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            <titleStmt>
                <title><idno>147</idno>Elisabeth Engels an Friedrich Engels in London. Barmen,
                    Freitag, 28. April 1871</title>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
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                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
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            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>Standort Orig. nicht bekannt; Kopie: RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 9 op. 1 d. 7/22</idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Soweit
                            aus der s/w-Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen
                            und einem Blatt Papier. Elisabeth Engels hat alle sechs Seiten
                            vollständig beschrieben. </p>
                        <p>Masch.-schr. Nummerierung (aufgeklebte Zettel): „831a–d“ und
                            handschriftlich: „831“.</p>
                        <p>Die letzten Zeilen des Briefes („mal wieder sehn ...“) stehen am linken
                            Rand quer geschrieben.</p>
                        <p>Die Textverluste durch Lochung des Papiers konnten rekonstruiert
                            werden.</p>
                        <p>Die Schreibung wurde nicht korrigiert.</p>
                        <p/>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
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        <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006533 https://d-nb.info/gnd/189469986">Elisabeth Engels</persName>
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                    <date when="1871-04-28"/>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
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                    <ref type="prev" target="https://megadigital.bbaw.de/M9414558"/>
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    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> Barmen 28 April
                        1871</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Lieber Friedrich</salute></opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; "><ref xml:id="eaa1ec1b-afbd-415e-a1ec-1bafbd215e2d" corresp="#ca026a51-7edf-4e0a-826a-517edf0e0aec" type="editorialNote">Deinen Brief</ref><note xml:id="ca026a51-7edf-4e0a-826a-517edf0e0aec" corresp="#eaa1ec1b-afbd-415e-a1ec-1bafbd215e2d" type="editorial">Der Brief von <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M9414558">Friedrich Engels an Elisabeth Engels, geschrieben
                                vor Sonntag, 23. April 1871</ref>, ist nicht
                        überliefert.</note> erhielt ich an dem Tage wo mein Geburtstag
                    gefeiert wurde, nehmlich am Sonntag,
                    am
                    eigentlichen Geburtstag kamen nur die Enkel u. Urenkel mit
                    ihren Blumen die dann dafür ein Stück Kuchen bekamen u. mit dem Tausch sehr
                    einverstanden zu sein schienen. Ich danke Dir übrigens herzlich für Deine guten
                    Wünsche. Wie lange mir Gott das Leben noch läßt kann man nicht wissen, wir
                    wollen hoffen noch einige Jahre, ich bin von Euch auch wieder reich beschenkt
                    worden u. danke dafür auch u. für die Freude die ihr mir damit gemacht. Ja, Du
                    hast recht, ich habe schon viel erlebt doch nicht allein großartige
                    Weltgeschichtlige
                    Begebenheiten, auch in der Familie vielerlei u. <unclear reason="illegible" cert="high">letzteres</unclear> greift denn doch mehr das Gemüth u. den
                    Körper an als die großen Weltangelegenheiten. </p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><pb/> Wie Du weißt stehn wir
                    hier auch jetzt wieder vor einer Crisis in der Familie, das könnte nun in aller
                    Ruhe u. in Frieden abgemacht werden, denn wenn <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007069 1011072">Adolf</persName> aus dem Geschäft treten will u. mit seiner Familie
                        <supplied cert="high">an</supplied> einen andern Ort zieht, so ist dabei
                    kein Unrecht u. es kann ihm keiner verdenken u. wenn er dafür als Grund den
                    Unterricht seiner Kinder angiebt so ist das ein Grund worüber Andere sich nicht
                    zu beklagen haben, wenn er aber in seinen Briefen mit solchen Verdächtigungen,
                    Beschuldigungen u. Mißtraun mit scharfer Bitterkeit hervortritt, die dann eine
                    eben solche Antwort hervorruft, so <supplied cert="high">is</supplied>t das sehr
                    zu beklagen u. zeigt recht wie die Sünde im Menschen herrscht. Meine Kinder hier
                    hatten mir die ganze Sache erst verschwiegen, weil sie wußten, daß es mich sehr
                    aufregen würde, nach einigen Monaten bekam ich aber darüber einen Brief von
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007075 1011078">Elise</persName>, die sich nicht erklären <pb/>
                    konnte daß ich ihr darüber nicht schrieb. Dieses machte mich mehrere Tage ganz
                    krank. Die erste Hälfte dieses Briefes war ganz ruhig u. vernünftig geschrieben.
