<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="M1678206">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>
               <idno>187</idno>Friedrich Engels an Karl Marx in London. Manchester,
                    Mittwoch, 6. Juli 1870</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">D 1802/D III 579</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem Bogem weißem, leicht vergilbtem Papier.
                            Engels hat alle vier Seiten vollständig beschrieben. Schreibmaterial:
                            schwarze Tinte.</p>
                  <p>Von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005553 http://d-nb.info/gnd/118509993">Eduard Bernstein</persName>s Hand:
                            Nummerierung des Briefes mit schwarzer Tinte: „494“ bzw. der
                            beschriebenen Seiten mit Bleistift: „45,1“ bis „45,4“, sowie
                            redaktionelle Vermerke und Streichungen.</p>
                  <p>Von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006322 http://d-nb.info/gnd/11945842X">Heinrich Dietz</persName>’ Hand:
                            Nummerierung des Briefes mit Bleistift: „1208“.</p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <bibl>RGASPI f. 1 op. 1 d. 2684</bibl>
                  </listBibl>
               </additional>
            </msDesc>
            <listWit>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/RDJTHVVL">Erstveröffentlichung:
                            gekürzt: Bw 4 (1913). S. 294.</bibl>
               </witness>
               <witness>
                  <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/MYHFKSKB">vollständig: MEGA<hi rendition="#sup">1</hi> III/4 (1931). S. 335–336.</bibl>
               </witness>
            </listWit>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004039 http://www.geonames.org/2643123">Manchester</placeName>
               <date when="1870-07-06"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
            </correspAction>
            <correspContext>
               <ref type="prev" target="https://megadigital.bbaw.de/M0858786"/>
               <ref type="next" target="https://megadigital.bbaw.de/M2243139"/>
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         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002313">Gesellschaftsleben/Exilantenleben in London u. Manchester
                        (Schiller-Anstalt, Arbeiter-Bildungsverein, Albert-Club, Versammlungsabende
                        u. ä.)</term>
               <term key="M0002227">Privates - Marx (Familie, Gesundheit, Finanzen)</term>
               <term key="M0004394">Russland</term>
               <term key="M0004815">Irland</term>
               <term key="M0002035">Lektüren im Korrespondentenkreis</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> Mchr 6 Juli 70.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Lieber Mohr</salute>
            </opener>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Deine Instructionen wegen
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006445 http://viaf.org/viaf/211267717">Dupont</persName> sind so unbestimmt, daß ich gar
                    nichts thun kann. Ich soll ihm eine Cottage miethen — aber möblirt oder
                    unmöblirt? Darüber sagst Du gar nichts &amp; das ist doch die Hauptsache. Ferner
                    ist eine zuverlässige Hausmagd auch in der Eile verdammt schwer aufzutreiben,
                    &amp; drittens kann <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005864 http://viaf.org/viaf/5492147665828360670003">Lizzie</persName> wegen ihrem Knie,
                    das in Folge ihrer Unruhe &amp; Ungeduld sich nicht so rasch bessert, wie es
                    sollte, sich nicht aus dem Hause entfernen.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Unter den Umständen scheint
                    mir <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006445 http://viaf.org/viaf/211267717">Dupont</persName>s Plan, gleich mit einem Kind
                    herzukommen, ganz unpraktisch. Ich <subst>
                  <del rendition="#s">würde</del>
                  <add place="intralinear">sollte</add>
               </subst>  glauben daß s<ex>ein</ex>
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M3833576">Schwager</persName> oder <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002788 http://viaf.org/viaf/5314160122849740630004">Serraillier</persName> das 3. Kind auch noch für 8–14 Tage unterbringen
                    können, &amp; in dem Falle wäre es am besten er käme gleich <hi rendition="#u">allein</hi> her, wo ich dann sofort <hi rendition="#u">mit ihm</hi>
                    herumgehn &amp; ein Haus besorgen könnte, während wir jetzt schon Nachfragen
                    wegen einer Magd anstellen. Da er doch die Kinder holen oder durch Jemand
                    herbringen lassen muß so ist es gleich ob ihrer dann 2 oder 3 sind.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Wird dies genehmigt so
                    schreib mir umgehend, <subst>
                  <del rendition="#s">daß</del>
                  <add place="superlinear">damit</add>
               </subst> ich ihm Quartier besorgen kann in der Nähe seiner Werkstatt, lodgings
                    für eine Woche nebst Kost wenn er es wünscht — ich vermuthe er wird bloß ein
                    bedroom wünschen <pb/> ohne die expense eines sitting rooms? — &amp; wann er
                    kommt. Hierüber also erwarte ich umgehende Antwort damit ich weiß was ich zu
                    thun habe. Aber wie gesagt, das <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9290793">Kind</persName>
                    gleich mitzubringen wäre der größte Blödsinn, es <hi rendition="#u">wird ihm
                        viel mehr Geld kosten</hi> &amp; ihm überall die ersten Tage im Wege sein.
