| Hannover, 3. Dcbr. 1867.

Mein hochverehrter, lieber Freund!

Haben Sie die Güte, wenn Sie sich nicht wohl befinden, so sagen Sie mir was Ihnen fehlt, damit ich mir eine bestimmte Vorstellung machen kann u. mich nicht unnöthig beunruhige. Ich hoffe es ist nicht schlimm? Nicht wahr? Wahrscheinlich haben Sie sich wieder überarbeitet, oder durch unzweckmäßige Diätetik geschadet. – Wie Cato werde ich nicht müde werden Ihnen stets von Neuem mein  übrigens (daher) bin ich der Meinung. – Anspielung auf die seit 157 v. Chr. ständig wiederholte Äußerung Catos des Älteren am Ende seiner Reden: „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ (im übrigen bin ich der Meinung, Karthago müsse zerstört werden).
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ceterum censeo
zuzurufen u. das lautet: Bedenken Sie, daß Ihre Arbeit der Menschheit angehört u. daß durch die Vollendung Ihrer Werke der Entwicklungsproceß um Jahrhunderte befördert werden kann. –

 Siehe L. Kugelmann an Marx, 1.12.1867 und S. L. Borkheim an Marx, 5.12.1867.
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Vorgestern legte ich an Freund Borkheim einige Zeilen an Sie ein, die Sie hoffentlich jetzt schon in Händen haben.
Da Sie so freundlich sind sich dafür zu interessiren, so lassen Sie sich  Andere Lesart: gefälligst.
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geflissentlich
 Siehe L. Kugelmann an Engels, 25.11.1867 und L. Kugelmann an Engels, 30.11.1867.
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meine Briefe von Engels schicken.
Wenigstens ersehen Sie daraus meinen guten Willen u. daß ich doch einige Resultate erziele.

In diesen Tagen wird auch in den hiesigen „Neuer Hann. Anzeiger“ etwas über  Karl Marx: Das Kapital. Bd. 1. Buch 1. Hamburg 1867.
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Ihr Buch
erscheinen, was ich Ihnen dann schicken werde. –  Paul Stumpfs Antwort auf diesen Brief von Louis Kugelmann siehe Beilage zu L. Kugelmann an Engels, 9.12.1867.
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Auch bei Stumpf habe ich angefragt ob er keine Beziehungen zur Preße hat
u. ihn ersucht sich mit Büchner,  Die weiteren Angaben über diese Person könnten nicht ermittelt werden.
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etc in Verbindung zu setzen u. Anknüpfungspuncte in Mainz, Wiesbaden, Ffrt, Mannheim zu suchen. – An Liebknecht schreibe ich heute oder morgen im angedeuteten Sinne. – Die Aufforderung Ihre Schriften tüchtig zu studiren habe ich ihm bereits zukommen lassen. – Antwort natürlich keine. – Ein sehr empfindlicher Mangel ist es, daß die wenigen | Leute, die streng genommen zu unserer Parthei gehören, so außer aller Verbindung stehen. – Wir müssen nothwendig in engen Connex treten u. uns straff organisiren, um so mehr, als der Einfluß unserer Parthei eigentlich nur ein intellectueller ist, getragen von Ihnen u. Engels. – Bei wohlüberlegter Action kann es wohl gelingen uns Freunde unter allen Classen der Gesellschaft zu bilden, um so mehr als wir der Tagespolitik anscheinend einstweilen fremd bleiben. – Sie wollten mich ja mit  Die Person konnte nicht identifiziert werden.
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einen Gesinnungsgenossen
in Elberfeld oder Barmen in Verbindung bringen. – Ich werde diesen Gesichtspunct scharf im Auge behalten u. bitte Sie u. Engels, mich mit Jedem bekannt zu machen, der diesem Plane dienen kann. – Haben Sie Beziehungen in Rußland? – Es ist mir eingefallen, daß ich auf der Naturforscher-Versammlung  Offenbar Oskar Heyfelder und Ludwig Adolf Neugebauer, die an der 40. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte (siehe L. und G. Kugelmann an Marx, 12.8.1867 u. Erl.  u. L. Kugelmann an Engels, 30.11.1867) vom 18. bis 24. September 1865 in Hannover teilgenommen hatten. Es beteiligten an dieser Versammlung 861 Mitglieder und Teilnehmer überwiegend aus den deutschen Ländern und Städten (darunter 425 aus Hannover und 152 aus Preußen) sowie aus anderen Ländern (Australien, Dänemark, England, Italien, Niederlande, Österreich, Rußland, Schweiz und USA). Neugebauer und Kugelmann gehörten der 10. Sektion „Geburtshülfe und Gynäkologie“ an und nahmen an den Debatten am 18., 19., 21. und 22. September teil. Auf der Sitzung am 22. September legte „Dr. Kugelmann … einige von ihm construirte Instrumente, sie erklärend, vor“. (Siehe Amtlicher Bericht über die 40. Versammlung deutscher Naturforscher und Ärzte zu Hannover im September 1865. Hannover 1866. S. 321.) An der 40. Versammlung nahmen auch 26 Teilnehmer aus Russland teil. Der bedeutendste war Sankt Petersburger Militärarzt Oskar Heyfelder, der an den Sitzungen der Sektion „Medicin“ beteiligt und mit Neugebauer im selben Hotel „Rheinischer Hof“ gewohnt hatte. Dadurch konnte Kugelmann ihn kennenlernen. (Ebenda. S. 20, 22, 24, 30 und 315/316.)
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vor 2 Jahren hier 2 russische Collegen kennen lernte, hervorragende Ärzte, der eine in Petersburg, der andere in Warschau
, die ich um Placirung von Artikeln ersuchen könnte, die ich dann in russischer oder deutscher Sprache, wie Sie es am Besten halten, dann natürlich mir erbitten müßte. – Soll ich mich mit Jacobi-New-York, Meyer-Louisville in Verbindung setzen? Wenn Ihnen in Pittsburgh (Pa) Jemand dienen kann, so wenden Sie sich sans façon an meinen Schwager (Mann der Schwester meiner  Gertrud Kugelmann.
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Frau
) Dr. Arnold Herz Esq. unter Bezugnahme auf mich. Ihr Name ist ihm rühmlich bekannt, auch ist er etwas socialistisch inficirt. – Er ist ein wissenschaftlich gebildeter Bergmann, Petroleum-Raffinateur u. genießt dort ein großes Ansehen. – Durch Verwandtschaft steht er mit der Haute-Finance New-York’s in Verbindung. –

