1 = 103,83 Liter. 1 = 31,152 Liter 1 = 80,369 Liter
54,96 = 1 Berl. Sch. 54,96 = 1 Berl. Scheffel. 54,96 = 1 Bl. Schf.
1 = 1 Th 1 = 1 Th 1 = 1 Th
x = 1,889 Th. x = 0,567. x = 1,462 Th.|

23

2 Fall. Geldsorten verschieden, Gewichts[-] od. Maasseinheiten gleich.

Wenn 1 Liter in Frankreich 1 Fcs kostet, was kostet die Pinta in Mailand, 1 holl. Kan od. Kop?

Jedes dieser Maasse = 1 litre.

1 Fc = 40 Soldi = 47¼c. holl. Also diese Beträge auch die gesuchten Resultate.  Zusatz von Marx.
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(1 × 40 = 40 etc)

Was kostet eine Soma von 100 Pinta, wenn Hectoliter 35 Fcs 15 cts? 35,15 × 0,40 = 14 Fiorini 6 Soldi.

Was 1 holl. Mudde von 100 Koppen, wenn Hektoliter 25 Fcs, 75 cts? 25,75 × 47¼ = 12 fcs 17 cts.



3 Fall. Geld u. Maaß od. Gewicht sind verschieden.

Z.B. Was kostet 1 Imperial Qr., wenn 1 Tschetwert 5 Silberrubel (à 39d) kostet? (10 Tsch. = 7 Qrs.)

Was kostet 1 Imper. Qr., wenn 1 Tsch. 5 Silberrubel kostet? od. was kostet 1 Tsch., wenn 1 Imp. Qr 20 Sgr. kostet?

x = 1 Qr. x = 1 Tschetw.
7 = 10 Tschetw. 10 = 7 Qrs.
1 = 5 Rub. S. 1 = 20s.
1 = 39d. 1 = 12 d
12 = 1s. 39 = 1 R. S.
x = 23,21s. x = 4,31 R. S.

4. Fall. Rücksichtnahme auf Verschiedenheit der Abzüge am Gewicht od. Maß, Geld u. mit dem Einkauf verbundenen Spesen.

1) Beispiel. In Rotterdam fzs. Terpentinöl mit 23f. per 50 Ko, in Antwerpen ebenso notirt. Deßwegen jedoch nicht gleich, von welchem der beiden Plätze man die Waare bezieht.

In Rotterdam kommt für eine Partie von 7500 Ko brutto (in Folge successiven Abzugs von 11/2% Ausschlag, 1% Gutgewicht u. 22% Tara) nur ein Nettogewicht von 5705 Ko zur Berechnung nach dem gegebnen Preise.

Antwerpen rechnet nur 20% Tara; liefert für die Berechnung ein Nettogewicht von 6000 Ko.

In Rotterdam 1% Discont, in Antwerpen 2% Discont berechnet, in Rotterdam mit Verkaufsziel von 3 Mnt., in Antwerpen von 20 Tagen.

Einkaufsspesen in Rotterdam 23/4%, in Antwerpen 21/8%.

Gesetzt nun der Ort welcher untersucht von welchem dieser beiden Plätze der Artikel am vortheilhaftesten zu beziehn sei, gewähre eine usanzmässige Tara von 20%, rechne ebenfalls nach holländischen Gulden u. Kilo’s, so würde er durch folgende Ansätze finden, wie sich für ihn der Preis von 50 Ko seines Gewichts frei ab Rotterdam od. ab Antwerpen stellt:

Von Rotterdam Von Antwerpen.
x f. = 50 K o netto am Bestimmungsort. x f = 50 Konetto am Bestimmungsort
80 = 100 Ko brutto 80 = 100 K o brutto
7500 = 5705 Ko netto in Rotterdam. 7500 = 6000 K netto in Antwerpen.
50 = 23f. 50 = 23f.
100 = 99 wegen Discont. 100 = 98f. wegen Discont.
100 = 1023/4 mit Spesen. 100 = 1021/8 mit Spesen.
x = 22,25f. x = 23,02f.

Also Beziehung von Rotterdam giebt um 0,77f. niedrigren Preis, der sich noch niedriger stellt durch das um 21/3 Mt. längere Zahlungsziel.



2) Beisp.: Im folgenden Beispiel angenommen kein Unterschied in den Usanzen für Preis u. Gewicht, dagegen Unterschied in Spesen.

Hamburg findet in London ein lb Indigo mit 4s. 6d. notirt; Spesen in London: 51/3%
in Lissabon ditto mit 1500 Reïs. Spesen in Lissabon: 33/4%.

Londonpreis für Hamburg. Lissaboner Preis für Hamburg
x = 1lb in Hamburg x = 1lb in Hamburg
100 = 110,32 lbs Avdps. 100 = 108,93 lbs in Lissabon
1 = 41/2s. 1 = 1200 Reïs
20 = 13¼ M.B. 1000 = 46 β
100 = 1051/3 mit Spesen. 100 = 1033/4 mit Spesen
x = 3 M.B. 7,4 β x = 3 M.B. 14,4 β.

Die beiden Notirungen weichen von einander ab. Fragt sich nun

  • a) Welcher Preis in Lissabon entspricht dem Londoner?
  • b) Welcher Preis in London entspricht dem Lissaboner?

Da die Spesen in Lissabon um 17/12% niedriger als in London, so kann der Lissaboner Preis P = Ƥ + 17/12% höher sein, um dem Londoner gleich zu sein, u. der Londoner muß um ebensoviel niedriger sein.  Zusatz von Marx.
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(P + 17/12%) – 17/12% = (Ƥ – 17/12%) + 17/12%.)

Lissaboner Preis = Londoner. Londoner Preis = Lissaboner.
x = 1lb in Lissabon. x = 1lb in London
100 = 101,18 lbs Avpds Avdps. 100 = 98,83 lbs in Lissabon
1 = 41/2s. 1 = 1200 Reïs
20 = 13¼ M.B. 1000 = 46β
1 = 16β 16 = 1 M.B.
46 = 1000 Reïs 13¼ = 20s.
100 = 1017/12 Reïs 1017/12 = 100s.
x = 1065,805 Reïs x = 5,065

Folgt daher, daß für Hamburg der Londoner Preis von 41/2s. einem Lissaboner Preis von 1065,805 Reïs, u. Lissaboner Preis von 1200 Reïs einem Londoner Preis von 5,065 entspricht. Ferner, daß 1sh. in England = ca 238 Reïs, od. 1000 Reïs ca 500 zu rechnen sind. (Verte)|

24

Probe des Vorstehnden Resultats

Was betragen 2000 lbs in Hamburg. a) von Lissabon London, b) von Hamburg Lissabon bezogen?

a) Von Lissabon London bezogen. b) Von London Lissabon bezogen
x = 2000 lbs in Hamburg x = 2000 lbs. in Hamburg
100 = 108,93 lbs in Lissabon. 100 = 110,32 lbs in London
1 = 1065,805 Reïs 1 = 41/2s.
1000 = 46β
16 = 1 M.B. 20 = 13¼ M.B.
100 = 1033/4 M.B. mit Spesen. 100 = 1051/3 mit Spesen.
x = 6928 M.B. x = 6928,6 M.B.
Oder. Oder:
x = 2000 lbs in Hamburg x = 2000 lbs in Hamburg
100 = 108,93 lbs in Lissabon 100 = 110,32 lbs in London
1 = 1200 Reïs 1 = 5,065s.
1000 = 46 β
16 = 1 M.B. 20 = 131/4 M.B.
100 = 1003/4 1033/4 M.B. mit Spesen. 100 = 1051/3 mit Spesen.
x = 7798 M.B. x = 7798 M.B.

 Feller/Odermann, S. 427.
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Spiritus Rechnung
.

Die Qualität des Spiritus wird in Procenten ausgedrückt. Diese bestimmt durch Alkoholometer od. Spiritusmesser, dessen Scala keineswegs überall gleich ist. In Deutschland die Tralles’sche Scala (im Princip wie die von Gay Lussac), basirt auf 100 Volumentheile die üblichste. Nach ihr bedeutet z.B. Spiritus von 70% eine Qualität von 70 Theilen (Quart, Kannen u.s.w.) reinen Spiritus u. 30 Th. (Quart, Kannen u.s.w.) Wasser. Die Preise von Spiritus beziehn sich immer auf Waare von bestimmtem Procentgehalt.

 Feller/Odermann, S. 431.
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Getreiderechnung
.

Auch hier lassen sich die Preisparitäten nicht ohne genaue Kenntniß der Natur der Preisbestimmungen ermitteln.

