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            <titleStmt>
                <title><idno>98</idno>Leó Frankel an Karl Marx in London. Paris, Donnerstag, 30.
                    März 1871</title>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 5 d. 2300</idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen weißem Papier. Frankel hat drei Seiten vollständig und die vierte
                            etwa zu einem Viertel beschrieben. Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                        <p>Archivsignatur des Moskauer Marx-Engels-Instituts (IMĖ) auf der ersten
                            Seite oben links, schlecht lesbar, weil vermutlich ausradiert: „Rj
                            1128a“; auf allen beschriebenen Seiten oben links: „Ⅰ 6522/1–4“
                            (Bleistift).</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
                <listWit>
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/U9EM36WJ">Erstveröffentlichung: in
                            russischer Übersetzung: Письма деятелей Первого Интернационала в дни
                            Коммуны 1871 года / Pisma dejatelej pervogo internacionala v dni kommuny
                            1871 goda. Moskau 1933. S. 22/23.</bibl>
                    </witness>
                    <witness>
                        <bibl type="print">In der Sprache des Originals wird der Brief hier erstmals
                            veröffentlicht.</bibl>
                    </witness>
                </listWit>
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        <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
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                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006780 http://d-nb.info/gnd/141393351">Leo Frankel</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001619 http://www.geonames.org/2988507">Paris</placeName>
                    <date when="1871-03-30"/>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
                </correspAction>
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            <textClass>
                <keywords>
                    <term key="M0002585">Internationale Arbeiter-Assoziation (IAA, A.I.T.,
                        I.W.M.A.)</term>
                    <term key="M7379128">Pariser Commune / La Commune de Paris (18. März 1871 bis
                        28. Mai 1871)</term>
                    <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
                </keywords>
            </textClass>
        </profileDesc>
        
    </teiHeader>
    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> Paris, den 30 März 1871</dateline><address><addrLine>Dr. Karl Marx</addrLine>
                    <addrLine>London <lb/></addrLine></address><salute sameAs="MBAnrede">Geehrtester
                    Bürger!</salute></opener>
                
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Sie werden von den hiesigen
                    Vorgängen mehr oder minder genau unterrichtet worden sein. Ich bedauere wegen
                    Mangel an Zeit Ihnen für heute keine Details geben zu können. Kurz
                    zusammengefaßt kann ich die Mittheilung machen, daß vorläufig die Sache günstig
                    für uns steht.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich bin mit mehreren
                    Mitgliedern der <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004811 https://d-nb.info/gnd/503624-0">internat. Association</orgName> in die
                    Arbeiter-Kommission gewählt worden, und dieser Umstand allein macht es, daß ich
                    mir die Freiheit nehme, einige Zeilen an Sie zu richten.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Meine Wahl wurde in der
                    heutigen Sitzung <pb/> validiert und ich brauche wohl nicht hinzuzufügen daß
                    wenn dieser Akt ein für mich erfreulicher war, ich diese Handlung nicht von
                    persönlichen Standpunkt aus auffasse, sondern einzig und allein wegen seines <hi rendition="#u">internationalen</hi> Charakters zu würdigen verstehe.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich habe vor einem Jahre
                    ungefähr einen
                    Aufruf
                    an die deutschen Arbeiter im Namen der deutschen Section ergehen lassen, in
                    welchem ich die Unterstützung der französischen Arbeiterbewegung besonders
                    betonte, weil ich in dem hiesigen Proletariat die Avantgarde der
                    sozial-republikanischen Armee erblickte, eine Meinung, die
                    dem „<bibl type="periodika" corresp="">Felleisen</bibl>“ nicht besonders zu
                    gefallen
                    schien.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Gegenwärtig beginnt meine
                    Meinung in Wahrheit überzugehen u. gelingt es uns eine radikale Umgestaltung der
                    sozialen Verhältnisse zu bewerkstelligen, wird die Revolution des 18. Maerz als
                    die fruchtbarste aller bis jetzt in der Geschichte bekannten Umwaelzungen <pb/>
                    dastehen, u. zugleich allen künftigen Revolutionen den Boden entziehen, da
                    nichts mehr zu erringen auf sozialen Feld übrig bleiben wird.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Es gilt daher dieses Ziel um
                    jeden Preis zu erreichen.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ihre Meinung bezüglich der
                    in’s Leben zu rufenden sozialen Reformen wird daher unserer Commission von
                    grössten Werth sein.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Ich ersuche Sie, geehrtester
                    Bürger, im Interesse unserer großen Sache mir sobald als möglich eine Antwort
                    zukommen zu lassen. Entschuldigen Sie mein Drängen aber Eile ist nothwendig, da
                    es vor allen gilt den Grundstein der sozialen Republik zu legen.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Genehmigen Sie die
                    Versicherung meiner vollsten Hochachtung</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><signed>Ihr Ergebener<lb/>L. Frankel<lb/>37. Rue St. Sébastien.</signed></closer>
                <postscript>
                    <p/>
                    <p/>
                    <p>P. S. Ich benützte eine Pause der Sitzung der Commune um an Sie obiges
                        Schreiben zu richten.</p>
                    <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Meine besten Grüße an
                        Bürger <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006462 http://d-nb.info/gnd/122016599">Eccarius</persName>, <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006445 http://viaf.org/viaf/211267717">Dupont</persName>, <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007580 http://d-nb.info/gnd/117234729">Jung</persName>, etc. </p></postscript>
                    <postscript><p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><pb/>P. <supplied cert="high">P.</supplied> S. Sicherheitshalber ersuche Sie Ihre Antwort unter
                        folgender Adresse zu senden:</p>
                    <p>M<hi rendition="#sup">me</hi>
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M1488510">L. Dorothéa Guhl</persName>
                    </p></postscript>
                
                
            </div>
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