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         <titleStmt>
            <title>
               <idno>331</idno>Elisabeth Engels an Friedrich Engels in London.
                    Engelskirchen, Freitag, 14. Oktober 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>Standort Orig. nicht bekannt; Kopie: RGASPI</institution>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">f. 9 op. 1 d. 7/19</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu erkennen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen und einem Blatt weißem Papier. Elisabeth Engels hat vermutlich
                            alle sechs Seiten vollständig beschrieben. Von dem einzelnen Blatt
                            konnte nur die Vorderseite eingesehen werden, der Rest des Briefes
                            („jetzt entbehrt ...“) wird nach einer Ersttranskription des RGASPI
                            wiedergegeben. Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                  <p>Die
                            durch Lochung des Papiers entstandenen Textverluste konnten
                            rekonstruiert werden. </p>
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006533 https://d-nb.info/gnd/189469986">Elisabeth Engels</persName>
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               <date when="1870-10-14"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
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         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002134">Privates - Engels (Familie, Geschäfte, Reisen)</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> Engelsk. 14 Octbr 1870</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Lieber Friedrich</salute>
            </opener>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">
               <ref xml:id="b5580274-2cb7-49bb-9802-742cb739bb67" corresp="#db36c0da-1db5-40bb-b6c0-da1db530bb81" type="editorialNote">Deinen Brief vom 2.</ref><note xml:id="db36c0da-1db5-40bb-b6c0-da1db530bb81" corresp="#b5580274-2cb7-49bb-9802-742cb739bb67" type="editorial">Nicht
                            überlieferter Brief, <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M2336173">Engels an E. Engels,
                                2.10.1870</ref>.</note> würde ich früher beantwortet haben
                    wenn ich nicht von einem Maler volle 10 Tage in Anspruch genommen wäre, die
                    Sache verhält sich so: Im Juni hatten <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005626 1002968">Marie</persName>
                    u. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005624 1002966">Emil <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">B<ex>lank</ex>
                  </expan>
               </persName> ihre Silberne Hochzeit u. da wir
                    ihnen gern eine Freude an dem Tage machen wollten so schlugen <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006557  http://d-nb.info/gnd/13590885X">Rudolf</persName> u. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006541 http://d-nb.info/gnd/135908663">Herm.</persName> vor ich sollte mich für sie malen lassen. Obgleich ich
                    mich schwer dazu entschließen konnte willigte ich doch ein u. es ging nun darum
                    einen guten Maler zu finden denn ein gutes Bild mußte es sein sonst lieber
                    keins, wir konnten gar keinen finden u. da E. Blank sich in den letzten Jahren
                    sehr viel um die Malerkunst bekümmert hat auch die Veranlassung ist daß wir alle
                    Frühjahr eine schöne Kunstausstellung in <pb/> Barmen haben, auch fast alle
                    Maler in Düsseldorf von einigem Ruf kennt, so sprachen wir mit ihm darüber u.
                    meinten er solle einen Maler wählen. Ueber diese Ueberlegungen verging die Zeit
                    u. der Tag der Silb. Hochzeit rückte heran ohne daß der Maler gefunden war. Da
                    ich nun von Marie hörte daß der Tag vorläufig nicht gefeiert werden sollte weil
                    es ihr noch zu schmerzlich sei ihn ohne ihre <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005625 1002969">Marie</persName> zu feiern, so warteten wir noch. Rudolf ließ sich grade in
                    Düsseldorf malen u. E. Blank in Barmen von einem Düsseldorfer Maler wir wollten
                    nun sehen wie die B<supplied cert="high">ild</supplied>er wurden u. fanden das
                    Rudolf’s das beste Bild sei u. E. Blank stimmte auch für den
                    Maler
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M1189388 https://d-nb.info/gnd/117098671">Schäfer</persName> der es
                    gemacht hatte. Grade wie er hierher kommen wollte kam die Kriegserklärung u. ich
                    schob es wieder auf. </p>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Vor beinah 14 Tagen kam er
                    nun hier an u. hat das Bild untermalt <pb/> u. dazu habe ich volle 10 Tage
                    sitzen müssen,
                    in
                    stark
                    14 Tagen will er wieder kommen um es fertig zu machen.
                    Man findet
                    hier daß es ähnlich wird obgleich ich noch <unclear reason="illegible" cert="high">daran auszusetzen</unclear> habe, u. sagt das würde alles mit
                    dem übermalen kommen.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Es freut mich daß Du den
                    Umzug nach London überstanden hast, jetzt wirst Du wol alles in Ordnung haben u.