Z.B. Mitte April 1859 findet man folgende Notirungen für Weizen:

Preisbestimmungen Mitte April 1857 1859.
Amsterdam: 135 lbs bunter polnischer, 336f; 130 lbs neuer  Feller/Odermann: Groninger
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Gröniger
, 225f.
(Dieß versteht sich per Last von 30 Hektoliter = 541/2 pr. Scheffel)
Berlin: 47–78 Th. nach Qualität. (    …   …    pr. 25 preuss. Scheffel)
Königsberg u. Danzig: 136 lbs fein glasig, f.540; od. 90 Sgr. entweder per Last von 561/2 pr. Scheffeln in Gulden à 10 Sgr.
od. per Scheffel in Silbergroschen.
128 lbs roth. f.408 od. 68 Sgr.

Breslau:

84 lbs weisser 85–99 Sgr (nach Qualität)

(versteht sich per Scheffel in Silbergroschen.[)]
Stettin: 83–85 lbs gelber 58 Th. pr. 25 preuss. Scheffel.
85 lbs gelber 65 Th.

Köln:

52/3–55/6 Th.

versteht sich pr. 200 lbs. Z. G. (Zoll[-] od. jetziges preuss. Gewicht)
Hamburg: 130–132 lbs Mecklenburg. 136–139 Th. Hamb. Courant Notirung versteht sich per Last von 5400 lbs brutto, in Thaler Hamb. Courant (à 3 M.B.) nach dem festen Kurse von 27% Courant gegen Banco, pr. Contant, aber ohne Decort.
Diese Notirung nur für Locolieferungen.
Für Lieferungen ab auswärts Not. per Last (= 60 pr. Scheffel) in Thalern Banco
128–131 lbs Holst. 132–135 Th.
Leipzig: 168 lbs braun, 41/6–411/12 Th. (für 1 Dresdner Scheffel)
Dresden: weiß 70–77 Th., braun 64–73 Th. (für 2040 lbs brutto)

Die Menge von Pfunden, welche man bei den auf das Maaß sich beziehenden Notirungen angegeben findet, bezeichnet das Gewicht eines gewissen Maasses Getreides.

Dieses Maaß ist, was die oben angegebnen Notirungen betrifft,

  • entweder der (alte) holländische Sack (Zak), wovon 100 = 151,819 pr. Scheffel, u. das dabei bemerkte Gewicht (136, 128 pfd. u.s.w.) ist das (alte) holländ. Troygewicht (100 lbs = 98,43 lbs jetziges pr. Gewicht);
  • oder der preussische Scheffel u. das dazu gehörige Gewicht (z.B. 84 pfd) das jetzige pr. Pfund.

Die erstere Art die Pfündigkeit zu bestimmen, nennt man die holländische, die zweite die  Feller/Odermann: Berliner
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preussische
.

Das Verhältniß zwischen beiden:

x lb Berlin = x lb holl.
100 = 98,43 lbs in Berlin
Scheffel Zakken
151,819 = 100 je kleiner das Maß, desto weniger Pfunde.
151 819 lbs holl. = 98 430 lbs Berlin. Annähernd: 17 : 11. Z.B. 84 Pfund in Stelttin Stettin = 130 lbs Amsterdam



Preisvergleichung. Beispiel: 84 Pfund Weizen in Stettin à 62 Th., bei Kurs von 142 Th., für 128 Pfund in Amsterdam?

x f. = 541/2 pr. Scheffel
25 = 62 Th.
142 = 250f.
130 : 128
x = 234,29f.


25

 Feller/Odermann, S. 416.
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III)

Berechnungen, wie hoch eine gewisse Waare, die man selbst producirt od. von andrem Ort bezogen hat, mit allen Unkosten zu stehn kommt. Sog. Kalkulaturen.

Die Waarenkalkulation

  • 1) in Productionscalculationen;
  • 2) Bezugs- u. Versendungskalkulationen. Nur die leztren gehören in kaufmännische Arithmetik.

Sie beantworten die Frage: Wie hoch eine Waare, wenn sie von einem andren Ort bezogen od. nach einem andren Ort zum Verkauf gesandt wird, mit allen Unkosten zu stehn kommt?

Einfache Calculaturen im Gegensatz zu zusammengesetzten Kalkulaturen, wo mehrere Artikel in einer u. derselben Kalkulatur zusammen berechnet sind u. zugleich mit einander bezogen werden.



1)  Feller/Odermann, S. 433/434.
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Einfache Kalkulaturen
.

Zur Ausarbeitung einer (Bezugs) Kalkulatur, einfach od. zusammengesetzt, muß man in der Regel kennen:

  • a) Die erkaufte Menge u. Preis am Ort des Einkaufs.
  • b) Die mit Einkauf u. Absendung verbundnen Unkosten.
  • c) Die Transportkosten.
  • d) Die mit dem Empfang der Waare verknüpften Spesen.
  • e) Die etwa mit dem Verkauf verbundnen Spesen.
  • f) Den beim Verkauf etwa zu gewährenden Rabatt od. Discont, so wie die Zinsen, wenn die Waare auf Zeit verkauft werden soll.
  • g) Das Maß- u. Gewichtsverhältniß
  • h) Verhältniß zwischen Geld des Einkaufs- u. Bestimmungsorts, sofern hier Verschiedenheit stattfindet.
  • i) Die Spesen, die entstehn, wenn die Berichtigung des Fakturabetrags durch Tratte des Absenders auf einen Bankier des Empfängers stattfindet, oder, wenn der Empfänger Rimessen durch einen Bankier machen läßt, od. wenn er selbst Rimessen macht, deren Einkauf er durch einen Makler besorgen läßt.

Erstes Beispiel: Kalkulatur über Baumwollgarn, von Manchester nach Chemnitz zu eignem Gebrauch bezogen.
1 Ballen Mule N. 80, enth.
a) 120 Bdl. à 10 lbs = 1200 lbs à 173/8 d £86. 17. 6.
b) Verpackung u. Spesen bis Hull 2
c) Assekuranz auf £100. à 5s. 3d. per Ct. u. Stempel 5. 9
£89. 3. 3.
b) Kommission 2% 1. 15. 8
Ziel 3. Mt. 90. 18. 11.
h) Remittirt in 3 Monat P. (Papier) à 6. 201/2% Th. 607. 25 Sgr.
i) Provision 1/3%, Courtage 1 ‰ 2. 19.
c) Fracht u. Spesen von Hull nach Bremen, Ld. Th 3. 49 gt à 110 4. 1.
c) Fracht von Bremen nach Chemnitz 8. 16
d) Steuer auf 10 Ctr. 91 lbs à 3 Th. 32 22
d) Einbringen, kleine Spesen und
b) Porto 1. 10.
Th. 657. 3.

Da das engl. Baumwollgarn, wie fast überall, so auch in Chemnitz per lb. englisch verkauft wird, so die Frage, auf wieviel Groschen sich 1lb kalkulire?:

Th. 657,3 1200 = 16 Gr. 41/2 P (Pf.) ca

u. 1200lb. zu diesem Preis = Th. 658, so daß an dieser Calculatur ein Gewinn von 27 Groschen.

Da Chemnitz die Waare für seinen eignen Gebrauch bezieht, kommen die oben unter e und f. angeführten Punkte nicht in Betracht.

Der durch den Verkauf zu erzielnde Gewinn gehört nicht in die Kalkulatur, die nur den Kostenpreis der Waare zu ermitteln hat. Doch nehmen viele Häuser sie in die Kalkulatur auf.

Importeure an Seeplätzen pflegen eine Provision, so wie ein Gewisses für den mit Verkäufen auf Zeit möglicher Weise verbundnen Verlust, unter der Benennung Delcredere, aufzunehmen, wie das folgende Beispiel zeigt.

Bei dem folgenden Beispiel ist zu bemerken:

Lissabon: Reïs od. Rees. 1000 Rs = 1 Milreïs; 1,000,000 Rs = 1 Conto.

Beim Schreiben theilt man die Contos durch : ab, die Milreïs durch $. Z.B. 4,357,850 Rs = 4 : 357 $ 850.

