<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="M8740273">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>
               <idno>25</idno>Wilhelm Liebknecht an Friedrich Engels in Manchester. Leipzig,
                    Dienstag, 8. Februar 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">L 3437/L V 423–10. Fotosign.
                                8696a–d</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem, vergilbtem Papier, der aufgrund seines Formates vermutlich
                            horizontal halbiert worden ist. Liebknecht hat die ersten drei Seiten
                            vollständig beschrieben, die vierte Seite ist bis auf die letzten zwei
                            Zeilen des Postkriptes leer. Das Postskript ist kopfüber oben auf den
                            Seiten 1 und 4 des Briefes geschrieben. Schreibmaterial: schwarze Tinte.
                            Die Jahreszahl im Datum scheint mit dunklerer Tinte hinzugesetzt,
                            vermutlich von Liebknecht selbst.</p>
                  <p>Von unbekannter Hand: Vermerke auf der ersten Seite mit Bleistift:
                            „LTg89“, „LV 423–10“.</p>
                  <p>Der Textverlust durch beschädigtes Papier konnte rekonstruiert
                            werden.</p>
                  <p>Zum besseren Verständnis wurde ausnahmsweise eine Korrektur Liebknechts
                            mit aufgenommen.</p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <bibl>RGASPI f. 1 op. 5 d. 2085</bibl>
                  </listBibl>
               </additional>
            </msDesc>
            <listWit>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/T6GR93DH">Liebknecht Bw (1963). S.
                            93–95.</bibl>
               </witness>
            </listWit>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Wilhelm Liebknecht</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003610 http://www.geonames.org/2879139">Leipzig</placeName>
               <date when="1870-02-08"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004039 http://www.geonames.org/2643123">Manchester</placeName>
            </correspAction>
         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
               <term key="M0002035">Lektüren im Korrespondentenkreis</term>
               <term key="M0003389">Deutsche Sozialdemokratie</term>
               <term key="M0002997">Journalismus/Publizistik</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/>
                  <hi rendition="#u">Den 8 Febr:</hi>
                  
                  1870</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Lieber Engels!</salute>
            </opener>
            <p sameAs="MBTextohneEinzug">
               <ref xml:id="b9a53577-7535-43af-a535-777535a3afb8" corresp="#c8ed0056-cff9-4571-ad00-56cff9257111" type="editorialNote">Famos, daß Du Dich bereit
                            erklärt hast! Es wird uns viel nützen.</ref><note xml:id="c8ed0056-cff9-4571-ad00-56cff9257111" corresp="#b9a53577-7535-43af-a535-777535a3afb8" type="editorial">Siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M3324212">Marx
                                an Engels, 1.2.1870</ref>.</note>
               <ref xml:id="ca9a32d7-2af7-4851-9a32-d72af74851fb" corresp="#b6339892-fb5e-4e01-b398-92fb5ede013d" type="editorialNote">Sei so gut, und schreib die <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/DUICMHF9">Einleitung</bibl>
                     <hi rendition="#u">bald</hi>
                  </ref><note xml:id="b6339892-fb5e-4e01-b398-92fb5ede013d" corresp="#ca9a32d7-2af7-4851-9a32-d72af74851fb" type="editorial">Siehe
                                <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/AE939SQE">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> I/21</bibl>. S. 167–174. Friedrich
                            Engels: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/DUICMHF9">Vorbemerkung</bibl> zu <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/NV2L8CZ3">„Der deutsche Bauernkrieg“ (1870)</bibl>. Diese
                            Vorbemerkung schrieb Engels im Februar 1870 für einen von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Wilhelm Liebknecht</persName> zuerst im Feuilleton
                            des „<bibl type="periodika" corresp="">Volksstaats</bibl>“ als
                            Broschüre geplanten Neudruck der von ihm 1850 verfaßten Arbeit „<bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/LXNT3Y4G">Der deutsche
                                Bauernkrieg</bibl>“. (Siehe Friedrich Engels: Der deutsche
                            Bauernkrieg. In: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/DXFJ7YYE">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> I/10</bibl>. S.
