| 12 Feb. 1870.
Dear Fred,
Allen war gestern zum Besuch bei mir. Nichts als einfache Verkältung. Er räth mir jedoch, den Stubenarrest fortzusetzen, bis der russische Wind aufhört „which blows no good to anybody“.
Siehe MEGA2 I/21. S. 167–174. Friedrich
Engels: Vorbemerkung zu „Der deutsche Bauernkrieg“ (1870). Diese
Vorbemerkung schrieb Engels im Februar 1870 für einen von Wilhelm Liebknecht zuerst im Feuilleton
des „Volksstaats“ als
Broschüre geplanten Neudruck der von ihm 1850 verfaßten Arbeit „Der deutsche
Bauernkrieg“. (Siehe Friedrich Engels: Der deutsche
Bauernkrieg. In: MEGA2 I/10. S. 367–443.).
Siehe Engels
an Marx, 11.02.1870 („Inl. schicke ich Dir
...“).
Schließen Deine Einleitung
sehr gut. Ich weiß nichts, was zu ändern od. zuzusetzen wäre.
Mit der
Behandlung von 1866 stimme ich
verbotenus
überein. Sehr hübsch, der doppelte Hieb auf den Wilhelm von der Volkspartei u.
den
Schweitzer mit seiner Lumpengarde!
Was nun die
excuses des Wilhelm
angeht, so weiß man nie, ob er absichtlich lügt oder vor
Confusion sich ihm alles wie ein Mühlrad im Kopf herumdreht. Das fact ist, daß
Nicht
überlieferter Brief von Marx an O. Meißner, zw.
17./18.9. und 7.10.1869. Siehe
L.
Kugelmann an Engels, 13.7.1869 und L.
Kugelmann an Marx, 17.7.1869. Marx reiste
von Anfang September bis 11. Oktober nach Deutschland, wo er auf der
Hinreise u. a. Karl Philips in Aachen, Paul Stumpf in Mainz, Joseph
Dietzgen in Siegburg besuchte, und am
17.
oder 18. September in Hannover bei Kugelmanns
eintraf. Etwa am 7. Oktober erfolgte die Rückreise nach London über
Hamburg, um seinen Verleger Otto Meißner zu treffen. Siehe Marx
an Engels, 25.9.1869 und Marx Chronik
(1934).
Schließen ich
von Hannover aus dem Meissner
schrieb copies an Wilhelm, „Zukunft“ u. Schweitzer zu
schicken, u. daß letztrer sofort eine ausführliche
Anzeige brachte. Ferner: Wilhelm’s Freunde – Bonhorst u. Bracke, bei
ihrem Besuch in Hannover, sahen die neue Ausgabe und erzählten mir, sie seien mit Meißner über Ausgabe
einer wohlfeileren Volksausgabe übereingekommen. Nicht überlieferter Brief von O. Meißner, zw.
17./18.9. und 7.10.1869.
Schließen Meissner
schrieb mir darüber. Ich ging darauf ein, daß
diese Ausgabe aus 2000 Stück bestehn sollte, wovon 1000 zum Kostpreis an
Bonhorst etc abzugeben. Sie hatten sich verpflichtet für Unterbringung dieser
1000 zu stehn. Seit der Zeit nichts von der Sache gehört. Wir wollen nun den
Wilhelm auf die Probe stellen.
Schreib
ihm, er solle Meissner schreiben, wie es komme,
daß er den
„18. Brumaire“
weder in „Volksstaat“ noch
„Zukunft“
angezeigt u. ditto, trotz
meines ihm
von Hannover ertheilten Auftrags weder ihm noch dem
Zukunfts-Weiss copies zugestellt habe?
Durch die Antwort des M. würde ich zugleich Gelegenheit erhalten mit Letzterem
ein ernstliches Wort über seine Bummelei zu sprechen.
Mit Deinen Glossen über die French radical press ganz einverstanden. Proudhon war nicht umsonst der Socialist der Kaiserzeit. Meine feste Ueberzeugung ist, daß, obgleich der erste Stoß von Fkch ausgehn wird, Deutschland viel reifer für eine sociale Bewegung ist u. den Fzsen weit über den Kopf wachsen wird. Grosser Irrthum u. Selbsttäuschung selbiger, wenn sie sich immer noch für das „auserwählte Volk“ halten.
A Propos. Jennychen hat gestern bei Monroe munkeln hören, daß Herr John Bull Bright nicht auf dem Land ist, wie die Zeitungen melden, sondern in der Stadt unter Aufsicht eines Irrenarzts. Die Hirnerweichung has again set in. Cobbett bemerkt, bei Gelegenheit von Castlereagh’s | Selbstmord, daß England, during one of its most critical epochs, was governed by a madman. Und dasselbe jezt wieder, während der irischen Krise.
Es ist gottvoll, daß Bouverie, this incarnation of pure Whiggism, das Verfahren quoad O’Donovan ungesetzlich findet. B. ist wüthend, daß man ihm die cold shoulder bei der Amtsvertheilung gezeigt.
Der Titel
des Buchs des Pseudonym
von Vasilij V.
Bervi.
