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         <titleStmt>
            <title>
               <idno>135</idno>Sigfrid Meyer an Karl Marx in London. Hoboken, Mittwoch, 4.
                    Mai 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">D 3423/D VI 103. Fotosign.
                                13544a–d</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogen weißem Papier. Die ersten drei Seiten
                            sind blau liniert und von Meyer vollständig beschrieben, die vierte
                            Seite weist keine Linierung auf und ist zu drei Vierteln beschrieben.
                            Schreibmaterial: schwarze Tinte. </p>
                  <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes mit Bleistift: „103“. </p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <bibl>RGASPI f. 1 op. 5 d. 2121</bibl>
                  </listBibl>
               </additional>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008348 1019016">Sigfrid Meyer</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002675 https://www.geonames.org/5099133">Hoboken</placeName>
               <date when="1870-05-04"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
            </correspAction>
         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002820">USA (Arbeiterorganisationen, allgemeine politische Lage,
                        Auswanderung in die USA)</term>
               <term key="M0002585">Internationale Arbeiter-Assoziation (IAA, A.I.T.,
                        I.W.M.A.)</term>
               <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
               <term key="M0003389">Deutsche Sozialdemokratie</term>
               <term key="M0002035">Lektüren im Korrespondentenkreis</term>
               <term key="M0002997">Journalismus/Publizistik</term>
               <term key="M0004106">Gewerkschaften</term>
               <term key="M0004815">Irland</term>
               <term key="M0004600">Fenier</term>
               <term key="M0001544">Ökonomie</term>
               <term key="M0002035">Lektüren im Korrespondentenkreis</term>
               <term key="M0002748">„Das Kapital“ (Arbeit an Manuskripten, Veröffentlichung,
                        Rezeption)</term>
               <term key="M0002718">„Das Kapital“ (Fortsetzung)</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <address>
                  <addrLine>
                     <pb/> Adresse: <hi rendition="#u">Box 184 Hoboken N.
                            J.</hi>
                  </addrLine>
                  <addrLine>
                     <hi rendition="#u">U. S.</hi>
                  </addrLine>
               </address>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile"> Spanish Bar, Colorado Territory 4 Mai 1870</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Lieber
                    freund,</salute>
            </opener>
            <p sameAs="MBTextohneEinzug">ich bin seit 3 tagen in den Rocky Mountains und werde
                    für die nächsten monate jedenfalls mit gold und silber-gewinnung aus den sehr
                    reichen erzen dieser gegend beschäftigt sein. Ich habe dafür gesorgt, daß mir
                    alle briefe etc. pünktlich
                    nachgeschikt
                    werden. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010116 1029081">Vogt</persName>
                    arbeitet seit 5 monaten in Flushing (10 miles von N-Y) vielleicht kann er bald
                    eine feste adresse geben. — Besten dank für die bilder; sie haben mir
                    erspart, sie darum zu bitten. — Auch die auskunft über <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006462 http://d-nb.info/gnd/122016599">Eccarius</persName> war mir sehr erwünscht und ich bin für
                    die unterschlagung <ref xml:id="e0d46e71-19d1-4483-946e-7119d1c483d5" corresp="#d7d6d421-74aa-4c71-96d4-2174aacc71bc" type="editorialNote">meines
                            briefes an ihn</ref><note xml:id="d7d6d421-74aa-4c71-96d4-2174aacc71bc" corresp="#e0d46e71-19d1-4483-946e-7119d1c483d5" type="editorial">Nicht
                            bekannt.</note> nur zu dank verpflichtet. Vogt wird ihnen