Handelsgewicht: 1 Quintal = 4 Arrobas (@) à 32 Arratels (lbs) à 16 Oncas.|

26

Zweites Beispiel. Kalkulatur über 100 Säcke Kaffee, von Rio Janeiro nach Rotterdam.
100 Säcke enthalten Netto 500@ à 2500 Rs. Rs. 1 : 250 $ 000.
Spesen in Rio Janeiro
Ausgangszoll u. Consulatgebühr 11% 137 $ .500
100 Säcke à 600 Rs.  Zusatz von Marx.
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(nämlich für die Säcke; nicht ihren Inhalt.)
60. $ 000
Transport an Bord u.s.w. à 120 Rs. 12 $ 000
Einkaufscourtage à 1/2% 6 $ 250
Rs. 1 : 465 $ . 750.
Einkaufskommission 3% 43 $ 972
Commission u. Courtage für den Rembours 21/8% (977/8 = 21/8) 32 $ 780
Rs. 1 : 542 $ 502
Trassirt auf London à 34d. £218. 10. 5.
Von Rotterdam gedeckt à 12f. f.2622. 25.
Spesen in Rotterdam.
Fracht auf 16 600 lbs engl. à 3£ per Ton von 2240 lbs mit 5% Primage, à 12f. f.280. 20
Hafengelder u. Zollgebühren 9. 60
Abladen, auf Lager bringen, Proben nehmen, Wagegebühren u.s.w. 22. 10
Oeffentliches Lagergeld für 1 Mt., à 5c. per 100 Ko 3. 70
Arbeitslohn im Entrepôt 3.           
Verkaufscourtage à 60c. pr 100 Ko netto 42. 85
Briefporto u. kleine Spesen 15            
Seeassekuranz auf f.2884. à 11/2% 43. 25
Wechsel- u. Assek. Comm. in London 1% 26. 25 445.95
Feuerassekuranz … 1/8% f.3068. 20.
Verlust an Zinsen bis Verkauf 1% = 55/8%
(94,3/8 = 5 5/8)
Desgl. wegen Credit. à 3 Mt. 11/2%
Verkaufscommission u. Delcredere 3% f.182. 85
f.3251. 05.
In Rotterdam gewogen:
brutto Ko 7360.
Tara Ko 221 à 3%
netto: Ko 7139 à 22,77c. pr. 1/2 Ko f.3251. 10.

Demnach 1/2 Ko = 22,77 Cts. Giebt, gegen den Gesammtbetrag, einen Unterschied von 5 cts zum Vortheil des Amsterdamer Rotterdamer.

2)  Feller/Odermann, S. 441.
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Zusammengesetzte Kalkulaturen

Wenn verschiedne Waaren, auf einmal bezogen u. in derselben Faktur berechnet, zu kalkuliren sind. Hauptsache: Die Spesen richtig zu vertheilen.

Daher zunächst zu trennen die allgemeinen von den besondern Spesen.

  • Allgemeine Spesen: beziehn sich auf jede der zu kalkulirenden Waaren, sind also von allen zu tragen.
  • Besondre Spesen: Nur von einem od. einigen Artikeln verursacht, fallen diesen allein zur Last.
  • Beide Arten Spesen sind Gewichtspesen (fallend auf Gewicht, Maß od. Zahl der Artikel) od. Werthspesen (fallend auf Werth der Artikel).

Kommen nur geringe Beträge von Werthspesen vor, so vertheilt man sämmtliche allgemeine Spesen nach Gewicht, Maß od. Zahl, je nach Art der zu kalkulirenden Artikel.

Andrerseits, wie üblich bei Kalkuliren von Fabrik- u. Manufakturwaaren, unter gewissen Voraussetzungen sämmtliche allgemeine Spesen als Werthspesen berechnet.

Also: a) Kalkulaturen mit Gewichtsspesen. b) Kalkulaturen mit Werthspesen. 3) Kalkulaturen mit Werth- u. Gewichtsspesen.

a) Kalkulaturen mit Gewichtsspesen.

Um die auf eine Gewichts- od. Maßeinheit fallenden Spesen zu ermitteln, stellt man:

Entweder: sämmtliche Spesen zusammen, u. berechnet, wieviel davon auf eine gewisse Gewichts- od. Maßeinheit kommt. Nach diesem Satze berechnet man sie für das von jedem Artikel gegebne Quantum u. schlägt sie zu dem in die inländische Valuta reducirten Betrag hinzu. Aus diesem Resultat ist dann der Preis für die vorgeschriebne Maß- od. Gewichtseinheit zu ermitteln.

Oder: man subtrahirt vom Gesammtbetrag der Waaren incl. sämmtlicher Spesen den in die inländische Valuta reducirten reinen Betrag der Waare am Orte des Einkaufs. Der Rest giebt den Gesammtbetrag der Spesen, aus welchen dann durch Division mit dem Gesammtgewicht od. dem Gesammtmaasse der auf eine Gewichts- od. Maßeinheit fallende Spesenantheil ermittelt wird.

Sind jedoch unter den Spesen solche, die sich nur auf Einen Artikel beziehn, wie etwa der Eingangszoll, welcher leicht für jede der zu kalkulirenden Waaren ein andrer sein kann, so hat man den erstren Weg einzuschlagen. Man läßt dann die besondren Spesen aus der Zusammenstellung sämmtlicher Spesen weg, berechnet, wie viel von den allgemeinen u. den besonders Spesen auf die Gewichts- od. Maaßeinheit jeden Artikels kommt, u. verfährt dann wie oben.|

27

Beispiel: Schiffsankerketten von London nach Leipzig.
Cwt. Qr. lb. £. s. d.
1/4′′ (d.h. englisch stark) 2 3 23 à 32s. 0d. 4. 14. 7
5/16′′ 5 2 11 26s. 9 7. 9. 9.
3/8′′ 4. 3. 16. 23s. 6 5. 15.
7/16′′ 4. 1. 25. 20s. 6 4. 11. 8
£.22. 11.s.
Assekuranz. Diese Werthspesen zu unbedeutend, um sie von den Gewichtsspesen zu trennen. 4s. 3d.
Diverse Spesen 9. 9 14.s.
£23. 5s.

Fremde Valuta werden in der Kalkulatur in der Regel nach höheren als dem zur Zeit notirten Kurs umgerechnet, damit man auf keinen Fall in Verlust komme.

£22. 11s. à 7 Th = 1£ Th. 162. 22. 5.
Ganze Fracht v/London 9s. u. 15%£ 10. 4.
à 13. 91/2 M.B.   7
Diverse Spesen: 4.  4
M.B. 11. 4.
à 153 5. 22.
Zoll: 18 Ctr 35 lbs à 3 Th. 55. 1. 5
Spesen in Wittenberge 18. 5
Fracht u.s.w. nach Magdeburg, à 111/6 Sgr. per Ctr auf 181/2 Ctr 6. 27
Spesen in Magdeburg à 23/4 Sgr. ditto 1. 21
Fracht von Magdeburg u. Spesen in Leipzig 6. 3.
Th. 238. 25. 5.
Ab: Betrag der Waare am Einkaufsort. £22. 11s. à 7 Th. 157. 25. 5
Bleiben für Spesen: Th. 81.
Gewichtsreduction u. Spesenvertheilung.
100lb engl. = 90,7/10 sächsische Pfund.
1/4′′. 100 : 331 = 90,7 : x. x = 300 lbs
5/16′′ 100 : 627 = 90,7 : x. x = 569
3/8′′ 100 : 548 = 90,7 : x. x = 497
7/16 100 : 501 = 90,7 : x. x = 454
1820 lbs = 181/5 Ctr.
Auf 181/5 Ctr kommen auf an Spesen = 81 Th.
Folglich auf 1 Ctr = 4 Th. 131/2 Sgr.

Kalkulatur der einzelnen Sorten.
1/4′′ Fakturabetrag £4. 14. 7 à 7 Th. Th. 33. 3. 1.
Spesen auf 3 Ctr à 4. 13. 5. 13. 10. 5.
1 Ctr à 15. 14. 6 = 46 Th. 13. 8. Th. 46. 13. 6.
5/16′′ Fakturabetrag: £7. 9. 9 à 7 Th. Th. 52. 12. 4
Spesen auf 5 Ctr 69 lbs à 4. 13. 5. 25. 9. 9.
1 Ctr à 13. 19. 9. = Th. 77. 22. 3 77. 22. 3
3/8′′ Fakturabetrag: £5. 15. à 7 Th. 40. 7. 5
Spesen auf 4 Ctr 97 lbs à 4. 13 5 22. 3. 5.
1 Ctr à 12. 16. 5. = Th. 62. 11. 2. 62. 11.
7/16′′ Fakturabetrag: £4. 11. 8. à 7 Th. 32. 2. 5
Spesen auf 4 Ctr 54 lbs à 4. 13. 5 20. 6. 1
1 Ctr. à 11. 15. 5 = Th. 52. 8. 6 52. 8. 6.
Th. 238. 25. 5.



b) Kalkulaturen mit Werthspesen.

