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            <titleStmt>
                <title><idno>199</idno>Karl Marx an Edward Spencer Beesly in London. London, Montag,
                    12. Juni 1871</title>
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                    <persName>
                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
                    </persName>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                    <msIdentifier>
                        <institution>RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 2 d. 51 (vermutlich nur D
                                enthaltend)</idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Die Handschrift scheint nicht überliefert zu sein, denn auch die
                            russischen Drucke übersetzten nach der ersten Veröffentlichung im
                            „Vorwärts“. Danach wurde der Brief vom Londoner Korrespondenten des
                            „Vorwärts“ aus dem Englischen übersetzt. Die Wiedergabe des Textes
                            erfolgt nach D.</p>
                        <p/>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/P6MPHSLJ">Erstveröffentlichung:
                            Vorwärts. Berlin. Nr. 76, 31. März 1909</bibl>. Beilage. S. 5.</witness>
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/VF98EVNG">in russischer
                            Übersetzung: Архив Маркса и Энгельса / Archiv K. Marksa i F. Engel'sa.
                            Bd. I (VI). Moskau 1932. S. 119–120.</bibl>
                    </witness>
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/W5MKBP48">in russischer
                            Übersetzung: gekürzt: Первый Интернационал и Парижская Коммуна
                            1871–1971. Москва 1972. S. 511/12.</bibl>
                    </witness>
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/K8KTQYAL">in englischer
                            Übersetzung: MECW 44 (2010). S. 150/151.</bibl>
                    </witness>
                </listWit>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
                    <date when="1871-06-12"/>
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                <correspAction type="received">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005495 http://d-nb.info/gnd/1031776761">Edward Spencer Beesly</persName>
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    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> 1, Maitland Park Road,<lb/>London
                        N.W.,<lb/>12. Juni 1871.</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Mein lieber
                        Herr,</salute></opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; "><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007810 http://d-nb.info/gnd/118568671">Lafargue</persName>, seine Familie und
                    meine Töchter sind in den Pyrenäen an der
                    spanischen Grenze, aber auf französischer Seite. Da Lafargue in Kuba geboren
                    ist, so konnte er sich einen spanischen Paß verschaffen. Jedoch wünsche ich, daß
                    er sich definitiv auf spanischer Seite niederläßt, da er in Bordeaux eine
                    hervorragende Rolle gespielt hat.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Trotz meiner Bewunderung für
                    Ihre
                        <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/6XTPUCSA">Artikel</bibl> im „<bibl type="periodika" corresp="">Beehive</bibl>“ – Sie
                    gestatten mir nebenbei die Bemerkung, daß ich als Parteimann eine durchaus
                    feindliche Stellung gegenüber dem Comtismus einnehme und als Mann der
                    Wissenschaft eine sehr geringe Meinung von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006130 http://d-nb.info/gnd/118521748">ihm</persName> habe, aber ich betrachte Sie als den einzigen Comtisten,
                    sowohl in England wie in Frankreich, der die historischen Wendepunkte (crises)
                    nicht als Sektierer, sondern als Historiker im besten Sinne des Wortes behandelt
                    – bedaure ich fast, Ihren Namen in jener Zeitung zu finden. Der „Beehive“ gibt
                    sich für ein Arbeiterblatt aus, er ist aber in Wirklichkeit das Organ der
                    Renegaten, verkauft an <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008476 http://viaf.org/viaf/53241961">Sam. Morley</persName> u. Co.
                    Während des letzten preußisch-französischen Krieges war der Generalrat der
                        <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004811 https://d-nb.info/gnd/503624-0">Internationale</orgName> gezwungen, alle Beziehungen
                    zu diesem Blatte zu lösen und öffentlich zu erklären, daß es ein
                    Schein-Arbeiterblatt sei. Die großen Londoner Blätter lehnten jedoch ab, diese
                    Erklärung abzudrucken, mit Ausnahme der lokalen Londoner „<bibl type="periodika" corresp="">Eastern Post</bibl>“. Unter diesen
                    Umständen ist Ihre Mitarbeit am „Beehive“ ein weiteres Opfer, das Sie der guten
                    Sache bringen.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><ref xml:id="a22f7cea-61c3-4062-af7c-ea61c3c0623b" corresp="#bbae7530-b2ef-4e50-ae75-30b2ef5e5017" type="editorialNote">Eine Freundin von mir</ref><note xml:id="bbae7530-b2ef-4e50-ae75-30b2ef5e5017" corresp="#a22f7cea-61c3-4062-af7c-ea61c3c0623b" type="editorial">Vermutlich ist <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M1162152 https://d-nb.info/gnd/1258980495">Anna Jaclard</persName>
                            gemeint.</note> reist in drei oder vier Tagen nach Paris. Ich gebe
                    ihr regelrechte Pässe für einige Mitglieder der Kommune mit, die sich noch
                    verborgen in Paris aufhalten. Sollten sie oder einer Ihrer Freunde dort
                    Bestellungen zu machen haben, so schreiben Sie mir, bitte.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Was mich tröstet, ist der
                    Unsinn, der täglich in der
                    „Petite
                    Presse“ über meine Schriften und meine Beziehungen zur
                    Kommune veröffentlicht und mir täglich aus Paris zugesandt wird. Er zeigt, daß
                    die Versailler Polizei große Not hat, wirkliche Dokumente zu erlangen. Meine
                    Beziehungen zur Kommune wurden durch einen <ref xml:id="fc5619b0-d164-4aad-9619-b0d1642aadb1" corresp="#f1d51495-b586-4d09-9514-95b586cd099e" type="editorialNote">deutschen
                            Kaufmann</ref><note xml:id="f1d51495-b586-4d09-9514-95b586cd099e" corresp="#fc5619b0-d164-4aad-9619-b0d1642aadb1" type="editorial"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M1663127">N.