                    hoffentlich bald einmal näheres über <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">
                  <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Liebkn<ex>echt</ex>
                  </expan>
               </persName> schreiben, welcher in seiner steten
                    geldbedürftigkeit mit vielen unzuverlässigen, halben u.s.w. (z. b. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009679 http://d-nb.info/gnd/119040921">Sorge</persName>) viel zu vertraut ist und der bewegung in
                    Deutschland schon viel geschadet hat. Weil er gewisse leute für seinen
                    geldbeutel braucht, überredet er sich und auch andere, daß sie für die <hi rendition="#u">gute sache</hi> unentbehrlich seien. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005483 http://d-nb.info/gnd/116104198">J. Ph. Becker</persName> sucht auch überall geld für das beste der
                    „menschheit“ heraus zu schlagen; er scheint <ref xml:id="e2d2b8ca-1e6c-4d4e-92b8-ca1e6c5d4e0a" corresp="#a4f5b658-1950-456e-b5b6-581950a56e9e" type="editorialNote">einen
                            ziemlich derben brief</ref><note xml:id="a4f5b658-1950-456e-b5b6-581950a56e9e" corresp="#e2d2b8ca-1e6c-4d4e-92b8-ca1e6c5d4e0a" type="editorial">Nicht bekannt.</note>, den ich ihm über
                    seine zärtlichkeit mit Sorge geschrieben, übel genommen zu haben. Sorge benutzt
                    seine stellung als korresp. sekret. unseres kleinen <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0649308">vereins</orgName>, um sich mit aller welt in verbindung zu setzen und sucht
                    alle am geldbeutel zu fassen; bei <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006324 http://d-nb.info/gnd/118525646">Dietzgen</persName>
                    z. b. hat er angeklopft, um 90 nummern oder mehr
                    seiner
                    schrift zu bestellen.
                    Als
                    General <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006097 http://d-nb.info/gnd/117691593">
                  <hi rendition="#u">Cluseret</hi>
               </persName> vor
                    3 monaten sich in N. Y. als vertreter der Französ. arbeiter breit
                    machte, einen plan zur gründung einer zeitung entwickelte und
                    sich in breitspurigen phrasen ergieng, wurde seine berechtigung in unserm verein
                    angezweifelt und <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">S<ex>orge</ex>
               </expan> beauftragt bei der Chambre fédérale in Paris
                    anzufragen. Das hat er gethan und natürlich noch keine antwort bekommen; wenn
                    die franz. Regierung den brief unterschlagen hat, so sind seine kühnsten träume
                    erfüllt. Gleichzeitig hat er aber an <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009405  http://d-nb.info/gnd/139571175">
                  <hi rendition="#u">Schily</hi>
               </persName> in Paris geschrieben, den er persönlich vor
                    21 jahr. gekannt hat und natürlich eben so verehrt, als <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010299  http://d-nb.info/gnd/117393711">Willich</persName> oder <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010117 http://d-nb.info/gnd/118769014">Carl Vogt</persName> oder
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007277  http://d-nb.info/gnd/116675047">Heinzen</persName>, die alle der menschheit genützt
                    haben. — Cluseret habe ich vor 4 wochen in einer sitzung der <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M7607724">Workingmen’s Union</orgName> (centralkörper der <hi rendition="#u">Englisch</hi> Trades Unions von N-Y City) gesehen; er tritt
                    mit glacehandschuhen auf, wohnt sehr nobel in N-Y und ladet einige hauptführer
                    zuweilen zu sich ein. Dort wurde auch seine vollmacht geprüft und richtig
                    befunden und dann beschlossen, seine bombastische
                    schrift noch einmal
