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         <titleStmt>
            <title>
               <idno>141</idno>Louis Kugelmann an Karl Marx in London. Hannover, Dienstag,
                    10. Mai 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>RGASPI</institution>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">f. 1 op. 5 d. 2123</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem, leicht vergilbtem Papier. Kugelmann hat die vierte und
                            erste Seite vollständig beschrieben. Die übrigen zwei Seiten (Rückseite
                            des Bogens) blieben vermutlich leer. Schreibmaterial: schwarze
                            Tinte.</p>
                  <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes mit Bleistift: „77a“.</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
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            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007778 http://d-nb.info/gnd/119381311">Louis Kugelmann</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001901 http://www.geonames.org/2910831">Hannover</placeName>
               <date when="1870-05-10"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
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         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
               <term key="M0002035">Lektüren im Korrespondentenkreis</term>
               <term key="M0004027">Naturwissenschaften</term>
               <term key="M0003389">Deutsche Sozialdemokratie</term>
               <term key="M0002585">Internationale Arbeiter-Assoziation (IAA, A.I.T.,
                        I.W.M.A.)</term>
            </keywords>
         </textClass>
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   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> Hannover, 10. Mai
                        1870.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Mein lieber
                    Marx!</salute>
            </opener>
            <p sameAs="MBTextohneEinzug">Hätte ich nicht jüngst in <bibl type="periodika" corresp="">„Zukunft“</bibl> u. <bibl type="periodika" corresp="">„Volksstaat“</bibl> Deinen Namen gelesen, wodurch ich
                    beruhigt worden bin, so würde mir Dein langes Schweigen wirklich Sorge gemacht
                    haben. Dies um so mehr, als ich selbst von meiner fatalen Neuralgie noch immer
                    nicht befreit bin, u. man selbst nicht wohl, geneigt ist auch bei Anderen
                    ähnliche Hindernisse vorauszusetzen. — Wenn ich sitze oder liege geht es
                    mir fast ganz gut, doch sobald ich nur wenige Minuten gehe, beginnt das
                    widerwärtige Zucken etc in den Ästen des Nervus ulnaris des rechten Armes. Es
                    ist um aus der Haut zu fahren, und um mir dies zu erleichtern bepflastere ich
                    mich seit 14 Tagen mit spanischen Fliegen. —</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Heute Morgen empfing ich <ref xml:id="e291d316-7bb2-4dec-91d3-167bb27dec09" corresp="#b9644554-cb8a-498b-a445-54cb8a098bc7" type="editorialNote">die
                            Einlage</ref><note xml:id="b9644554-cb8a-498b-a445-54cb8a098bc7" corresp="#e291d316-7bb2-4dec-91d3-167bb27dec09" type="editorial">Nicht bekannt.</note> zur Weiterbeförderung
                    an Dich, wahrscheinlich diesen Weg für sicherer haltend. —</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">In diesen Tagen fiel mir eine Brochüre von <hi rendition="#u">
                  <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007253 http://d-nb.info/gnd/118547305">v. Haxthausen</persName>
               </hi>: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/GUXJSDZ6">„Über den Ursprung u. die
                        Grundlagen der Verfassung in den ehemals slavischen Ländern Deutschlands“
                        Berlin <hi rendition="#u">1842</hi> L. W. Krause</bibl> in die Hände, die
                    mich im hohen Grade deshalb interessirt, weil sie, obgleich in einseitiger, auf
                    die Agricultur bezügliche, Art, <hi rendition="#u">die</hi> historische
                    Anschauung vertritt, welche von Dir erst in bewußter, klarer, universeller Weise
                    entwickelt ist: die Abhängigkeit der politischen, juristischen etc
                    Erscheinungsformen, von den öconomischen Substraten. Ist Dir das Schriftchen
                    bekannt? Sonst will ich es Dir leihen. — Beifolgend: <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0233186 https://d-nb.info/gnd/117494186">Otto Spiegelberg</persName> (NB. Professor der <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">G<ex>e</ex>b</expan>
               <ex>ur</ex>tshülfe in Breslau)
                        <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/V4YG2LVY">„Über das Wesen des
                        Puerperalfiebers“</bibl>. Das Schriftchen dieses
                    grundeitlen Patrons liefert nichts Neues, vertritt aber den heutigen Stand der
                    Theorie. Der Grund, warum ich es Dir schicke ist, Dir zu zeigen, mit welcher
                    frivol-cynischen Gewissenlosigkeit <hi rendition="#u">diese</hi> Herren Bürger
                    mit dem Leben des Proletariats umspringen. <pb/> Pag. 1–2 sagt Verf., daß
                    Assistent u. Hebamme unzweifelhaft 7 Frauen in Lebensgefahr gebracht u. 6 davon
                    getödtet haben. Die Entfernung der <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M4479711">Fiebig</persName>,
                    von der aus die übrigen inficirt wurden, auf die chirurgische Abtheilung u. daß
                    „den Hülfleistenden die strengste Controlle eingeschärft u. auch ausgeführt
                    wurde“ genügte die „<hi rendition="#u">Epidemie</hi>“ sofort abzuschneiden. —
                    Aus der ganzen Schrift, namentlich Pag 1 u. 2. u. 21 ff. beweisen, daß dem
                    Bürger Spiegelberg die Ursachen puerperaler Erkrankungen längst bekannt waren,
                    aber 6 unglückliche, arme Frauen (cf. Pag 21 „Sie kennen Alle den socialen u
                    physischen Zustand (!) der hier Hülfe suchenden Individuen.“) mußten erst
                    hingeopfert werden, ehe der Herr Professor in den „Zustand“ gerieth „die
                    strengste Controlle“ einzuschärfen u. die Hülfeleistenden sie auszuführen. —
                    Welcher „Zustand“ des Denkvermögens in solchen Köpfen. — Klagten die Angehörigen
                    auf pecuniären Schadenersatz, sie könnten diese Brochüre als genügenden
                    materiellen Klagegrund benutzen. —</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Betreff der
                    Beschlüsse
                    der Leipziger Fabrikantentages habe ich <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Liebknecht</persName> aufmerksam gemacht die Arbeiter vor
                    diesem
                    Danaergeschenk
                    zu warnen, das sie in absolute Abhängigkeit von den Fabrikanten u. deren
                    communalen Ausdruck bringen würde. Ich erinnerte ihn an Deine, bei Gelegenheit
                    der Knappschafts-Vereine in Lugau ausgesprochenen Grundsätze. —</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008553 http://d-nb.info/gnd/118586416">Bonaparte</persName> u. Cons.
                    haben sich durch das Plebiscit den Bauch aufgeschlitzt. Bei diesen Machtmitteln
                    der Regierung hätte ich im Seine-<expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Departem<ex>ent</ex>
               </expan> dennoch kein solch’ vernichtendes Resultat
                    erwartet. — Die <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004811 https://d-nb.info/gnd/503624-0">„Internationale“</orgName> wird dafür
                    büßen müssen u. die Bourgeoisie wird dazu applaudiren. —</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <salute>Meine <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007777 1015601">Frau</persName> und <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007776 http://viaf.org/viaf/887144647720821499639">Fränzchen</persName> grüßen herzlich. — Laßt doch bald von Euch hören.
                        —</salute>
               <signed>Stets Dein<lb/>treu ergebener<lb/>L.
                    Kugelmann<lb/>Dr</signed>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>