                    Wo soll denn so Knall &amp; Fall die Hausmagd herkommen wenn er nicht gleich die
                    erste beste nehmen will?</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Quoad Karlsbad so bin ich
                    doch wie gesagt dafür daß Du diesen Sommer hingehst. Ich kann Dir £40 für die
                    Reise zur Verfügung stellen. Die Kur ist für Dich unbedingt nothwendig, selbst
                    wenn Du auch dem <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">
                  <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007778 http://d-nb.info/gnd/119381311">Kugelm<ex>ann</ex>
                  </persName>
               </expan> &amp; seiner
                    Gluthhitze dabei nicht ganz entgehst. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009205 1023852">C. Roesgen</persName> war auch da, ich sah ihn gestern, er sagt es sei
                    nicht theuer da, besonders da bei der Kur „gar keine Gelegenheit sei Geld
                    auszugeben“, die Kur hat ihm für seine Leber (die gegen die Deinige kerngesund
                    ist) sehr gut gethan, er sieht zwar etwas magerer aber viel gesunder aus.
                    Also mach
                    Dein mind auf, außer K. wirst Du doch auch wohl noch andre interessante
                    Leberkranke dort finden, &amp; wenn Du zurückkommst, gehst
                    <pb/> Du via Hamburg &amp; rückst <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008296 http://d-nb.info/gnd/1017446180">Meißner</persName>
                    auf den Pelz.
                    Also,
                    entschließ Dich kurz, &amp; spring mit geschlossenen Augen in den Karlsbader
                    Sprudel &amp; die gleich warme Bewunderung K’s. N. B. Wegen
                    etwaiger Paßschwierigkeiten an der östr. Grenze wäre es vielleicht allerdings
                    gut, wenn Du in Begleitung Deines Leibarztes reistest.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Die Geschichten von
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008049 http://d-nb.info/gnd/12891243X">Lopatin</persName> über die anderen русскiя дѣла
                    sind sehr interessant &amp; besonders nützlich zu wissen. Daß der <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">
                  <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008571 http://d-nb.info/gnd/118587102">Н<ex>ечаевъ</ex>
                  </persName>
               </expan> sich in einen ordinären
                    Lumpacius auflöst, ist ganz erwünscht</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008235  http://d-nb.info/gnd/118728997">Jennychen</persName> braucht mich nicht als Verfasser der <ref xml:id="e3a5840d-a119-4cb7-a584-0da119ccb727" corresp="#b31cd1d0-f498-4705-9cd1-d0f4984705d2" type="editorialNote">Note</ref><note xml:id="b31cd1d0-f498-4705-9cd1-d0f4984705d2" corresp="#e3a5840d-a119-4cb7-a584-0da119ccb727" type="editorial">Engels hatte auf Bitte von Marx’ Tochter
                                <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008235  http://d-nb.info/gnd/118728997">Jenny</persName> ein Vorwort für die
                                von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003404">J. Rissé</persName> herausgegebene
                                Liedersammlung <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/AJBRHDH8">„Erins-Harfe“ (1870)</bibl> verfasst, welches aber aus
                                unbekannten Gründen keine Verwendung fand. (Siehe Friedrich Engels:
                                Vorwort zu einer Sammlung irischer Lieder. In: <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/AE939SQE">MEGA<hi rendition="#sup">2</hi> I/21</bibl>. S.
