<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="M9319075">
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         <titleStmt>
            <title>
               <idno>373</idno>Sigismund Ludwig Borkheim an Friedrich Engels in London.
                    London, Montag, 12. Dezember 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">L 718/L II 123</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Blatt weißem Papier. Borkheim hat die ersten beiden Seiten vollständig
                            beschrieben, die übrigen zwei Seiten sind leer. Schreibmaterial:
                            schwarze Tinte.</p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <bibl>RGASPI f. 1 op. 5 d. 2212</bibl>
                  </listBibl>
               </additional>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
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               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005708  http://d-nb.info/gnd/127609342">Sigismund Ludwig Borkheim</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
               <date when="1870-12-12"/>
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               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
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         </correspDesc>
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            <keywords>
               <term key="M3079638">Krieg Deutschland-Frankreich</term>
               <term key="M0004394">Russland</term>
               <term key="M0004468">Militärwesen</term>
            </keywords>
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         <div type="writingAct">
            <opener>
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                     <del rendition="#s">9. Billiter Square,
                            E.C.</del>
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                  <lb/>
                  <hi rendition="#mPrint">London,</hi> Dec. 12 <hi rendition="#mPrint">18</hi>70<lb/>10 Brunswick Gardens<lb/>8. p.
                        m.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Lieber
                        Engels,</salute>
            </opener>
            <p sameAs="MBTextohneEinzug">Noch habe ich Ihnen den Empfang <ref xml:id="c7b4a4df-8f42-46aa-b4a4-df8f4286aad0" corresp="#a508f1e7-b63e-46d1-88f1-e7b63e26d1cb" type="editorialNote">Ihres letzten
                            Briefchens</ref><note xml:id="a508f1e7-b63e-46d1-88f1-e7b63e26d1cb" corresp="#c7b4a4df-8f42-46aa-b4a4-df8f4286aad0" type="editorial">Nicht überlieferter Brief von <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0917763">Engels an S. L. Borkheim, vor
                            12.12.1870</ref>.</note> anzuzeigen. In den
                    „Prussian
                    Francs Tireurs“ erkannte ich mit Vergnügen das
                    Decoct
                    aus <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/WT9KUYVA">Pertzs-Gneisenau</bibl>
               .
                    Ich bewundere Ihre Milde und Geduld. Das ist mir nicht gegeben. —
                    Wahrscheinlich hätte ich Ihnen heute noch gar nicht geschrieben, wenn ich nicht
                    auf den <ref xml:id="c6206e69-eb72-4748-a06e-69eb7227480e" corresp="#a9a28338-1f4b-4d71-a283-381f4b1d71d1" type="editorialNote">
                     <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007052 http://d-nb.info/gnd/104363045">W.
                                R.
                            G.</persName>
                  </ref><note xml:id="a9a28338-1f4b-4d71-a283-381f4b1d71d1" corresp="#c6206e69-eb72-4748-a06e-69eb7227480e" type="editorial">
                     <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007052 http://d-nb.info/gnd/104363045">William Rathbone
                                Greg</persName>.</note> in <bibl type="periodika" corresp="">Pall Mall</bibl> gestoßen wäre. Dieser hündische Geselle
                    sollte doch ganz gehörig abgeführt werden. Dieser Kerl hat in sehr bedeutendem
                    Grade „<persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005607 http://d-nb.info/gnd/11851136X">Bismarck</persName> on the brain“. Er denkt er
                    machts mit dem <ref xml:id="b00a49fb-4c0b-41b4-8a49-fb4c0b41b4a7" corresp="#e96c7841-77d5-4f5e-ac78-4177d54f5ef2" type="editorialNote">Schnedderedeng</ref><note xml:id="e96c7841-77d5-4f5e-ac78-4177d54f5ef2" corresp="#b00a49fb-4c0b-41b4-8a49-fb4c0b41b4a7" type="editorial">Siehe „schnedderedeng“, in: Deutsches Wörterbuch
                            von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, Erstbearbeitung (1854–1960),
                            digitalisierte Version im Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache,
                                &lt;<ref target="https://www.dwds.de/wb/dwb/schnedderedeng">https://www.dwds.de/wb/dwb/schnedderedeng</ref>&gt;, abgerufen am
                            12.09.2023</note> eines glatten Styls. Der Inhalt ist gradezu
                    abstoßend, nachdem er nie mehr als schwach gewesen. Die Brutalität verdient
                    Fußtritte. Der Geselle winselt wie ein Schoßhund der preußischen Gesandtschaft.
