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         <titleStmt>
            <title>
               <idno>24</idno>Friedrich Engels an Carl Klein und Friedrich Wilhelm Moll in
                    Solingen. Manchester, Dienstag, 8. Februar 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>Bundesarchiv (Berlin-Lichterfelde) (SAPMO)</institution>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">SGY 31/7479</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus zwei Blatt
                            weißem Papier. Drei Seiten sind vollständig beschrieben (die dritte
                            quer), die letzte Seite blieb vermutlich leer. Schreibmaterial: schwarze
                            Tinte.</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
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               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/W8Y9K2H8">Erstveröffentlichung:
                            gekürzt: Bor'ba klassov. No. 5, 30. September 1931. S. 99.</bibl>
               </witness>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/NLYXHEPM">vollständig: in
                            russischer Übersetzung: МЭС1 26 (1935). S. 39–41.</bibl>
               </witness>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/K8KTQYAL">in englischer
                            Übersetzung: MECW 43 (1988). S. 420–421.</bibl>
               </witness>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/38I66UYF">in der Sprache des
                            Originals: MEW 32 (1965). S. 646–648.</bibl>
               </witness>
            </listWit>
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      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004039 http://www.geonames.org/2643123">Manchester</placeName>
               <date when="1870-02-08"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007684 1015030">Carl Klein</persName>
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002681">Friedrich Wilhelm Moll</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002443 http://www.geonames.org/2831580">Solingen</placeName>
            </correspAction>
            <correspContext>
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               <ref type="prev" target="https://megadigital.bbaw.de/M0001235"/>
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         </correspDesc>
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            <keywords>
               <term key="M0003380">Genossenschaften</term>
               <term key="M0001907">Arbeiterparteien und -vereine</term>
               <term key="M6951087">Revolution 1848/49</term>
               <term key="M0003389">Deutsche Sozialdemokratie</term>
            </keywords>
         </textClass>
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   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> 86, Mornington St. Stockport Road<lb/>Manchester, 8<hi rendition="#sup">ten</hi> Febr. 1870.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Liebe Freunde</salute>
            </opener>
            <p sameAs="MBTextohneEinzug">Ich muß sehr um Verzeihung bitten daß ich Ihren <ref xml:id="bbbc5ca4-52e4-49bc-bc5c-a452e4e9bc20" corresp="#bd083e0a-d7c5-4cda-883e-0ad7c5dcda83" type="editorialNote">
                     <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0001235">Brief vom
                            3 Dezbr</ref>
                  </ref><note xml:id="bd083e0a-d7c5-4cda-883e-0ad7c5dcda83" corresp="#bbbc5ca4-52e4-49bc-bc5c-a452e4e9bc20" type="editorial">
                     <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0001235">C.
                                Klein und Fr. W. Moll an Engels,
                            3.12.1869</ref>.</note> bis heute unbeantwortet
                    gelassen habe. Meine Entschuldigung ist nur, daß ich gerne etwas recht
                    angenehmes schreiben wollte &amp; daher mich auch sonst im Interesse der
                        <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001655">Genossenschaft</orgName> erst umsehen mußte. Wenn
                    ich nun auch keine sehr erfreulichen Nachrichten habe, so ist das, wie Sie sehen
                    werden, nicht meine Schuld.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Ich habe Solingen noch von Anno 48 &amp; 49 her in gutem
                    Gedächtniß. Nicht nur waren die Solinger Arbeiter damals die am weitesten
                    entwickelten &amp; die entschiedensten der Rheinprovinz, wie sich auch bei der
                    Elberfelder Geschichte zeigte; ich selbst bin ihnen persönlich zu besonderm Dank
                    verpflichtet, denn die Solinger Kolonne, mit der ich nach Elberfeld zog,
                    unterstützte mich &amp; schützte mich dort gegen den feigen &amp;
                    verrätherischen Sicherheitsausschuß der „radikalen“ Bourgeois. Ohne die Solinger
                    hätten diese Bourgeois mich <ref xml:id="b38aa2ce-32ca-4fd2-8aa2-ce32ca0fd255" corresp="#eccabb97-8ff3-4790-8abb-978ff3d79054" type="editorialNote">einspunden</ref><note xml:id="eccabb97-8ff3-4790-8abb-978ff3d79054" corresp="#b38aa2ce-32ca-4fd2-8aa2-ce32ca0fd255" type="editorial">Siehe <ref target="https://www.dwds.de/wb/einspunden">„einspunden“</ref>, bereitgestellt durch das
                            Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, abgerufen am
                            10.01.2023. </note> lassen, wo ich dann wahrscheinlich als
                    Sühnopfer den Herren Preußen zurückgelassen worden wäre. Auch weiß ich recht gut
                    daß die Solinger während der ganzen Zeit der <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007873 http://d-nb.info/gnd/118569910">Lassalle</persName>schen Triumphzüge sich nicht als Zöglinge der neuen
                    Lehre, sondern als Leute benommen haben, die schon seit Jahren der