                                235/236.)</note> zu
                    nennen da <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007778 http://d-nb.info/gnd/119381311">K.</persName> meine Handschrift ganz gut
                    kennt, sie kann es aber damit halten wie sie will &amp; was das Ändern angeht,
                    so mach nur damit, was Du willst. Vor den
                    Judenkirschen
                    die sie in Aussicht stellt, wird allerdings wohl keine Rettung sein.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Apropos <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006445 http://viaf.org/viaf/211267717">Dupont</persName>. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005864 http://viaf.org/viaf/5492147665828360670003">Lizzie</persName>
                    hat eine ganz für ihn passende Person in Aussicht wenn wir sie nur kriegen
                    können, ich fürchte wir werden darüber vor Sonntag oder Montag keine Auskunft
                    haben können. Es ist ihre Cousine <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M8890772">Ann Kane</persName>,
                    eine nicht junge, nicht hübsche, aber kreuzbrave Person. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008229 http://d-nb.info/gnd/118745913">Tussy</persName> kennt sie; wir werden aber schwerlich vor
                    Freitag in Erfahrung bringen wo sie ist in diesem <pb/> Augenblick, &amp; sie
                    daher vor Ende d<ex>ie</ex>s<ex>e</ex>r oder Anfang nächster Woche wohl nicht
                    sehn können.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Die alten <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/RI4E8X5J">Walisischen Gesetze</bibl>
                    habe ich hier in der offiziellen Record <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Commiss<ex>io</ex>n</expan> Ausgabe gefunden &amp;
                    durchgesehen. Es sind noch ganz hübsche Sachen drin. Wenn der Mann in der
                    Brautnacht findet daß seine Braut keine Jungfer ist <del rendition="#s">so<sic ana="#break-off"/>
               </del> und bei ihr bis Morgens liegen bleibt, so
                    verfällt ihm nichts von dem Ihrigen, sed, si <del rendition="#s">illam</del>
                    postquam illam vitiatam deprehenderit, surrexerit ad pronubos, pene erecto, et
                    testaretur eis se illam vitiatam invenisse &amp; non concubuerit cum illa ad
                    crastinum usque, illa nihil ab eo in crastinum habebit. Si mammae et crines
                    &amp; menses apparuerint, tunc
                    lex
                    pronunciat neminem posse certe scire nam virgo sit necne, daher muß sie
                    7 Eideshelfer worunter ihre Eltern &amp; Geschwister sind, beibringen. Will oder
                    kann sie das
                    nicht,
                    let her shift be cut off as high as her hip, &amp; let a yearling
                    steer
                    be put in her hand, having his tail greased with tallow, &amp; if she can hold
                    him by his tail, let her take him in
                    lieu
                    of her share of the
                        <ref xml:id="f0390a99-a84d-49b6-b90a-99a84d59b6e9" corresp="#feb2912b-d3ca-4d96-b291-2bd3caad962d" type="editorialNote">argyvren</ref><note xml:id="feb2912b-d3ca-4d96-b291-2bd3caad962d" corresp="#f0390a99-a84d-49b6-b90a-99a84d59b6e9" type="editorial">argyvreu.
                            (Mitgift an Tieren, die die Frau mit in die Ehe bringt). </note>
                    (paraphernalia), and if she cannot hold him, let her be without
                    anything.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">
               <ref xml:id="ca9f2d7d-df81-4889-9f2d-7ddf81488966" corresp="#fd422461-39bd-4df3-8224-6139bdbdf397" type="editorialNote">Wir haben jetzt
                            „To
                            be let“ im Fenster. Habt Ihr noch nichts
                            gefunden?</ref><note xml:id="fd422461-39bd-4df3-8224-6139bdbdf397" corresp="#ca9f2d7d-df81-4889-9f2d-7ddf81488966" type="editorial">Engels siedelte am 20.
                            September 1870 von Manchester nach London über (siehe
                                <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0483680">E. Dupont an Marx,
                            19.9.1870</ref>
                     ) und war auf der Suche nach einem
                            Haus dort.</note>
            </p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Wie ist’s mit dem
                    Katalog
                    der <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M6723139 https://d-nb.info/gnd/600479-9">London Library</orgName>, die Sache ist für mich
                    sehr wichtig, damit ich weiß, was ich hier ungelesen lassen kann.</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <salute>Beste Grüße an Euch Alle</salute>
               <signed>Dein<lb/>F. E.</signed>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>