Waarenbeziehungen, womit nur Werthspesen verbunden sind, kommen praktisch wohl nicht vor. Aber im Handel mit Fabrik[-] u. besonders s.g. Manufakturwaaren üblich, alle Spesen als Werthspesen anzusehn u. zu berechnen: Wie hoch sich einschließlich aller Spesen in der Währung des Bestimmungsorts der Werth derjenigen Münzeinheit stellt, in welcher die Preise am Bezugsort ausgedrückt sind. (verte)|

28

Beispiel.

Wien bezieht (Nov. 1858) von Florenz einen Partie Damen-Strohhüte, wie folgt:

12 Stück à £19 £228
12 34 408
2 45 90
2 47 94
2 51 102
£922.
Kiste u. Emballage £10
Ausgangszoll und Stempel 8. 67
Sensarie 1/2% 4. 66
Kleine Spesen und Porto 4. 67. £28. 0
£950.
Kommission 2% 19
£969
à 40.45 (f., xr. für 100 Lire Italiane) Ö. W. f. 391. 96
Spesen in Gratz 13. 67
do. in Wien (einschl. f. 50. – Eingangszoll vom Werth) " 106. 37
Ö. W. f. 512. 00

Somit kostet die Waare in Florenz £922  Zusatz von Marx.
Schließen
(= 372f. 949/10 xr)

Sie kostet zu Wien mit allen Unkosten f.512. Also, wenn £922 kommen auf für 512f., so 1£ = 512f./922 = 55,6 Nkz., u. es kalkuliren sich die einzelnen Sorten wie folgt:

1 St. à 19£ = 55,6 × 19 = 1056 Nkz. 12 St. = 12 672 Nkr.
1 34 = 55,6 × 39 34 = 1890 12 = 22 680
1 45 = 55,6 × 45 = 2502 2 = 5004
1 47 = 55,6 × 47 = 2613 2 = 5226
1 51 = 55,6 × 51 = 2836 2 = 5672
51 254 Nkr.
= 512f. 54 Nkr.
Gewinn durch Kalkulatur — 54
512f. ― Nkr.

Diese Art zu kalkuliren nur unter der Voraussetzung richtig, daß das Gewicht der einzelnen Sorten sich verhält, wie deren Preise, oder, dafern es sich um Waaren handelt, bei denen das Gewicht nicht in Betracht kommt, wie z.B. bei obigem Artikel, daß nur ein sehr kleiner Theil der Kosten durchaus unabhängig vom Werth ist.



c) Kalkulaturen mit Werth- u. Gewichtsspesen.

Diese Art Kalkulatur besonders im Handel mit Kolonialwaaren.

Beispiel:
Hàvre bezieht von New York
300 St. Elephantenzähne
netto: 12 300 lbs à 80c. $9840
100 Säcke Salpeter
brutto 12 895 lbs. Tara 645 lbs à 5%
netto 12 250 lbs à 4c. 490
33 Ballen Hopfen
brutto 6831 lbs (Hier ist die Verpackung für Waare gerechnet) à 10c. 683. 10
$11013. 10
Unkosten.
Courtage 1/2% $55. 06
Div. andre Unkosten 19. 72 74. 78
$11087. 88
Einkaufscommission 21/2% 277. 20
Assekuranz auf $12 300. à 3%. $369.
Police 1. 25.
Commission. 1/2% 61. 50 431. 75
$11796. 83.|29
Transport. $11796. 83
Commission u. Courtage für den Rembours 11/2% (981/2 = 11/2) 179. 65
$11976. 48
Trassirt auf Paris à 5 fcs 25c. = 1 $ Fcs 62876. 52
Acceptprovision 1/4% 157. 19
Fcs. 63033. 71
Unkosten in Hâvre.
Fracht auf 32 026 lbs à 1/8c. per lb Fcs. 360.29.
Primage 5% 18. 01.
Fcs 378. 30
Ausschiffen, aufs Lager bringen u.s.w. 201. 40
Oeffentliches Wagegeld, von Ko 14 349 à 22c. pr. 100 Ko 31. 57
611. 27. 611. 27.
Eingangszoll:
Elephantenzähne: 5578 Ko à 60,5 Fs per 100 Ko 3374. 70
Salpeter: 5170 Ko à 15 Fcs p. 100 Ko 775. 50
Hopfen: 3039 Ko à 66 Fs p. 100 Ko 2005. 75
6155. 95
Discont 1% 61. 55
6094. 40 6094. 40
Fcs. 69739. 38
Feuerassekuranz 1/8%
Verkaufscourtage 1/4%
Discont für den Verkauf auf Zeit 21/4%
Verkaufskommission 3
55/8%.
(943/8 = 55/8) 4156. 65
Gesammtbetrag: Fs. 73896. 03.

Die hier vorkommenden Spesen:

  • Allgemeine: Werth[-] u. Gewichtsspesen beziehn sich auf alle 3 Artikel.
  • Besondre: Nur der Eingangszoll.

Die Werthspesen sind:

a) in New York: $55. 06. + 277. 20 + 431. 75 + 179. 65 = $943. 66 od. à 5. 25 = Fcs 4954. 22
b) in Hâvre: 157. 19
Fcs. 5111. 41

Sie lasten sämmtlich auf dem Betrag der Waare von $11013. 10 od. à 5. 25 = Fs. 57818. 78 u. geben:

58718,78 57818,78 : 100 = 5111,41 : x
x = 8,85%

Die in Hâvre berechneten Werthspesen von 55/8% dürfen hierzu nicht gezählt werden, denn sie lasten auf dem um den Gewichts- u. besonders Spesen vermehrten Betrage u. können daher auch nur von jedem einzelnen um diese Spesen vermehrten Betrage gerechnet werden.

Die Gewichtsspesen sind:

a) in New York: 19. 72 à 5. 25 Fcs 103. 53
b) in Hâvre: 378. 30 + 201. 40 + 31. 57 611. 27.
Fcs. 714. 80.

Sie lasten auf dem Bruttogewicht der Waare = 14349 Ko. Es kommen daher auf 50 Ko brutto 2,5 Fcs. (14349 : 50 = 714,8 : x)

Also gestaltet sich die Kalkulatur:

Elephanten-Zähne. Salpeter. Hopfen.
Facturabetrag à 5. 25 51 660 F. 0ct. 2572f. 50ct. 3586. Fcs. 28ct.
Werthspesen à 8,85% 4571. 91 227. 67. 317. 39.
Gewichtsspesen à 2,5 Fcs per 50 Ko brutto 278. 90 283. 50. 155. 0.5.
Eingangszoll nach Abzug von 1% Disct. 3340. 95. 767. 75. 1985. 70
Summa: 59 851. 76 3851. 42 6044. 42.
Werthspesen in Hâvre 55/8% 3567. 32 229. 55. 360. 26
Summa: 63 419. 08. 4080. 97. 6404. 68.
In Hâvre wogen:
Elephantenzähne:
Ko 5578 à 568 Fs. 48c. p. 50 Ko
f. 63 419. 63
Salpeter:
brutto Ko 5670 Ta 113 Ko à 2%.
Netto: 5557 Ko à 36 F. 72c. p. 50 Ko:
4081. 06
Hopfen:
brutto Ko 3101 Ta 62 Ko à 2%.
netto: Ko 3039 à 105 F. 38c. p. 50 Ko.
6405. 0.

Da der Gesammtbetrag der Waare = 73 896 Fc. 3c., durch die Kalkulatur aber auf F. 73 904. 73 gebracht worden, so 8 Fcs. 70c. zum Vortheil des Kalkulirenden eingerechnet.

Addirt man die Beträge, die sich heraus stellen, wenn die Waaren zu den gefundnen Preisen berechnet werden, so: 63 419. 63 + 4081. 06 + 6405 ÷ 73 896. 03 = Gewinn von Kalkulatur: 9 Fcs. 66cts.|

30

Soll die zusammengesetzte Kalkulatur richtig sein, so nur sämmtliche Spesen

  • als Werthspesen zu behandeln, wenn das Gewicht der einzelnen Sorten sich verhält, wie deren Preise, od. wo das Gewicht nicht in Betracht kommt, wie bei dem Beispiel von den Damenhüthen, wenn nur ein kleiner Theil der Kosten durchaus unabhängig vom Werth ist.
  • als Gewichtspesen: wenn die vorkommenden Werthspesen sehr unbedeutend sind.

Die sonst irrthümlichen Resultate zeigen folgendes Beispiel.

