<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0" xml:id="M0000565">
   <teiHeader>
      <fileDesc>
         <titleStmt>
            <title>
               <idno>63</idno>Wilhelm Angerstein an Friedrich Engels in
                                        Manchester. Wien, Montag, 9. März 1868</title>
         </titleStmt><editionStmt><p/></editionStmt>
         <publicationStmt><publisher><ref target="https://www.bbaw.de">Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften</ref></publisher><pubPlace ref="https://www.geonames.org/2950159">Berlin</pubPlace><availability><licence target="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/">Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)</licence></availability><idno type="URLWeb">https://megadigital.bbaw.de/</idno><idno type="URLXML">https://megadigital.bbaw.de/.xml</idno></publicationStmt>
         <sourceDesc>
            <msDesc rend="manuscript">
               <msIdentifier>
                  <institution>RGASPI</institution>
                  <idno>
                     <idno type="shelfmark">f. 1 op. 1 d.
                                                  2176</idno>
                  </idno>
               </msIdentifier>
               <physDesc>
                  <p>Der Brief besteht aus einem Bogen mittelstarkem,
                                                  blauem Papier im Format 438 × 280 mm. Die erste
                                                  Seite hat Angerstein vollständig beschrieben, die
                                                  zweite zur Hälfte, die dritte Seite ist leer und
                                                  die vierte wurde zur Adressierung benutzt.
                                                  Schreibmaterial: schwarze Tinte. </p>
                  <p>Aufdruck auf der ersten Seite links: „<hi rendition="#mPrint">Buchdruckerei &amp; Verlag ‚zu
                                                  Gutenberg‘</hi>“ mit dem Stichporträt Gutenbergs;
                                                  „<hi rendition="#mPrint">G. Ad. Ungár-Szentmiklósy
                                                  Wien &amp; Graz. Wien: Comptoir: 9 Kärntnerring 9.
                                                  Graz: Comptoir: 217 Herrengasse 217. Atelier für
                                                  Actien &amp; Creditpapiere. Bronce-, Farben- und
                                                  Prägedruck. Verlag: Oesterr. Gestütbuch. Die
                                                  Gestüte Oesterreichs. Revue anthologique.
                                                  ‚Telegraf‘, politisches Tageblatt. (Erscheint
                                                  täglich in einer Morgen- u. Abendausgabe.) Die
                                                  Anstalten übernehmen alle in die verschiedenen
                                                  graphischen Fächer einschlagenden Aufträge und
                                                  sind in der Lage, die grössten Bestellungen in
                                                  promptester Weise zu den billigsten Preisen und in
                                                  kürzester Zeit auszuführen.</hi>“ Reste des
                                                  Siegelstempels auf der vierten Seite: „<hi rendition="#mPrint">Redaction der Nationalzeitung
                                                  Wien Gisellastrasse N<hi rendition="#sup">o</hi>1,
                                                  1. Stock.</hi>“ </p>
                  <p>Von Engels Hand: Bleistiftvermerke „Dr Angerstein“ auf der ersten Seite
                                                  oben links und „H Klaber 9 Finsbury Place South“
                                                  auf der Adressseite in der Mitte quer
                                                  geschrieben.</p>
                  <p>Archivsignatur des
                                                  <hi rend="following" xml:space="preserve">Moskauer Marx-Engels-Instituts (IMĖ) </hi>auf
                                                  allen beschriebenen Seiten: „RJ 121a–c“
                                                  (ausradiert).</p>
               </physDesc>
            </msDesc>
            <listWit>
               <witness>
                  <bibl corresp="https://megadigital.bbaw.de/6HW93T5V">Erstveröffentlichung im Auszug: Mönke: Neue
                                                  Quellen zur Hess-Forschung (1964).
                                                S. 96.</bibl>
               </witness>
               <witness>
                  <bibl>Vollständig wird der Brief hier erstmals
                                                  veröffentlicht.</bibl>
               </witness>
            </listWit>
         </sourceDesc>
      </fileDesc>
      <profileDesc><textClass><keywords><term>letter</term></keywords></textClass>
         <correspDesc>
            <correspAction type="sent">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005281 http://d-nb.info/gnd/117762784">Angerstein, Wilhelm
                                                (1835-1893)</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0003575 http://www.geonames.org/2761369">Wien</placeName>
               <date when="1868-03-09"/>
            </correspAction>
            <correspAction type="received">
               <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0001917 http://d-nb.info/gnd/118530380">Friedrich Engels</persName>
               <placeName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0004039 http://www.geonames.org/2643123">Manchester</placeName>
            </correspAction>
            <note>Engels legt den Brief seinem Schreiben an Marx vom 13. März
                                        1868 bei (<ref target="https://megadigital.bbaw.de/M0000570">Engels
                                                an Marx, 13.3.1868</ref>).</note>
         </correspDesc>
         <textClass>
            <keywords>
               <term key="M0002264">Österreich</term>
               <term key="M0002306">Zeitungen der IAA</term>
               <term key="M0001907">Arbeiterparteien und
                                                -vereine</term>
               <term key="M0002997">Journalismus/Publizistik</term>
            </keywords>
         </textClass>
      </profileDesc>
      
   </teiHeader>
   <text><body>
         <div type="writingAct">
            <opener>
               <dateline sameAs="MBDatumszeile">
                  <pb/> Wien, den 9<hi rendition="#sup">n</hi> März 1868.</dateline>
               <salute sameAs="MBAnrede">Hochgeehrter Herr!</salute>
            </opener>
            <p rend="MBTextOhneEinzug" style="text-align:both; ">Seit zwei
                                        Monaten hat die Arbeiterbewegung in Oesterreich begonnen und
                                        jetzt bereits in den größeren Städten bedeutende Dimensionen
                                        angenommen.