                    drucken zu lassen; einen solchen abdruck im <bibl type="periodika" corresp="">N-Y Democrat</bibl> habe ich nach London geschikt. Vogt
                    wollte mit mir nicht hingehen, weil wir über den burschen schon im klaren waren;
                    er hat durch allerhand manöver einige arbeiter für sich gewonnen und macht nun
                    wind. Wenn er etwas hätte <hi rendition="#u">thun</hi> wollen <pb/> so könnte er
                    die <hi rendition="#u">französ.</hi> arbeiter in N-Y zusammenbringen. Denn die
                    in St. Louis entstandene und in N. Y durch 2 Sectionen vertretene organisation
                    ist <hi rendition="#u">rein</hi> republikanisch; <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002115 http://d-nb.info/gnd/133070549">Pelletier</persName>, den ich kennen lernen wollte, ist dabei doch habe ich
                    ihn noch nicht gesehen. — Die
                    druckschriften
                    habe ich noch 2 stunden vor meiner abreise erhalten; wenn es mir möglich ist,
                    mitte august zum
                    kongreß
                    in Cincinnati zu sein, werde ich guten gebrauch davon machen
                    können. <hi rendition="#u">
                  <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002492">Robert
                        Blissert</persName>
               </hi>, schneider, Irländer, seit 1½ jahr in den U. S.,
                    früher in Paris und London, bekannt mit <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006462 http://d-nb.info/gnd/122016599">Eccarius</persName> und auch mit ihnen, wie er sagt, steht mit den Feniern
                    in verbindung. Er hat im vorigen jahre in <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Philad<ex>elphia</ex>
               </expan> sehr warm für die
                        International<ex>e</ex> gesprochen und auch eindruck gemacht. Im herbst ’69
                    versuchten die arbeiter New Yorks sich <hi rendition="#u">selbsständig</hi> an
                    den wahlen zu betheiligen; ich arbeitete fast bis zu ende mit, obgleich wir
                    viele schnitzer machten, weil ich die personen genau kennen lernen wollte, die
                    an der spitze stehen und <hi rendition="#u">für sich</hi> arbeiten. Blissert zog
                    sich eher zurück, als ich; mit ihm stimte <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002882">Trevellick</persName>, der <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">präsid<ex>ent</ex>
               </expan> der <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001517">N. L.
                        U.</orgName> und seine anhänger in N-Y überein. Er wurde von dem <bibl type="periodika" corresp="">Arbeiter-Blatt</bibl> des herrn <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006365 http://d-nb.info/gnd/116190566">Douai</persName> hart, fast pöbelhaft angegriffen; auch
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002482 http://d-nb.info/gnd/118557513">Jessup</persName>, der sich ganz fern von der
                        <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">politisch<ex>en</ex>
               </expan>
                    thätigkeit hielt, bekam einen hieb. Ich schrieb beiden davon, weil sie sonst von
                    den angriffen nichts erfahren hätten; Jessup drängt sich nicht leicht vor und
                    war still; aber Blissert beschwerte sich und so wurde ich von Douai zur rede
                    gestellt und dabei ergab es sich, daß der neugebackene kommunist <hi rendition="#u">alle</hi> Irländer für verdächtig, falsch etc hielt.
                    (Vielleicht hat er in seinem blatt ein paar tage später die Irländer
                    verherlicht.) Jedenfalls sind die pfahl- und spießbürger, welche in den
                    deutschen vereinen oben an stehen, von bitterem hasse gegen sie erfüllt und
                    dieser von ihnen geschilderte gegensatz liegt den meisten persönlichen
                    reibereien <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">zw<ex>ischen</ex>
               </expan> den Englisch sprechenden arbeitern zu grunde. Nun
