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            <titleStmt>
                <title><idno>45</idno>Louis Kugelmann an Karl Marx in London. Hannover, Montag, 6.
                    Februar 1871</title>
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                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
                    </persName>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
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                </respStmt>
            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 5 d. 2261</idno></idno>
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                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. Kugelmann hat drei Seiten vollständig
                            beschrieben, die vierte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze
                            Tinte.</p>
                        <p>Von Kugelmanns Hand: Anstreichungen auf zwei Seiten am linken
                            Blattrand.</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007778 http://d-nb.info/gnd/119381311">Louis Kugelmann</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001901 http://www.geonames.org/2910831">Hannover</placeName>
                    <date when="1871-02-06"/>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
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                    <term key="M0002035">Lektüren im Korrespondentenkreis</term>
                    <term key="M0002997">Journalismus/Publizistik</term>
                    <term key="M0002585">Internationale Arbeiter-Assoziation (IAA, A.I.T.,
                        I.W.M.A.)</term>
                    <term key="M0002354">Großbritannien – Politik, Wirtschaft, Geschichte</term>
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                    <term key="M0004559">Deutsche Parlamentsangelegenheiten</term>
                    <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
                    <term key="M0004600">Fenier</term>
                    <term key="M0002227">Privates - Marx (Familie, Gesundheit, Finanzen)</term>
                    <term key="M2532583">Deutsch-Französischer Krieg 1870/71</term>
                </keywords>
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            <div type="writingAct">
                <opener>
                    <dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> Hannover, 6. Febr. 1871</dateline>
                    <salute sameAs="MBAnrede">Mein hochverehrter, lieber Freund!</salute>
                </opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; "><ref xml:id="bf598a0c-05ed-4dca-998a-0c05edadcaa8" corresp="#ad55428a-d406-4260-9542-8ad406a2602b" type="editorialNote">Deinen Brief vom 4.
                            ct</ref><note xml:id="ad55428a-d406-4260-9542-8ad406a2602b" corresp="#bf598a0c-05ed-4dca-998a-0c05edadcaa8" type="editorial"><ref target="https://megadigital.bbaw.de/M7914526">Marx
                                an L. Kugelmann, 4.2.1871</ref>.</note>
                    habe ich heute Morgen, also rechtzeitig, empfangen u. danke Dir 1000 mal dafür.
                    – <ref xml:id="b427e032-319f-4748-a7e0-32319f6748d2" corresp="#d416e008-a956-4b92-96e0-08a9569b92b6" type="editorialNote">Die Einlage habe ich sofort „recommandirt“
                            abgeschickt.</ref><note xml:id="d416e008-a956-4b92-96e0-08a9569b92b6" corresp="#b427e032-319f-4748-a7e0-32319f6748d2" type="editorial">Es handelt sich um den
                            Brief von <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M4838757">Marx an J. Jacoby, 4.2.1871</ref>, den
                            Kugelmann auf Bitten von Marx an Jacoby besorgt hat; siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M7914526">Marx an  L. Kugelmann,
                        4.2.1871</ref>.</note> – Ohne den Inhalt der letzteren zu kennen,
                    freut es mich, diesen <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007505 http://d-nb.info/gnd/118556436">Mann</persName>,
                    von Freund u. Feind hochgeachtet u. gerade in dieser Zeit der Corruption von
                    bedeutendem moralischen Einfluß, in Beziehung zu Dir zu wissen. Du weißt, daß
                    ich schon während Deines Hierseins wünschte, Ihr möchtet Eure alte Bekanntschaft
                    erneuern. –</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Über die Stimmung in England
                    bleibt man hier ganz im Unklaren, weshalb ich Dir für Deine Aufklärung doppelt