Frankfurt a.M. bezieht aus London von irgend einer Waare:
N. 1. 12 St. (à 20 lbs schwer) à 22s. £13. 4s.
2. 10 (   15        ) 40 20.
3. 100 (    3         ) 50 250
£238 £283. 4s.
Verpackung, Verladen u.s.w. £. 2
Assekuranz von £.300. à 2%. 6
Police u. Stempel 10s. 8. 10
£291. 14s.
Provision 3% 8. 15.
£300. 9s.
£.300. 9s. à 119. 34 f.3592. 20xr.
Spesen bis Köln, Th. 16. 10 Sgr. à 57 28. 39
do. bis Frankfurt am M. 24. 12.
Kleine Spesen 1. 23
Gesammtbetrag der Waare f.3646. 34xr.
a) Alle Spesen auf den Werth bezogen.

Da 283£ 4s. in Frankfurt auf 364f. 3646f. 34xr zu stehn kommen, so stellt sich der Werth von 1 eng. Shilling auf 38,64xr.

Danach:

1 St. N. 1. 22 × 38,64 = 850xr. 12 St. = 10 200xr.
2. 40 × 38,64 = 1545,6xr. 10 = 15 456
3. 50 × 38,64 = 1932. 100 = 193 200.
Die ganze Partie = 218 856xr.
= f.3647. 36xr.
Also 1f. 2xr zum Vortheil des Frankfurter eingerechnet.

b) Alle Spesen auf das Gewicht der Waare bezogen.

Spesen in London = £17. 5s., à 119. 34 = f.206. 15xr; dazu f.54. 14 übrige Spesen; zusammen Spesen = f.260. 29xr.

Die ganze Partie wiegt netto 690 lbs. Auf 1lb kommen also 22,65xr.

Der reine Betrag = £238 283. 4s. od. à 119. 34 auf f.3386. 5xr. 1 Sh. kostet demnach 35,87xr.

Kalkulation.
N. 1. 22s. à 35,87xr = 789,14xr.
Spesen: 20 lbs à 22,65xr = 453,00
1 St = 1242,14xr. 12 St. = 14 905xr.
N. 2. 40s. à 35,87xr = 1434,80xr.
Spesen: 15 lbs à 22,65xr = 339,75
1 St. = 1774,55xr. 10 St. = 17 746.
N. 3. 50s. à 35,87xr = 1793,50xr.
Spesen. 3 lbs à 22,65xr = 67,95
1 St. = 1861,45. xr. 100 = 186 145
218 796xr
= f.3646. 36xr
Eingerechnet 2  Zusatz von Marx.
Schließen
(2 Kreuzer zu viel.)
= f.3646. 34.
c) Trennung der Spesen.

Reinbetrag der Waare £283. 4s. od. à 119.34 = f.3386. 5xr. 1 Shill. kostet demnach 35,87xr.

Die Werthspesen von £15. 5s. auf demselben Betrag lastend, betragen 5,38%.

Die Gewichtsspesen sind:
Verpackung, Verladung u.s.w. £2 à 119, 34 … f.23. 55xr
Spesen bis Köln 28. 49
Frankfurt 25. 25
f.78. 9xr. Auf netto 690 lbs; also auf 1lb ca 6,8xr Spesen
Kalkulatur.
N. 1. 22s. à 35,87xr = 789,14xr
Werthspesen 5,38% = 42,46
Gewichtsspesen 20 × 6,8 = 136,00 1 St. = 967,60xr. 12 St. = 11 611xr.
N. 2. 40s. à 35,87xr. = 1434,8xr
Wertspesen 5,38% = 77,2.
Gewichtsspesen 15 × 6,8 = 102.0. 1 St. = 1614,0xr. 10 = 16 140.
N. 3. 50s. à 35,87xr = 1793,5xr
Werthspesen 5,38% = 96,5
Gewichtsspesen 3 × 6,8 = 20,4 1 St. = 1910,4. xr. 100 = 191 040.
 Zusatz von Marx.
Schließen
Transport
|31
 Zusatz von Marx.
Schließen
Die 3 Nummern zusammen
= 191 040xr.
= 3646. 31xr
Verlust 3    
3646. 34xr.

Zusammenstellung der auf diesen 3 Wegen (wovon der 3t der richtige) gefundnen Resultate.

N. 1 N. 2 N. 3
1) 850xr 1545,6xr 1932xr
(um 12,2% zu wohlfeil); (ca. 4,3% zu wohlfeil); (um 1,14% zu theuer)
2) 1242,14xr 1774,55xr 1861,45
(um 28,3% zu theuer); (um ca 10% zu theuer); (um ca 2,6% zu wohlfeil)

Werden nähmlich sämmtliche Spesen als Werthspesen angesehn, so übernimmt Artikel N. 1, der wohlfeilste aber der schwerste, von den Spesen, die mit dem Werth nichts zu schaffen haben, also als Gewichtsspesen anzusehn, einen zu kleinen Antheil, kalkulirt sich daher niedriger als bei gehöriger Sonderung der Spesen.

Betrachtet man dagegen sämmtliche Spesen als Gewichtsspesen, so kommen ihm die darunter befindlichen Werthspesen nach dem Verhältniß seines Gewichts zur Last, fällt davon zuviel auf, kalkuliert sich also zu hoch.

Oft hat die Verschiedenheit der Preise für dieselbe Waare bei verschiednen Verkäufern ihren Grund in unrichtiger Kalkulatur.



Man kann eine Kalkulatur auch zu dem Zweck anstellen, um unter Zugrundelegung eines gewissen Verkaufspreises am Bestimmungsort dagegen den Preis am Einkaufsort oder Einkaufspreis zu ermitteln.

Beispiel. Wie stellt sich roher Zucker, zu gewissem Preis in Bremen zu verkaufen, in Havanna od. unterwegs (schwimmende Ladung incl. u. excl. Fracht[)?]
98 Kisten Havanna Zucker.
netto: 35 598 lbs à 6 gt. Ldrthaler 2966. 36
Kosten.
Assekuranz, Ldth. 2900. à 2% u. Stempel Th 59. 24
Fracht à 2£. 10s. per 2240 lbs span. auf 41 382 lbs u. 5%: £48. 9. 10 à 620: 300. 47
Eingangszoll von Ldr 2900. à 2/3% 19. 24
Unkosten 36 gt. per Kiste 49.
Courtage 1/4% von Th. 2966. 36 u. Stempel 8. 30
Lagermiethe 24 gt. p. Kiste 32. 48
Feuerassekuranz von Th. 3000 à 1/8% 3. 54.
Zinsen à 4% von 6 Monaten 2%
Commission u. Delcredere 31/2%
163. 11. 636. 22
Ldthl. 2330. 14.
Wechselcourtage für die Deckung in London 1‰ (auf 1000) 2. 24
2327. 62
à 620 £375. 9. 3
Acceptprovision in London 1/2% (auf 100) 1. 17. 4
£.373. 11. 11
a 10% Prämie $1823. 3 r.
Commission u. Courtage für Rembours in Havanna 27/8% (auf 100) 51
$1772. 3 r.
Einkaufsprovision in Havanna 2 1/2% auf 100 43. 2
Unkosten in Havanna à 41/2$ pr. Kiste $441.
Courtage 1/2% (auf 100) 8. 5 449. 5
$1279. 4 r.
Netto 35 598 lbs Bremen (à 86 Brem. lbs = 100 span. lbs.[)]
= Netto 41 393@ 18 lbs à 6,19 r. per Arroba
$1281. 1 r.
Demnach entspricht Preis von 6,19 r. in Havanna dem Verkaufspreiß von 6 gt in Bremen.
Obige Partie hat ferner gekostet incls. sämmtlicher Kosten beim Einkauf u. für das Trassiren in Havanna £373. 11. 11
Sie hat gewogen 1655@ 18 lbs, giebt pro Arroba 4s. 61/6d. excl. Fracht od. frei in See. Fracht hinzugerechnet: 48. 9. 10
£422. 1. 9
od. 5s. 11/5 d. pr. Arroba incl. Fracht.
Rechnet man ferner wie üblich 1@ = 257/16 lbs engl., so 1655@ 18 lbs = 421 117 42 117 lbs engl. = 376 Cwts 5 lb, u. es kalkulirt sich 1 Ctw Cwt
exclus. Fracht = 18s. 101/2d.
inclus. Fracht = 22s. 54/10d.


32

 Feller/Odermann, S. 462.
Schließen
Aufsuchung einer festen Zahl bei Kalkulaturen
.

Um sich bei wiederholten Beziehungen derselben Waare von demselben Platz wiederholte Kalkulatur zu ersparen, besonders aber um im voraus berechnen zu können, wie eine solche Waare bei verändertem Preise u. Wechselkurs zu stehn komme, kann man ebenso, wie bei den Arbitragen, feste Zahlen aufsuchen, u. Tabellen, hier Kalkulationstabellen, anfertigen.