|  Siehe L. Kugelmann an Engels, 30.11.1867 „Für heute adieu ...“ und Erl.
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Von Engels erwarte ich nun täglich Artikel für Würtemberg.
Was Sie interessiren kann schreibe ich Ihnen. –

Einliegend die letzten Briefe, welche ich mit Bürgers wechselte u. die ich Ihnen versprach. –  Kugelmann bezieht sich auf den Brief von Heinrich Bürgers vom 4. November und sein Antwortschreiben an Bürgers vom 5. November 1867. Siehe L. Kugelmann an Marx, 6.11.1867 „Darauf erhielt ich ...“ ,„Ich antwortete sofort ...“ , „Nächstens werde ich ...“ und Erläuterungen. 
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Meine Frau hat den meinigen copirt.

Es freut mich, daß wir für Leipzig u. Paris gute Aussichten haben. – Übrigens hat Meissner recht ( Der Brief von Otto Meißner an Engels, geschrieben vor dem 3. November 1867, ist nicht überliefert (O. Meißner an Engels, vor 3.12.1867).
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Brief an Engels beigelegt
) man kann noch nichts erwarten, ein solches Buch will erst studirt sein. –

Meine Frau grüßt u. dankt  Siehe Karl und E. Marx an L. u. Fr. Kugelmann, 30.11.1867 „Wollen Sie Ihrer Frau Gemahlin ...“ und Erl.
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für Ihre Anweisung
. Ich habe ihr schon Einzelnes vorgelesen. –  [Friedrich Engels:] Karl Marx, Das Kapital. Erster Band. Hamburg. Meißner. 1867. 784 Seiten. 8. In: Die Zukunft. Berlin. Nr. 254, 30. Oktober 1867. Siehe L. Kugelmann an Marx, 6.11.1867 „Wie gesagt erschien ...“ und Erl. zu Engels an L. Kugelmann, 12.10.1867 „in zwei fertigen Artikeln dargelegt“.
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Sie liest erst den Engels.

Gute Nacht, lieber Freund, ich will Sie nicht mit der Bitte um Antworten belästigen, aber ich möchte doch gern bald wissen wie es mit Ihrem Befinden steht.

Stets
der Ihrige
LKugelmann
Dr

 Franzisca Kugelmann.
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Fränzchen
grüßt, u.  Siehe K. und E. Marx an L. u. F. Kugelmann, 30.11.1867. – Eleanor Marx.
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dankt Miss Eleanor für freundliche Unterschrift.
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Zitiervorschlag

Louis Kugelmann an Karl Marx in London. Hannover, Dienstag, 3. Dezember 1867. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital. Hg. von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://megadigital.bbaw.de/briefe/detail.xql?id=B00467. Abgerufen am 06.12.2021.