                    dankbar bin. – Dein <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/PB58JVEN">Daily
                        News-Artikel</bibl> ist <hi rendition="#u">famos</hi>, nach Inhalt u. Form,
                    doppelt weil von Dir unterzeichnet. – Auch für das <ref xml:id="b105b63e-4199-4eb8-85b6-3e41993eb8f3" corresp="#da8001f4-73b6-45b1-8001-f473b675b1c9" type="editorialNote">Manifest</ref><note xml:id="da8001f4-73b6-45b1-8001-f473b675b1c9" corresp="#b105b63e-4199-4eb8-85b6-3e41993eb8f3" type="editorial">Gemeint ist die <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/TYD6KHZE">Erste Adresse des
                                Generalrats der Internationalen Arbeiterassoziation über den
                                Deutsch-Französischen Krieg. [10.-12. August 1870]</bibl>. Siehe
                                <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M7914526">Marx an L. Kugelmann,
                        4.2.1871</ref>.</note> besten Dank.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Gedankenlos wie immer
                    bejubelt die deutsche Bourgeoisie den Fall von Paris als das Ende des Krieges,
                    das jeder mit Sehnsucht herbeiwünscht. Bevormundet durch eine bevormundete
                    Regierung, hat die herrschende (?) Classe hier kein Verständniß für ein Volk,
                    das selbstständig seine Angelegenheiten vertritt. Die Armeebefehle des <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010286 http://d-nb.info/gnd/118632884">Kaisers u. Königs</persName> sind nur der Sachlage
                    entsprechend, wenn er die Armee, in Wirklichkeit das deutsche Volk, in
                    patriarchalisch-selbstherrlicher Weise belobt „es habe seine Schuldigkeit
                    gethan“ etc. – Die
                    byzantinischen
                    Huldigungen, welche dem Könige, den Prinzen, den Feldherrn
                    dargebracht werden, das Stillschweigen zu dem
                    eigenmächtig
                    Erblichmachen der Kaiserwürde zeigt daß die einstweilen noch
                    wortführenden Elemente des deutschen Volkes mit Recht nur als ein Appendix der
                    Dynastien, speciell der preußischen betrachtet werden. – Der preußische Staat,
                    der Deutschland augenblicklich beherrscht ist im eminenten Sinne ein
                    Militairstaat u. wird alle seine Erscheinungsformen wohl so lange bewahren, wie
                    er als solcher die sich gestellten Aufgaben <pb n="2"/> in seiner Weise löst. –
                    Sollte er in seinen Unternehmungen das Verständniß für den Entwicklungsgang der
                    modernen Gesellschaft verlieren, so wird die deutsche, resp. preußische Armee
                    dem Schicksale des Geschlagenwerdens nicht entgehen u. <hi rendition="#u">nur
                        dann</hi> ist anzunehmen, daß die innere und äußere Politik bei uns nach
                    anderen als bisherigen Grundsätzen geleitet wird. –</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Daß
                    einliegende
                    Adresse des Prof. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006368 http://d-nb.info/gnd/117651788">Dove</persName> als
                    Empfehlung zur Reichstags-Candidatur hier verbreitet wird mag Dir als Zeichen
                    für hiesige Auffassung in den „fortgeschrittenen“ Kreisen dienen. Diesen
                    gegenüber steht leider nur die Bornirtheit der
                    Welfenparthei. –</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Die Brochüre von v.
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007253 http://d-nb.info/gnd/118547305">Haxthausen</persName> heißt: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/GUXJSDZ6">„Über den Ursprung u. die
                        Grundlagen der Verfassung in den ehemals slawischen Ländern Deutschlands“.
                            8<hi rendition="#sup">o</hi> Berlin
                    1842</bibl>.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; " rendition="#mMM">Bevor ich
                    Dir dieselbe schicke sage mir bitte, ob Du meine Kreuzbandsendungen immer
                    erhalten hast (außer den am Schluße <ref xml:id="d1da0586-0f5f-4277-9a05-860f5f527780" corresp="#ffad94f5-0f3d-47de-ad94-f50f3d37de7c" type="editorialNote">meines Briefes v.
                            20. v. M.</ref><note xml:id="ffad94f5-0f3d-47de-ad94-f50f3d37de7c" corresp="#d1da0586-0f5f-4277-9a05-860f5f527780" type="editorial"><ref target="https://megadigital.bbaw.de/M7925284">L.
