<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="M6202407">
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      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>
               <idno>252</idno>Friedrich Engels an Jenny Marx in Ramsgate. Manchester,
                    Montag, 15. August 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">D 1809/D III 580</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. Engels hat die ersten drei Seiten vollständig
                            beschrieben, die vierte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze
                            Tinte.</p>
                  <p>Von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005553 http://d-nb.info/gnd/118509993">Eduard Bernstein</persName>s Hand:
                            Nummerierung des Briefes auf der ersten Seite oben rechts mit schwarzer
                            Tinte: „502“ bzw. der beschriebenen Seiten mit Bleistift: „61,1–3“,
                            sowie redaktionelle Vermerke und Streichungen.</p>
                  <p>Von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006322 http://d-nb.info/gnd/11945842X">Heinrich Dietz’</persName> Hand:
                            Nummerierung des Briefes: „1225“ auf der ersten Seite oben mit
                            Bleistift.</p>
                  <p>Vermutlich von Dietz auf der ersten Seite oben links mit Bleistift der
                            Vermerk: „B“.</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
            <listWit>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/RDJTHVVL">Erstveröffentlichung:
                            gekürzt: Bw 4 (1913). S. 321–322.</bibl>
               </witness>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/MYHFKSKB">vollständig: MEGA<hi rendition="#sup">1</hi> III/4 (1931). S. 368–369.</bibl>
               </witness>
            </listWit>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004039 http://www.geonames.org/2643123">Manchester</placeName>
               <date when="1870-08-15"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008236 http://d-nb.info/gnd/118578510">Jenny Marx</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003185 https://www.geonames.org/2639660">Ramsgate</placeName>
            </correspAction>
            <correspContext>
               <ref type="prev" target="https://megadigital.bbaw.de/M2759861"/>
            </correspContext>
         </correspDesc>
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            <keywords>
               <term key="M0004068">Frankreich</term>
               <term key="M3079638">Krieg Deutschland-Frankreich</term>
               <term key="M0002997">Journalismus/Publizistik</term>
               <term key="M0002035">Lektüren im Korrespondentenkreis</term>
               <term key="M0002227">Privates - Marx (Familie, Gesundheit, Finanzen)</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> Manchester 15 Aug
                        1870.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Liebe Frau Marx</salute>
            </opener>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">
               <ref xml:id="c08ef7c3-c198-4812-8ef7-c3c19858125c" corresp="#b9b51e84-b727-4585-b51e-84b727f585ee" type="editorialNote">Heute war ich an der Bank die ich dem <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M1054411">Smith</persName> als Reference gegeben</ref><note xml:id="b9b51e84-b727-4585-b51e-84b727f585ee" corresp="#c08ef7c3-c198-4812-8ef7-c3c19858125c" type="editorial">Engels siedelte am 20. September 1870 von
                            Manchester nach London über (siehe
                                <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0483680">E. Dupont an Marx,
                            19.9.1870</ref>
                     ) und war im Vorfeld auf der Suche
                            nach einer Wohnung.</note> &amp; höre da zufällig daß er sich
                    endlich herbei gelassen hat um Auskunft zu fragen, &amp; die ihm gewordene (die
                    Bank wolle den zehnfachen Betrag für mich garantiren, wenns verlangt werde) wird
                    ihm wohl genügen. Ich werde nun also wohl bald von ihm hören. Es ist mir sehr
                    lieb, daß ich nicht erst an den dummen
                    Aristokraten
                    von
                    landlord
                    zu schreiben habe, dessen seat bei Bolton mitten im Fabrikrauch ein ganz kleines
                    Ding zu sein scheint, der Kerl schießt jetzt offenbar
                    grouse
                    auf den Moors in der Nähe &amp; wird grade jetzt in der rechten Stimmung sein,
                    sich mit
                    tenants
                    in Geschäftscorrespondenz zu setzen. Es war offenbar reine Wichtigthuerei von
                    dem Esel. </p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">
               <pb/> Bei den jetzigen
                    franz. Zuständen, wo Alles täglich umkippen kann – &amp; in 8–14 Tagen auch wohl
                    wird – ist es freilich riskant ein Haus auf 3½ Jahr zu nehmen &amp;
                    einzurichten, indeß das muß riskirt werden. Mir scheint die Orléanisten <hi rendition="#u">wollen</hi> jetzt eine von ihnen selbst dirigirte
                    Interims-Republik wie 1848 damit diese sich durch den Friedensschluß blamire
                    &amp; dann die Krone ihren <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Orl<ex>éans</ex>
               </expan> als einziger jetzt möglicher Dynastie zufalle.
