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            <titleStmt>
                <title><idno>94</idno>Gustav Schmalz an Friedrich Engels in London. London,
                    Dienstag, 28. März 1871</title>
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                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
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            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                    <msIdentifier>
                        <institution>IISG</institution>
                        <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                        <idno><idno type="shelfmark">L 5555. Fotosign. 12392a–b</idno></idno>
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                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. Schmalz hat alle vier Seiten vollständig
                            beschrieben: Schreibmaterial: schwarze (o. braune ?) Tinte, stark
                            ausgeblichen.</p>
                        <p>Archivsignatur des SPD-Archivs auf der ersten Seite: „Ⅱ 21 I 98“.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes oben auf der ersten Seite
                            mit Bleistift: „199“.</p>
                    </physDesc>
                    <additional>
                        <listBibl>
                            <bibl>RGASPI f. 1 op. 5 d. 2297</bibl>
                        </listBibl>
                    </additional>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M7632285">Gustav Schmalz</persName>
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                    <date when="1871-03-28"/>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
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                <keywords>
                    <term key="M5289031">Textilindustrie</term>
                    <term key="M0002134">Privates - Engels (Familie, Geschäfte, Reisen)</term>
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    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> 57 Gloucester Street<lb/>Commercial
                        Road East<lb/>London, 28<hi rendition="#sup">th</hi> March
                        1871</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Geehrter Herr
                    Engels!</salute></opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Von der bittersten Noth
                    gedrängt erlaube ich mir an Ihr geneigtes Wohlwollen zu appelliren. Wenn nicht
                    von früheren Jahren so werden Sie jedenfalls vom Jahre 1849 Sich meiner
                    erinnern. Ich machte damals unterm Komando von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9503915">Carl
                        Jansen</persName> den Zug nach den Gräfrather Zeughause mit. Ich führte
                    Ihnen bei <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M6470739">Jung
                        auf Haus Hammerstein</orgName> den schönen Fuchs vor, den
                    Sie mit dem schweren Karrengaul vertauschten. Auch war ich zugegen, wie Ihnen
                    auf unserem Rückzuge in Vohwinkel von dem reactionären <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M8992939">Wülfing</persName>
                    der Degen entrissen wurde</p>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Im Jahre 1850 stand ich
                    deßhalb vor den Assisen wurde aber frei gesprochen. In <pb/> Folge dessen mit
                    meiner Familie zerfallen fand ich mich mit meinen Geschwistern ab und ging nach
                    London, wohin ich zwei Jahre später meine liebe <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M5853328">Frau</persName>, geborene Klier, mit fünf Kindern nachkommen ließ. Hier hat
                    es mir nun abwechselnd gut und schlecht ergangen, bis mich vor 10 Jahren das
                    schreckliche Unglück traf, daß meine arme Frau in Folge ihrer Niederkunft mit
                    dem achten Kinde ihrer Geisteskräfte beraubt wurde, und befindet sich dieselbe
                    noch heute in der Irrenanstalt. Dazu verlor ich meine Stelle als
                    Wasserklerk
                    durch das
                    Falliment
                    meiner Principale
                    Stern
                    &amp; Lövinsohn, wodurch ich mich
                    genöthigt sah mit meinen älteren Kindern das Blumenmachen anzufangen, wovon ich
                    Ihnen eine Probe beifüge. Während dieser Zeit ist es mir durch unausgesetzten
                    <pb/> Fleiß ermöglicht gewesen meine zahlreiche Familie ohne Mutter anständig zu
                    ernähren. Doch dieser grausame Krieg hat mich total ruinirt, da meine
                    Hauptarbeitgeber (zwei Franzosen) seit Beginn desselben mir ihre Aufträge
                    gänzlich entzogen, um mich brodlos zu machen, und sind es jetzt sechs volle
                    Monate, daß ich mit meinen 7 Kindern fast keinen Farthing verdient habe. Nun hat
                    sich ein früherer Werkführer des Einen etablirt und mir bereits schon
                    Bestellungen gemacht, auch fernerhin Arbeit versprochen. Es fehlen mir indeß die
                    nöthigen Mittel die erforderlichen Stoffe zu beschaffen, und da 6 bis 7 £
                    hinreichen mich in den Stand zu setzen meine Familie vor dem Workhouse zu
                    bewahren so darf ich mich wohl der Hoffnung hingeben, daß <pb/> Sie einem Barmer
                    Bürger Ihre geneigte Hülfe nicht versagen werden, zumal ich von Ihren
                    menschenfreundlichen Gesinnungen überzeugt bin. Ich könnte das Geld vielleicht
                    hier zusammen bekommen, aber ich will lieber hungern, als einem Pfaffen meine
                    Noth klagen, und ohne dies würde es mir schwerlich gelingen. Ich werde bei
                    beständiger Arbeit innerhalb zwei Monate im Stande sein Ihnen das Geld, was ich
                    nur als eine Anleihe betrachte, zurück zu zahlen. Da schnelle Hülfe überhaupt
                    nur eine Hülfe für mich sein kann, so sehe ich Ihrer baldigen, geneigten Antwort
                    harrend entgegen und verbleibe mit Hochachtung Ihr dankbar</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><signed>ergebener<lb/>Gustav Schmalz</signed> </closer>
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