                    Die zweite aber so voll Bitterkeit daß ich darauf nicht antworten konnte. Da ich
                    nun sah daß diese Briefe zu keiner Verständigung führen würden u. Adolf vor
                    hatte die ganze
                    Correspondens
                    von jetzt u. von vor 7 Jahren einem Schiedsrichter vorzulegen, that ich einen
                    Machtspruch u. schrieb an Elise wenn er das thäte, (dies hätte die Folge gehabt
                    daß sie es hier auch thun mußten) so würden wir wol für eine lange Zeit
                    geschiedene Leute sein, meine <supplied cert="high">Sö</supplied>hne hätten mir
                    versprochen von jetzt an in ihrer
                    Correspondenz
                    nur das Geschäftliche zu berühren u. das wünsche ich auch von ihm. Er schrieb
                    darauf mir einen ruhigen Brief u. so sind sie denn über das <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0011025 1009889">Funke</persName>sche Geschäft in Ordnung obgleich Dein Eifer
                    in der Sache als Unpartheiischer zu erscheinen die Sache leicht verwickelt
                    machen konnte. <pb/> Die Sache war so, daß <ref xml:id="a12c018e-3dce-4979-ac01-8e3dcef979f9" corresp="#b25004f4-8e9a-41aa-9004-f48e9a81aa34" type="editorialNote">die Brüder
                            hier</ref><note xml:id="b25004f4-8e9a-41aa-9004-f48e9a81aa34" corresp="#a12c018e-3dce-4979-ac01-8e3dcef979f9" type="editorial"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006534 http://d-nb.info/gnd/136846998">Emil</persName>, <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006541 http://d-nb.info/gnd/135908663">Hermann</persName> und
                                <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006557  http://d-nb.info/gnd/13590885X">Rudolf Engels</persName>.</note>
                    wünschten mit Adolf aus jeder Geschäftsverbindung zu treten da nach den
                    gewechselten Briefen von beiden Seiten kein Vertrauen mehr bestehn konnte. Sie
                    haben sich jetzt dahin geeignet, daß wenn Adolf aus dem Funkeschen Geschäft
                    tritt er seinen vollen Antheil am Gewinn behält aber am Schaden der möglicher
                    Weise kommen könnte nicht betheiligt ist aber ein Capital im Geschäft läßt.
                    Dieser Vorschlag wurde ihm von den Brüdern gemacht u. er ging gleich darauf ein.
                    Die Einigung über das Fabrickgeschäft ist schwieriger da es wol darauf ankommt
                    in wie fern das Elsas auf die deutsche Fa<supplied cert="high">bri</supplied>kation einwirkt. Ich habe in meinem Leben schon so viele
                    Auseindersetzungen in der Familie erlebt u. die Erfahrung gemacht daß es ohne
                    Kämpfe selten her geht, daß ich auch bei dieser Gelegenheit einen Schrecken
                    bekam u. Adolf hat wirklich ein Talent dazu scharf u. bitter zu sein, wie ich es
                    noch niemals gefunden habe. </p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><pb/> Ich will aber darüber
                    nichts mehr schreiben, es regt mich nur wieder auf u. es wäre am besten ich
                    könnte <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007069 1011072">Adolf</persName>s Briefe ganz vergessen, aber so
                    schlecht mein Gedächtniß auch ist u. auch wol die Ausdrücke u. Worte nicht alle
                    behält, der Sinn bleibt nur allzufest sitzen. Dazu kam nun daß <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006534 http://d-nb.info/gnd/136846998">Emil</persName> grade in der Zeit wo ich krank war auch sehr
                    krank wurde an einem gastrischen Zustand u. wahrscheinlich in Folge der
                    Aufregung über Adolfs Briefe beinah 8 Tage phantasierte u. immer da von sprach
                    Lottchen dürfe Adolf nicht auf sein Zimmer kommen lassen, was mir natürlich
                    nicht verschwiegen werden konnte, alle diese Sachen haben mich doch recht
                    angegriffen u. mager gemacht. Emil ist auch jetzt noch nicht wieder ganz gesund,
                    er schwitzt so leicht in Folge der Krankheit u. erkältet sich dadurch oft u.
                    sieht nicht gut aus. Adolf hat vor 14 Tage mit seinen Jungen eine Reise gemacht
                    um sich nach <pb/> einen Ort um zu sehn wohin sie wol ziehen könnten, er
                    besuchte Wisbaden, Frankfurth, Carlsruh, Stutgard u Heidelberg u. findet das
                    Carlsruh in Beziehung der Schulen, der Gesundheit u. Billigkeit den Vorzug
                    verdient. Sein Bruder <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007071  http://d-nb.info/gnd/1051178460">Alberth</persName> der in ein
                    Paar Jahren seinen Abschied nehmen will, will dann auch dahin ziehen.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007080 1011085">Hebchen</persName> war einige Wochen mit <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006534 http://d-nb.info/gnd/136846998">Emil</persName>s <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006523 1008247">Adele</persName> hier, Erstere
                    mußte aber vor einigen Tagen wieder abreisen da sie ganz plötzlich Herr
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M7492608">Lauterbach</persName> verlassen hat
                    u. nun <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007075 1011078">Elise</persName> u. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007080 1011085">Hebchen</persName> sich so viel wie möglich in den Unterricht theilen
                    müssen. Adele bleibt aber noch einige Wochen bei mir, was mir auch sehr lieb
                    ist. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006541 http://d-nb.info/gnd/135908663">Hermann</persName> wohnt jetzt in seinem neuen
                    Haus u. wir können durch den Garten zusammen kommen u. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006557  http://d-nb.info/gnd/13590885X">Rudolf</persName> bezieht jetzt grade das Haus wo Herm. sonst wohnte u. hat
                    die beiden Häuser übernommen.</p>
                <closer><salute>Nun leb wohl lieber Friedrich, Gott behüte Dich u. gebe daß wir uns in
                    diesem Sommer doch / mal wieder sehn. Nächstens schreibe ich Dir hoffentlich
                    einen Brief der heiterer ist.</salute> <signed>Mit tr. Liebe Deine Mutter E. / </signed></closer>
            </div>
        </body></text>
</TEI>