| 65, Fenchurch Street, E.C.
London, 6 March 1867

Lieber Marx,

Ich habe Ihnen den letzten „Hermann“ zugeschickt. Im „Niemen“ haben Sie ein Erzeugniß meiner Bemühungen im Russischen. Bin ich etwa zu arg über Herzen hergefallen? – Warum lassen Sie sich denn gar nicht mehr sehen?! –

Vor einigen Tagen wurde mir mitgetheilt, Herr Eisele Schaible, den ich, so weit mir bekannt, nie in meinem Leben gesehen, hat Folgendes über mich geäußert:

Der B! Ja den kenne ich wohl dem Namen nach! Es ist wahr, er war in Baden, aber man hat nie recht gewußt, woran man mit ihm war, was man von ihm glauben sollte!

| Das ist nun zwar eine Schmeichelei, nach meiner frechen Anschauung, aber es war nicht als solche gemeint, noch vom Hörer so aufgenommen.

Ich vermuthe, daß der pp. Schaible wohl schwerlich jemals etwas von mir gehört hatte, bevor mein Brief in Ihrem „Vogt“ abgedruckt war; und Äußerungen wie die obige, würden nicht gemacht worden sein, wenn ich nicht als beitragender Rath in dem Buche aufgetreten wär.

Ich bitte Sie, mir einen „Vogt“ zu leihen, damit ich ihn meinem Hinterbringer zum Durchlesen geben kann. Er wird dann wissen, was er von dem Schaible und mir zu halten.

Machen Sie übrigens keinen Gebrauch von dieser Mittheilung. Darum ersuche ich Sie nicht meinetwegen, | sondern meines Bekannten wegen, dem ich Stillschweigen versprochen habe. – Es versteht sich von selbst, daß ich Ihnen den „Vogt“ zurückgebe. Ich hafte dafür.

Ich erwarte zu hören, daß die Familie wohl ist, trotz rauhen Wetters, Ostwind u.s.w. Meine Frau hat einen ordentlichen Schnupfen. Das Bübchen läßt sich langsam und deutlich zum „guten Kerl“ an. –

Leben Sie wohl, Sie Unsichtbarer!

Ihr
Borkheim
 

Zitiervorschlag

Sigismund Ludwig Borkheim an Karl Marx in London. London, Mittwoch, 6. März 1867. In: Marx-Engels-Gesamtausgabe digital. Hg. von der Internationalen Marx-Engels-Stiftung. Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Berlin. URL: http://megadigital.bbaw.de/briefe/detail.xql?id=B00233. Abgerufen am 20.10.2019.