                            367–443.)</note>; unsre Druckerei ist klein, und der Satz für die
                        <bibl type="periodika" corresp="">Zeitung</bibl>
                    kann nicht lange stehn bleiben, weil sonst die Lettern fehlen würden. Wir müssen
                    deßhalb, sobald ein Bogen des Feuilletons gedruckt ist, den Satz umbrechen und
                    einen Bogen Broschüre drucken.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Ob wir die <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/NV2L8CZ3">Broschüre</bibl>
                    in Liefrungen oder nicht veröffentlichen hängt bloß vom Preis ab, den ich noch
                    nicht berechnen kann. Es gilt <hi rendition="#u">Massen</hi> von Exemplaren
                    unterzubringen – die Schrift ist grade sehr popular – und da kommt auf 1 Gr.
                    mehr oder weniger gar viel an. Dein Einwand, das doppelte Broschiren koste
                    doppelt Geld, ist deßhalb nicht stichhaltig, weil wir gar nicht Broschiren, bloß
                    die Bogen zusammen legen. Das Beste wäre wohl, man veröffentlichte diese und
                    andre Broschüren, <hi rendition="#u">in gleichem Format bogen<pb/>weise zu einem
                        bestimmten Preis à Bogen</hi> (höchstens 1 Gr.) – dann könnten die Leute
                    sich eine beliebige Quantität zusammenbinden lassen. Wir sind jetzt damit
                    beschäftigt, die Sachen gros zu organisiren. Wenn wir nur etwas mehr Geld
                    hätten!</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">
               <subst>
                  <del rendition="#ow">Schicke mir umgehend Deine jetzige Adresse; Du sollst
                            dann sofort das Blatt vom 1 Ok<ex>to</ex>b<ex>e</ex>r an haben.</del>
                  <add place="superlinear">(Ich sehe soeben, daß sie auf dem Brief
                            steht.)</add>
               </subst>
            </p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Den <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/92FWKPPD">18 Brumaire</bibl> betreffend, so hat <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008296 http://d-nb.info/gnd/1017446180">Meißner</persName>
               <hi rendition="#u">weder dem „<bibl type="periodika" corresp="">Volksstaat</bibl>“ noch der „<bibl type="periodika" corresp="">Zukunft</bibl>“, also den beiden Zeitungen, auf die er vor allem
                        rechnen müßte, auch nur eine Anzeige des Erscheinens zugeschickt, so daß ich
                        noch vor 8 Tagen nicht sicher wußte ob das Buch erschienen</hi>. Du wirst da
                    wohl sagen: Du hättest Dich erkundigen sollen! <hi rendition="#u">Aber woher die
                        Zeit nehmen?</hi> Unser Ausschuß hatte eine Verhandlung mit Meißner (wegen
                    Uebernahme von 1000 Ex.) Dieselbe zerschlug sich aber an
                    unsrem Überfluß
                    an Geldmangel
                    <pb/> und seitdem hörte ich nicht mehr vom 18 Brum.;
                    Ich kam ins
                    Gefängniß, hatte sonstige Abhaltungen <hi rendition="#u">neben</hi> den gewöhnl. Arbeiten und – <ref xml:id="f3e44cdd-647a-4668-a44c-dd647ac6683b" corresp="#ae67f3a1-427d-4724-a7f3-a1427d9724fd" type="editorialNote">erfuhr
                            erst vor 8 Tagen, daß das Buch <hi rendition="#u">wirklich</hi> heraus
                            ist</ref><note xml:id="ae67f3a1-427d-4724-a7f3-a1427d9724fd" corresp="#f3e44cdd-647a-4668-a44c-dd647ac6683b" type="editorial">Siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M1607012">Marx
                                an Engels, 27.1.1870</ref> und <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M7274481">Engels
                                an Marx, 11.2.1870</ref>.</note>. Ich
                    bestellte es sofort, und der
                    „Volksstaat“
                    wird eine ausführl. Besprechung bringen, sobald es in meinen
                    Händen. Außerdem haben wir jetzt auch Schritte gethan, <hi rendition="#u">die
