<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="M0000853">
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         <titleStmt>
            <title>
               <idno>362</idno>Friedrich Engels an Karl Marx in London. Manchester, Sonntag,
                    29. November 1868</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>IISG</institution>
                  <collection>Marx-Engels-Nachlass</collection>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">D 1721/D III 490</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Der Brief besteht aus einem Bogen mittelstarkem, weißem Papier im Format
                            228 × 180 mm. Prägung: Wappen mit Löwe. Die ersten zwei Seiten hat
                            Engels vollständig, die dritte zu einem Drittel beschrieben, die vierte
                            Seite ist leer. Schreibmaterial: schwarze Tinte.</p>
                  <p>Von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005553 http://d-nb.info/gnd/118509993">Eduard Bernstein</persName>s Hand:
                            Nummerierung des Briefes bzw. der beschriebenen Seiten: „414“ und
                            „121,1“ bis „121,3“ (korrigiert aus: „120,1“ bis „120,3“); redaktionelle
                            Vermerke mit Bleistift.</p>
                  <p>Von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006322 http://d-nb.info/gnd/11945842X">Heinrich Dietz’</persName>
                            Hand: Nummerierung des Briefes: „1057“.</p>
               </physDesc>
               <additional>
                  <listBibl>
                     <bibl>RGASPI f. 1 op. 1 d. 2343</bibl>
                  </listBibl>
               </additional>
            </msDesc>
            <listWit>
               <witness>
                  <bibl corresp="https://megadigital.bbaw.de/RDJTHVVL">Erstveröffentlichung: Bw 4
                            (1913). S. 116/117.</bibl>
               </witness>
            </listWit>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004039 http://www.geonames.org/2643123">Manchester</placeName>
               <date when="1868-11-29"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001374 http://d-nb.info/gnd/118578537">Karl Marx</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004412 http://www.geonames.org/2643743">London</placeName>
            </correspAction>
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               <ref type="next" target="https://megadigital.bbaw.de/M0000854"/>
            </correspContext>
            <note>Marx beantwortet den Brief am 30. November 1868 (<ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0000854">Marx
                        an Engels,
                    30.11.1868</ref>
               ). </note>
         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002134">Privates - Engels (Familie, Geschäfte, Reisen)</term>
               <term key="M0002227">Privates - Marx</term>
               <term key="M0002469">Fotografie</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> Mchr 29 Novbr 1868.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Lieber Mohr</salute>
            </opener>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align: justify; ">Überlege Dir die Antwort
                    auf inl. Fragen <hi rendition="#u">ganz genau</hi> &amp; beantworte sie mir
                    umgehend, so daß ich Dienstag Morgen Deine Antwort habe.</p>
            <p>
               <list>
                  <item>1) Wie viel
                    Geld brauchst Du um <hi rendition="#u">alle</hi> Deine Schulden zu bezahlen so
                    as to have a clear start?</item>
                  <item>2) Kannst Du
                    mit £ 350.– für die <hi rendition="#u">gewöhnlichen</hi> regelmäßigen
                    Bedürfnisse im Jahr auskommen (wobei ich Extrakosten durch Krankheit &amp;
                    unvorhergesehene Ereignisse ausschließe) d. h. so daß Du dabei keine Schulden zu
                    machen brauchst. Wo nicht, so gib mir die Summe an die dazu erforderlich ist.
