| Engelskir. 15 Juli 1867

Lieber Friedrich

Deine letzten Briefe habe ich erhalten, ich sehe daraus zu meiner Freude daß Du recht bald zu mir kommst. Ich bin wie Du siehst noch hier u. weiß auch noch nicht wann u. wohin ich gehe, ich blieb noch ruhig hier weil einestheils ich Besuch von Marie mit ihren vier Töchtern hatte, dann wollte ich auch gern abwarten bis Hedwig entbunden war, man kann immer nicht wissen ob so eine Sache auch gut geht u. von hier konnte ich im schlimmen Fall rasch nach Barmen kommen. Sie hat es aber Gott sei Dank glücklich überstanden, es sind noch nicht ganz 14 Tage u. höre daß sie schon mal wieder aufgestanden ist. Sie hat das 7Töchterchen bekommen u. ich glaube es wird dem Fritz B. oft ganz schwül zu muthe wenn er daran denkt.

| Hier ist auch Gott sei Dank Alles wohl, Emil ist mit Lottchen nach Interlaken, er wollte nicht gern hin aber da er im Frühjahr wieder recht krank war wünschten Lottchen u. ich sehr daß er hin ging, sie sind erst nach Paris gegangen, haben da 5 Tage die Ausstellung besucht u. dann direct nach Interlaken gegangen, sie sind nächsten Mittwoch 14 Tage fort, wollen aber nicht länger wie 4 Wochen ausbleiben u. so kannst Du sie doch noch vieleicht sehen.

Alle andern Mittheilungen wollen wir für die mündliche Unterhaltung aufsparen. Ich wünsche Dir nun ferner recht viel Vergnügen auf Deiner Reise, Du wirst uns wol viel erzählen können. Ich soll Dir von Allen hier die herzlichsten Grüße sagen. Gott behüte Dich u. führe Dich heiter u. gesund zu

Deiner treuen Mutter
E. |
 

Zitiervorschlag

Elisabeth Engels an Friedrich Engels in Manchester. Engelskirchen, Montag, 15. Juli 1867. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital. Hg. von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://megadigital.bbaw.de/briefe/detail.xql?id=B00298. Abgerufen am 20.08.2019.