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Н. Флеровскiй
ist:
„ Положенiе рабочаго класса въ Россiи.“ „С.-Петербургъ. Изданiе Н. П. Полякова. 1869.“
Was mich in dem Flerowski u. a. sehr amüsirt, ist seine Polemik gegen die direkten Abgaben der Bauern. Es ist ganz die Reproduktion von Marschall Vauban u. Boisguillebert. Er fühlt auch, daß die Lage der Landleute ihr Analogon in der Zeit der alten fzs. Monarchie (seit Ludwig XIV) besizt. Wie Montheil hat er sehr viel Sinn für Volksthümlichkeiten – der „gradsinnige Kalmücke“, „der trotz seines Schmutzes poetische Mordwine“ (den er mit den Irländern vergleicht), der „gewandte, epikuräische, lebhafte Tartar“ der „talentvolle Kleinrusse“ u. s. w. Als guter Russe belehrt er seine Landsleute, was sie thun müßten, um den Haß, den alle diese Stämme gegen sie besitzen, ins Gegentheil zu verkehren. Als Beispiel des Hasses führt er u. a. an [wie] eine wirklich russische Kolonie aus Polen nach Sibirien übersiedelt. Diese Leute wissen nur russisch, kein Wort polnisch, betrachten sich aber als Polen u. widmen den Russen einen polnischen Haß u. s. w.
Aus seinem Buch geht unwiderleglich hervor, daß die jetzigen Zustände in Rußland nicht mehr haltbar sind, daß die Leibeignenemancipation, of course, nur den Auflösungsprozeß beschleunigt hat, u. daß eine furchtbare sociale Revolution bevorsteht. Man sieht hier auch die reale Basis des Schuljungen-Nihilismus, der jezt unter russischen Studenten u. s. w. Mode ist. In Genf hat sich – by the by – eine neue Colonie exilirter russischer Studenten gebildet, welche in ihrem Programm Bekämpfung des Panslavismus u. „Internationale“ an ihrer dessen Stelle proklamiren.
| Flerowski zeigt in einem eignen Abschnitt, daß die „Russifikation“ der fremden Stämme eine reine optimistische Täuschung ist, selbst im Osten.
Paul von Lilienfeld:
Zemlja i Volja. St. Petersburg 1868. Die deutsche Übersetzung
erschien unter dem Titel „Land und Freiheit“ in dem Buch von Julius Eckardt:
Russlands ländliche Zustände seit Aufhebung der Leibeigenschaft.
Leipzig 1870.
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Lilienthal Lilienfeld brauchst Du mir nicht zu schicken. Gaudissart hat ihn russisch u. deutsch
.
Er hat mir
vorgestern seine Rückkehr angezeigt. Nach einer frühern
Mittheilung
seiner Frau an meine
hätte er neue Stelle gefunden. Doch
wunderts mich, daß er dessen nicht erwähnt in seiner letzten Epistel.
Die Briefkopie ist nicht überliefert. —Eugène Hins an Cowell Stepney, 21.1.1870.
(Abdruck in: Siehe Documents relatifs aux militants Belges
(1986). S. 222–225.
Schließen Einliegend zurückzuschickende
Kopie des Briefs v. Hins
an Stepney.
Siehe Marx
an César De Paepe, 24.1.1870.
Schließen Ich habe dem Kerl in
meiner
Antwort gehörig den Kopf gewaschen.
Wie genau er sich unterrichtet, zeigen u. a. folgende Punkte. Er sagt, wir
hätten in unsrem
Bericht
über den Basler Kongreß
die Verhandlungen über das
Erbrecht unterdrückt. Dieß hat ihm Bakunine wahrscheinlich weisgemacht u. er glaubts,
obgleich er unsern Bericht in Händen hat u. englisch genug weiß, um ihn zu
lesen! Er spricht von „meinem“ Brief nach Genf, wohin
ich keine Zeile geschrieben! Meine
Expostulation
über Bakunin’s Treiben befindet sich in
meinem
Brief an Brüssel,
dxxxxxx(?)
wohin
ich – ausser Mittheilung des Sendschreibens des General Council an Genf
– allgemeinen Bericht abzustatten u. die Ernennung eines neuen Sekretairs für Belgien (Serraillier’s,
ouvrier
bottier – von Marseille) mitzutheilen hatte. Er klagt uns an,
die Krise in Genf hervorgerufen zu haben, die –
wie die
Égalité
zeigt – mehr als eine Woche wx(?)rhxx(?)
beendet war,
ohne
bevor
unsre Missive dahin kam etc. Der belgische Conseil Gén. hat trotz
Hins seine volle Uebereinstimmung mit
uns erklärt.
Siehe MECW 43 (1988). S. 641, Anm. 525.
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auch old Becker erklärt mit den
andren Bakounisten seinen Austritt aus dem Redactionscomite der
Égalité
.
Gleichzeitig stellt er in seinem „Vorboten“ grade das Umgekehrte auf von dem, was B.
in der Égalité that. Alter Confusionsrath!
Salut
DKM.
Zeugenbeschreibung und Überlieferung
Zeugenbeschreibung
Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen grauweißem Papier. Marx hat drei Seiten vollständig beschrieben, die vierte Seite ist leer. Geänderte Schreibrichtung auf der dritten Seite: über die ganze Blattbreite quer beschrieben. Schreibmaterial: schwarze Tinte.
Von Eduard Bernsteins Hand: Nummerierung der beschriebenen Seiten mit Bleistift: „9,1“ bis „9,3“ sowie redaktionelle Streichung.
Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes mit Bleistift: „768“.
Zitiervorschlag
Karl Marx an Friedrich Engels in Manchester. London, Samstag, 12. Februar 1870. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital, hg. v. der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: https://megadigital.bbaw.de/M4324894. Abgerufen am 12.09.2026.