| Hannover, 9. December 1867

Lieber Engels!

Daß ich auf meinem Brief v. 30. v. Mts noch immer ohne Nachricht bin beunruhigt mich in der That. – An Ihrem Diensteifer zu zweifeln wäre Hochverrath u. da Sie auf schleunigste Besprechung des Buches so großen Werth legen, kann ich mir nicht erklären, was Ihrer Zögerung zu Grunde liegen kann, wenn Sie sich nicht etwa mit einer „verwunschenen“ Spindel gestochen haben u., in ein bürgerliches Dornröschen verwandelt, des erlösenden Prinzen harren. – Wie Sie wissen schrieb ich an Seubert in einem Tone, „der Stein erweichen, Menschen rasend machen kann“ u. nachdem ich sofort die Versicherung seiner bereitwilligsten Mithülfe empfing, lasse ich ihn nun schon 14 Tage auf die in Werdelust begriffenen Artikel warten. – Das ist auch mir persönlich nicht angenehm. – Von Stumpf dessen Thatendrang ich anregte erhielt ich heute einliegenden Brief – Wertheim, Lehrer a/p(?) Handelsschule in Wiesbad. will „Das Kapital“ besprechen, wenn ihm das Buch zeitweilig zur Verfügung gestellt wird. Ich ersuchte Stumpf darum. –

Bitte, lieber Engels, antworten Sie mir stets prompt u. zwar auf alle Puncte. Waren Sie behindert, so hätte ich auch hierüber vorläufig eine Notiz gewünscht. – Die Sache muß eine geschäftsmäßige Ordnung gewinnen. – Drum

Frisch auf Kamerade, die Artikel geschickt

Und den Bürgern die Hose gelüftet!

(Frei nach Schiller)

Der Ihrige
LKugelmann
Dr
 

Zitiervorschlag

Louis Kugelmann an Friedrich Engels in Manchester. Hannover, Montag, 9. Dezember 1867. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital. Hg. von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://megadigital.bbaw.de/briefe/detail.xql?id=M0000474. Abgerufen am 28.01.2023.