                    mit Deiner
                    Alten
                    in gewohnter Weise fort leben. Wie sieht es denn mit Deinen Socken aus? Ich kann
                    Dir jeder Zeit wieder welche stricken.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Das schöne Wetter hatten wir
                    auch u. ich konnte nicht allein spazieren gehn sondern auch oft draußen sitzen,
                    seid 8 Tage haben wir aber recht unbeständiges Wetter, der Barometer ist in
                    beständiger Bewegung was mir gar nicht angenehm ist denn ich wollte gern noch
                    acht Tage mit <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007075 1011078">Elise</persName>
                    nach Leutesdorf um da <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005626 1002968">Marie</persName> auf ihrer Burg
                    zu besuchen, wenn das <pb/> Wetter etwas beständiger wird denke ich auch noch
                    dahin zu gehen.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Was nun die Politik betrifft
                    so hoffe ich daß es bald Frieden wird aber auf einen dauernden Frieden können
                    wir doch wol vorläufig nicht rechnen denn Deutschland mag nun Elsas u. Lotringen
                    nehmen oder nicht so werden die Franzosen doch keine Ruhe haben, denn wenn sie
                    schon
                    Genugtuung
                    für Sedan haben wollten, womit sie doch gar nichts zu thun hatten, so werden
                    sie, wenn man ihnen auch Frankreich unverkürzt läßt doch Genugthuung für alle
                    die Schläge die sie jetzt bekommen haben verlangen u. so bald sie sich
                        s<supplied cert="high">o</supplied> weit erholt haben, daß sie sich gehörig
                    rüsten können wird auch der Krieg wieder da sein die Franzosen halten keine
                    Ruhe, auf diesen Fall wäre es aber doch gut wenn Deutschland nicht noch einmal
                    Strasburg u. Metz belagern müßten. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005622 1002957">E. Blank
                        jr.</persName> u. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005627 1002972">Rudolf
                        B.</persName> sind allerdings einige Wochen bei der
                    Barmer <pb/> Colonne gewesen um die Verwundeten vom Schlachtfeld zu tragen u.
                    für die erste Zeit zu unterstützen, auch die großen Sendungen für die Lazarette
                    zu vertheilen, die Barmen dahin abschickte, ich glaube es waren etwas über 30
                    junge Leute die unter der speziellen Leitung des Herrn <unclear reason="illegible" cert="high">Köttchen</unclear>
                    von Barmen standen u.nd selbstständig handeln konnten ohne die Johanitter zu
                    fragen, sie waren in <choice>
                  <sic>
                     <unclear reason="illegible" cert="low">Courseelles</unclear>
                  </sic>
                  <corr cert="high">Courseulles</corr>
               </choice> wo sie ihr haupt Depôt hatten aber dann hatten sie noch zwei andere
                    Stationen <unclear reason="illegible" cert="low">St. Malo</unclear>, die andere
                    weiß ich nicht mehr wo sie Niederlagen hatten. Die Barmer haben fast jede jede
                    Woche 6 bis 8 Wagons dahin abgeschickt, es wurde alles nach Vorschrift eines
                    geschickten Arztes fertig gemacht u. verpackt. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005626 1002968">Marie</persName> schrieb mir als die Jungens zurück gekommen waren sie
                    hätten viel interessantes zu erzählen. Herr Köttcher kam mit ihnen zurück weil
                    er glaubte sie könnten <pb/> jetzt entbehrt werden, 12 junge Leute blieben da,
                    auf jeder Station 4 um die ankommenden Absendungen in Empfang zu nehmen und zu
                    vertheilen. Wir hier in Engelsk. sind auch die ganze Kriegszeit beschäftigt
                    gewesen, zuerst wurde für die Verwundeten gearbeitet und da jetzt davon in
                    Ueberfluß vorhanden ist, so werden Socken, Unterhosen, Hemsen und Leibbinden
                    fertig gemacht. Die armen Truppen haben viel aushalten müssen, man hört es recht
                    wenn man die Briefe ließt die sie schreiben, wir bekommen dergleichen von ihren
                    Angehörigen hier zugeschickt. Besonders vor Metz haben sie anfangs durch das
                    schlechte Wetter viel gelitten und zwar immer Ueberfluß an Fleisch aber Mangel
                    an Brod und Wasser gehabt, jetzt geht es aber besser. Die Franzosen scheinen
                    aber mit ihren Verwüstungen die sie in ihrem eigenen Lande anrichten vom
                    allen
                    Verstand verloren zu haben und was Wahrheit ist kennen sie nicht mehr.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Doch ich muß schließen sonst
                    wird der Brief zu <pb/> lang. Von hier soll ich Dich von Allen grüßen. Schreibe
                    recht bald wieder u. lebe recht wohl.</p>
            <closer>
               <signed>Mit treuer Liebe<lb/>Deine Mutter E.</signed>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>