                    Dies Spiel kann aber schief gehn.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Das Schlimmste ist – wer
                    soll im Fall einer wirklich revolutionären Bewegung, in Paris an die Spitze
                    treten? <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002475 http://d-nb.info/gnd/118790811">Rochefort</persName> ist der populärste &amp;
                    einzig brauchbare – <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005629 http://d-nb.info/gnd/118663755">Blanqui</persName> scheint
                    vergessen.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Daß <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005417 http://d-nb.info/gnd/118657127">Barbès</persName> todt, ist ein Glück. Der „Bart der Partei“ würde wieder
                    Alles verderben.
                    Enfin,
                    nous verrons.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">
               <ref xml:id="e04d8eb7-096e-4479-8d8e-b7096e64794c" corresp="#a23eec23-ac69-45ca-beec-23ac6915cacb" type="editorialNote">Mit meinen <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/RUT9QI8N">Artikeln</bibl> hab’ ich viel Glück gehabt</ref><note xml:id="a23eec23-ac69-45ca-beec-23ac6915cacb" corresp="#e04d8eb7-096e-4479-8d8e-b7096e64794c" type="editorial">Siehe <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/RUT9QI8N">Friedrich Engels: Notes on the War</bibl>. (<bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/AE939SQE">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> I/21</bibl>. S. 251–476 u.
                            1613–1738).</note>, nämlich das, daß einige kleine Prophezeiungen,
                    die ich im <hi rendition="#u">sichern</hi> Moment machte, noch rechtzeitig in
                    die Presse kamen, <pb/> um erst <hi rendition="#u">nächsten Morgen</hi> durch
                    die Nachrichten bestätigt zu werden. So was ist reines Glück &amp; imponirt dem
                    Philister enorm.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Von wem war
                    der
                        <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/5LRCQ47L">Art<ex>ikel</ex>
               </bibl>
                    neulich <ref xml:id="a1f6ab8a-931f-4457-b6ab-8a931f6457a7" corresp="#a69434d1-74c0-447b-9434-d174c0b47bf0" type="editorialNote">„Von Thunder-ten-<expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Tronck<ex>h</ex>
                     </expan>“</ref><note xml:id="a69434d1-74c0-447b-9434-d174c0b47bf0" corresp="#a1f6ab8a-931f-4457-b6ab-8a931f6457a7" type="editorial">Pseudonym; vermutlich <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M3754974 https://d-nb.info/gnd/118504282">Matthew Arnold.</persName> Siehe <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/38I66UYF">MEW 33 (1966)</bibl>.
                            S. 735 Anm. 170: In der „Pall Mall Gazette“ vom 9. August 1870 war unter
                            dem Pseudonym „Von Thunder-ten-Tronckh“ der als Brief abgefaßte Artikel
                            „England's Position“ veröffentlicht worden. (siehe <bibl type="secondary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/RVLG86K8">The Bibliography of
                                Matthew Arnold</bibl>. Ed. by Thomas Burnett Smart. London 1892, S.
                            51 und <bibl type="secondary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/TREC3B7K">Fraser
                                Neiman: Some Newly Attributed Contributions of Matthew Arnold to the
                                "Pall Mall Gazette"</bibl>. Modern Philology. Vol. 55. No. 2 (Nov.,
                            1957), pp.
                            84–92.</note>
                    worin den engl. Philistern so derb die Wahrheit gesagt wurde? Überhaupt ist es
                    merkwürdig was die Engländer jetzt auf ein Mal für famose Eigenschaften an den
                    Deutschen entdecken, &amp; wie sie alle über den Bonaparte herfallen vor dem sie
                    vor 4 Wochen im Staub lagen. Es gibt kein größeres Lumpengesindel als die
                    honnêtes gens.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich habe leider keine Zeit,
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008229 http://d-nb.info/gnd/118745913">Tussy</persName> heute noch zu schreiben; wollen
                    Sie so gut sein, ihr zu sagen, daß ich an <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007778 http://d-nb.info/gnd/119381311">
                  <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Kugelm<ex>ann</ex>
                  </expan>
               </persName> dieser Tage schreibe &amp; ihm das
                    Betreffende beilege.</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <salute>Meine <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005864 http://viaf.org/viaf/5492147665828360670003">Frau</persName> &amp; ich grüßen Sie Alle aufs Herzlichste
                        &amp; hoffen daß Ihnen die Seekur famos bekommen möge.</salute>
               <signed>Ihr<lb/>F. Engels</signed>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>