                    Alles vorausgesetzt daß alle alten Schulden vorher abgezahlt sind. Diese Frage
                    ist natürlich die Hauptfrage.</item>
               </list>
            </p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">
               <ref xml:id="eaef87a8-9017-44a6-af87-a8901704a624" corresp="#b2709d02-7dbb-4c2b-b09d-027dbb9c2ba0" type="editorialNote">Meine Unterhandlungen mit <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006575 1030794">
                        <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">G<ex>ottfried</ex>
                        </expan> <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">E<ex>rmen</ex>
                        </expan>
                     </persName>
                  </ref><note xml:id="b2709d02-7dbb-4c2b-b09d-027dbb9c2ba0" corresp="#eaef87a8-9017-44a6-af87-a8901704a624" type="editorial">Siehe <ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0000844">Engels
                                an Marx. 23.11.1868</ref>. </note> nehmen
                    nämlich die Wendung daß er mich am Ende meines Contracts – 30 Juni <hi rendition="#u">abkaufen</hi> will d. h. er bietet mir eine Summe Geldes wenn
                    ich mich verpflichte auf 5 Jahre in kein Concurrenz Geschäft zu gehn &amp; ihm
                    erlaube die <orgName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0002994">Firma</orgName>
                    weiter zu führen. Das ist grade wohin ich den Mann haben wollte. Da aber in den
                    letzten Jahren die Bilanzen schlecht gewesen sind, so ist es mir fraglich ob
                    diese Offerte uns in den Stand setzen wird, auf eine Reihe von Jahren <del rendition="#s">&amp;</del> ohne Geldsorgen zu leben, <pb/> selbst den
                    wahrscheinlichen Fall vorausgesetzt daß wir durch allerhand Ereignisse wieder in
                    Umzug nach dem Continent resp. Extrakosten versetzt werden. Die von <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006575 1030794">G. E.</persName> mir offerirte Summe (von der bei mir, schon
                    lange ehe er sie mir offerirte, feststand daß sie eventuell ausschließlich dafür
                    verwandt werde, den Dir nöthigen Zuschuß zu decken) würde mich in den Stand
                    setzen Dir £ 350.– jährlich <hi rendition="#u">sicher</hi> für 5–6 Jahre
                    zuzuweisen &amp; bei außergewöhnlichen Fällen auch selbst noch etwas mehr. Aber
                    Du begreifst daß alle meine Arrangements umgeworfen würden wenn sich von Zeit zu
                    Zeit wieder eine Summe von Schulden anhäufte, die aus weiterem Kapital
                    abgetragen werden müßte. Eben weil meine Rechnung darauf beruhen muß, daß unsre
                    Unterhaltungskosten nicht allein aus <hi rendition="#u">Revenüe</hi> sondern
                    auch – von vorn herein – zum Theil aus <hi rendition="#u">Kapital</hi>
                    bestritten werden, eben deßwegen ist sie etwas komplicirt &amp; muß streng
                    eingehalten werden oder wir kommen in die Brüche.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Von Deiner
                    Antwort,
                    in der ich Dich bitte mir gradaus die Sachen darzustellen wie sie <hi rendition="#u">wirklich sind</hi>
               <hi rendition="#u">,</hi> wird es abhängen
                    wie ich <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0006575 1030794">G. E.</persName> gegenüber
                    weiter verfahre. Also bestimme die Summe selbst die Du regelmäßig jährlich
                    brauchst &amp; wir werden sehn was zu machen ist.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align: justify; ">Was nach obigen 5–6 Jahren
                    geschehen wird, ist <pb/> mir freilich selbst noch nicht klar. Wenn alles so
                    bleibt wie <del rendition="#s">ich</del> es jetzt ist, würde ich dann allerdings
                    nicht mehr im Stande sein Dir jährlich £ 350.– oder gar mehr zu überweisen, aber
                    immer noch mindestens £ 150.– Bis dahin kann sich aber Manches ändern &amp; wird
                    Deine literar. Thätigkeit auch im Stande sein Dir etwas einzubringen.</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <salute>Beste Grüße an Deine <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0008236 http://d-nb.info/gnd/118578510">Frau</persName> &amp; die Mädchen. <ref xml:id="a8c0c1d1-1e3f-4575-80c1-d11e3f1575aa" corresp="#d296be46-ffba-4976-96be-46ffba4976cb" type="editorialNote">Von inl. <expan resp="editor" sameAs="dottet_underline">Photogr<ex>ammen</ex>
                        </expan>
                     </ref><note xml:id="d296be46-ffba-4976-96be-46ffba4976cb" corresp="#a8c0c1d1-1e3f-4575-80c1-d11e3f1575aa" type="editorial">Gemeint sind vermutlich zwei Photophien von
                                Engels aus dem Jahr 1868. Siehe RGASPI, f. 389, op. 1, d. 32 und
                                33.</note> schick eins an <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007809 http://d-nb.info/gnd/118725904">Laura</persName>.</salute>
               <signed>Dein<lb/>F. E.</signed>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>