1Die historisch-kritische Ausgabe der MEGA dokumentiert Werk und Nachlass vollständig und in authentischer Form. Die Textwiedergabe erfolgt auf Grundlage der Handschriften und autorisierten Drucke. Unvollendete Manuskripte werden in jenem Bearbeitungsstadium dargeboten, in dem die Autoren sie hinterlassen haben. Die MEGA dokumentiert die Werkentwicklung von der ersten Gedankenskizze bis zur Fassung letzter Hand mit Hilfe moderner Editionsmethoden. Die Texte werden, ebenso wie Briefe und Exzerpte, nach den seit 1993 geltenden, revidierten Editionsrichtlinien der MEGA bearbeitet. Der Edierte Text folgt der Textgrundlage. Eine Vereinheitlichung oder Modernisierung der Orthographie und Interpunktion erfolgt nicht.

Briefwechsel

2In der Briefedition der MEGA werden erstmals auch sämtliche an Marx und Engels gerichteten Briefe veröffentlicht. Es konnten in vielen Fällen Neudatierungen bzw. Präzisierungen von Datierungen früherer Editionen vorgenommen werden. Sämtliche Briefe wurden neu entziffert; Grundlage dieser Entzifferung bildeten, soweit sie überliefert sind, stets die Original-Handschriften, ansonsten Abschriften, Fotokopien oder die jeweiligen Erstveröffentlichungen. Textgrundlage und Ort der Erstveröffentlichung werden jeweils im Informationsfeld „Zeugenbeschreibung und Textgeschichte“ mitgeteilt.

3Korrigiert werden eindeutige Schreibfehler (ausgewiesen in der Ansicht „Kritischer Text“), mit zwei Ausnahmen: stillschweigend ergänzt werden fehlende Abkürzungspunkte bei „u.“, stillschweigend korrigiert nötigenfalls die Akzente in französischen Texten. Auf sachliche Fehler wird in den Erläuterungen hingewiesen. Übliche und häufig vorkommende autorspezifische Abkürzungen werden beibehalten und im Verzeichnis der „Abkürzungen“ entschlüsselt (siehe unten), andere abgekürzte Wörter sowie die abgekürzten deutschen Artikel („d.“) werden unterpunktet ausgeschrieben, Buchstabenverschleifungen stillschweigend aufgelöst. Hervorhebungen im Text (einfache und doppelte Unterstreichung, Anstreichungen am Rand; siehe unten) stammen von den Autoren. Anstreichungen und Unterstreichungen von Marx oder Engels in Briefen Dritter werden gekennzeichnet. Textverluste durch Beschädigung oder Verschmutzung des Papiers werden im Edierten Text, wo dies mit Sicherheit möglich ist, rekonstruiert und in eckigen Klammern eingefügt bzw. durch drei in eckigen Klammern eingeschlossene Punkte kenntlich gemacht. Die verwendeten diakritischen Zeichen sind im Verzeichnis der „Diakritische Zeichen und Siglen“ entschlüsselt (siehe unten). Gedruckte Texte in Formularen, Zeitungsausschnitten und auf Einladungen werden in Kapitälchen dargestellt, ebenso gedruckte Schreiben.

4Der wissenschaftliche Apparat zu jedem Brief wird von einer Darstellung der Entstehung und Überlieferung eingeleitet (Informationsfeld „Zeugenbeschreibung und Textgeschichte“). In den dabei gegebenen Zeugenbeschreibungen der Briefe, die Marx und Engels untereinander wechselten, wird auf die Spuren der Vorbereitung ihrer erstmaligen Veröffentlichung in der von August Bebel und Eduard Bernstein 1913 vorgelegten vierbändigen Ausgabe hingewiesen (Siehe Der Briefwechsel zwischen Friedrich Engels und Karl Marx 1844 bis 1883. Hrsg. von A[ugust] Bebel und Ed[uard] Bernstein. Bd. 1–4. Stuttgart 1913. Die hier edierten Briefe sind in Band 3 und 4 wiedergegeben (Allgemeines darüber siehe in MEGA2 III/9. S. 657–666). Mit dem Begriff Fotosignatur werden die abfotografierten Inventarnummern des sozialdemokratischen Parteiarchivs bezeichnet. Für Briefe, die von den Verfassern nicht oder irrtümlich falsch datiert wurden, wird die Datierung begründet, wobei auf andere Datierungen früherer Ausgaben hingewiesen wird. Den Zeugenbeschreibungen folgen Materialien, die dem entsprechenden Brief beigelegt waren (Dokumente, bibliographische Beschreibungen der Fotos, Briefe, Zeitungsberichte und anderes), sofern sie überliefert und wissenschaftlich relevant sind.