                    Die Schuhputzer der Vorsehung könnten um die Früchte ihrer Siege gebracht
                    werden, die zu erringen, sie ihre armen Soldaten gezwungen haben! Den
                    Enthusiasmus des W R G haben sie doch schon lange nicht mehr! In den neueren
                    Kriegen treten gewöhnlich Nichtkämpfende oder weniger direkt Interessirte zum
                    Friedensschluß heran. <hi rendition="#u">So</hi> wurde der Krimkrieg beendet —
                        <hi rendition="#u">so</hi> der österr. italienische — <hi rendition="#u">so</hi> der preuß. österreichische — <hi rendition="#u">so</hi> der
                    mexikanische. Dieser jetzige Krieg soll von den Schuhputzern der Vorsehung <hi rendition="#u">ohne</hi> Einmischung Anderer beendigt werden. Und <hi rendition="#u">darum</hi> bellt der W R G auch so! — Party to the suit und
                    judge. Das übrige Europa besteht nicht für die Versailler. — <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007221 http://d-nb.info/gnd/116485361">Harrison</persName>
                    wird sich doch von der schniegelstyligen Fratze des W R G nicht ins Bockshorn
                    jagen lassen. Wenn Sie mit ihm zusammenkommen, <pb/> rufen Sie ihm meinen Namen
                    ins Gedächtniß. Ich hatte die Ehre seine Bekanntschaft 1867 in Ouchy zu machen.
                    Braucht er Hülfe, so können wir uns ja mal irgendwo anhäufen, um ihm einige
                    Winke beizubringen, die ihm nicht schaden dürften. –</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Meine <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005707 1003392">Frau</persName> ist in
                    Brighton, um sich eine kleine bronchitis vom Halse zu schaffen. Es geht besser
                    mit ihr. Ich gehe Freitags hinunter, kehre Montags zurück, bin die Woche
                    hindurch allein. Grüßen Sie Marx und
                    Familie.</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <signed>Ihr<lb/>Borkheim.</signed>
            </closer>
            <postscript>
               <p>Ad II of Occasional Notes of this day.</p>
               <p rend="MBTextMitEinzug">Die <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M7552630">Oppenheims</orgName> haben
                        soeben dem <ref xml:id="d4d9c521-650e-483c-99c5-21650e183c3c" corresp="#e2ba38ee-73f6-401b-ba38-ee73f6401b82" type="editorialNote">Vicekönig v. Egypten</ref><note xml:id="e2ba38ee-73f6-401b-ba38-ee73f6401b82" corresp="#d4d9c521-650e-483c-99c5-21650e183c3c" type="editorial">
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007485 http://d-nb.info/gnd/11933254X">Ismail
                                    Pascha</persName> (1830–1895), osmanischer Vizekönig von Ägypten
                                von 1863 bis 1879.</note> £1,400,000 vorgeschossen. <hi rendition="#u">Dies ist sicher</hi>. Offenbar wird das Geld zu
                        russenfreundlichen Rüstungen verwandt. Die Russen heizen immer stark dort
                        ein. <ref xml:id="d3d46342-daac-48d7-9463-42daacd8d7d2" corresp="#dccb88bf-ef81-4bbd-8b88-bfef811bbd61" type="editorialNote">Lex</ref><note xml:id="dccb88bf-ef81-4bbd-8b88-bfef811bbd61" corresp="#d3d46342-daac-48d7-9463-42daacd8d7d2" type="editorial">
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M2622772 https://d-nb.info/gnd/1130197123">Ivan M. Leks</persName> (1834–1889),
                                seit 1868 Generalkonsul des Russischen Reiches in
                            Kairo.</note> heißt ihr dortiger Generalkonsul; der <ref xml:id="c04810ad-640c-44e1-8810-ad640cf4e122" corresp="#f5078d92-9740-4a19-878d-929740ca192d" type="editorialNote">Konsul Davison (?)</ref><note xml:id="f5078d92-9740-4a19-878d-929740ca192d" corresp="#c04810ad-640c-44e1-8810-ad640cf4e122" type="editorial">Vermutlich ist <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M4364263">Edouard Lavison
                                </persName>
                        (1827–1889)
                                gemeint, russischer Vizekonsul in Kairo von 1856 bis
                            1872.</note>, ein Russe. Sie erinnern sich vielleicht, was ich
                        über die Russen in Egypten in <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/WVDERNK5">„Ein russischer Pennyaliner“</bibl> gesagt habe.</p>
            </postscript>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <signed>B.</signed>
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      </body></text>
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