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            <titleStmt>
                <title><idno>320</idno>Wilhelm Bracke an Karl Marx in London. Braunschweig,
                    Donnerstag, 11. November 1869</title>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
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                        <surname>Gavrilchenko</surname>
                        <forename>Svetlana</forename>
                    </persName>
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                    <persName>
                        <surname>Gioeva</surname>
                        <forename>Tatjana</forename>
                    </persName>
                    <resp ref="https://credit.niso.org/?s=Writing+%E2%80%93+review+%26+editing">Bearbeitung</resp>
                </respStmt>
                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
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                <respStmt resp="contribution" n="project">
                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
                    </persName>
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                </respStmt>
            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
            <sourceDesc>
                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark">f. 1 op. 1 d. 2544</idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Der Brief besteht aus einem Bogen mittelstarkem, weißem Papier im Format
                            282 × 227 mm. Prägung (Seite 1): „<hi rendition="#mPrint">A. Bracke /
                                Braunschweig</hi>“. Bracke hat drei Seiten vollständig beschrieben,
                            die vierte Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                        <p>Archivsignatur des Moskauer Marx-Engels-Instituts (IMĖ) auf allen
                            beschriebenen Seiten oben links: „Rj 114 a–c“.</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
                <listWit>
                    <witness>
                        <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/4V3QWDPS">Erstveröffentlichung:
                            Karl Marx, Friedrich Engels.
                            Briefwechsel
                            mit Wilhelm Bracke (1869–1880). Berlin 1963. S.
                            31/32.</bibl>
                    </witness>
                </listWit>
            </sourceDesc>
        </fileDesc>
        <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
            <correspDesc>
                <correspAction type="sent">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005741 http://d-nb.info/gnd/118672940">Wilhelm Bracke</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001596 https://www.geonames.org/2945024">Braunschweig</placeName>
                    <date when="1869-11-11"/>
                </correspAction>
                <correspAction type="received">
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
                </correspAction>
                <note>Marx hat den Brief seinem <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0001236">Brief
                        an Engels vom 4. Dezember 1869</ref> beigelegt
                    („Einliegend auch ein Brief v. Bracke.“).</note>
            </correspDesc>
        </profileDesc>
        
    </teiHeader>
    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/>
                        Br 11/11 69</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Lieber Herr D<hi rendition="#sup">r</hi>!</salute></opener>
                <p sameAs="MBTextohneEinzug">Endlich, damit Sie überhaupt einmal Nachricht von mir
                    bekommen, schreibe ich Ihnen. <ref xml:id="c3ffdf91-6441-403c-bfdf-916441603cb5" corresp="#fb00146f-2e66-4b74-8014-6f2e665b746a" type="editorialNote">Die Verhaftung von
                                <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001771 http://d-nb.info/gnd/1034703692">Bonhorst</persName></ref><note xml:id="fb00146f-2e66-4b74-8014-6f2e665b746a" corresp="#c3ffdf91-6441-403c-bfdf-916441603cb5" type="editorial">Leonhard von Bonhorst wurde am 27. Oktober 1869 in
                            Magdeburg verhaftet  und am 23. November zu vier Wochen Gefängnis
                            verurteilt. Siehe <bibl type="print" corresp="https://megadigital.bbaw.de/4V3QWDPS">Karl Marx, Friedrich Engels.
                                Briefwechsel
                                mit Wilhelm Bracke (1869–1880). Berlin 1963. S.
                                237.</bibl></note> hat uns einen bösen Strich durch die
                    Rechnung gemacht und mir besonders zu meiner <hi rendition="#u">vielen</hi>
                    Arbeit noch ein schön Stückchen hinzugebracht. Sie mögen denken über Bonhorst,
                    wie Sie wollen, er ist für das Amt sehr tüchtig und hat doch auch bei
                    verschiedenen Fällen einen im höchsten Grade edlen Character gezeigt. Doch das
                    nur nebenbei, zur Steuer der Wahrheit!</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Was die <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M5348699"><expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">D<ex>eutsche</ex></expan>
                        <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Cig<ex>arren</ex></expan>
                        <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Arb<ex>eiter</ex></expan>
                        Comp.</orgName> betr<ex>ifft</ex>, <hi rendition="#u">so wird dieselbe
                        allmählig aufgelöst, oder ganz klein fortgesetzt werden.</hi> Das Dilemma
                    ist <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">dad<ex>urch</ex></expan>
                    entstanden, daß <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006841 http://d-nb.info/gnd/133290263">Fritzsche</persName> das
                        Gesch<ex>ä</ex>ft viel zu großartig betrieben und sich wenig darum bekümmert
                    hat. Als ich in Berlin war, hatten die Leute für ca 3000 r<ex>eichstaler</ex> 
                    fertige Waare und noch für über 2000 r<ex>eichstaler</ex> Taback auf Lager. An
                    Aktivis waren ca 2000 r<ex>eichstaler</ex> mehr vorhanden als an Passivis. Von
                    den Wechseln, welche ich
                    girirte,
                    ist jetzt ca die Hälfte abgelaufen. Theilweise mußte ich dieselben einlösen,
                    habe aber meine Auslagen bis auf ca 140 r<ex>eichstaler</ex> <pb/> wofür
                    Cigarren hier liegen, durch <hi rendition="#u">gute</hi> Wechsel gedeckt
                    erhalten, zum Theil auch durch baar. Wenn es gelänge, die Waarenbestände ohne zu
                    große Verluste schnell zu Gelde zu machen, würde die Abwicklung des Geschäfts in
                    6 Wochen beendigt sein. So werde ich nochmal für einen Theil der noch laufenden
                    Wechsel eintreten oder, da mir dies ebenfalls jetzt nicht möglich ist, aufs Neue
                    gemachte Wechsel discontiren müssen. Das wird aber nur für einen Betrag von 1000
                    bis höchstens 2000 r<ex>eichstaler</ex> nöthig sein.
