| den 20 Oktbr. 68.

Lieber Mohr!

Vergiß nicht, den Applegarth’schen Bericht zu schicken. Für das Übersandte Dank.

Wenn möglich, sende ein vollständiges Exemplar des Freiligrath’schen Briefs an Kinkel. Ich halte die Veröffentlichung für zeitgemäß.

Betr. Schweitzers folge ich Dir vorläufig – widerstrebend.

Mit den Hatzfeldtlern werden wir hier bald fertig sein; ich greife sie in Chemnitz an, wo sie ihr Hauptquartier aufgeschlagen haben, Dank der Nachläßigkeit eines Freunds, der es versäumte, ihnen dort bei den Wahlen einen Riegel vorzuschieben, und dank unsrer bisherigen Unfähigkeit (aus Mangel an verfügbaren Kräften), sie wieder hinauszutreiben.

Überlege Dir nochmals, ob es nicht doch zweckmäßig wäre, dem Faucher auf die Finger zu klopfen? Nicht in einem besondren Artikel, aber z. E. in Form eines mir mitgetheilten Briefs an einen Freund, der Dich gebeten, etwas zu antworten. So ließe sich der Bursche, ohne daß Du Dir etwas vergäbest, in ein paar Worten abprügeln. Bedenke, daß Faucher noch immer bei vielen Leuten etwas gilt (wir sind ja „das Volk der Denker“) und daß die große Mähr hausirt wird, er habe Dich „widerlegt“.

Grüße an Euch Alle von uns Allen.

Apropos, da fällt mir noch ein: Schily, der mir dann und wann eine Französische Corresp. versprochen hat, schlägt mir als regelmäßigen Correspondenten Moses Heß vor, der sich gebessert habe. Ist das wahr? Und hättest Du gegen seine Mitarbeiterschaft etwas einzuwenden?

Und noch etwas: Ließe sich nicht eine Blumenlese aus den Briefen Miquèl’s veröffentlichen? Diese Canaille ist gefährlich und muß kaput gemacht werden. – Hast Du den Brief an Stromeier besorgt?

Vale.

 

Zitiervorschlag

Wilhelm Liebknecht an Karl Marx in London. Leipzig, Dienstag, 20. Oktober 1868. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital. Hg. von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://megadigital.bbaw.de/briefe/detail.xql?id=B00803. Abgerufen am 20.10.2021.