Man muß die Spesen in Werthspesen u. Gewichtsspesen scheiden. Unter Gewichtsspesen sind alle von Werth u. Kurs unabhängigen, i.e. unproportionirten Spesen begriffen.

Nur die Werthspesen kann man in den zu bildenden Kettensatz aufnehmen, da sie allein mit dem Preise u. Kurs steigen od. fallen, i.e. proportionirte Spesen sind.

Z.B. im Beispiel (Rio Janeiro – Amsterdam) sind Gewichtsspesen 100 Säcke u. Transport, Fracht, die andren kleinen Spesen. (Sieh p. 26)

Die für Beziehungen von Kaffe von Rio Janeiro nach Amsterdam zu benutzende feste Zahl findet sich durch folgenden Ansatz, wo p = Preis in R. Jan., c = Kurs von Rio auf London, u. C = Kurs von Amsterdam auf London bezeichnet.

x Cents = 1/2 Ko
7139 = 500@
1 = p Reïs
1000 = c pence
240 = Cf.
1 = 100 cts
100 = 1291/2 mit Werthspesen.
x = 259 13706880 .

Dieser Bruch, multiplicirt mit p × c × C giebt den Preis von 1/2 K°, ohne Gewichtsspesen, welche mit 3,5c. zuzufügen sind.

 Zusatz von Marx.
Schließen
Wenn nun 1@ (es handelt sich um 100 Säcke von netto 300@) = 2500 Reïs, also p = 2500, ferner, nach dem Wechselkurs von Rio auf London, 1000 Reïs = 34d, also c = 34, endlich 240d. od. 1£ = 12 f, also C = 12, so erhalten wir:

(2500 × 34 × 12) ×  Zusatz von Marx aus obiger Rechnung.
Schließen
( 259 13706880 )
= 19,2735c.
Dazu Gewichtsspesen 3,5
Also: 1/2 Ko in Rotterdam 22,7735c.

Auf dem selben Weg läßt sich auch der Einfluß ermitteln, welchen eine Veränderung des Preises der Waare am Einkaufsort, so wie Verändrung des Wechselkurses auf den Preis am Bestimmungsort ausüben.

Eben gab ein Einkaufspreis von 2500 Reïs, bei einem Wechselkurs von Rio auf London von 34d., u. einen solchen von 12f. für die Rimesse von Rotterdam an London, einen Preis von 19,2735c. für 1/2 Ko Kaffe, exclusiv Gewichtsspesen.

Unterstelle nun, in Rio Janeiro Preisverändrung um 100 Reïs,
Wechselkurs von Rio auf London ändre um 1d,
Rotterdam-Lond. Kurs ändre um 1/8f. Welchen Effekt bringen diese Ändrungen hervor?

Den Preis von 19,27f.  Zusatz von Marx.
Schließen
(p. 1/2 Ko)
dividiren wir durch 1) 25, 2) 34 u. 3) 96, u. finden folgende Quotienten:

0,77; 0,57; 0,20.

 Die Rechnung in dieser Tabelle stammt von Marx.
Schließen
Nämlich:
1) 2500 : 19,27 = 100 : x
x = 19,27 × 100/2500 = 19,27/25 = 0,77.
2) 34 : 19,24 = 1 : x
x = 19,27/34 = 19,27/34 = 0,57
3) 12 : 19,27 = 1/8 : x
x = 19,27/12 × 8 = 19,27/96 = 0,20.|

33

Wäre also

  • der Preis in Rio von 2500 auf 2600 Reïs gestiegen,
  • der Kurs von Rio auf Rotterdam von 34 auf 35d,
  • der Rotterdam Londoner Kurs dagegen von 12f. auf 11f. 933/4c. gefallen, so würde sich:
Der Preis in Rotterdam gestalten wie folgt:

19,27c. Preis wie oben.
+ 0,77. Betrag der Preiserhöhung um 100 Reïs
+ 0,57 Betrag der Rio Rotterdamer Kurserhöhung um 1d
20,61c.
÷ 0,10 Betrag der Kursvermindrung  Zusatz von Marx.
Schließen
(Rott. Land(?))
um 1/16f.
20,51c. Preis in Rotterdam excl. der Gewichtsspesen.

Die Veränderungen in den Gewichtsspesen meist zu unbedeutend um sie zu berücksichtigen. Doch dürfte Fracht unter Umständen eine Ausnahme bilden.

Fracht war im oben obigen Beispiel (p. 26) à 3£ mit 5% Primage: Dieß giebt für 1/2 Ko:

x = 1/2 Ko
100 = 220,5 engl. lbs
2240 = 60s.  Zusatz von Marx.
Schließen
(od. 3£)
20 = 12f.
100 = 105f mit Primage
x = 1,86c.

60s. geben also 1,86c. Daher giebt jeder Shilling Verändrung an der Fracht = 1,86/60 = 0,031c. Verändrung am Preise in Rotterdam.  Zusatz von Marx.
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Nämlich: 60 : 1,86 = 1 : x. x = 1,86/60 = 0,031c.



(Verte)|

34

 Feller/Odermann, S. 465.
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Kalkulationstabellen
.
α) Kalkulation über Südseethran von New York nach Bremen.
Zum Preise von 30 u. 40c., zum Kurse von 75 u. 80c., beides um 1c. steigend.
à 30c. per Gallon. à 40c. per Gallon.
à 80c. à 75c. à 80c. à 75c.
I)
10 Fässer Thran, enthaltend netto 1496 Gallons. $448. 80 448. 80. $598. 40. $598. 40
Fuhrlohn u. Verschiffungsspesen: 3. 75 3. 75. 3. 75 3. 75
$452. 55. 452. 55. 602. 15. 602. 15.
Einkaufskommission 21/2% 11. 31 11. 31 15. 05. 15. 05
$463. 86 463. 86. 617. 20 617. 20
Kommission u. Courtage für den Rembours 13/8% (985/8 = 13/8%) 6. 47 6. 47 8. 60 8. 60
$470. 33 470. 33 625. 80 625. 80
II) II)
Trassirt 60 T. Sicht Ldr. rβ 587. 66. rβ 627. 9  rβ 782. 18 834. 29.
Assekuranz à 13/4% u. Police 11. 12 12. 3  14. 48 15. 39
Eingangszoll 4. 31 4. 50 5. 54 6. 7. 
Fracht, 1533 Gallons à 3 cts. $46.
Primage 5% 2. 30
$48. 30
à rβ 11/3 rβ 64. 29
Spesen bei Empfang, à 60 gt. p. Faß 8. 24
Courtage à 6 gt p. Tonne 3.60
76. 41 76. 41 76. 41 76. 41.
Ldor rβ 680. 6  720. 31 897 879. 17 rβ 932. 44
III) III)
Zinsverlust auf 3 Mt.
= 11/4%
Commission 1%
Delcredere 2%
41/4%
(953/4 = 41/4
30. 13 31. 70 39. 1 41. 28
rβ 710. 19 rβ 752. 29 rβ 918. 18 rβ 974.
IV) IV)
Netto 1496 Gallons, à 32 1/2 Gallons per To, liefern in Bremen 46 To.
Demnach kommt die Tonne aus:
à 30c., Kurs von 80; rβ 15. 32 rβ 710. 32
30 75 16. 26 rβ 752. 44
40. 80 19. 69 rβ 918. 6 
40. 75 21. 12 rβ 973. 48

Hieraus wird Tabelle fabricirt.

 Feller/Odermann, S. 469.
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Vergleichung der Sätze für Seefracht
.

Handelt sich darum bei Beziehung derselben Waare auf verschiednen Wegen.

Beispiel.
Rosinen: auf engl. Schiffen von Triest nach Hamburg zahlten 12s. per butt (à 5 Cwt) mit 5% Primage.
auf Hamburger Schiffen 56 M.B. per Last von 4000 lbs holl. Gewicht nebst 10% Primage u. 2 M.B. per Last Regal.

Wie verhalten sich diese Frachtsätze?

114 lbs Holl. = 123 lbs engl. Handelsgewicht. 1£ = 131/4 M.B.
5 Cwt  Zwischenschritt von Marx.
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= 112 × lbs engl.
= 560 lbs.
 Zusatz von Marx.
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123 : 114 = 560 : x. x = 519 lbs. Also: 560 lbs. engl. = 519 lbs holl.

