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            <titleStmt>
                <title><idno>727</idno>Friedrich Adolph Sorge an Karl Marx in London. Hoboken,
                    Dienstag, 21. November 1871</title>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
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                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>IISG</institution>
                        <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                        <idno><idno type="shelfmark">D 4116/D VII 104. <idno><idno type="shelfmark">Fotosign. 11341a–b</idno></idno></idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Blatt weißem Papier. Sorge hat beide Seiten vollständig beschrieben.
                            Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes mit Bleistift oben auf der
                            ersten Seite: „104“ sowie Vermerk „i“.</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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        <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009679 http://d-nb.info/gnd/119040921">Friedrich Adolph Sorge</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002675 https://www.geonames.org/5099133">Hoboken</placeName>
                    <date when="1871-11-21"/>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
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                <opener>
                    <dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> Hoboken, 21. Novbr. 1871.</dateline>
                    <salute sameAs="MBAnrede">Geehrter Freund!</salute>
                </opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Gestern erhielt ich <ref xml:id="ef520fa4-cb0b-4b09-920f-a4cb0b1b095e" corresp="#b7e54391-7d1f-4376-a543-917d1fc37664" type="editorialNote">Ihre zwei Briefe</ref><note xml:id="b7e54391-7d1f-4376-a543-917d1fc37664" corresp="#ef520fa4-cb0b-4b09-920f-a4cb0b1b095e" type="editorial">Marx
                            an <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M8565344">F.
                                A. Sorge, 6.11.1871</ref> und <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M9064165">9.11.1871</ref>.</note>
                    u. die <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/A7ZGGPBB">Resolutionen</bibl>.
                    Herzlichen Dank für die Briefe! Schade, daß sie nicht einen Tag früher ankamen;
                    dann wäre <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9833700">Section 12</orgName> mit Glanz herausgeworfen
                    worden u. <hi rendition="#u">unsern</hi> großprahlerischen Franzosen wäre das
                    Maul gestopft gewesen. <hi rendition="#u">Jetzt</hi> sind Ihre Mittheilungen die
                    glänzendste Rechtfertigung unsrer Handlungsweise u. die Wenigen ehrlichen
                    Irregeleiteten sind unzweifelhaft schon in der nächsten Sitzung wieder bei uns.
                    Section 12 hat uns das Leben so sauer gemacht, daß wir Nichts mehr unternehmen
                    konnten. Diese Intriguanten u. Schwätzer haben so viel Irrthümer, Lügen u.
                    Beleidigungen in die Welt geschleudert, dass ein Miteinanderwirken unmöglich
                    war. Wir hatten <hi rendition="#u">zuletzt</hi> eine entschiedene Mehrheit im
                    Central-Komité, hielten aber Auflösung u. Reorganisation für zweckmäßiger, als
                    etwaige Disciplinar-Beschlüsse. –</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Im neuen Körper werden sehr
                    strenge Prüfungen angeordnet werden für die Aufnahme neuer Sectionen u.
                    wahrscheinlich wird die erste Bedingung sein, dass die aufzunehmende Section
                    wenigstens zu zwei Dritteln aus <hi rendition="#u">Lohnarbeitern</hi> bestehe.
                    Näheres u. Mehr im folgenden Briefe, sowie durch das jedenfalls in der nächsten
                    Sitzung beantragte erklärende Rundschreiben.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Es wundert mich nicht, dass
                    die großmäuligen Franzosen Dummheiten machen, denn ich höre Dasselbe von Genf u.
                        <hi rendition="#u">erfahre</hi> Dasselbe hier. Dass die
                    Bursche
                    aber gegen <hi rendition="#u">Sie</hi> Front machen, ist das größte Stück von
                    Gemeinheit u. Undankbarkeit, was mir vorgekommen u. macht das Gesindel einfach
                    in kurzer Zeit unmöglich. Bitte, theilen Sie mir mit, <hi rendition="#u">Wer</hi> von den französischen Mitgliedern des Generalraths <hi rendition="#u">zuverlässig</hi> ist, damit ich mich hier danach richten u.
                    vielleicht Etwas veranlassen kann. Hier sind die Leutchen natürlich ebenso, mit
                    dem Unterschiede, daß die ältern u. länger hier weilenden Franzosen fast ohne
                    Ausnahme der Schwatz- und Prahlschule angehören, während unter der jüngeren
                    Emigration manch gutes Element – aber noch latent – ist. „<hi rendition="#u">Liberté absolue</hi>
                    <pb/>
                    <hi rendition="#u">de l’individu</hi>“ ist das Feldgeschrei der Wortführer, u.
                    als ich neulich einem ihrer Matadore sagte: „mais, c’est la liberté bourgeoise,
                    la liberté d’exploiter ou de
                    mourir
                    de faim“, antwortete er mir:
                    „Cela
                    ne prend pas avec moi; je suis Proudhonien“. Und so ist es
                    auch. Sie sind Proudhonisten u.
