| Engelskirchen Montag

Lieber Friedrich

Deinen Brief habe ich richtig erhalten u. ein Paar Stunden später kam ein Brief von Hermann hier an mit zwei Einlagen. Die Eine war ein Brief von Anton Ermen worin er sich als Gründer des Geschäfts von Ermen & Engels hier in eben nicht höflichen Ausdrücken verbat, daß sie ferner die Firma E. & Eng. führten, der zweite war ein Brief von G. Ermen an Herm. doch von A. E. geschrieben u. von G. E. nur unterschrieben, der höflicher gehalten war, aber auch höchst entrüstet war, daß sie es noch wagten die Firma E. & E. Manchester zu führen, er schloß mit einigen höflichen Worten von der Hand G. E’s. Die Briefe waren um einen Tag früher | geschrieben wie der Deinige.

Herm. hat nun unter den Papieren die schriftliche Erlaubniß von Peter Ermen gefunden die Firma fortzuführen, ob von Anton etwas derartiges da ist wissen wir nicht, ich glaube es aber nicht. Bevor sie nun von hier weiter in der Sache etwas thun oder schreiben wollen sie sich mit einem tüchtigen Advokaten darüber unterrichten. Dann werden sie Dir von hier darüber schreiben. Es ist eine recht verdriesliche Geschichte doch sind Adolf & Emil ziemlich ruhig darüber, sie sagen sie verlangten in der Sache nichts, was sie nicht auch mit Recht fordern könnten, aber würden sich genau erkundigen wie die Gesetze darüber lauteten u. | meinen sie könnten die Firma auch fort führen. Die Erlaubniß ist wie ich glaube von P. Ermen im Jahr 1853 gegeben, also schon lange her. Ich würde mich an Deiner Stelle gar nicht mehr mit G. E. darüber zanken, es kann doch nicht helfen. Adolf war eben hier u. sagte mir, ich sollte Dich doch mal fragen ob vieleicht bei Euch der Vertrag läge, den der Vater mit G. E. gemacht hätte, wie sie zusammen das Geschäft fortsetzten, wie P. Ermen aus trat, Herm. kann darüber nichts finden, ich meine doch ich hätte einmal ein solches Ding gesehn auf Pergament, Du warst ja damals in Manchester u. bei den Unterhandlungen.

Für heute will ich schließen, Agnes Leipold war auf 8 Tage mit ihren | drei Knaben hier u. reißte diesen Morgen wieder ab. Diesen Abend erwarte ich Marie mit ihren vier Töchtern. Von hier lassen Dich Alle herzlich mit mir grüßen.

Wir sind Gott sei Dank gesund.

Mit treuer Liebe
Deine Mutter E.

Zeugenbeschreibung und Überlieferung

Dieser Brief wird hier erstmals veröffentlicht.

Zeugenbeschreibung

Der Standort der Originalhandschrift ist zur Zeit nicht bekannt. Die Veröffentlichung erfolgt nach einer Fotokopie: RGASPI, Sign. f. 9, op. 1, d. 6/20. Fotosign. 791a-b.

Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen. Elisabeth Engels hat die ersten drei Seiten vollständig, die vierte Seite zu einem Drittel beschrieben.

Anmerkungen zum Brief

Zur Datierung: Elisabeth Engels erwähnt im vorliegenden Brief die Briefe von Anton und Gottfried Ermen vom 10. Juni 1867 („zwei Einlagen“) und (siehe H. Engels an Engels, 3.7.1867 „Daß sowohl Gottfried als Anton Ermen mir am 2ten Pfingsttag jeder einen Brief geschickt haben ...“ und Erl.) die „einen Tag früher geschrieben“ wurden, als Engels’ Schreiben an die Mutter. Da der Pfingstmontag auf den 10. Juni fiel, müßte Engels’ Brief also am 11. Juni 1867 verfasst worden sein. Elisabeth Engels schrieb den vorliegenden Brief am „Montag“ . Der erste Montag nach dem 10., bzw. 11. Juni fällt auf den 17. Juni 1867.

Der Brief ist die Antwort auf einen nicht überlieferten Brief von Engels vom 11. Juni 1867 (Engels an E. Engels, 11.6.1867).

 

Zitiervorschlag

Elisabeth Engels an Friedrich Engels in Manchester. Engelskirchen, Montag, 17. Juni 1867. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital. Hg. von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://megadigital.bbaw.de/briefe/detail.xql?id=M0000278. Abgerufen am 21.02.2024.