                    spielen aber in fast allen vereinen die Irländer eine große rolle; besonders die
                        <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M8988700">Crispinus-Ritter</orgName> (die geheime organisation
                    der fabrik-schuster) gehören fast alle dazu und diese geheime <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">organisat<ex>ion</ex>
               </expan> der
                    Trader greift immer mehr um sich. Es ist hier sehr viel zu thun und ich hoffe,
                    mit der zeit etwas erreichen zu können. Die 6 exemplare der <ref xml:id="ddaac204-eae9-4ace-aac2-04eae9eace59" corresp="#d350fe3a-3e40-463e-90fe-3a3e40c63e0f" type="editorialNote">
                     <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Resol<ex>ution</ex>
                     </expan> über die Irische
                            Amnestie</ref><note xml:id="d350fe3a-3e40-463e-90fe-3a3e40c63e0f" corresp="#ddaac204-eae9-4ace-aac2-04eae9eace59" type="editorial">Für die von Marx verfasste
                            Resolution siehe seinen <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0001224">Brief
                                an Engels vom 18. November 1869</ref> sowie
                            Meeting of the General Council November 16, 1869 (<bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/AE939SQE">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> I/21</bibl>. S. 730.9-26.)</note>
                    erhielt ich 2 tage vor meiner abreise nach Westindien und vertheilte sie; nur
                    Blissert sorgte für <ref xml:id="bd5b0aef-852c-4081-9b0a-ef852c5081c5" corresp="#e7741c7d-eff7-4983-b41c-7deff7098350" type="editorialNote">ihren abdruck in den
                            Irischen blättern New
                            Yorks</ref><note xml:id="e7741c7d-eff7-4983-b41c-7deff7098350" corresp="#bd5b0aef-852c-4081-9b0a-ef852c5081c5" type="editorial">Siehe <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/AE939SQE">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> I/21</bibl>. S. 2033: Über den
                            „Anti-Slavery Standard“ hinaus druckten auch die „Arbeiter-Union“, der
                            „Workingman’s Advocate“ und der „New York Democrat“ die Resolution des
                            Generalrats nach. (Siehe Robert William Hume an Johann Georg Eccarius,
                            25. Januar 1870. IISG, Jung-Nachlaß, Sign. 688.)</note>. Er sprach
                    mich neulich um mehr exemplare an, weil er sie wieder abdrucken lassen will.
                    Seine adresse ist: <hi rendition="#u">20, 4<hi rendition="#sup">th</hi> Avenue
                        New York City</hi>. Gleichzeitig fragte er mich an, ob ich mit <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Eccar<ex>ius</ex>
               </expan>
                    korrespondire; er habe an ihn vor einiger <pb/> zeit geschrieben und keine
                    antwort bekommen. — Ich werde versuchen, den zusammenhang der Irischen und
                    socialen frage in der presse darlegen zu lassen, obgleich <hi rendition="#u">
                  <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001904">Hume</persName>
               </hi>, der für sehr viele
                    zeitungen schreibt, dafür mehr thun kann. — Sie werden erst durch mich,
                    dann durch die redaktion des
                    „New
                    York Workman“ (der mit dem <bibl type="periodika" corresp="">„Boston Workman“</bibl> nahezu identisch
                    ist) exemplare dieses wochenblattes erhalten haben; es ist noch weniger
                    verbreitet, als <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001457">Cameron</persName>s <bibl type="periodika" corresp="">blatt</bibl> in Chicago; doch
                    nimt
                    es vielleicht einen aufschwung. Die Redaktion wünscht einen korrespondenten in
                    London, der über die arbeiterbewegung von <hi rendition="#u">Europa</hi>
                    regelmäßig berichtet. Können sie einen solchen besorgen? An geld wird <hi rendition="#u">nicht viel</hi> gedacht werden können.