                                u. G. Kugelmann an Marx,
                        20.1.1871</ref>.</note> angeführten, „<bibl type="periodika" corresp="">Zkft</bibl>“ N<hi rendition="#sup">o</hi> 25 abgeschickt 31 Janr.). Ich weiß nämlich nicht, ob obige Schrift noch
                    im Buchhandel zu haben, ich möchte sie deshalb nicht muthwillig gefährden u.
                    event. lieber eine Gelegenheit abwarten. –</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><hi rendition="#u">Bitte
                        vergiß nicht diese wiederholte Frage zu beantworten</hi>. Du sollst die
                    Brochüre dann sofort erhalten. – </p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; " rendition="#mMM">Vorgestern
                    gab ich einige Carricaturen an <ref xml:id="b038cfcf-45db-4ea7-b8cf-cf45db6ea7dc" corresp="#a07da136-c998-4c41-bda1-36c9982c413c" type="editorialNote">Staff</ref><note xml:id="a07da136-c998-4c41-bda1-36c9982c413c" corresp="#b038cfcf-45db-4ea7-b8cf-cf45db6ea7dc" type="editorial">Spitzname für Engels. Zur Entstehung von Engels'
                            Spitznamen siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M6495490">Jenny
                                Marx (Tochter) an Familie Kugelmann. Samstag, 19. November
                                1870</ref> („Engels—or as we have now dubbed him
                            "General Staff" ...“).</note> (couvertirt) unter Deiner
                    (Wohnungs-) Adresse zur Post. Ist Staff noch in London u. sind diese Dinge
                    angekommen?</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Sage <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008235  http://d-nb.info/gnd/118728997">Jennychen</persName> meinen herzlichen Dank für
                    Brief
                    u. beigelegten Zeitungsausschnitt.
                    Die Befreiung
                    der Fenier muß ihr große Genugthuung gewähren, denn sie ist wesentlich mit ihr
                    Werk. Allerdings glaube ich, daß das Bedürfniß der
                        engl<ex>ischen</ex> Regierung augenblicklich möglichst im eigenen Lande zu
                    versöhnen das seinige beigetragen. – Über den Cretinismus der „<bibl type="periodika" corresp="">Zkft</bibl>“ kannst Du Dir eine
                    Vorstellung machen, wenn Du bedenkst, daß <pb n="3"/> einliegende Notiz das
                    Einzige ist, was sie über die Fenierangelegenheit gebracht hat. Für die Masse
                    ihrer Leser ist das also völlig unverständlich. </p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; " rendition="#mMM">Wie kommt
                    es, daß „<bibl type="periodika" corresp="">der Volksstaat</bibl>“ keine
                    Correspondenzen aus England mehr bringt?</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Mein Befinden neigt sich zum
                    Besseren, obgleich ich augenblicklich noch einen Furunkel auf dem Rücken habe. –
                    Es erfüllt mich indeß mit lebhafter Besorgniß von Dir jetzt, so ganz en passant
                    zu hören, daß Du schon seit 1½ Jahren ununterbrochen an Husten leidest. So viel
                    ich mich erinnere hatte der Husten, obgleich catarrhalisch, doch einen
                    krampfhalten Character. Gegen solche Affection habe ich kleine Dosen Morphium
                    sehr nützlich gefunden u. möchte Dich bitten einliegende Verordnung mal zu
                    versuchen. Du brauchst keine nachtheilige Wirkung auf das Sensorium zu
                    befürchten u. kannst ja zunächst mal abends vor dem Zubettgehen <hi rendition="#u">ein</hi> Pulver (Gran⅛) nehmen, event. auch morgens eins.
                    Gegen die etwas
                    obstruirende Wirkung nimm ein leichtes Laxans, wenn
                    nöthig. Es pflegt nur in den ersten Tagen nöthig zu sein. – Schlage die
                    Behandlung, ehe Du dieselbe anfängst, mal Deinem Arzte vor. –</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Mit herzlichen Grüßen von
                    uns Allen, an Euch Alle stets</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift">
                    <signed>Dein<lb/>treu ergebener<lb/>LKugelmann<lb/>Dr</signed>
                </closer>
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