Barmen, 31 Jan 1868

Geehrter Herr!

1So schmeichelhaft Ihr auf Veranlassung unseres Freundes Carl Siebel an mich gerichtetes Schreiben mir sein mußte, so bedauere ich doch sehr, Ihrem darin ausgesprochenen Wunsche nicht entsprechen zu können. Zunächst beschränken mich meine Beziehungen zur Redaction der Köln. Ztg. auf die Zusendung gelegentlicher Mittheilungen & wenn ich auch voraussetzen dürfte, daß die erbetene Critik zur Aufnahme gelangte, so fühle ich mich doch nicht berufen, das Werk von Karl Marx öffentlich zu beurtheilen. Die Wahrheit oder der Irrthum der aus gesprochenen Theorien und der daraus gezogenen Schlüsse anzuerkennen oder zu berichtigen, muß Aufgabe einer Wissenschaft sein, in welche ich mich nicht genug eingedrungen glaube, um dieselbe vertreten zu können.

2Ich danke Ihnen für gütige Zusendung des Werkes; da ich dasselbe aber schon aus meiner Buchhandlung bezogen hatte, demnach jetzt zwei Exemplare besitze, so möchte ich Sie freundlichst bitten, anderweitig darüber zu verfügen. Vielleicht beauftragen Sie mich es einem Ihrer hiesigen Freunde in Ihrem Namen zuzustellen.

Hochachungsvoll Ernst v. Eynern

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4Herrn
Otto Meissner
Hamburg.