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            <titleStmt>
                <title><idno>148</idno>Friedrich Engels an Louis Kugelmann in Hannover. London,
                    Freitag, 28. April 1871</title>
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                    <persName>
                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
                    </persName>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 1 d. 2807</idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. Wasserzeichen: „<hi rendition="#mPrint">J Allen
                                &amp; Sons / Super Fine</hi>“. Engels hat die ersten zwei Seiten
                            vollständig und die dritte zu drei Vierteln beschrieben; die vierte
                            Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung auf allen beschriebenen Seiten:
                            „147a–c“ (Bleistift).</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
                <listWit>
                    <witness>
                        <bibl corresp="https://megadigital.bbaw.de/NLYXHEPM">Erstveröffentlichung: in russischer
                            Übersetzung: МЭС1 26 (1935). S. 113–114.</bibl>
                    </witness>
                    <witness>
                        <bibl corresp="https://megadigital.bbaw.de/38I66UYF">in der Sprache des Originals: МEW 33
                            (1966). S. 218–219.</bibl>
                    </witness>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
                    <date when="1871-04-28"/>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007778 http://d-nb.info/gnd/119381311">Louis Kugelmann</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001901 http://www.geonames.org/2910831">Hannover</placeName>
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    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> 122, Regent's Park Road N. W.<lb/>London 28 April
                        1871.</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Lieber Kugelmann</salute></opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Aus obiger Adresse ersehen
                    Sie daß ich mich hier in London häuslich niedergelassen habe, &amp; zwar schon
                    seit vorigem Herbst, da ich <subst>
                        <del rendition="#ow"><unclear reason="illegible" cert="high">in</unclear></del>
                        <add place="across">zu</add>
                    </subst> jener Zeit mit meinen verschiedenen Geschäften in Manchester
                    schliesslich fertig geworden war. Ich bin mit dem Umzug soweit in jeder
                    Beziehung zufrieden. Meine neue Wohnung ist nicht ganz 10 Minuten weit vom
                        Marxschen Hause was nach hiesigen
                    Begriffen sehr nahe ist, dazu habe ich den Park direct vor der Thüre &amp;
                    prachtvolle frische Luft.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Was nun den Zustand von
                        <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">M<ex>arx</ex></expan> angeht so haben Sie sich viel zu
                    arge Vorstellungen davon gemacht. D’abord Ihre kühne Diagnose die seinen Husten
                    einem Lungenkatarrh zuschreibt. Marx &amp; ich haben einen sehr tüchtigen jungen
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9898776">Arzt</persName> (Schotte) der das
                    Auscultieren
                    und
                    Percutieren
                    so gut versteht, wie die meisten Leute in Deutschland &amp; der dasselbe sagte
                    was längst meine Ansicht war: daß der Husten lediglich im Kehlkopf seine Ursache
                    habe, &amp; die Lunge vollkommen gesund sei. Er sagt daß es allerdings nicht
                    sehr leicht sei, einen so vernachlässigten &amp; eingewurzelten Husten zu
                    beseitigen &amp; prophezeit Wiederkehr auf den Herbst, selbst wenn der Sommer
                    ihn vertreibe. Bei ordentlicher Behandlung <pb/> aber legt er der Sache gar
                    keine Wichtigkeit bei. Der Husten hatte zunächst nur das Schlimme daß er Marx am
                    Schlafen hinderte &amp; so den allgemeinen Gesundheitsstand herunter brachte.
                    Das ist nun so ziemlich beseitigt. Der Arzt behandelt ihn hauptsächlich auf die
                    Leber, &amp; hat auch da schon einiges Resultat erzielt, Sie begreifen aber, daß
                    das bei einem chronischen Leiden das meines Wissens nun schon 26 Jahre mehr oder
                    weniger permanent gewesen ist, nicht so rasch geht. Übrigens ist M. in seiner
                    Lebensweise lange nicht so verrückt wie man sich das vorstellt. Solange die mit
                    dem Krieg angefangne Aufregung dauert, arbeitet er nicht an schweren
                    theoretischen Sachen, &amp; lebt ziemlich rationell, läuft sogar häufig <hi rendition="#u">ohne</hi> daß ich ihn abhole, seine anderthalb bis zwei
                    Stunden spazieren, trinkt wochenlang keinen Tropfen Bier sobald er merkt daß es
                    ihm schlecht bekommt; daß er capriciösen Appetit hat, der zwischen
                    Appetitlosigkeit &amp; Heißhunger abwechselt, ist bei seinem Zustand nicht zu
                    verwundern. Daß seine Haut nicht functioniere – mit Ausnahme der beträchtlichen
                    Stellen wo die cutis durch die Karbunkeln vollständig zerstört ist – brauchen
                    Sie nicht zu befürchten. Ein Gang über Highgate nach Hampstead &amp; zurück nach
                    Maitland Park ist un<pb/>gefähr 1 ½ deutsche Meilen, dabei mehrfach steiles
                    Bergsteigen auf &amp; ab, &amp; oben ist mehr Ozon als in ganz Hannover zu
                    finden ist. Und den Gang macht er 3–4mal die Woche, wenigstens theilweise.
                    Natürlich muß ich oft treiben, aber er weiß doch daß es ihm gut thut. Überhaupt
                    wohnt er, wie ich, c<hi rendition="#sup">a</hi>. 150 Fuß über der Themse, in
                    einer freien Gegend, mit kaum halbstädtischer Luft, zwischen großen Gärten &amp;
                    wenig Häusern, &amp; ich schreibe dieser gesunden Umgebung zu daß es nicht
                    schlimmer mit ihm ist.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich werde eben zum Essen
                    gerufen &amp; da in einer halben Stunde der verrückte Postschluß ist, so muß ich
                    abbrechen. Jedenfalls haben Sie im Vorstehenden hinreichend Stoff um Ihre etwas
                    übertriebenen Beunruhigungen ins Gleiche zu bringen. Ich kann es nun einmal ohne
                    viel Bewegung im Freien nicht aushalten &amp; da muß M. wohl oder übel meist
                    mit, &amp; das ist doch die beste Medizin für ihn.</p>
                
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><salute>Mit herzlichen Grüßen</salute><signed>Ihr<lb/>F. E.</signed> </closer>
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