                    —<hi rendition="#u" xml:space="preserve"> Hume</hi> habe ich mit Vogt
                    schon im sommer 1868 kennen gelernt; er war früher lehrer gewesen und ich dachte
                    damals an eine Trades’ Union unter den lehrern; wir sprachen etwa 2 stunden
                    zusammen; seine briefe in dem Chicagoer <bibl type="periodika" corresp="">arbeiterblatte</bibl> waren stets besser als die andern; doch fand ich
                    nichts bedeutendes an ihm; er hat wie fast alle <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Amerikan<ex>er</ex>
               </expan> einige
                    lieblings-theorien und schrullen; damals ritt er auf dem „wucher“ herum; er
                    glaubt auch an <ref xml:id="e735a04c-659f-43a1-b5a0-4c659f13a1f6" corresp="#f680d148-f484-4e4c-80d1-48f4843e4c44" type="editorialNote">
                     <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007639 http://d-nb.info/gnd/1049564073">Kellogg</persName>s geldsystem</ref><note xml:id="f680d148-f484-4e4c-80d1-48f4843e4c44" corresp="#e735a04c-659f-43a1-b5a0-4c659f13a1f6" type="editorial">Siehe <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/SJAZK2DX">E. Kellogg:
                                A New Monetary System. New York. 3. Ed. 1868</bibl>.</note>;
                    ist schon ziemlich alt, doch halte ich ihn für zuverlässig. Ich hatte keine zeit
                    ihn aufzusuchen, werde ihm aber schreiben. Ich denke, er erinnert sich meiner
                    und Vogts.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Der ausschnitt aus der <bibl type="periodika" corresp="">Marseillaise</bibl> mit den unterschriften Jubitz und Carl
                    wurde von mir geprüft und ich fand aus, daß in unserm verein (<orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0649308">Allg. deut. Arb. Ver<ex>ein</ex> von N-Y</orgName>) zu dem
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001751">Conrad Carl</persName> gehört, der ursprung zu
                    suchen ist. Von Carl habe ich früher schon geschrieben; er hat meine erwartungen
                    nicht erfüllt und wird fast nur von eitelkeit getrieben, steht uns aber viel
                    näher als <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009679 http://d-nb.info/gnd/119040921">Sorge</persName>. In der <hi rendition="#u">deutschen <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M6629218">Arbeiter-Union</orgName>
               </hi>
                    (centralkörper der Deutschen Trades Unions der stadt N-Y) wurde von dem
                    delegaten unseres vereins (Carl) beantragt, eine dankadresse abzufassen.
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010116 1029081">Vogt</persName> komt nur 3 oder 4 mal im monat nach
                    N-Y und dadurch ist das ding verpfuscht worden. Die kommission bestand aus <hi rendition="#u">Carl</hi>
               <hi rendition="#u">, <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002925">Drury</persName>
               </hi> (der Franzose, der jetzt deutsch gelernt hat und
                    korresp. sekret. der Deutsche<ex>n</ex> Arbeit<ex>er</ex> Union geworden ist,
                    ein oberflächlicher mensch, aber guter sprecher) und <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9981264">
                  <hi rendition="#u">Jubitz</hi>
               </persName> (einem unbedeutenden führer
                    der Deutsch<ex>en</ex> arbeiter) Drury fehlte in den sitzungen der
                        kommiss<ex>ion</ex> und so wurde die adresse von Carl sehr flüchtig verfaßt.
                    Die übergehung der <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004811 https://d-nb.info/gnd/503624-0">Internat<ex>ionalen</ex>
               </orgName>
                    ist um so unverantwortlicher, als die über<pb/>setzung ins Französische von
                    <hi rendition="#u" xml:space="preserve"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002104">Rudolf Starke</persName></hi>
                    aus Basel (der seit 6 oder 7 monaten in N-Y und verfasser der
                    geschichte
                    der Internat. Arb. Ass. in der
                        Arbeit<ex>er</ex>-Un<ex>ion</ex>
                    ist, welche auf geheiß unseres vereins gefertigt wurde) besorgt wurde. —
                    Vogts abwesenheit von N-Y schadet noch viel mehr, als meine.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Ich habe <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010116 1029081">Vogt</persName> eine
                    abschrift
                    ihrer
                    auseinandersetzung über die Irische frage gegeben, damit er