Die Fracht auf 519 lbs holl. beträgt, da nach dem Hamburger Satz 4000 lbs 56 M. Banco kosten = M.B. 7. 4β
10% Primage = 12β
Regal, à 2 M.B. pro 4000 lbs
= M.B. 8, 4β
Nun ist 131/4 M.B. = 1£, also 8 M.B. 4β = 12s. 5d.

35
Die Fracht auf einem englischen Schiffe beträgt 12s. + 5% Primage, = 12s. 7d.
auf Hamburger Schiff  Zusatz von Marx.
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12s. 5
Also ca 13/8% auf engl. Schiff höher als auf Hamburger.

Eine Umrechnung des Frachtsatzes auf englischen Schiffen in einen solchen für Verladung auf Hamburger Schiffen würde zu demselben Resultat führen.

Fracht (Kubikinhalt u. Gewicht)

Für viele Artikel wird die Fracht nach dem Kubikinhalt berechnet. Gilt es nun eine Frachtbestimmung nach dem Gewicht mit einer Frachtbestimmung nach dem Kubikinhalt zu vergleichen, so muß der Rauminhalt einer gewissen Gewichtseinheit bekannt sein oder ermittelt werden.

So wird z.B. in Calcutta der engl. Ton von 20 Cwts angenommen für:

  • 1) Salpeter = 35 Kubikfuß
  • 3) Zucker = 39
  • 4) Reis = 42
  • 5) Weizen = 44
  • 6) Mehl = 48
  • 2) Indigo = 363/4

Eine leichte Waare hat – nach dem Kubikinhalt berechnet, für ein bestimmtes Gewicht, z.B. hier Ton von 20 Cts, mehr Fracht zu zahlen als schwere, denn dasselbe Gewicht derselben bildet grössre Masse u. nimmt daher mehr Kubikraum ein.

z.B. 1 T. Salpeter nimmt 35 Kf’ ein, 1 Tonne Reis 42 Kf’.
Also: 35 : 42 = 3£ : x, wenn für 1 Tonne Salpeter 3£ verlangt wird.
x = 42×3 35 = 72d. = 3£ 12d. für den Ton Reis.


V Chapter. General Remedy for unfavourable Exchanges.

It has been said, that as 100l. British can now exchange for 118l. Irish instead of 108l. as formerly, it is a temptation of 10% to the British merchant to become a purchaser in Ireland; but if 118l. Irish can now purchase no more commodities in Ireland than 108l. formerly, what becomes of this temptation? It is the cheapness of  Hervorhebung in der Quelle.
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Irish commodities
alone which could tempt the British merchant; but in this instance he finds nothing cheap except the  Hervorhebung in der Quelle.
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Irish Banknotes
. (158)

Suppose 108l. 6s. 8d. Irish = 1200 yards of Irish linen, and that exchange is at par. 100l. English will then purchase 1200 yards Irish linen. Now if the Irish medium loses 1/10 of its value, 100l. English will exchange for 118l. Irish; but it will still exchange for 1200 Yds Irish linen, because the linen will be then no longer purchasable for 108l. 6s. 8d. Irish, nor for less than 118l. Irish. (159)

The fallacy originates from assuming that the Irish medium has retained its value, as compared with every commodity, except gold, silver, copper, and  Foster: English Bank Paper
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Irish banknotes
; whereas it is  Hervorhebung in der Quelle.
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because
it has lost its value, as compared with every other commodity, that it also loses its value, as compared with these. (159, 160)

If the exchange makes Irish commodities 10% cheaper to the English consumer, the depreciation of the Irish medium has first made them 10% dearer … the price remains what it was. (160)

Der unfavourable exchange operates as a bounty on exports when it is real … no such effect from a nominal exchange. (160)

 Zusammenfassung von Marx in eigenen Worten.
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Das beste Mittel wäre natürlich convertibility der Note herzustellen.
 (161)

Vor der restriction the Directors considered the run on them for gold as the criterion of the proper quantity of paper which they should keep in circulation; … when the demand on them for gold was great, they considered it as a proof that the quantity of their notes in circulation ought to be reduced; and they never failed immediately to contract their issues, and consequently to diminish the amount of the circulating medium of the country. (162)

This demand on them for gold they attributed to various causes, generally aber to the unfavourable state of foreign exchanges; and so much attention did they pay to this last cause of demand, that in all cases of unfavourable exchange, conceiving that the gold must be flowing out of the country, they lessened their issues as a measure of precaution. That such  Hervorhebung in der Quelle.
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was
the practice of the Banks … continually avowed in the examinations of the English Directors before the Secret Committees of the Lords and Commons in 1797, and still more distinctly by Mr. Colville, an Irish Bank Director, in his recent examination. It is further assumed in the Report of the Select Committee Report p. 4 , wo es heißt:

„Such has been the natural practice of banks previous to the restriction. Mr. Colville states it in very clear and forcible terms as to the Bk. o. Ireland. Prior to 1797 they limited the amount of their issues as exchange rose. If prudence has not dictated such a course, necessity would have compelled a diminution of their issues, by diminishing the stock of specie, which could only be replaced at a loss proportionate to the existing rate of exchange; and your Committee observe, that, in fact as well as in theory, the effect of such practice always was and must be the redress of the unfavourable exchange.“ (163, 164)

Daher sehen die Directors,  Hervorhebung in der Quelle.
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that in every commercial country the limitation of the circulating medium is the efficient remedy for redressing its unfavourable exchanges
. (164)

As the first effect of an unfavourable exchange, arising from a balance of debt, is to create a demand for circulating medium in the debtor country, and in many instances actually to export it … it tended to  Hervorhebung in der Quelle.
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limit the amount
of the circulating medium, by creating a demand for that medium which could not be supplied. … were there no bank, the principle by which the balance of debt, and consequent unfavourable exchange, are removed, is by the limitation of the circulating medium which they occasion. (164, 165)

A bank may entirely counteract this tendency  Hervorhebung in der Quelle.
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by increasing the circulating medium of the country in proportion as it is demanded
. Unmöglich vor der Restriction. Um nicht ihr Geld zu verliren, waren sie gezwungen, in case of unfavourable exchange, to diminish their issues, and create a scarcity or limitation of circulating medium much greater than the balance of debt, or unfavourable exchange, could otherwise have occasioned. (165) Ihre issues werden doppelt vermindert. (Report of the Select Committee 1797, p. 100 und 101). »First, to the amount of the gold paid; and, secondly, to an equal amount by the diminution of their loans or discounts which their prudence suggested to them to make.[«] (167) Durch die erste Ursache werden cancelled the notes brought in for cash, which was demanded and exported; durch die 2te weniger notes issued. (l.c.)

In dem Report of the Select Committee  Zusatz von Marx.
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(1803?)
heißt es p. 8: „When exchange is so unfavourable to a country as to draw gold out of it, it is obvious, that for every guinea drawn out of the bank an equal amount of paper must be drawn out of circulation to be paid for the guineas. The re-issue of paper to that amount must be prevented by the decrease of the stock of specie: the same cause will most probably induce the Directors to diminish their discounts;  Hervorhebung in der Quelle.
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so that the quantity of paper becomes diminished in a still greater amount
than the gold drawn out of the Bank in consequence of unfavourable exchanges.“ (167, Note)

Jezt handeln die Directors of the Bk. o. Ireland umgekehrt. Erstens fact: issues 5 × mit Exchange of 10% against Ireland. Zweitens vertheidigen sie dieß theoretisch.

Einer sagt: „as far as the guineas so drawn out went to pay the balance against the country, so far they operated to the reduction of the exchange against the country, by paying off so much of its debt, and  Hervorhebung in der Quelle.
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so far only
“.  Zusatz von Marx.
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Aber sagt Foster feierlich:
It appears then that they entirely exclude from consideration  Hervorhebung in der Quelle.
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the value which such reduction added to the circulating medium which remained
.  Kommentar von Marx.
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(Eselsfuß!)
 (168, 169)

Ferner sagen dieselben Directors: „As far as the circulation of paper has supplied the circulating medium,  Hervorhebung in der Quelle.
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it enabled the gold, which before stood in its place, to be exported out of the country, and, as far as it went in weight and measure, so far
it was a clear and decided cause of preventing the exchange from getting to a higher pitch than it has hitherto attained; and  Hervorhebung in der Quelle.
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so far
as the Bank extends its notes,  Hervorhebung in der Quelle.
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it further enables a greater drain of specie to take place
, and consequently to strengthen the cause which keeps down the rate of exchange.[“] (169)

Exchange = the comparison of value between two circulating media … when the circumstances attending a balance of debt, had added a superiority of relative value to the circulating medium of the creditor country, the limitation of the circulating medium of the debtor country, making it also more valuable in proportion as it made it more scarce, removed its relative depreciation. Or, to put it in another |50 light, when the superior demand for bills on the creditor country has added to its circulating medium an artificial value, the limitation of the circulating medium of the debtor country, by increasing the demand for it as well as for the other, operates a similar artificial increase of its value, until it finally becomes as valuable as the other; that is, until exchange is reduced to par. (171, 172)

 Kommentar von Marx.
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Die Beispiele die Foster immer giebt, wie reduction of currency by enhancing the cost of it (thereby sinking the price of commodities, and enforcing exports) zeigen nichts als wie vorgefaßte Theorie den Kopf umnebelt und die Thatsachen verdunkelt.