5Die textkritische Darstellung zu den einzelnen Briefen erfolgt über die Ansicht „Kritischer Text“ (siehe unten). Das betrifft sowohl die redaktionellen Eingriffe in den Text als auch bei den Briefen von Marx und Engels die Darstellung der Varianten.

6Nicht überlieferte Briefe, deren Existenz als sicher gelten kann, werden in der Chronologie dokumentiert; Briefe, die möglicherweise oder wahrscheinlich geschrieben wurden, werden nur in Textgeschichten und Erläuterungen erwähnt.

7Anführungszeichen werden in der für die einzelnen Sprachen üblichen Form wiedergegeben.

8Briefbeilagen können über einen gesonderten Link aus den Erläuterungen heraus bzw. im Informationsfeld „Zeugenbeschreibung und Textgeschichte“ aufgerufen werden.

9Separate Adress- und Postvermerke u. ä. sind im Informationsfeld „Zeugenbeschreibung und Textgeschichte“ beschrieben.

10Innerhalb des Briefwechsels sind Bezugsstellen aus dem Text und den Erläuterungen durch Links miteinander verbunden; per Mausklick gelangt man auf den entsprechenden Brief.

11Über ein gesondertes Suchmenü kann in den Brieftexten, Titeln, Erläuterungen, Zeugenbeschreibungen, Korrespondentenlisten und Registern recherchiert werden.

12Der Zugang zu den Texten ist auch über mehrere Register möglich: ein Register der Namen, ein Register der Orte (in Erarbeitung), ein Register der Organisationen und Firmen, ein Register der Themen (wird fortlaufend erweitert) und ein Literaturregister (in Erarbeitung). Das Namenregister verzeichnet alle im Text vorkommenden Namen von Personen, mythologischen und literarischen Gestalten.

13Im Namenregister sind abweichende Schreibungen in den Brieftexten, Pseudonyme, Kosenamen u.s.w. entweder in einem gesonderten Textfeld oder in runden Klammern hinter der korrekten Schreibweise notiert. Eine einheitliche Verzeichnung der Namen ist noch nicht in jedem Fall gegeben, da der Grundbestand an importierten Personendaten (etwa 9300 Datensätze) aus bereits gedruckten Bänden noch nicht vollständig redigiert werden konnte. Die Personendaten basieren auf deren Erfassung im DFG-Projekt Personen-Daten-Repositorium (PDR). Sie sind mit biographischen Notizen und Lebensdaten versehen und enthalten ggf. Verweise auf bereits erschienene, gedruckte Bände. Das Register der Firmen und Organsiationen umfaßt zur Zeit etwa 400 Einträge.

Exzerpte

14[in Arbeit]

Diakritische Zeichen und Siglen

| Beginn einer unpaginierten Seite einer Seite der Textgrundlage
|1| Beginn einer paginierten Seite der Textgrundlage
\ Kennzeichnung für in der Handschrift übereinanderstehende Wörter
[[ ]] Eckige Klammern in der Textgrundlage
[ ], Bsp.: [Ach!] Redaktionelle Ergänzung eines fehlenden Wortes oder Satzzeichens durch die Bearbeiter/die Bearbeiterinnen
xxx Unleserliche Buchstaben
[...] Fehlende Textstelle
Seestadt Streichung/Textreduzierung (Tilgung) durch den Autor
Seestadt Seeküste Streichung durch den Autor mit gleichzeitiger Hinzufügung/Textersetzung (verändert in; wurde zu)
Seeküste Hinzufügung/Textergänzung (Einfügung, Zusatz) durch den Autor
an Stelle // Textabbruch durch den Autor
Karbunkel Redaktionelle Ergänzung von fehlenden Wortteilen durch die Bearbeiter/die Bearbeiterinnen
zwißen zwischen Redaktionelle Textkorrektur durch die Bearbeiter/die Bearbeiterinnen (serifenlose Schrifttypen)
Ach! Streichung eines überflüssigen Wortes durch die Bearbeiter/die Bearbeiterinnen
Ach!(?) Unsichere Lesart von Buchstaben oder Wörtern im Manuskript
Ach! Ach! Einfache und doppelte Unterstreichung durch den Autor
Ach! Anstreichung am Rand durch den Autor

In gedruckten Texten werden hervorgehobene Textstellen (kursiv, gesprerrt, unterstrichen) adäquat wiedergegeben.