                        1000 Exemplare doch zu übernehmen</hi> – ich hoffe der letzte Aufruf um Geld
                    wird von Erfolg sein, sodaß uns die Hände etwas weniger gebunden sind.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Jedenfalls hat <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008296 http://d-nb.info/gnd/1017446180">
                  <hi rendition="#u">Meißner</hi>
               </persName>
               <hi rendition="#u"> sehr, sehr
                        nachläßig gehandelt.</hi>
            </p>
            <postscript>
               <p>Nachschrift.</p>
               <p rend="MBTextMitEinzug">Das <hi rendition="#u">bogen</hi>weise Veröffentlichen
                        schließt natürlich die Veröffentlichung als <hi rendition="#u">ganze
                            broschirte Broschüre nicht aus</hi>. Ich sehe, Du sagst die Einleitung
                        mit Titel würde ½ Bogen geben – dann würde sie sich auch zur Noth den
                        bogenweisen Abnehmern <hi rendition="#u">nachliefern</hi> lassen, nur müßte
                        das erste Blatt eine <hi rendition="#u">Überschrift</hi> haben. Doch das
                        sind Kleinigkeiten: schicke das Manuskript und die Sache wird sich
                        machen.</p>
               <p rend="MBTextMitEinzug">Am Montag
                        beginnt wieder die Reichstagsnoth! Ich benutze die
                        Gelegenheit, um Berlin zu rekognosziren. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009513 http://d-nb.info/gnd/118760092">Schweitzer</persName>’s <hi rendition="#u">einzige</hi> Stütze dort
                        (mit Ausnahme der offiziellen, die Zimmerer und Maurer, die durch einen
                        glücklichen Strike gewonnen wurden) beginnt zu <hi rendition="#u">wackeln</hi>: den Rest wird der bevorstehende von den Meistern
                        provozirte Strike thun, bei dem die Arbeiter <hi rendition="#u">unterliegen</hi> werden. Auch in <hi rendition="#u">Barmen</hi> wackelt
                        er, ditto in <hi rendition="#u">Hamburg</hi>. Sonst s<supplied cert="high">in</supplied>d wir überall Meister.</p>
               <closer sameAs="MBUnterschrift">
                  <signed>Salut. Dein W. L. </signed>
               </closer>
            </postscript>
            <postscript>
               <p>
                  <lb/>/ Noch heute geht eine File d. <bibl type="periodika" corresp="">Volksst.</bibl> vom <hi rendition="#u">1. Oktbr.</hi> an Dich ab.
                            <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005470 http://d-nb.info/gnd/118507893">Bebel</persName> läßt Dich grüßen. Er ist nicht
                        wohl – stark erkältet; wir haben nemlich eine Sibirische Kälte. Ich selbst
                        kann mich seit
                        9 Tagen
                        nicht rühren und regen in Folge eines Falls auf dem Eis, der mir 4 Rippen so
                        verletzt hat, daß sie gerade nicht gebrochen sind. Was ich wegen des <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/92FWKPPD">18 Brum.</bibl> gesagt,
                        theile Marx mit, der statt <ref xml:id="e0d9a0c7-c88d-4080-99a0-c7c88d008063" corresp="#d1a5bdf5-23e8-4721-a5bd-f523e85721fb" type="editorialNote">meinen
                                Brief</ref><note xml:id="d1a5bdf5-23e8-4721-a5bd-f523e85721fb" corresp="#e0d9a0c7-c88d-4080-99a0-c7c88d008063" type="editorial">Nicht überlieferter Brief von <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M2738971">W. Liebknecht an Marx, Mitte Dezember
                                    1869</ref>.</note> 1½ Monat liegen zu lassen, sich einmal
                        / bei mir hätte erkundigen <choice>
                     <sic>könnten</sic>
                     <corr cert="high">können</corr>
                  </choice>. Daß ich <hi rendition="#u">vorsätzlich</hi> seines Buchs nicht
                        erwähnte, konnte er doch wahrhaftig nicht annehmen. </p>
            </postscript>
         </div>
      </body></text>
</TEI>