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            <titleStmt>
                <title><idno>65</idno>Elisabeth Engels an Friedrich Engels in Manchester. Barmen,
                    Freitag, 5. März 1869</title>
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                        <surname>Gavrilchenko</surname>
                        <forename>Svetlana</forename>
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                        <surname>Gioeva</surname>
                        <forename>Tatjana</forename>
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                        <surname>Lindenberg</surname>
                        <forename>Thomas</forename>
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                    <persName>
                        <surname>Lura</surname>
                        <forename>Caroline</forename>
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            </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
            
            <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
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                <msDesc rend="manuscript">
                    <msIdentifier>
                        <institution>Standort Orig. nicht bekannt; Kopie: RGASPI</institution>
                        <idno><idno type="shelfmark"> f. 9 op. 1 d. 7/3</idno></idno>
                    </msIdentifier>
                    <physDesc>
                        <p>Soweit aus der s/w-Fotokopie zu ersehen ist, besteht der Brief aus einem
                            Bogen liniertem Papier. Elisabeth Engels hat aller vier Seiten
                            vollständig beschrieben.</p>
                        <p>Der Schluss des Briefes „Leb wohl lieber Friedrich ... Deine Mutter. E.“
                            steht auf der letzten Seite am linken Rand.</p>
                        <p>Heftlochung in der Mitte und am oberen Rand des Bogens. Die Textverluste
                            konnten rekonstruiert werden.</p>
                        <p>Von unbekannter Hand: Nummerierung des Briefes auf der ersten Seite mit
                            Bleistift: „807“.</p>
                    </physDesc>
                </msDesc>
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        <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006533 https://d-nb.info/gnd/189469986">Elisabeth Engels</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003014 http://www.geonames.org/2952539">Barmen</placeName>
                    <date when="1869-03-05"/>
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                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
                    <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004039 http://www.geonames.org/2643123">Manchester</placeName>
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                <keywords>
                    <term key="M0002134">Privates - Engels (Familie, Geschäfte, Reisen)</term>
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    <text><body>
            <div type="writingAct">
                <opener><dateline sameAs="MBDatumszeile"><pb/> Barmen 5 März 69</dateline><salute sameAs="MBAnrede">Lieber Friedrich</salute></opener>
                <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Es ist schon so lange daß
                    ich von Dir nichts hörte, daß ich nicht einmal weiß, ob ich Dir oder Du mir
                    einen Brief schuldig bist. Das thut nun auch nichts zur Sache, ich schreibe, um
                    recht bald Antwort von Dir zu bekommen u. hoffe ich werde darin nicht getäuscht
                    werden. Es hat mir bis jetzt, Gott sei Dank in diesem Winter besser gegangen wie
                    in dem vorigen, ich glaube es kommt viel davon, daß ich mich meistens still zu
                    hause gehalten habe, denn jedes mal, wenn ich mich verleiten ließ einen Besuch
                    zu machen oder mehr Leute zu sehn, wie meine Kinder, fühlte ich mich nicht so
                    wohl. Seid 8 Tagen, wo wir meistens gutes Wetter haben gehe ich alle Tage
                    spazieren, was mir gut bekommt. Du weißt, daß im Novb. <pb/>
                    <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007069 1011072">Adolf</persName> mit <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007075 1011078">Elise</persName> einige Wochen bei mir waren u. im Janr. kamen <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006534 http://d-nb.info/gnd/136846998">Emil</persName> &amp; <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006531 1008263">Lottchen</persName> mit Familie. Diese Besuche sind mir auch nützlich
                    gewesen, denn den ganzen langen Winterabend allein zu sitz<supplied cert="high">e</supplied>n u. über allem mögliche körperliche u. andere Gebrechen zu
                    grübeln ist gewiß nicht gut, wenn mich die Kinder hier auch oft besuchen, so
                    kann es doch nicht alle Tage geschehn u. dann kommt manche einsame Stunde vor.
