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                <title><idno>17</idno>Natalie Liebknecht an Karl Marx in London. Leipzig, Mittwoch,
                    18. Januar 1871</title>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
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                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
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            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                        <institution>RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 5 d. 2246</idno></idno>
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                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. Wasserzeichen: „<hi rendition="#mPrint">St·Ma[rgarets] / W JOY</hi>[…] / […]“. Natalie Liebknecht hat die
                            ersten drei Seiten vollständig und die vierte zu einem Drittel
                            beschrieben. Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Jahresvermerk „1871“ oben auf der ersten Seite mit
                            Blaustift.</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007982 http://d-nb.info/gnd/122700821">Natalie Liebknecht</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003610 http://www.geonames.org/2879139">Leipzig</placeName>
                    <date when="1871-01-18"/>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
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                    <term key="M0003389">Deutsche Sozialdemokratie</term>
                    <term key="M0832711">Leipziger Hochverratsprozess (1872)</term>
                    <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
                    <term key="M0003714">Preußen</term>
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                <opener>
                    <dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> 18/1 71 Mittwoch Abend</dateline>
                    <salute sameAs="MBAnrede">Verehrter Herr!</salute>
                </opener>
                <p sameAs="MBTextohneEinzug">Nehmen Sie meinen herzlichsten, besten Dank für Ihre
                    freundlichen Zeilen. Ich schreibe erst heute, weil ich vorher meinen <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Mann</persName> sprechen wollte, was jede Woche nur ein Mal,
                    Mittwoch Nachmittag 3½ Uhr, in Gegenwart des Untersuchungsrichter’s, sein darf.
                    Er läßt Sie u. Ihre werthe Familie herzlich grüßen u. wünschte zu wissen, ob
                    Ihre Frau Tochter <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007809 http://d-nb.info/gnd/118725904">Laura</persName> noch in Paris
                    sei.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">In Betreff der Untersuchung glaubt er, nachdem er schon
                    häufig stundenlang verhört wurde, daß sich so wenig, resp. gar kein haltbares
                    Material zur öffentlichen Verhandlung ergeben u. deßhalb wahrscheinlich, zu
                    seinem Bedauern, die Sache im Sand <pb/> verlaufen würde. Wäre die Untersuchung
                    überhaupt nur erst geschlossen. Je länger die Haft meines Mannes dauert, je
                    einsamer u. verlassener fühle ich mich u. nur meine vollständigste innerste
                    Uebereinstimmung mit dem von ihm behaupteten u. vertretenen Standpunkt u. die
                    Beweise von Anerkennung u. Theilnahme von Seiten bewährter Freunde, halten
                    meinen Muth aufrecht.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Wenn es Ihnen, in der That gelänge, die <ref xml:id="f382c0a6-7751-4ee1-82c0-a67751fee151" corresp="#d7f3686c-207e-422e-b368-6c207ef22e3e" type="editorialNote">Persönlichkeit des Londoner Biedermännischen
                            Correspondenten festzustellen</ref><note xml:id="d7f3686c-207e-422e-b368-6c207ef22e3e" corresp="#f382c0a6-7751-4ee1-82c0-a67751fee151" type="editorial">Siehe
                                <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M6246754">N. Liebknecht an Engels, 8.1.1871</ref> und
                            Erl.</note>, so würde das von großem Interesse sein u. vielleicht
                    auch ein wichtiges Moment für die Untersuchung werden. Dem Großstaat Preußen,
                    diesem Sitz der Bildung, Civilisation, Humanität u. Freiheit, genügt es nicht,
                    über sein eigenes Land ein Netz von Polizeispionen ausgebreitet zu haben, es
                    bedarf, zu seiner Sicherheit, solcher auch noch in andern Ländern. </p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug"><pb/>
                    Im
                        „<bibl type="periodika" corresp="">Volksstaat</bibl>“ werden Sie
                    gelesen haben, daß <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003248 http://d-nb.info/gnd/11851069X">B<ex>iedermann</ex></persName></expan> alle Ursache hat zu bereuen, den
                    Denunzianten gemacht zu haben, er glaubte es in einem Augenblick, wo er die
                    scharfe Feder meines <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Mannes</persName> nicht zu
                    fürchten hat, ungestraft thun zu können.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Wegen <ref xml:id="f95309ac-754c-41b9-9309-ac754c41b95c" corresp="#c15e6285-d5b4-4c7f-9e62-85d5b42c7f68" type="editorialNote"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008571 http://d-nb.info/gnd/118587102">Net.</persName></ref><note xml:id="c15e6285-d5b4-4c7f-9e62-85d5b42c7f68" corresp="#f95309ac-754c-41b9-9309-ac754c41b95c" type="editorial"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008571 http://d-nb.info/gnd/118587102">Sergej Gennad’ievič Nečaev</persName>.</note>
                    habe ich Herrn <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007347 http://d-nb.info/gnd/1054241228">Hirsch</persName>
                    das Nöthige mitgetheilt, grade wie Sie, beurtheilte ihn neulich
                    eine junge
                    Russin, die ich über ihn fragte.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005471 http://d-nb.info/gnd/119454025">Frau Bebel</persName> u. ich
                    sagen Ihnen wärmsten Dank, für die gesendeten 5 £., für mich kamen sie grade im
                    geeigneten Moment. Ueber die pecuniären Verhältnisse meines <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Mannes</persName> brauche ich Ihnen Nichts zu sagen, Sie
                    wissen, daß unsere Einnahme aufhört, sobald seine Feder ruht. Fr. B<ex>ebel</ex>
                    kann ihren <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005470 http://d-nb.info/gnd/118507893">Mann</persName>, wenigstens theilweise im
                    Geschäft, vertreten, ich leider nicht. Wünschen Sie eine Quittung über den
                    Empfang <pb/> des Geldes od. kann sie uns erspart werden?</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><salute>Empfangen Sie die Versicherung meiner aufrichtigsten
                    Verehrung u. seien Sie, nebst Ihrer Frau <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008236 http://d-nb.info/gnd/118578510">Gemahlin</persName> u. Ihren Frl. Töchter, herzlichst gegrüßt von den Kindern</salute><signed>u. Ihrer ergebenen<lb/>Natalie Liebknecht.</signed> </closer>
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