                    „hinc
                    illa ira“ gegen Sie. Jetzt streiten sie sich um ihr
                    Käseblättchen in New York und – Das ist sehr gut, weil dadurch Etwas Klärung in
                    die Geschichte kommt u. das radicale Element sich wahrscheinlich absondern wird.
                    Brüderlichkeit etc. auf den Lippen, ließen sie alle möglichen Beleidigungen u.
                    Beschimpfungen über uns ergehen; „Einigkeit u. Versöhnung“ im Munde hielten sie
                    es mit den elenden Intriguanten v. Sect. 12, u. stießen uns zurück, die wir
                    ihnen hier Achtung verschafft u. den Weg geebnet haben. Nun! wir kennen sie u.
                    wissen, dass sie bald Abbitte thun werden; aber Das versichere ich Sie, daß
                    ihnen eine etwaige Parteinahme gegen <hi rendition="#u">Sie</hi> von uns nie
                    nachgesehen, verziehen werden wird, u. dass in solchem Falle wir sie ihrem
                    Nichts überlassen u. überantworten werden. –</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich schicke Ihnen heute zwei
                        <bibl type="periodika" corresp="">„Woodhull
                        &amp; Claflin“</bibl> v. 21. Oktbr. Morgen hole ich Mehr
                    u. übersende sie Ihnen. Interessirt Sie der dumme <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007277  http://d-nb.info/gnd/116675047">Heinzen</persName> noch, so schreiben Sie es u. ich werde Ihnen von Zeit zu
                    Zeit den <bibl type="periodika" corresp="">Pionier</bibl> schicken. Ich
                    halte es kaum der Mühe werth. – <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005708  http://d-nb.info/gnd/127609342">Borkheim’s</persName>
                    Antwort habe ich erhalten. Danke für Besorgung!</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich kann heute keinen
                    amtlichen Auftrag geben, glaube aber, dass <ref xml:id="d03e55b7-2931-45dc-be55-b7293135dc3f" corresp="#f3c79354-27e5-4ddf-8793-5427e53ddf57" type="editorialNote">1000
                            deutsche u. 500 französische Statutenexemplare</ref><note xml:id="f3c79354-27e5-4ddf-8793-5427e53ddf57" corresp="#d03e55b7-2931-45dc-be55-b7293135dc3f" type="editorial"><bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/C9Q2IRT3">Allgemeine Statuten und Verwaltungsverordnungen der
                                Internationalen Arbeiterassoziation. Amtliche deutsche Ausgabe,
                                revidiert durch den Generalrat ... [1871]. In: MEGA I/22. S.
                                397–415</bibl> und <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/CLZ55W9E">Statuts généraux et règlements administratifs de
                                I'Association Internationale des Travailleurs. Édition officielle,
                                révisée par le Conseil général ... [1871]. In: MEGA I/22. S.
                                379–396</bibl>.</note> hier verkäuflich sind.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Was ist <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006462 http://d-nb.info/gnd/122016599">Eccarius’</persName> Adresse? Warum sind die <ref xml:id="dac54fc5-cc41-42c4-854f-c5cc4132c418" corresp="#e9055e37-93d8-45b4-855e-3793d805b46b" type="editorialNote">Beschlüsse des Generalraths wegen <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9833700">Section 12</orgName></ref><note xml:id="e9055e37-93d8-45b4-855e-3793d805b46b" corresp="#dac54fc5-cc41-42c4-854f-c5cc4132c418" type="editorial"><bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/9N6YFTVG">Resolution of the General Council of the
                                International Workingmen's Association in reply to an application of
                                Section 12 of New York: [Unterzeichnet:] J.George Eccarius,
                                Corresponding Secretary for the U.S.A. In: Woodhull &amp; Claflin's
                                Weekly. New York. Vol. 4. Nr. 36/81, 2. Dezember 1871. S. 3, Sp.
                                1—2</bibl>. (Siehe MEGA I/22. S. 480, 1316–1318.)</note>
                    nicht an uns, an mich geschickt worden? Ersuchen Sie Eccarius oder <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002776">Hales</persName>, mir sie sofort zu senden, da wir schwerlich
                    von S. 12 Etwas erfahren werden, da sie uns auch nie Etwas von ihrer
                    Korrespondenz mit dem Generalrath gesagt haben. – Section 9 (auch <hi rendition="#u">amerikanisch</hi>) will direct mit dem Generalrath in
                    Verbindung treten. Unzweifelhaft <hi rendition="#u">ehrenhafter</hi> an
                    Gesinnung, als S. 12, waren sie doch eifrige Vertheidiger von S. 12 in unsern
                    Kämpfen u. ich ersuche Sie, daher, ein Auge darauf zu haben. –</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift">
                    <signed>Aufrichtig<lb/>der Ihrige<lb/>F. A. Sorge</signed>
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        </body></text>
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