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         <titleStmt>
            <title>
               <idno>202</idno>Eugen Oswald an Karl Marx in London. London, Montag, 18. Juli
                    1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
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                     <idno type="shelfmark">D 3578/D VI 183. Fotosign. 8523a-d</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus zwei Bogen weißem Papier. Oswald hat sieben Seiten
                            vollständig beschrieben, eine Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze
                            Tinte.</p>
                  <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes mit Bleistift: „183“.</p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <bibl>RGASPI f. 1 op. 5 d. 2146</bibl>
                  </listBibl>
               </additional>
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         </sourceDesc>
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               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008735 http://d-nb.info/gnd/117159565">Eugen Oswald</persName>
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               <date when="1870-07-18"/>
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               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
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            <keywords>
               <term key="M5340211">Elsass und Lothringen</term>
            </keywords>
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            <opener>
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                  <pb/> 39 Gloucester Crescent<lb/>Regent’s
                       Park<lb/>N.W.<lb/>18 Juli 1870.</dateline>
               <address>
                  <addrLine>An Hrn. Dr. Karl Marx.<lb/>
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               </address>
               <salute sameAs="MBAnrede">Geehrter
                        Herr</salute>
            </opener>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">
               <ref xml:id="ec03ec5b-14d6-4462-83ec-5b14d644624b" corresp="#a13d8488-4b25-4758-bd84-884b25a75881" type="editorialNote">Im Hinblick auf den Krieg</ref><note xml:id="a13d8488-4b25-4758-bd84-884b25a75881" corresp="#ec03ec5b-14d6-4462-83ec-5b14d644624b" type="editorial">
                     <note xml:id="nrcf_qqy_gzb">Der Deutsch-Französische Krieg von 1870 bis
                                1871. Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den
                            Krieg.</note>
                  </note>, welcher, wie sehr auch immer vorhergesehen,
                    sich uns als ein erschreckliches und ungeheueres Unheil darstellt, und aus
                    welchem, wer auch scheinbar siege — denn ein wirklicher Sieg ist nicht möglich —
                    nur Stärkung einer Tyrannei, Anfachung des sonst schwindenden Nationalhasses auf
                    Generationen hinaus, der Keim eines künftigen Krieges und der endliche Vortheil
                    Rußlands, dem ohnehin Europa kaum gewachsen ist, hervorzugehen droht, scheint es
                    mir und zweien französischen <pb/>
               <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Freunde<ex>n</ex>
               </expan>, von
                    denen der Eine ein Elsäßer, daß man sich dahin verständigen müsse, inmitten der
                    begonnenen Feindseligkeiten, einen Kern freundlichen Gefühles
                    aufrechtzuerhalten, — im Gespräch, in Briefen, in der Presse dahin zu wirken,
                    daß der Krieg nicht nur als das Werk der Fürsten und Minister erscheine, sondern
                    daß er dieses auch bleibe, soweit die Nothwehr es erlauben mag, — daß jeder
                    Gedanke an Eroberung beseitigt werde, — daß man den Franzosen deutlich mache,
                    ein Verlangen ihrerseits nach dem deutschen Rheinland müsse ein Verlangen
                    unsrerseits nach dem Elsaß und Theilen von Lothringen hervor<pb/>rufen, — daß
                    man einsehe, es werde keine der beiden Nationen, wenn sie ihr Gemüth von der
                    Kriegsflamme ergreifen lassen, sich, wenn auch für den Augenblick besiegt, zu
                    Frieden geben, — daß eine Lösung erstrebt werden müsse, in welcher, statt der
