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            <titleStmt>
                <title><idno>84</idno>Natalie Liebknecht an Karl Marx in London. Leipzig,
                    Donnerstag, 16. März 1871</title>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
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            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                        <institution>RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 5 d. 2289</idno></idno>
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                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. N. Liebknecht hat drei Seiten vollständig
                            beschrieben, die vierte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze
                            Tinte.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Datumsvermerk auf der ersten Seite mit Blaustift:
                            „16 Ⅲ 71“.</p>
                    </physDesc>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007982 http://d-nb.info/gnd/122700821">Natalie Liebknecht</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003610 http://www.geonames.org/2879139">Leipzig</placeName>
                    <date when="1871-03-16"/>
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                <correspAction type="received">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
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                <keywords>
                    <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
                    <term key="M0003389">Deutsche Sozialdemokratie</term>
                    <term key="M0002227">Privates - Marx (Familie, Gesundheit, Finanzen)</term>
                    <term key="M0004559">Deutsche Parlamentsangelegenheiten</term>
                </keywords>
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    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> 16/3 71</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Verehrter Herr!</salute></opener>
                <p sameAs="MBTextohneEinzug">Um <ref xml:id="e8bbba2a-1fb5-41c1-bbba-2a1fb5e1c166" corresp="#fade8661-f585-4caa-9e86-61f5855caa92" type="editorialNote">Ihrem Wunsche</ref><note xml:id="fade8661-f585-4caa-9e86-61f5855caa92" corresp="#e8bbba2a-1fb5-41c1-bbba-2a1fb5e1c166" type="editorial">Siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M9887487">Marx an N.
                                Liebknecht, 2.3.1871</ref>.</note>, in Betreff des
                    stenographischen Bericht’s, entsprechen zu können, wendete ich mich an H<hi rendition="#sup">n</hi>
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004250 http://d-nb.info/gnd/117290076">Guido Weiss</persName>, der mir heute beifolgende
                    Einlage schickte.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Für <ref xml:id="ff3b8d25-7a82-40e8-bb8d-257a82e0e81f" corresp="#b410b57d-0e71-4ff2-90b5-7d0e715ff2a3" type="editorialNote">Ihren letzten
                            Brief</ref><note xml:id="b410b57d-0e71-4ff2-90b5-7d0e715ff2a3" corresp="#ff3b8d25-7a82-40e8-bb8d-257a82e0e81f" type="editorial">Marx an N. Liebknecht,
                            2.3.1871.</note> sage ich Ihnen herzlichen
                    Dank. Was ich Ihnen über „große Dummheiten“ die in Braunschweig gemacht worden
                    seien, schrieb, bezieht sich lediglich auf Briefe, die die Herrn unter sich
                    gewechselt haben u. worin, in der That tolle Vorschläge gemacht worden waren,
                    wohl nur momentane Eingebungen, aber immerhin im höchsten Grad thöricht.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Ueber die Wahlen haben Sie das Nähere wohl im <bibl type="periodika" corresp="">Volksstaat</bibl>
                    <pb/> gelesen. Im Wahlkreis meines <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Mannes</persName>
                    wurde die Agitation bis zur letzten Zeit verschoben u. dann fing man an lebhaft
                    in den Orten zu agitiren, deren mein Mann sicher war, statt in solche zu gehen,
                    die hätten bearbeitet werden müssen. Kurz man hat große Fehler gemacht, Gegnern
                    gegenüber, die ihre Agitation organisirt hatten. Außerdem soll, wie mein Mann
                    aus sichrer Quelle weiß, schon vor 1½ Jahre von Berlin über Dresden die Weisung
                    gekommen sein, keine Mittel zu scheuen die Wahl meines Mannes zu hintertreiben.
                    Und sie haben ihren Zweck erreicht. Ob Herr <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005470 http://d-nb.info/gnd/118507893">Bebel</persName> vom Reichstag reklamirt wird, wird vielfach <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">bezweif<ex>el</ex>t</expan>, im
                    bejahenden Fall, werden Untersuchungsrichter u. <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Staat<ex>s</ex>anwalt</expan> auch auf Freilassung
                    der beiden andern Herrn gegen Caution antragen. Heute steht in der Zeitung, daß
                    sie auf „vorbereitende Handlungen zum Landesverrath“ sollten angeklagt werden,
                    doch glaube ich nicht, daß es wahr ist. </p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug"><pb/> Gestern entnahm die „<bibl type="periodika" corresp="">Dt.
                        All. Z.</bibl>“, der <bibl type="periodika" corresp="">Magdeburgischen Z.</bibl>
                    <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">ein<ex>en</ex></expan> Artikel
                    aus Leipzig datirt, worin es heißt, „daß die hier inhaftirten Socialdemokraten,
                    grade solche Scenen beabsichtigt hätten, wie sie jetzt in Zürich vorgekommen
                    seien“. Adv. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002639">Freytag</persName> hat sofort beide
                    Zeitungen verklagt. Die Internationalen, die Sozial-Demokraten müssen jetzt für
                    jeden Exceß, für jede Ungesetzlichkeit einstehen. Die National-Liberalen sind in
                    ihren Denunziationen ehr- u. schamlos. Der Proceß hier wird wohl in der ersten
                    Hälfte des April zur Verhandlung kommen. Mit jedem Tage wächst meine Sehnsucht
                    nach der Freilassung meines <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Mannes</persName>, neben
                    den vielen Alterationen u. Aufregungen, muß man sich auch gar manche peinliche
                    Indiscretion gefallen lassen. Bis jetzt sind die Herrn im Ganzen wohl gewesen,
                    doch fürchte ich, sie halten es Alle nicht mehr lange aus. –
                    Ihr
                    Frl. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008235  http://d-nb.info/gnd/118728997">Tochter</persName> ist hoffentlich entschieden auf
                    dem Weg der Besserung u. wünsche ich ihr von Herzen recht
                    baldige völlige Wiederherstellung.</p>
                
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><salute>Mit der Bitte mich Ihrer ganzen Familie bestens zu
                    empfehlen,</salute><signed>bleibe ich mit
                    besonderer Hochachtung<lb/>Ihre<lb/>Natalie Liebknecht.</signed></closer>
                <postscript>
                    <p>Mein <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Mann</persName> grüßt herzlich </p>
                </postscript>
            </div>
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