                    sie durchdenke. Auf mich hat bereits <ref xml:id="bdf00ea6-4dcc-441d-b00e-a64dccb41dc9" corresp="#f52a8f63-d195-4b1f-aa8f-63d1959b1fb0" type="editorialNote">der
                            abschnitt
                            im „<bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/PT9GISVC">Kapital</bibl>“</ref><note xml:id="f52a8f63-d195-4b1f-aa8f-63d1959b1fb0" corresp="#bdf00ea6-4dcc-441d-b00e-a64dccb41dc9" type="editorial">
                     <bibl corresp="https://megadigital.bbaw.de/PT9GISVC">Karl Marx:
                                Das Kapital. Bd. 1. Buch 1. Hamburg 1867.</bibl> (<bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/25ETZ5BH">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> II/5</bibl>. bzw. <ref target="http://telota.bbaw.de/mega/#%3Fdoc=MEGA_A2_B005-00_ETX.xml%26book=5%26part=0%26pageNr=1%26startPage=196%26endPage=196%26startLine=8%26endLine=39%26startTerm=%26endTerm=">MEGAdigital</ref>) </note> einen gewaltigen eindruck gemacht,
                    so daß ich auf den gedankengang vorbereitet war. Die thorheit, von den Franzosen
                    für die Arbeiterfrage <hi rendition="#u">alles</hi> heil zu erwarten, habe ich
                    hier gegeißelt, so oft ich konnte und ebenso ist mir klar geworden, daß die
                    ganze Amerik<ex>anische</ex> arbeiterbewegung nur durch die Irländer möglich
                    geworden ist. Nur der Irländer fühlt sich hier als Proletarier ganz abgesehen
                    davon ob er 15 oder 25 Doll<ex>ar</ex> per woche verdient; die Amerikaner wollen
                    alle oben hinauf; die Irländer stehen treu zu ihren mit-arbeitern und werden bei
                    einem strike etc. niemals verräther spielen. Außerdem sind die Irländer gerade
                    so wie die Deutschen nur in den <hi rendition="#u">schlecht</hi> bezahlten
                    geschäften überwiegend; wo die löhne hoch sind, schließen die Amerikaner, die
                    durch ihre logen sehr innig zusammenhalten, dieselben aus.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Können wir von Engels wirklich eine fortsetzung der<ref xml:id="d3941033-14b7-412f-9410-3314b7812f31" corresp="#d732c279-a53a-4ac3-b2c2-79a53a9ac3e6" type="editorialNote">
                     <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/UIFI5RLI">Lage der arb. kl.
                                in Engl.</bibl>
                  </ref><note xml:id="d732c279-a53a-4ac3-b2c2-79a53a9ac3e6" corresp="#d3941033-14b7-412f-9410-3314b7812f31" type="editorial">
                     <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/J2K4EXUD">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> I/4</bibl>. S. 231–504.</note>
                    erwarten?</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Und wie bald hoffen sie den <ref xml:id="f89f0dda-8fce-4724-9f0d-da8fce97244d" corresp="#c432d122-5e16-417f-b2d1-225e16717f96" type="editorialNote">II band</ref><note xml:id="c432d122-5e16-417f-b2d1-225e16717f96" corresp="#f89f0dda-8fce-4724-9f0d-da8fce97244d" type="editorial">
                     <bibl corresp="https://megadigital.bbaw.de/PT9GISVC">Karl Marx:
                                Das Kapital. Bd. 1. Buch 1. Hamburg 1867.</bibl> Siehe Erl. zu
                            „1200 Seiten Manuscript“ in <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0000007">Marx an J. Ph.
                                Becker, zw. 9. u. 15.1.1866</ref>. <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/25ETZ5BH">(MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> II/5)</bibl>. Der geplante zweite Band
                            des „Kapital“ sollte ursprünglich Buch 2 und Buch 3 enthalten. Siehe
                            Karl Marx: Das Kapital. Kritik der politischen Oekonomie. Erster Band.
                            Buch I. Vorwort (<bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/25ETZ5BH">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> II/5</bibl>. S. <ref target="http://telota.bbaw.de/mega/#%3Fdoc=MEGA_A2_B005-00_ETX.xml%26book=5%26part=0%26pageNr=14%26startPage=%26endPage=%26startLine=%26endLine=%26startTerm=%26endTerm=">14</ref>). Die Manuskripte zum zweiten und dritten Buch des
                            „Kapital“, an denen Marx bis zum Ende seines Lebens weiterarbeitete,
                            wurden erst nach seinem Tod von Engels als Band 2 und Band 3
                            veröffentlicht. Ausführlicher dazu siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0004898">hier</ref> (Exkurs zur Fortsetzung des „Kapital“).</note> zu
                    bringen?</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <signed>Ihr<lb/>Sigfrid Meyer.</signed>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>