                    Vergrößerung Preußens auf Kosten Deutschlands, die freundschaftliche Verbindung
                    eines freien Frankreichs mit einem reconstituirten Deutschland stattfinde, — daß
                    hierfür Garantien gesucht werden müssen, — daß der Krieg ganz Europa in seinen
                    besten Interessen bedrohe, — daß man vor Rußland auf der Hut sein müsse, dessen
                    relative Stärke durch die <pb/> Abschwächung der beiden streitenden Theile
                    nothwendig, selbst bei einfachem Zuwarten, vermehrt werde; und schlieslich — ich
                    füge das meinerseits bei — daß das Bestehen der kleinen Staaten, der alten
                    Heimstätten der Freiheit, Belgiens, Hollands, der Schweiz, jetzt so gefährdet,
                    zu sichern, und der Entfremdung Oestreichs von Deutschland und der Stärkung der
                    slavischen Elemente auf Kosten der Deutschen ein Ende zu machen sei.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">In diesem Sinne hat eine
                    erste Besprechung stattgefunden. Es ist unter anderm beabsichtigt, eine <pb/>
               <ref xml:id="f4a5f0e4-f4e5-40d1-a5f0-e4f4e530d147" corresp="#b2b49f22-b589-4ab7-b49f-22b5898ab751" type="editorialNote">öffentliche
                            Erklärung</ref><note xml:id="b2b49f22-b589-4ab7-b49f-22b5898ab751" corresp="#f4a5f0e4-f4e5-40d1-a5f0-e4f4e530d147" type="editorial">
                     <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/JUAX9P7Z">Cassal/Oswald: To the People of France and of
                                Germany.</bibl> Abdruck in: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/AE939SQE">MEGA² I/21.</bibl> S. 1052–1055 und Erl. S.
                            2251–2260.</note> zu erlassen, zu welcher auch <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007430 http://d-nb.info/gnd/118554654">Victor Hugo</persName>’s Unterschrift eingeholt werden soll,
                    da man nicht glaubt, daß er noch an dem festhalte, was er vor dreißig Jahren in
                    Bezug auf den Rhein gesagt.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Wenn Sie, wie ich annehme,
                    im Allgemeinen mit dieser Auffassung übereinstimmen, — wir können gegenseitig
                    nicht verlangen, daß jeder Unterzeichner oder Beitretende durchaus dasselbe
                    wolle, da die vorliegende Frage die Gesammtheit der politischen Ansichten eines
                    Jeden auf so vielen Punkten berühren, so wird es uns sehr freuen, Sie am
                    Donnerstag um fünf Uhr hier zu sehen, <pb/> nebst allen Freunden, die Sie etwa
                    in diesem Sinne bringen wollen, oder doch bis dahin von Ihnen brieflich zu
                    hören. Auch <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005613 http://d-nb.info/gnd/118663704">Louis Blanc</persName> ist eingeladen. Ich
                    selbst bin, wie sie vielleicht wissen mögen, im Allgemeinen und für meine Person
                    der Theilnahme an öffentlichen gemeinsamen Erklärungen und
                    Vereinsdemonstrationen abgeneigt; in dieser Sache aber, die uns so aufs
                    Allertiefste berührt, möchte ich eine Ausnahme machen; und Viel scheint mir
                    schon für eine bessere Gestaltung der Zukunft gewonnen, wenn, in mitten dieser
                    trostlosen <pb/> Gegenwart, durch die freundliche Berührung oder Verbindung
                    selbst weniger Männer der beiden Nationen der Keim geweckt werde, der nicht das
                    tödliche Giftpflanze des wiederaufschießenden Nationalhasses überwuchere.</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <signed>Hochachtungsvoll und
                        ergebenst<lb/>EugOswald.</signed>
            </closer>
            <postscript>
               <p>
                  <lb/>Entschuldigen Sie, daß Ihnen dies so spät zukommt: erst heute Morgen
                        habe ich Ihre Adresse durch unsern gemeinschaftlichen Freund <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006122 http://d-nb.info/gnd/17850260X">Collet</persName> erhalten. Erlauben Sie mir, auf Sie zu
                        zählen: kommen Sie selbst wenn es erst etwas nach fünf sein kann. </p>
            </postscript>
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