<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="M9162712">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>
               <idno>325</idno>Friedrich Leßner an Friedrich Engels in London. London,
                    Mittwoch, 28. September 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">L 3341/L V 357-1</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. Leßner hat die ersten drei Seiten vollständig
                            beschrieben, die vierte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze
                            Tinte.</p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <bibl>RGASPI f. 1 op. 5 d. 2185</bibl>
                  </listBibl>
               </additional>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002740  http://d-nb.info/gnd/11857213X">Friedrich Leßner</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
               <date when="1870-09-28"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
            </correspAction>
         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002313">Gesellschaftsleben/Exilantenleben in London u. Manchester
                        (Schiller-Anstalt, Arbeiter-Bildungsverein, Albert-Club, Versammlungsabende
                        u. ä.)</term>
               <term key="M0002134">Privates - Engels (Familie, Geschäfte, Reisen)</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> 4 Francis St. Gower St.
                        W.C.<lb/>London 28 Sep. 1870.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Lieber
                        Freund Engels!</salute>
            </opener>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">In der Hoffnung das Du mier
                    diese zeilen nicht unrecht auslegst, und es als eine zudringlichkeit ansehen
                    wirst, das ich so frei bin Dich mit meinen mißlichen verhältnissen zu
                    belästigen, und Dich ersuche wenn es in Deiner macht liegt, mier daraus zu
                    helfen, ich habe sonst kein andern weg daraus zu komen, und <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">w<ex>e</ex>iß</expan> nicht was ich anfangen
                    soll.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Die sache ist einfach die,
                    daß ich diesen Sommer in Schulten gerathen bin, und um dieselben zu bezahlen,
                    habe ich mier 10 £. auf meine sachen geben lassen, da ich glaubte bis dahin, so
                    viel zu verdienen um dasselbe wieder abzubezahlen, aber leiter ist alles
                    verköhrt gegangen <pb/> und ich habe die ganze lätzte zeit noch nicht einmal das
                    aller nothwendigste was zum fortbestehen nöthig ist, verdient, und habe meistens
                    dem <ref xml:id="e3e8eb99-31d8-4291-a8eb-9931d872912c" corresp="#fea8b9ac-1738-421f-a8b9-ac1738121ff9" type="editorialNote">Pfantschab</ref><note xml:id="fea8b9ac-1738-421f-a8b9-ac1738121ff9" corresp="#e3e8eb99-31d8-4291-a8eb-9931d872912c" type="editorial">Vielleicht: „pfandschaub, m.“, Deutsches
                            Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm, digitalisierte Fassung im
                            Wörterbuchnetz des Trier Center for Digital Humanities, Version 01/23,
                                &lt;<ref target="https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=P02583">https://www.woerterbuchnetz.de/DWB?lemid=P02583</ref>&gt;, abgerufen
                            am 23.08.2023. </note> zur Hülfe nehmen müssen. Das ich under
                    solchen umständen nicht im stande bin 10 £. zubezahlen, ist sehr einfach, noch
                    dazu da ich selbst <supplied cert="high">in</supplied> diesem augenplick noch
                    nicht einmal für Ein Schilling arbeit im Hause habe. alles was ich ausstehen
                    habe diesen augenplick, ist 4 £. aber dieselben sind sehr unbestimmt, und ist
                    noch eine grosse frage ob ich sie überhaupt bekomme.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Des wegen ersuche ich Dich
                    wenn Du kanst und wilst mir aus dieser verlegenheit zu helfen, und wenn ich es
                    Dier nicht in baaren gelde kann zurück geben, so läst es sich <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">viel<ex>e</ex>icht</expan> mit
                    Deinen willen auf eine andere Art machen, daß ist <pb/> das ich Dier dafür
                    Kleider machen kann im laufe der zeit, wenn Du solche brauchst, und ich würde
                    Dier gewiß sehr dankbar dafür sein.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Die zeit das geld zu
                    bezahlen ist schon am 26 d. M. abgelaufen, und ich habe nur mit vieler mühe es
                    bies zum 1. Ocktober hinausschieben können; würde ich es dann nicht bezahlen
                        <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">können</expan>, so würde es
                    mier noch möglich sein, under grossen Indressen auf eine ganz kurze zeit zu
                    verschieben.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Nochmals bitte ich mier es
                    ja nicht für ungut zu nehmen, das ich <hi rendition="#u">Diech</hi> in solcher
                    weise belästige, nochdazu da Du jedenfals selbst diesen augenplick grosse
                    auslagen gehabt hast; nur die äuserste nothwentigkeit dringt mich dazu.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Bitte Dich mir balt <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Deinen</expan> entschluß gefälligst
                        <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">mitzutheilen</expan>
            </p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <signed>Dein F. Leßner </signed>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>