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            <titleStmt>
                <title><idno>133</idno>Friedrich Engels an Wilhelm Liebknecht in Leipzig. London,
                    Donnerstag, 20. April 1871</title>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>Standort Orig. nicht bekannt; Kopie: RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 1 d. 2801</idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Soweit
                            aus der s/w-Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus zwei Blatt
                            Papier. Engels hat zwei Seiten vollständig und die dritte Seite zu zwei
                            Dritteln beschrieben; die vierte Seite ist vermutlich leer.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung der Seiten: „10“, „11“, „12“ (Brief);
                            „12a“ „12b“ (Beilage).</p>
                        <p/>
                    </physDesc>
                </msDesc>
                <listWit>
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/VF98EVNG">Erstveröffentlichung: in
                            russischer Übersetzung: Archiv K. Marksa i F. Engel'sa. Bd. I (VI).
                            Moskau 1932. S.
                            13–15.</bibl>
                    </witness>
                    
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/ST2LNNFT">in der Sprache des
                            Originals: Briefe an A. Bebel, W. Liebknecht, K. Kautsky und Andere
                            (1933). S. 20–22.</bibl>
                    </witness>
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/T7P7CRLH">in der Sprache des
                            Originals: Die I. Internationale in Deutschland (1964). S.
                            577–579.</bibl>
                    </witness><witness>
                        <bibl corresp="https://megadigital.bbaw.de/38I66UYF">in der Sprache des Originals: МEW 33 (1966). S. 213–214.</bibl> </witness>
                </listWit>
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        </fileDesc>
        <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
                    <date when="1871-04-20"/>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Wilhelm Liebknecht</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003610 http://www.geonames.org/2879139">Leipzig</placeName>
                </correspAction>
                <note>Die Beilage („Ich lege Dir den Ausschnitt bei ...“) ist überliefert. Siehe
                    Erl.</note>
            </correspDesc>
        </profileDesc>
        
    </teiHeader>
    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener>
                    <dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> 122 Regent’s Park Road, N.W.<lb/>London
                        20. April 1871.</dateline>
                    <salute sameAs="MBAnrede">Lieber Liebknecht</salute>
                </opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Ich habe Dir heute in Aller
                    Eile etwas mitzutheilen wegen der s. g. <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M3746893">International
                            <hi rendition="#u">Democratic</hi> Ass.</orgName> die Dir vielleicht
                    ganz unbekannt ist, &amp; deßwegen mit uns verwechselt werden könnte. Es ist
                    dies eine Karikatur der <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004811 https://d-nb.info/gnd/503624-0">I.A.A.</orgName> die seit
                    einigen Jahren hier im Dunkeln vegetirt aber von Zeit zu Zeit das Bestreben
                    äußert sich vor dem Publikum breit zu machen, d. h. lächerlich, &amp; nicht ohne
                    eine gewisse Nebentendenz sich im Stillen mit der I.A.A. verwechseln zu lassen.
                    Da diese Leute vorigen Sonntag wieder ein Meeting in Hyde Park wegen der Commüne
                    in Paris hatten, welches unter <hi rendition="#u">ihren</hi> Auspicien notwendig
                    fehlschlagen <hi rendition="#u">mußte</hi> (sie haben sogar verbreitet wir
                    hätten Delegirte hingeschickt, obwohl wir dies einer uns gesandten Deputation
                    rund abschlugen) – und da sie jetzt auch Zweiggesellschaften auf dem Kontinent
                    stiften wollen, und Dir wahrscheinlich auch Zusendungen machen werden, so ist es
                    nöthig Dir zu erzählen wer diese Leute sind. Zuerst der alte Pfälzer Krakehler
                        <hi rendition="#u"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010189 1029500">Weber</persName></hi> den Du
                    kennst &amp; zweitens <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007932 1016389">Le Lubez</persName> den Du auch
                    kennen gelernt hast. <ref xml:id="cb8a2d25-4a4e-49a2-8a2d-254a4e09a227" corresp="#bac09775-1745-4bde-8097-7517455bdeba" type="editorialNote">Ich lege Dir den Ausschnitt
                            bei</ref><note xml:id="bac09775-1745-4bde-8097-7517455bdeba" corresp="#cb8a2d25-4a4e-49a2-8a2d-254a4e09a227" type="editorial">Die Beilage ist überliefert:
                            Zeitungsausschnitt „The Republican Programme“, aus einer unbekannten
                            Publikation (RGASPI, f. 1 op. 1 d. 2801). Siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M9349076">Digitalisat</ref>.</note> worin sie ihr konfuses Programm in
                    konfuser Sprache der Welt mittheilen. Soweit dies verständlich ist es <hi rendition="#u">rein bürgerlich</hi>; was sie wegen Arbeitbesorgung resp.
