| Barmen 3 März 1868

Lieber Friedrich

Ich habe Dir heute eigentlich nichts besonderes zu schreiben als Dich zu bitten mir einmal Nachricht von Dir zu geben, ich habe in diesem Jahr noch keine Zeile von Dir gesehn u. mich verlangt recht zu hören wie es Dir geht. Von uns kann ich Dir Gott sei Dank gute Nachricht geben, ich fühle zwar mein Alter u. muß im Ganzen vorsichtig leben, aber ich habe keine Ursache zu klagen u. bin dankbar dafür. Auch die Geschwister u. ihre Kinder sind gesund, Du solltest jetzt Emma mal sehen, sie ist ganz rund geworden u. sehr behaglich. Mathilde dagegen ist recht mager. In der vorigen Woche war bei Marie Bartels Taufe wo wir Alle recht heiter waren. Von Engelskirchen habe ich auch gute Nachrichten, Hepchen war diesen Winter | fünf Wochen bei mir u. ich hoffe sie kommt anfangs April noch mal u. bleibt dann bis im Mai wo ich mit ihr zusammen nach Engelsk. gehe. Großpapa Blank, der ja nicht viel zu thun hat beschäftigt sich viel mit städtischen Angelegenheiten, besonders aber mit dem Barmer Bankverein, zu dessen Gründern er gehört, ein Herr Hinzberg ist der Director davon. Die ganze Sache ist aus dem Fischerschen Bankgeschäft hervor gegangen u. Emil Blank thut sein bestes um ihn zu heben u. Geschäfte zu zu wenden, er hat mich auch über redet ein kleines Capital dahin zu legen mit dem Emil B. u. ich d. h. er hat auch ein Capital dabei, zusammen etwas in Actien spekulieren, wir haben vor 8 Tagen einige verkauft u. mit Nutzen. Da E. B. dasselbe Risiko dabei hat so kann ich es ihm ruhig | überlassen. Er kommt zuweilen zu mir u. spricht mit mir über die Sache, an der er wirklich Vergnügen hat. Wir haben auch wieder ein Brautpaar in der Familie, eine Tochter von Julius Engels die den ganzen Winter hier bei C. Engels war, hat sich vor einigen Tagen mit einen jungen Dicke verlobt, wir nennen den Vater immer den deutschen Kaiser, er leidet im Frühjahr immer am Gehirn u. glaubte 1848 man wollte ihn dazu wählen, der Sohn soll das Leiden aber nicht geerbt haben u., wie ich höre ein recht braver junger Mann sein, fabriziert Kordel u. Litzen.

Was sagst Du jetzt zu der Baumwolle, hier sind sie wieder recht in der Arbeit, u. ihr werdet auch zu thun haben.

Sonst weiß ich Dir nichts zu berichten hoffe aber daß ich bald von Dir etwas höre. Hermann und Rudolf lassen Dich herzlich grüßen.

Mit treuer Liebe
Deine Mutter E.
 

Zitiervorschlag

Elisabeth Engels an Friedrich Engels in Manchester. Barmen, Dienstag, 3. März 1868. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital. Hg. von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://megadigital.bbaw.de/briefe/detail.xql?id=B00565. Abgerufen am 21.10.2021.