Verzeichnis der Abkürzungen und Siglen

a) Abkürzungen im Edierten Text

d. d. de dato
dss., ds dieses [Monats]
d. M. dieses Monats
Ex. Exemplar
f.i. for instance
fr. franco
fdschaftlich freundschaftlich
Dtschd Deutschland
Fkch Frankreich
fzsisch, fzs französisch
I. A., I. A. A., Int. A., Intern. Assoc., I. Ar. Asso., I. W. A., Internat., International W. Ass. International Working Men's Association
inl. inliegend
inst instant (abbr.; engl. = dieses Monats)
N.Rh.Z. Neue Rheinische Zeitung
NYT New-York Tribune
NYDT New-York Daily Tribune
NYSWT New-York Semi-Weekly Tribune
NYWT New-York Weekly Tribune
S. D., Soc. Dem. Social Democrat
U. St., U. States United States of America
Ver. St. Vereinigte Staaten von Amerika
Workm. advoc. The Workman's Advocate

b) Münzen und Gewichte

d., d Pennys/pence
fcs, fr., Fr., frcs., fs Franc(s)
L., l., l. St., Pfd., Pf. St. Pfund Sterling/pound sterling
f, f. florin (Gulden)
£, £st Pfund Sterling/pound sterling
Sh., sh., S./– Schilling/shilling
Th., Thl., Thlr., Thr., Taler; das Reichstalerzeichen wurde als Abkürzung (rth.) dargestellt
Pfund (Gewichtsmaß)
denarius (Pfennig)

c) Abkürzungen im Apparat

AAZ Augsburger Allgemeine Zeitung
ADAV Allgemeiner Deutscher Arbeiterverein.
BdK Bund der Kommunisten
Erl. Erläuterung
IAA Internationale Arbeiterassoziation.
IISG Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis. Amsterdam.
NRhZ Neue Rheinische Zeitung. Organ der Demokratie. Köln.
NRhZ. Revue Neue Rheinische Zeitung. Politisch-ökonomische Revue.
NYT New-York Tribune.
RGASPI Российский государственный архив социально- политической истории (ehem. ZPA Moskau).
SAPMO Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (darin ehem. IML und ZPA Berlin).
VDAV Vereinstag Deutscher Arbeiter-Vereine
ZB Zeugenbeschreibung

Digitale Edition

Software und Technologien

15 Die Edition MEGAdigital wird von der Erfassung bis zur Publikation in der digitalen Arbeitsumgebung ediarum erstellt. Diese von TELOTA entwickelte Softwarelösung erlaubt es Wissenschaftler*innen in einer nutzer*innenfreundlichen graphischen Oberfläche Transkriptionen von Manuskripten in TEI-konformem XML zu bearbeiten, mit einem Text- und Sachapparat zu versehen und anschließend im Web zu veröffentlichen. Verschiedene Softwarekomponenten werden gebündelt und zur Erarbeitung einer digitalen Edition an die projektspezifischen Bedürfnisse angepasst:

Eingabe und Bearbeitung der Daten Angepasste und mit ediarum erweiterte Version des oXygen XML Author
Speicherung der Daten XML-Datenbank eXist-db mit Komponenten von ediarum.DB
Webentwicklung der digitalen Edition XQuery, XSLT und XPath, JavaScript für dynamische Inhalte der Weboberfläche

Datenmodell

16Die Metadaten und Texte der edierten Briefe, Exzerpte und Dokumente werden nach den Richtlinen der Text Encoding Initiative (TEI) und auf Grundlage des Basisformates des Deutschen Textarchivs (DTABf) kodiert. Im Rahmen des Editionsvorhabens wurde dieses Datenmodell im Hinblick auf projektspezifische Belange erweitert und angepasst. Diese Belange ergeben sich vorwiegend aus den Spezifika der unterschiedlichen Textformen, wie zum Beispiel der Struktur der Exzerpthefte. Die Register sowie alle weiteren Texte, darunter Begleittexte und Informationsseiten, sind ebenfalls TEI-XML und DTABf-konform kodiert.

17Detaillierte Informationen zum Tagging finden sich im ediarum-Benutzerhandbuch. Das mit den Forschungsdaten publizierte Schema beschreibt die Ergänzungen und Änderungen gegenüber dem DTABf.

Forschungsdaten

18 Die Publikation der TEI-XML-Daten der Edition ist zur Zeit in Vorbereitung.

Schnittstellen

CMIF-Schnittstelle

19Über die CMIF-Schnittstelle können die Metadaten aller in dieser Edition vorhandenen Briefe im Correspondence Metadata Interchange (CMI) Format abgerufen werden. Absender und Empfänger werden hauptsächlich mit Hilfe der ID der Gemeinsamen Normdatei (GND) der Deutschen Nationalbibliothek identifiziert, seltener mit Hilfe der Virtual International Authority File.

BEACON-Dateien

20Die in unserem Datenbestand vorhandenen und mit der GND-Nummer ausgezeichneten Personen können als Liste im BEACON-Format abgerufen werden. Es ist dabei möglich, die Liste auf Personen zu beschränken, die im Brieftext erwähnt werden oder die Korrespondenzpartner sind.