                    Jetzt denke man schon an den Frühling, die Tage sind länger u. man wird heiterer
                    gestimmt. In der Welt sieht es zwar noch nicht so aus, daß man große Hoffnungen
                    auf bessere Zeiten haben kann, aber die Sorgen helfen nichts ich denke mit
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002536 http://d-nb.info/gnd/118538659">P. Gerhardt</persName>:
                        „<ref xml:id="a74ae02a-c0da-4f97-8ae0-2ac0dadf97ed" corresp="#fadeeb03-16ed-450b-9eeb-0316ed350b0e" type="editorialNote">Bist Du doch nicht Regente, der Alles führen soll; Gott
                            sitzt im Regimente u. führet Alles wohl.“</ref><note xml:id="fadeeb03-16ed-450b-9eeb-0316ed350b0e" corresp="#a74ae02a-c0da-4f97-8ae0-2ac0dadf97ed" type="editorial">Aus: "Befiehl du deine Wege", geistliches Lied von
                                <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002536 http://d-nb.info/gnd/118538659">Paul
                    Gerhardt</persName>.</note>Wenn man so alt ist wie ich,
                    hat man viele <pb/> Erfahrungen gemacht u. Erfahrung bringt Hoffnung u. Hoffnung
                    läßt nicht zu Schanden werden. Nun habe ich Dir auch eine Neuigkeit
                    mitzutheilen, <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005668 1003158">Hedwig</persName> hat vor einigen Tagen
                    wieder ein <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004706">Töchterchen</persName>
                    bekommen, sie und das Kind befinden sich Gott sei Dank so gut, wie man nur
                    wünschen kann. Sonst ist in der Familie alles beim Alten, hin u. wieder kamen
                    bei den Kindern kl. Erkältungen vor, doch nichts von Bedeutung. Deine Schwester
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005626 1002968">Marie</persName> ist jetzt eifrich damit
                    beschäftigt Reitstunde zu nehmen, ihr Sohn <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005622 1002957">Emil</persName> kommt in der nächsten Woche aus der Schweits zurück, dann
                    wird sie wohl mit den <ref xml:id="a9d11df7-911b-4044-911d-f7911bd044ab" corresp="#c9528087-1596-4fa0-9280-8715969fa0fd" type="editorialNote">beiden
                            Emils</ref><note xml:id="c9528087-1596-4fa0-9280-8715969fa0fd" corresp="#a9d11df7-911b-4044-911d-f7911bd044ab" type="editorial"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005622 1002957">Emil</persName> und <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005624 1002966">Karl
                                Emil Blank</persName>.</note> spazieren reiten.</p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Mit den Geschäften sieht es
                    hier wie Du wol denken kannst noch immer traurig aus u. ist auch wohl vorläufig
                    keine Hoffnung auf Besserung da. </p>
                <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; "><pb/> Wie geht es in Eurem
                    Geschäft? Schreibe mir doch bald mal was näheres darüber. Der <ref xml:id="f3d9023d-c08b-4b49-9902-3dc08bcb49bb" corresp="#ca37a8ff-6999-46a1-b7a8-ff6999c6a134" type="editorialNote">junge <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001565">Caspar</persName>
                        </ref><note xml:id="ca37a8ff-6999-46a1-b7a8-ff6999c6a134" corresp="#f3d9023d-c08b-4b49-9902-3dc08bcb49bb" type="editorial"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001565">Caspar
                                Engels</persName> (1841-1917)?</note>wird nun wohl im Mai das
                    älterliche Haus beziehn, er war Anfangs noch nicht fest entsc<supplied cert="high">hlo</supplied>ssen es zu übernehmen, weil ihm das Capital zu
                    groß war, ich glaube aber er ist jetzt darüber mit sich einig. Er muß nathürlich
                    den Geschwistern nun ihr Capital aus bezahlen. Doch glaube ich, in ziemlich
                    langen Terminnen. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006526 1008254">Toni</persName> wird zu ihm ziehn.
                    Der junge
                    Bredt,
                        <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006531 1008263">Lottchens</persName>
                    Bruder
                    ist gestorben, grade an dem Tag wie sie hier an kam u. 8 Tage später starb auch
                        <ref xml:id="ce25adb7-0d0d-43c2-a5ad-b70d0d93c2cc" corresp="#ee2b75d9-f9a8-4ee5-ab75-d9f9a8aee579" type="editorialNote">seine Großmutter die alte <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9979766">Frau
                                P. Bredt</persName>.</ref><note xml:id="ee2b75d9-f9a8-4ee5-ab75-d9f9a8aee579" corresp="#ce25adb7-0d0d-43c2-a5ad-b70d0d93c2cc" type="editorial"><persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M9979766">Charlotte Wilhelmina
                                Bredt</persName>
                            geb. Siebel (1785-1864?).</note> Jetzt haben
                    Carl
                    Siebels eine
                    Tochter
                    an derselben traurigen Krankheit liegen, sie hatte früher ein Herzleiden, woraus
                    sich wol die Schwindsucht entwickelt hat, sie wird wol kaum den März
                    überleben.</p>
                
                <closer sameAs="MBUnterschrift"><salute>Leb wohl lieber Friedrich,
                    Gott behüte Dich u. uns.</salute><signed>Mit treuer Liebe Deine Mutter.
                    E.</signed></closer>
            </div>
        </body></text>
</TEI>