Erstes Beispiel. Schottland. Mr. Mansfield, banker of Edingburgh, sagt in seiner Evidence, that soon after the peace of Versailles, und bis 1770, der exchange between London und Edingburgh was 5 or 6% against Edingburgh.

At this time „the currency of Scotland was principally paper, and that to a greater extent than the natural trade of the country  Hervorhebung in der Quelle.
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required
. The chartered banks of Scotland finding that they had given imprudent credit to bankers and their agents, who issued notes, they  Hervorhebung in der Quelle.
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curtailed
them very much
; the overissue of paper was prior  Hervorhebung in der Quelle.
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to
the unfavourable state of the exchange
, and it was the cause of the system being altered; and he certainly thinks,  Hervorhebung in der Quelle.
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that the overissue of paper was the cause of the high exchange
“. (172, 173)

 Kommentar von Marx.
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Bis hierhin sagt der Mann Mansfield nur, daß die chartered Banks had given „imprudent credits“ to bankers, die dann natürlich ihrerseits wieder „imprudent credits“ ihren Kunden geben, welche imprudent credits zu imprudent imports von England führen und the exchanges gegen Schottland turn konnten. In welcher Form dieser Credit gegeben wurde und to bankers who issued notes or not hat absolut nichts mit der Sache zu thun. Was sie thaten, daß sie curtailed that credit. Dieß war schon ein modus to turn the unfavourable exchanges, wenn sie aus dem imprudent credit entsprangen. Daß aber die quantity des circulating mediums irgendetwas mit der Sache zu thun hat, beweist Mansfield 1) durch die Annahme, that their there existed an overissue of paper, was er beweisen soll. 2) durch den fact daß der von ihm imaginirte overissue of paper dem unfavourable state of the exchange vorherging. Wenn (was von der Art der Ausgabe abhing) ein overissue of paper existirte, also depreciirtes paper, wäre der nominelle Wechselkurs dadurch influirt worden. Aber der blose fact, daß, was Mansfield auch nicht beweist, mehr paper cirkulirte vor als nach einem turn of exchanges, beweist in keiner Weise, daß der unfavourable exchange Folge von overissue of paper, so wenig als daß spätre Reduction des paper Folge des günstigen Exchange. 3) he „thinks“ „that the overissue of paper was the cause of the high exchange“. Also die Einbildungen des Mansfield sind ein Beweis! Ebenso gut könnte Foster „think“ ohne die Autorität des Mansfield!

 Zusatz von Marx.
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Aber die Sache wird noch besser.
The chartered banks, finding the high exchange proceeded from artificial means, determined to put an end to it, for this reason, „they began to think of collecting  Hervorhebung in der Quelle.
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as much funds
as they could bring to London of their own; those funds they lodged partly with the Bk. o. England, and partly with their own bankers“; [»]and the banks then began to reduce the rate of exchange, by giving bills on London at a rate of 1/2% or 1% under that of the day: that in the course of years they reduced it to 1/2% against Edingburgh, at which rate it has continued invariably ever since; (the custom is to give bills on London, at 40 days date, or sight, which is about 1/2%); and that it never fluctuated even in the convulsion which credit experienced in 1793, nor at the time of the restriction in 1797: Hervorhebung in der Quelle.
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that the demand for bills on London, though great at first, gradually decreased as the exchange was reduced;
that this change of system was adopted in consequence of there being more paper in circulation than the situation of the country required, and that it had the  Hervorhebung in der Quelle.
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effect of diminishing the quantity of paper circulation
.« (172–174)

 Kommentar von Marx.
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Also zunächst schicken die Kerls funds nach London, vermindern pro tanto die debt an England und vermehren pro tanto Zufuhr von bills auf England. Der Wechselkurs fällt daher, ohne irgend eine Operation auf die circulating bank notes. Gradually fällt er auf 1/2% gegen Schottland, da sie zugleich ihr system of imprudent credits curtailed haben. Die demand on bills on England ist groß, aber sie nimmt ab „as the exchange was reduced“. Sollte heissen: the exchange was reduced, as the demand on bills on England declined, aber quid pro quo in Mansfield’s Kopf. Schließlich dann die Versichrung, that this [„]had the effect of diminishing the quantity of paper circulation“. Dieß ist eine Behauptung Mansfield’s. Er beweist nicht und sucht nicht einmal zu beweisen the fact that „the quantity of paper circulation“ was diminished. Gesezt es sei der Fall gewesen, so bleibt zu beweisen, was bewiesen werden soll. Er sollte dabei beweisen, daß der ungünstige Wechselkurs Effect des overissue. Jezt will er beweis, daß die contraction of issue effect des günstigen Wechselkurses! He proves neither the one nor the other.

 Zusatz und Kommentar von Marx.
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Zweites (von Foster im Sinn des currency Principle interpretirtes Beispiel):

Mr. Colville, an Irish Bank Director, giebt Evidence;

he remembers perfectly well „that, in 1753,  Hervorhebung in der Quelle.
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the circulation of paper in Dublin from the private bankers was so general and extensive
, that in receiving 1000l. there was not 10l. in gold at that time …  Hervorhebung in der Quelle.
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Exchange was near 3% above par;
the consequence was, that the bankers of Dublin, of whom there were as many as at present, if not more, were in competition with one another to send their specie over to London, and to get back bills at 4% above par, bringing in a clear profit to that extent. The consequence of this shewed itself in the succeeding year: all the banks failed except Messrs. Latouche’s house, and Sir W. Newcomen’s, and these 2 banks paid off their entire paper.  Hervorhebung in der Quelle.
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There followed a total annihilation of Bank paper in Ireland at that time
 … the consequences were,  Hervorhebung in der Quelle.
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that exchange fell 2 or 3% under par, and the whole circulation of Ireland was turned into gold;
but the result was, that multitudes of people were ruined: the convulsion was exceedingly severe; many tenants threw up their lands, and there was no person connected with the 3 Southern provinces of Ireland that did not suffer severely.“ (174, 175)

 Kommentar von Marx.
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Der Wechselkurs ist gegen Ireland um 3%. Die Bankers, die auf geringer Goldunterlage viele Notes ausgegeben, schicken ihr Ge(?)ld nach England, to deal in exchanges. Doch wahrscheinlich run on the Banks, die ihre Noten nicht in Gold zahlen konnten. Bankrott derselben. Papercirculation durch diese |51 Creditkrise weggefegt. Unterdeß exchange turned, 2% in favour of Ireland. Turned, theils in Folge der remittance of funds nach England, theils in Folge der Krise, indem die Bankers etc durch ihren Bankrutt wipe off their debt to England. Natürlich, da die Papercirkulation discreditirt, wird sie durch Goldcirculation ersetzt. Der günstige Wechselkurs mochte einiges Gold von England herüber bringen; die Masse desselben kam jedenfalls aus hoards, die während der Papiercirkulation „unsichtbar“ wurden.

 Kommentar von Marx.
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Aber Herr Foster schließt daraus, daß die contraction des circulating medium den Exchange turned! Und sehr schön die annihilation der paper currency eine contraction des circulating medium zu nennen!

 Hervorhebung in der Quelle.
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the limitation of the circulating medium
,  Zusatz von Marx.
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ruft er triumphierend,
 Hervorhebung in der Quelle.
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is the specific remedy for an unfavourable exchange
. (177)

Inhalt:

  • Inhaltsverzeichnis von Friedrich Engels
  • Heft II. 1869
  • The Daily News, 20. Mai 1869
    • Notiz
      • Kaufmannsrechnung. (Continuatio)
      • John Leslie Foster, (of Lincoln’s Inn): An Essay on the Principle of Commercial Exchanges. London. 1804.
      • Ch. Lyell. Principles of Geology. 7th ed. London 1847.
      • Otto Hausner: Vergleichende Statistik von Europa (Lemberg. 1865) II. Band.
      • Michael Thomas Sadler. M.P.: Ireland; its Evils and their Remedies. 2nd ed. London. 1829