                    Allnachgrade
                    wird dann auch das abgestoßen. So werde ich den Fuss
                    allgemach
                    aus der Schlinge herausbekommen.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Durch anderes Auftreten würde ich auch mir bedeutend
                    schaden, da bei einem Concurse wie bekannt eine Masse verloren geht. Dann würde
                    ich auch erst recht baare Auslagen machen müssen. Diese langsame Abwicklung ist
                    das beste, auch für mich.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Was <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006841 http://d-nb.info/gnd/133290263">Fritzsche</persName>
                    <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">betr<ex>ifft</ex></expan>, so
                    halte ich oft meinen Ausspruch, er sei ein kleiner <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009513 http://d-nb.info/gnd/118760092">Schweitzer</persName>, für zu hart, er hat auch bedeutende edle
                    Characterzüge. Doch dann halte ich ihn auch wiederum für <pb/> einen zu großen
                    Schlechtigkeiten fähigen Menschen und ohne Zweifel besitzt er einen Character,
                    der seine unedlen Eigenschaften ebenfalls im starken Maße hat. Er ist ein
                    seltsamer Mensch. Licht und Schatten in reicher Fülle; ich will nicht über ihn
                    richten.</p>
                <p sameAs="MBTextmitEinzug">Die <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M8345923">Partei</orgName> entwickelt
                    sich ausgezeichnet; die Finanznoth war aber auch furchtbar.
                    Auf dem <bibl type="periodika" corresp="">Blatt</bibl><unclear reason="illegible" cert="high">haften</unclear> 1200
                    r<ex>eichstaler</ex> Schulden, die sehr drängen, wenigstens zu Theil; außedahlt
                    wurde. Da aber <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0009677 http://d-nb.info/gnd/118751484">Sonnemann</persName> in <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">F<ex>rank</ex>f</expan><ex>ur</ex>t
                    a/M mit <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M1579972 https://d-nb.info/gnd/133201767">Kroeber</persName> in Kaiserslautern letzteren
                    Wechsel gegen einen auf 6 Monate von mir ausgestellten neuen Wechsel (es war das
                    nicht zu ändern!) einlösen, und da wir fernere
                    1000 fcs
                    von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007806 http://d-nb.info/gnd/128801646">Ladendorf</persName>
                    bekommen, so ist einigermaßen Luft geschafft. Beides ist erst seit heute sicher.
                    Anders würde der Ausschuß den <ref xml:id="f9f3979a-a442-429a-b397-9aa442f29ac6" corresp="#bd9fd224-0c51-48b5-9fd2-240c51f8b550" type="editorialNote">Aufruf,
                            der Sonnabend im
                            Blatt
                            steht</ref><note xml:id="bd9fd224-0c51-48b5-9fd2-240c51f8b550" corresp="#f9f3979a-a442-429a-b397-9aa442f29ac6" type="editorial">An die
                            Parteigenossen! Die Partei ist in Noth! [gez.]
                            Braunschweig-Wolfenbüttel, 9. November 1869. Der Ausschuß. In: Der
                            Volksstaat. Nr. 13, 13. November 1869. S. [1], Sp. 2/3.</note>,
                    wohl nicht erlassen haben. Aber auch trotzdem schadet es nicht, da die Partei
                    selber sich anstrengen muß, um sich zu erhalten und der Erfolg des Aufrufes uns
                    umso schneller aus den furchtbaren, drückenden Schulden bringen wird.</p>
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><signed>Herzlichen Gruß! Ihr WBracke jr
                    </signed></closer>
            </div>
        </body></text>
</TEI>