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            <titleStmt>
                <title><idno>36</idno>Sigismund Ludwig Borkheim an Karl Marx in London. London,
                    Donnerstag, 26. Januar 1871</title>
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                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
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            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                        <institution>IISG</institution>
                        <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                        <idno><idno type="shelfmark">D 569/D I 237. Fotosign.
                            9978a–b</idno></idno>
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                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Blatt weißem Papier. Wasserzeichen: „<hi rendition="#mPrint">A Cowan
                                &amp; Sons / Ivory</hi>“. Borkheim hat beide Seite vollständig
                            beschrieben. Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes auf der ersten Seite mit
                            Bleistift: „237“.</p>
                    </physDesc>
                    <additional>
                        <listBibl>
                            <bibl>RGASPI f. 1 op. 5 d. 2257</bibl>
                        </listBibl>
                    </additional>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005708  http://d-nb.info/gnd/127609342">Sigismund Ludwig Borkheim</persName>
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                    <date when="1871-01-26"/>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
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                    <term key="M0003389">Deutsche Sozialdemokratie</term>
                    <term key="M0832711">Leipziger Hochverratsprozess (1872)</term>
                    <term key="M2532583">Deutsch-Französischer Krieg 1870/71</term>
                    <term key="M5340211">Elsass und Lothringen</term>
                    <term key="M2971716">Eisenbahn</term>
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            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> 9. Billiter Square.<lb/>26. 1.
                        71.</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Lieber Marx,</salute></opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Es thut mir leid, <ref xml:id="c9e658b2-bdea-45ab-a658-b2bdea55abbb" corresp="#dfe3bfae-ad29-4dad-a3bf-aead294dadf9" type="editorialNote">Ihrem letzten Briefchen</ref><note xml:id="dfe3bfae-ad29-4dad-a3bf-aead294dadf9" corresp="#c9e658b2-bdea-45ab-a658-b2bdea55abbb" type="editorial"><ref target="https://megadigital.bbaw.de/M7565294">Nicht überlieferter Brief von Marx an S. L. Borkheim, geschrieben vor dem 26. Januar 1871.</ref>.</note> zu
                    entnehmen, daß Ihr Husten Sie noch immer quält. Wir wollen Beide auf
                    Erleichterung hoffen vom besseren Wetter, das sich doch nun bald wieder einmal
                    einstellen muß.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich bedaure die
                    „Bescheidenheit“ der Sümmchen für <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Liebknecht</persName>s und <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005470 http://d-nb.info/gnd/118507893">Bebel</persName>s
                    Familien. Es sind nur Arme, die etwas für sie hergeben. „Wohlhabenden“ darf man
                    gar nicht damit kommen; <hi rendition="#u">ich hab’s versucht</hi> – ohne Erfolg
                    – und bald aufgegeben. Der deutsche „Wohlhabende“ ist in solchen Dingen ein viel
                    befangeneres Thier, als der Engländer – trotz <hi rendition="#u">die</hi> famose
                    Bildung.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009118 1023419">Rheinländer</persName> tauchte gestern plötzlich vor mir auf. Will <hi rendition="#u">auch</hi> Land rauben, drückt es aber menschlich <hi rendition="#u">so</hi> aus: es wäre ihm gleichgültig, bei wem Elsaß und
                    Lothringen verblieben. Ich <pb/> ersuchte ihn unter Geknatter meiner bekannten
                    schlechten Witze, sich doch ja nicht vorzustellen, daß das auch den Franzosen
                    gleichgültig sein müßte. Da er aus
                    „Kirn“ kommt, kamen ihm meine Bemerkungen natürlich
                    ausländisch vor. – Seine erhabene deutsche Gleichgültigkeit gegen den Landraub
                    und Menschenraub klärte sich mir auf, als er mir erzählte, er wäre hergekommen,
                    um zu sehen, ob <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0012427 https://d-nb.info/gnd/4790156-1">Midland Railway Com<hi rendition="#sup">y</hi></orgName> ihn, falls er hier, wie aufgefordert, für sie
                    arbeitete, ihn für die Zukunft sicher stellen wollte, da er sonst ja Maire in
                    einem lothringischen Städtchen werden könnte; viele Freunde hätten ihm gerathen,
                    doch ja den Posten anzunehmen. So werden die Menschen für den
                    nürnberger
                    Imperialismus eingeschlachtet. – Ich bemerkte ihm, daß so ein
                    Unternehmen doch gefährlich, er solle lieber die <ref xml:id="b7ff5696-bdb7-48c2-bf56-96bdb768c2b2" corresp="#c5cd5d7b-99ce-4084-8d5d-7b99ce70846c" type="editorialNote">Strudelwitze</ref><note xml:id="c5cd5d7b-99ce-4084-8d5d-7b99ce70846c" corresp="#b7ff5696-bdb7-48c2-bf56-96bdb768c2b2" type="editorial">Anspielung auf den fiktiven Briefwechsel der
                            Barone von Strudelwitz und von Prudelwitz aus der Satirezeitschrift
                                „<bibl type="periodika" corresp="">Kladderadatsch</bibl>“.</note> ihr märkisches Französisch dort
                    verkümmeln lassen.
                    Mourir
                    für die Brandenburger – da gäbe es doch noch sichere Erwerbswege! – Was man
                    Alles erlebt!</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><signed>Ihr<lb/>Borkheim.</signed> </closer>
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