                    Verpflegung der Arbeitsunfähigen sagen, ist durch das engl. Armengesetz ja schon
                    erfüllt. Von Kapital &amp; Arbeit hüten sie sich ein Wort zu sagen. <pb/> Die
                    Nationalization of land ist hier so allgemein adoptirt daß sie das nicht umgehen
                    konnten, und ist <add place="superlinear">an sich</add> so wenig antibürgerlich
                    daß mir noch vorgestern ein <hi rendition="#u">Tory</hi> der seine Million
                    Thaler besitzt erklärte er sei dafür. Weber ist wie Du weißt, ja auch Anhänger
                    von Heinzen &amp; bloßer „Demokrat“.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Solange die Kerls hier ihr
                    obscures Wesen trieben haben wir sie laufen lassen, wenn sie aber sich
                    ausbreiten wollen, werden Collisionen nicht zu vermeiden sein &amp; wir werden
                    ihnen dann gehörig über den Kopf hauen.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><ref xml:id="f9601942-40c1-43ad-a019-4240c123adf6" corresp="#cc30389c-ec95-4bcb-b038-9cec954bcb0f" type="editorialNote">Der <bibl type="periodika" corresp="">Volksst.</bibl> ist
                            gestern also wieder konfiscirt wegen
                            Kaiserbeleidigung</ref><note xml:id="cc30389c-ec95-4bcb-b038-9cec954bcb0f" corresp="#f9601942-40c1-43ad-a019-4240c123adf6" type="editorial">Der Volksstaat. Nr. 32, 19.
                            April 1871. (<ref target="https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper/item/TULYUX3E6LAE6SYXSMIV6RD2MA6ZSCPR?issuepage=1">Digitalisat FES</ref>); Quelle: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/T6GR93DH">Liebknecht Bw
                                (1963)</bibl>. </note> wie hieher telegraphirt wurde. Ich
                    wundre mich, daß es nicht schon früher geschehn, Du bist sehr frech
                    „übrigens
                    ist dieses auch schon ganz Recht“, wie <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0011012 http://d-nb.info/gnd/118535749">Friedrich II</persName>, sagte.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Auf die Vogt Geschichte
                    müßte man noch ein paar Mal zurückkommen. Daß von keinem andern Vogt die Rede
                    sein kann als von <hi rendition="#u"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010117 http://d-nb.info/gnd/118769014">Carl
                        Vogt</persName></hi> geht aus dem Context hervor. Erstens ist kein andrer Vogt so
                    bekannt daß man ihn Vogt,
                    tout
                    court, nennen kann ohne Vornamen &amp; Adresse. <ref xml:id="ea4acce6-2091-489e-8acc-e62091489e23" corresp="#df3ec32c-46f6-4ab7-bec3-2c46f6cab7b8" type="editorialNote">Zweitens</ref><note xml:id="df3ec32c-46f6-4ab7-bec3-2c46f6cab7b8" corresp="#ea4acce6-2091-489e-8acc-e62091489e23" type="editorial">Siehe fast
                            wörtlich:
                            Der
                            Volksstaat. Nr. 36, 3. Mai 1871. Quelle: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/T6GR93DH">Liebknecht Bw
                                (1963)</bibl>.</note>, welcher andre Vogt hat grade um jene
                    Zeit sich so verdient gemacht um die Familie Bonaparte, daß man ihm im August,
                    unmittelbar nach vollendeter italiänischer Campagne, 40.000 f. remittiren
                    sollte? Übrigens deutet die
                    Form:
                    il lui a été remis en Août 1859“ an daß er auch sonst noch
                    Rimessen <pb/> erhalten hat. Je öfter auf diesen Punkt zurückgekommen wird desto
                    mehr wird die bürgerliche Presse die dies Alles unterschlägt, genöthigt, davon
                    Notiz zu nehmen. Der „<bibl type="periodika" corresp="">Prolet.</bibl>“
                    &amp; „<bibl type="periodika" corresp="">Volkswille</bibl>“ wären auch
                    hierauf aufmerksam zu machen.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Da mir die Erfahrung
                    bewiesen hat, daß die <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009751  http://d-nb.info/gnd/118618083">Stieber</persName>schen Agenten
                    ebenso <subst>
                        <del rendition="#s">unerfahren</del>
                        <add place="superlinear">ungeschickt</add>
                    </subst>  sind im Brieferbrechen wie im Conspirationen-Fabriciren, so zeige ich
                    Dir hiermit ein für allemal an daß <hi rendition="#u">alle</hi> meine Briefe an
                    Dich mit meinem Siegel &amp; Initialen F. E. in gothischer Schrift sicher
                    versiegelt sind. Die Preußen können Siegellack über Gummi noch nicht mit Anstand
                    &amp; so erbrechen daß man es nicht merkt, sie reißen dann meist das Couvert an
                    der Seite mit groben Fäusten auf. Ist also mein Siegel nicht klar &amp; lesbar
                    so weißt Du, was passirt ist. Es muß die Kerls jedenfalls ärgern wenn ihnen ein
                    an Dich adressirter und mit F. E. versiegelter Brief unerbrochen durch die Hände
                    zu gehn hat.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Es ist Postschluß, ich habe
                    Dir noch allerlei mitzutheilen aber ich muß schließen.</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift">
                    <signed>Dein<lb/>F. E.</signed>
                </closer>
            </div>
        </body></text>
</TEI>