                    sozialistischen Bewegung angehörten, die sich zwar dem neuen Verein <subst>
                  <del rendition="#s">ange<ex>schlossen</ex>
                  </del>
                  <add place="across">anschließen</add>
               </subst> konnten, aber Nichts von ihm zu lernen brauchten. Und ebensogut weiß
                    ich daß Freund <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007684 1015030">Klein</persName>, grade als Lassalle wie
                    ein Messias vergöttert wurde, den Muth hatte ihn &amp; die Arbeiter daran zu
                    <pb/> erinnern daß die Leute von der <bibl type="periodika" corresp="">Neuen
                        Rhein. Zeitung</bibl> doch auch schon Einiges zur
                    Selbständigmachung der Arbeiter beigetragen hätten.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Demgegenüber war es mir doppelt schmerzlich daß meine
                    eignen Mittel mir nicht erlauben der <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001655">Genossenschaft</orgName> in einer Weise unter die Arme zu greifen die ihr
                    von besonderm Nutzen sein könnte. Mein Bischen Geld liegt so fest daß ich beim
                    besten Willen – &amp; sicher wenigstens für die nächsten Jahre – nicht daran
                    kommen kann, selbst nicht für meine persönlichen Zwecke. Ich kann also nur über
                    meine Einkünfte verfügen, und die sind auch nicht brillant für hiesige
                    Verhältnisse. Um aber doch wenigstens meinen guten Willen zu beweisen, lege ich
                    inliegende <hi rendition="#u">Thl. 50.–</hi> in einer preuß. Banknote
                        I. Lit. C. N<hi rendition="#sup">o</hi> 108,126 bei und bitte mir den
                    betreffenden Obligationstitel dagegen einzusenden, die Zinsen aber nicht mir,
                    sondern dem Reservefonds der Genossenschaft gutzuschreiben.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Ich habe mich nun mit Marx, mit dem ich die Sache besprochen, umgesehen ob wir nicht
                    sonst wie Geld für die <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001655">Genossenschaft</orgName>
                    auftreiben könnten. Marx kennt auch Leute, die Mittel besitzen, und bei denen
                    guter Wille vorausgesetzt werden darf. Aber der Mann durch den wir die Sache
                    einfädeln müßten, ist auf mehrere Monate verreist &amp; <hi rendition="#u">bis
                        dahin</hi> Nichts zu machen. Wir haben nun Folgendes vor: Falls es uns
                    gelingt diese Leute für diese Sache zu interessiren, sie aufzufordern Jemand
                    nach Solingen zu schicken um den Stand der Genossenschaft selbst zu prüfen. Es
                    wäre dann nöthig daß dem Betreffenden alle Bücher &amp; Belege vorgelegt, alle
                    nöthigen Aufklärungen mit der größten Offenherzigkeit gegeben <pb/> würden. Denn
                    anders kann man nicht verlangen daß Leute Geld in ein Geschäft stecken, &amp;
                    wenn ich selbst in der Lage wäre eine größere Summe vorzuschießen, so würde ich
                    vorher nach Solingen kommen und denselben Anspruch machen. In Geschäftssachen
                    hat Jeder die Pflicht, selbst zuzusehn, denn Jeder kann sich täuschen &amp;
                    besonders Jemand der bei einer Sache interessirt ist. Zudem würde ein solcher
                    Mann – der selbstredend in Solingen stockfremd sein würde – sein Ehrenwort zu
                    geben haben daß er von den zu machenden Mittheilungen durchaus keinen Gebrauch
                    macht. Und wenn dann der Mann von der Solidität des Geschäfts und der
                    Vertrauenswürdigkeit der Geschäftsführung sich überzeugt hat, so hoffen wir daß
                    eine hübsche Summe an Obligationen aufgenommen werden wird.</p>
            <p sameAs="MBTextmitEinzug">Ich gebe Ihnen dies natürlich nur als unsern
                    Operationsplan, &amp; möchte nicht daß Sie sich schon jetzt große Hoffnungen
                    darauf hin machten, denn es ist ja klar, daß wir über das Geld anderer Leute
                    <ref xml:id="cf74995a-b59e-45aa-b499-5ab59ef5aa04" corresp="#a02a8640-00c1-4af7-aa86-4000c10af78f" type="editorialNote">platterdings</ref><note xml:id="a02a8640-00c1-4af7-aa86-4000c10af78f" corresp="#cf74995a-b59e-45aa-b499-5ab59ef5aa04" type="editorial">Siehe <ref target="https://www.dwds.de/wb/platterdings">„platterdings“</ref>, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der
                            deutschen Sprache, abgerufen am
                            10.01.2023.</note> nicht verfügen können. Ich möchte um Alles in
                    der Welt nicht daß die <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001655">Genossenschaft</orgName> auf
                    dergleichen Aussichten hin, die sich frühstens ja erst in Monaten, vielleicht
                    aber auch gar nicht verwirklichen, sich in Geschäfte
                        <unclear reason="illegible" cert="high">einließe, wodurch
                        ihre</unclear> Mittel festgelegt würden &amp; sie selbst
                    in Verlegenheit käme. Ich kann eben nur versprechen daß wir in dieser Sache
                    unser Möglichstes thun werden, &amp; bleibe, mit besten Wünschen für das
                    Gedeihen der Genossenschaft &amp; das Wohlergehn aller Mitglieder</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <salute>mit Gruß &amp; Handschlag</salute>
               <signed>Friedrich
                    Engels</signed>
            </closer>
            <postscript>
               <p>Meine Adresse ist jetzt wie vorstehend. </p>
            </postscript>
         </div>
      </body></text>
</TEI>