                                        Deshalb hat sich der
                                                <ref xml:id="f6cca2d6-3b76-4312-8ca2-d63b767312cb" corresp="#dc11e98a-e069-4275-91e9-8ae069627535" type="editorialNote">Eigenthümer</ref><note xml:id="dc11e98a-e069-4275-91e9-8ae069627535" corresp="#f6cca2d6-3b76-4312-8ca2-d63b767312cb" type="editorial">
                     <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0285516">G. Ad. Ungár-Szentmiklósy</persName>, 1867/68
                                                  Eigentümer, Verleger und Drucker des „<bibl type="periodika" corresp="">Telegraf</bibl>“ (Graz).</note> des Grazer
                                                „<bibl type="periodika" corresp="">Telegraph</bibl>“, welches Blatt in nächster Zeit
                                        hier erscheinen soll, entschlossen, eine besondere <ref xml:id="fc159adb-5582-4e70-959a-db55824e702a" corresp="#f8500f91-7339-43e9-900f-917339e3e93d" type="editorialNote">
                     <bibl type="periodika" corresp="">Arbeiter-Zeitung</bibl>
                  </ref><note xml:id="f8500f91-7339-43e9-900f-917339e3e93d" corresp="#fc159adb-5582-4e70-959a-db55824e702a" type="editorial">
                     <bibl type="periodika" corresp="">Arbeiter-Blatt</bibl>.
                                                  Wien.</note> zu gründen.
                                        Auf den Rath meines Freundes <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007983 http://d-nb.info/gnd/118572768">Liebknecht</persName>, jetzt in Leipzig, erlaube
                                        ich mir, nachdem ich von Berlin zur Leitung dieser Zeitung
                                        hierher übergesiedelt bin, Sie zu bitten, mich bei diesem
                                        Unternehmen zu unterstützen. Es kommt vor allen Dingen
                                        darauf an, hier Klarheit in die allgemeine Verwirrung zu
                                        bringen, die geflissentlich durch Pfaffen und verkommene
                                        Leute – wie z. B. <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0005477 http://d-nb.info/gnd/116102616">Bernhard
                                                Becker</persName>,  <persName ref="https://megadigital.bbaw.de/M0007373 1012914">J. B.
                                                v. Hofstetten</persName> etc. – genährt wird. Zu
                                        diesem Zwecke möchte ich Sie ersuchen, mir Zuschriften zum
                                        Abdruck zu senden, gleichviel ob Mittheilungen über das
                                        sociale Leben in England oder Besprechungen allgemeiner
                                        Fragen. Selbstverständlich werden Ihre Einsendungen durch
                                        unsre Administration entsprechend honorirt werden. Das Blatt
                                        soll zweimal <pb/> wöchentlich vom 15<hi rendition="#sup">n</hi> dss. Mts. ab erscheinen. Verbindungen habe
                                        ich nach den verschiedensten Richtungen hin mit
                                        Gesinnungsgenossen angeknüpft und hoffe so auf einen guten
                                        Fortgang der Sache.</p>
            <p rend="MBTextMitEinzug" style="text-align:both; ">Mit der
                                        nochmaligen Bitte, mich baldigst durch Zusendungen zu
                                        erfreuen, empfehle ich mich Ihnen</p>
            <closer sameAs="MBUnterschrift">
               <signed>mit größter
                                                Hochachtung.<lb/>Wilhelm Angerstein<lb/>
               </signed>
               <address>
                  <addrLine>p. adr. Expedition des
                                                  „Telegraph“</addrLine>
                  <addrLine>Kärtnerring N<hi rendition="#sup">o</hi> 9, Wien. </addrLine>
               </address>
               <lb/>
               <address>
                  <addrLine>
                     <pb/> F. Engels Esq.<lb/>
                     <hi rendition="#u">Manchester</hi>. </addrLine>
               </address>
            </closer>
         </div>
      </body></text>
</TEI>