                                Eilau</persName>.</note> unterhalten, der geschäftlich das
                    ganze Jahr hindurch zwischen Paris und London verkehrt. Alles wurde mündlich
                    abgemacht, mit Ausnahme von zwei Angelegenheiten:</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich sandte erstens den
                    Mitgliedern der Kommune – durch denselben Vermittler – einen Brief als Antwort
                    auf deren Anfrage, wie sie auf der Londoner Börse gewisse Effekten handeln
                    könnten.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Zweitens: am 11. Mai, zehn
                    Tage vor der Katastrophe, sandte ich auf demselben Wege alle Einzelheiten des
                    geheimen Abkommens zwischen <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005607 http://d-nb.info/gnd/11851136X">Bismarck</persName> und
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006645 http://d-nb.info/gnd/118904388">Favre</persName> in Frankfurt.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Mir ging die Information zu
                    von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005607 http://d-nb.info/gnd/11851136X">Bismarck</persName>s rechter Hand –
                    einem
                    Manne,
                    der früher (vor 1848 bis 1853) der geheimen Gesellschaft
                    angehörte, deren Führer ich war. Dieser Mann weiß, daß ich
                    noch alle Berichte besitze, die er mir aus und über Deutschland zusandte. Er
                    hängt von meiner Diskretion ab. Deshalb sein Bemühen, mir fortgesetzt seine
                    guten Absichten zu beweisen. Es ist derselbe Mann, der mir, wie ich Ihnen sagte,
                    die Warnung zugehen ließ, daß Bismarck entschlossen sei, mich verhaften zu
                    lassen, falls ich in diesem Jahre wieder Dr. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007778 http://d-nb.info/gnd/119381311">Kugelmann</persName> in Hannover besuchen sollte.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Hätte die Kommune auf meine
                    Warnungen gehört! – ich riet ihren Mitgliedern, die Nordseite der Anhöhen von
                    Montmarte, die preußische Seite, zu befestigen, und sie hatten noch Zeit, dies
                    zu tun; ich sagte ihnen im voraus, daß sie sonst in eine Mausefalle geraten
                    würden; ich denunzierte ihnen <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009011 https://d-nb.info/gnd/117706868">Pyat</persName>,
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0484867 https://d-nb.info/gnd/117564877">Grousset</persName> und <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0010071 http://d-nb.info/gnd/12282055X">Vésinier</persName>;
                    ich verlangte von ihnen, sofort alle Papiere, die die Mitglieder der
                    Nationalverteidigung kompromittierten, nach London zu schicken, um durch sie die
                    Wildheit der Feinde der Kommune einigermaßen in Schach halten zu können – so
                    wäre der Plan der Versailler zum Teile vereitelt worden.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Hätten die Versailler diese
                    Dokumente gefunden, so würden sie keine gefälschten veröffentlicht haben.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Die
                        <bibl type="primary" corresp="https://megadigital.bbaw.de/Q8PAC3PL">„Adresse“</bibl> der
                        <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004811 https://d-nb.info/gnd/503624-0">Internationale</orgName> wird nicht vor Mittwoch
                    erscheinen. Ich werde Ihnen dann sofort ein Exemplar
                    zuschicken. Material für vier bis fünf Bogen wurde in zwei Bogen gedruckt.
                    Daraus entstanden zahlreiche Korrekturen, Revisionen und Druckfehler. Deshalb
                    auch die Verzögerung.</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><signed>Ihr treuer<lb/>Karl Marx.</signed> </closer>
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